Zwischen Industrie und Stadtgesellschaft - NS-Zwangsarbeit in Pößneck
Shownotes
Inhaltswarnung*: NS-Unrecht, Gewalt, Diskriminierung, Täterperspektiven. Für sensible Hörerinnen ggf. belastend. Empfohlen ab 14 Jahren.
In dieser Episode sprechen wir mit Beate Sickel über die Entwicklungen in Pößneck und dem nördlichen Saale-Orla-Kreis. Wir versuchen zu beleuchten, welchen Stellenwert Zwangsarbeitende für die Industrie und die Bevölkerung der Stadt und die Umgebung hatte, welche Formen von Zwangsarbeit es gab und welchen schwierigen Arbeitsbedingungen die Menschen vor Ort unterlagen. Zugleich thematisieren wir, warum regionale Erinnerungskultur noch heute von so großer Bedeutung ist.
Unsere Sprecherin Beate Sickel beruft sich dabei neben ihren eigenen historischen Forschungen auch auf die Forschungen von Hans Walter Enkelmann aus Pößneck und seinen Darstellungen in den Pößnecker Heimatheften. Wir bedanken uns an dieser Stelle für die Zusammenarbeit.
Allgemeiner Hinweis: Die Interviews geben dabei die Ansichten unserer Experten/ Expertinnen wider und können von denen der Förderstelle und des Podcasts abweichen. Die Darstellungen sind nicht abschließend und ersetzen nicht die Auseinandersetzung mit Sachliteratur. Lasst uns daher diskutieren: Welche Fragen sind offen geblieben? Was hat euch erstaunt? Wie könnte man das Thema mit weiteren Formaten aufarbeiten?
Die Episode ist der 4. Teil des Podcast "Ostwärts. Es geschah überall", der das Thema NS-Unrecht in der Region Saale-Orla-Kreis thematisiert und kontextualisiert. Ziel der Reihe ist es, historisch-politische Bildung zu fördern und daran zu erinnern, dass nationalsozialistisches Unrecht nicht abstrakt war, sondern überall geschah – auch in unserer Region. Sie wurde gefördert durch das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur.
Informationen zum Projekt "Erinnerungsbrücken", auf das sich die Gesprächspartner beziehen, gibt es unter https://www.erinnerungsbruecken.de/
Quellenhinweise: Enkelmann, Hans-Walter (2016): Kriegsproduktion, Zwangsarbeit und Gefangenenlager in Pößneck während des Zweiten Weltkrieges, Hrsg.: Stadtarchiv Pößneck und Verein für Heimatgeschichte Pößneck e.V. Ernst, Karl (2023): Leben im Gleichschritt : Pößneck in den Jahren des Nationalsozialismus, Hrsg.: Stadtarchiv Pößneck und Verein für Heimatgeschichte Pößneck e.V.
Stadtarchiv Pößneck: +49 3647 500-313 Email: archiv@poessneck.de
Du hast Interesse dich einzubringen und das Thema in der Region mitzugestalten und zu fördern? Sende uns Dein Feedback und gehe in Kontakt per Email an podcast@vhs-sok.de
Transkript anzeigen
00:00:08: Ostwärts, ein Spaziergang durch den Saale-Orla-Kreis.
00:00:13: Ein Podcast der Volkshochschule Saale Orla Kreis gefördert vom Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft
00:00:20: und Kultur.
00:00:28: Und damit herzlich willkommen zu einer weiteren Folge Ostwärts!
00:00:31: Ein Spazieregang durch die Saale Ola Krei.
00:00:34: Diesmal eine Sonderepisode, die in Anlehnung an das Projekt Erinnerungsbrücken es geschah überall entstanden ist.
00:00:43: Der Ausgangspunkt des Projektes war die Tatsache, dass nationalsozialistisches Unrecht überall geschah auf dem Land in kleinen und natürlich auch in größeren Städten.
00:00:54: Direkt vor unseren Haustüren also – und damit ein Orten in unserer Region.
00:01:01: Orte, die oft unscheinbar sind aber Spuren einer Geschichte tragen, die nicht vergessen werden darf!
00:01:08: Gemeinsam mit Regionalforscherinnen und Regionalforschern wollen wir nun in einzelnen Sonderepisoden Brückenschlagen zwischen damals und heute.
00:01:18: Wir erzählen von Menschen, Schicksalen- und Ereignissen zwischen nineteenhundertdreihen dreißig und neunzehnhundvierzig und fragen was sie uns heute noch zu sagen haben?
00:01:28: Denn Geschichte geschieht nicht irgendwo – Sie geschieht überall!
00:01:32: Heute zu Gast bei uns, Beate Sickl.
00:01:35: Die nicht nur Stadtführerin ist sondern sich auch ein bisschen in der Historie des Sala-Orla-Greises explizit auf jeden Fall mit der Pösnigs auskennt und wir wollen uns heute in der nächsten Stunde ein bisschen über die NS Zeit in Pösnek unterhalten vielleicht auch ein bissel über Erinnerungskultur.
00:01:51: all das erfahrt ihr in den nächsten Minuten.
00:01:53: ich sage erst mal hallo beate sickle schön dass du da bist
00:01:56: ja hallo Marco Ich freue mich auch hier zu sein.
00:02:00: Das ist immer gut, wenn sich die Gäste freuen da zu sein dann habe ich alles richtig gemacht.
00:02:06: Ich würde ganz normal einsteigen erstmal mit ein paar allgemeine Informationen.
00:02:10: beate dass du dich vielleicht ganz kurz vorstellst und uns schon mal erzählst welche Verbindung du zu pösnek hast.
00:02:19: Ja, du hast ja schon gesagt dass ich Stadtführerin hier in Pösnek bin.
00:02:23: Ich bin vor nun mehr einundvierzig Jahren zusammen mit meinem Mann nach Pösneck gezogen und wir haben damals einen Haus hier gekauft und ich lebe seit eben jetzt den besagten vierzig jahren hier in pösnek.
00:02:38: das ist meine verbindung also ich
00:02:41: wo kommst du ursprünglich her oder wo seid ihr ursprünlich hergekommen?
00:02:45: Ich komme ursprünglich aus Weimar, ich bin also Thüringerin.
00:02:47: Hab in Jena studiert, mein Mann auch.
00:02:50: dort haben wir uns kennengelernt und damals war es halt so, wir wollten aufs Land ziehen und haben hier ein Haus gesucht und auch gefunden und dadurch leben wir seit vierzig Jahren jetzt hier.
00:03:01: Ja meine Verbindung zur Stadt Pösnek zur Geschichte ja seitdem ich nicht mehr berufstätig bin habe Stadtführungen, Museumsführung zugewandt und dadurch mich auch mit Geschichte der Stadt befasst.
00:03:19: Und habe unter anderem – weil das ja unser heutiges Thema ist – zwei Stadtführung schon mal gemacht zur Bomben auf Pösnek und diese Zeit des Nationalsozialismus hier in Pösneck.
00:03:33: Wurzeln hat es eigentlich darin.
00:03:35: Ich hab in jener Geschichte- und Germanistik studiert und habe damals meine Diplomarbeit über den Gauleiter Fritz Saugl geschrieben.
00:03:47: Der
00:03:48: Sauleiter Gaugel?
00:03:49: Genau, ja!
00:03:52: Wir haben damals nicht die Zeit der als Generalbevollmächtigte für den Arbeitskräfte-Einsatz war ausgeleuchtet sondern Ziel dieser Studie war es sein Werdegang bis dorthin zu skizzieren.
00:04:09: Das heißt also, was hat ihn ausgemacht?
00:04:11: Wo ist er groß geworden in welchem Umfeld?
00:04:16: Wie hat der sich dazu entwickelt?
00:04:17: Also mehr das Augenmerk auf Gauleiter-Tätigkeit weil dazu gab es zur damaligen Zeit noch sehr wenig oder sozusagen gar nichts.
00:04:28: und da habe ich mich sehr viel mit Quellen befasst im Archiv gearbeitet.
00:04:35: Die Sache des Arbeitskräfteeinsatzes, diese Stelle des Generalbevollmächtigten ist ja erst in two forty gegründet worden.
00:04:44: Das war also eine von der Sonderbehörde die für die Rekrutierung von Millionen von Arbeitskräften zuständig war, die ins sogenannte deutsche Reich verschleppt werden sollten und dann auch wurden.
00:05:04: Das war bis zum damaligen Zeitpunkt schon relativ gut aus, oder geforscht schon erforscht.
00:05:12: Und da habe ich mich mehr mit den Saucen.
00:05:15: wie wurde er zum Gaulleiter befasst?
00:05:18: Aber von daher habe ich eine Beziehung zu diesem Thema, zu dieser Frage Arbeitskräftezwangsarbeit und naja das ist jetzt nun alles über vierzig Jahre her.
00:05:52: Das stimmt nicht.
00:05:52: Ich habe ja dann mein Leben lang andere Dinge gemacht, aber es ist schon Haften geblieben weil das Ja Dinge sind die ich damals gelesen hab in den Archiven In den Akten gesehen haben.
00:06:07: also Die sind hängengeblieben und das ist schon aus meiner heutigen Sicht auch immer noch ein sehr sehr wichtiges Thema.
00:06:18: Fortschst du zu dem thema noch aktuell oder ist es sodass du dir quasi nochmal so ein bisschen expliziteres Basiswissen, so ähnlich stelle ich es mir jetzt vor.
00:06:27: So ein explizitäres Basis-Wissen über den Sahler Orlarkreis, über Pösnick angeeignet hast um die Stadtführungen adäquat machen zu können?
00:06:34: Ja also forschend tu' ich nicht.
00:06:38: All das was sich weiß oder wiedergebe in Stadtführung beziehungsweise auch in unserem vermutlich... In unserem Gespräch beruht alles auf Forschungsergebnissen, Veröffentlichungen die der Karl Ernst und Hans-Walter Engtelmann zusammengetragen haben.
00:07:01: Und das ist sehr viel und eigentlich auch sehr wenig.
00:07:10: An dieser Stelle, ganz kurz nur an dieser Stelle einfach mal sei darauf hingewiesen.
00:07:13: Ihr Lieben, die ihr gerade zuhört es gibt auch eine Folge vom Podcast mit dem Herrn Ernst wo wir ein ähnliches Thema tangiert haben aber das nur so nebenbei.
00:07:24: Ja also zum Beispiel... Die haben das veröffentlicht in pösniker Heimatblättern und zwei Sonderhefte.
00:07:34: Und das von Hans Walter Enkelmann weiß ich, also heißt Kriegsproduktion, Zwangsarbeit- und Gefangenenlager in Pösnäckwehren des Zweiten Weltkriegs.
00:07:41: Da hat er sich im Stadtarchiv mit exakt zwei tausend zweihundert sechsund neunzig Blättern einzelnen Blätter befasst die ja meistens aus dem Blick verwinkelt der Stadtverwaltung erstellt worden sind, also irgendwelche ab.
00:07:58: Abrechnungen, Akten, Notizen und ähnliches.
00:08:02: Die auch oft handgeschrieben sind.
00:08:04: also man das erst mal entschlüsseln muss und dann versuchen muss das in Zusammenhang zu bringen.
00:08:08: Also sie müssen sich das vorstellen wie ein riesengroßes Puzzle was man zusammensetzen muss und von daher keinen Anspruch auf Vollständigkeit haben kann weil es gibt keine ... kein Geschichtsbuch darüber.
00:08:24: Es gibt auch keine Betriebsakten von den Firmen, die hier waren.
00:08:29: Das sind alles nur zufällige Notizen aus denen versucht wurde im Gesamtbild zu erstellen und von daher sage ich das ist also sehr eine enorme Arbeit.
00:08:41: war dass es wirklich eine gute Grundlage ist.
00:08:47: aber das ist natürlich auch nur der Anfang.
00:08:49: ist da noch viel Forschungsarbeit geleistet werden?
00:08:52: könnte man das auch tun sollte.
00:08:57: Lass mich trotzdem nochmal ganz kurz fragen, was war denn zuerst die Stadtführung oder das Thema?
00:09:04: Die Stadtführungen.
00:09:06: Das Thema ist eigentlich erst dann... Also es ist nicht so dass jetzt gebucht und nachgefragt wird wie verrückt Kriegsende im Pösnek heißt das ja so Bomben auf Pösneck.
00:09:20: Wenn die Leute stattführungen buchen, dann sind das meistens solche Situationen wie eine Familienfeier oder ein Klassen treffen.
00:09:27: Oder Ähnliches und da möchte man sich mit so einem Thema dann eben doch nicht befassen.
00:09:33: Es sei denn es gibt gab's auch schon konkret familiäre Interesse dass man sagt ja meine Großeltern haben damals hier gewohnt und von denen weiß ich einiges und möchte dazu mehr erfahren.
00:09:46: Dann wird das auch gebucht aber Aus der Lameng heraus an sich nicht.
00:09:53: Und von daher war das nicht da, sondern es waren diese Jubiläum des Kriegsendes.
00:10:00: Achtzig bis zu beziehungsweise um achtzig Jahre Kriegsende im Pürsnek und da habe ich eine Sonderstadtführung die immer im Sommer stattfindet dieser Sonntagsstreifzug gemacht und mich dann mit diesem Thema befasst wobei ist da natürlich nicht nur um Zwangsarbeit ging.
00:10:18: überhaupt diese letzten Tage, die
00:10:21: Thysnek
00:10:21: erlebt hat.
00:10:22: Genau wo sind Bomben gefallen?
00:10:23: Wie ist die Übergabe der Stadt erfolgt und welche Gebäude sind in Mitleidenschaft gezogen worden?
00:10:32: Zwangsarbeit kommt drin vor aber nicht vor wiegen.
00:10:38: Ja
00:10:39: ja jetzt haben wir mehrfach das wird zwangsarbeit schon angesprochen ausgesprochen.
00:10:43: kannst du uns einen kleinen Abriss geben, was es eigentlich heißt Zwangsarbeit und welche Bedeutung das jetzt hier für die Region hatte.
00:10:54: Ja also der Zwangssarbeit ja... Was heißt das?
00:10:58: Also seit neunzehnhundertdreien dreißig bis zum Kriegsende hat es zwangsarbeit gegeben.
00:11:06: Das heißt dass Menschen zwangsweise unentgeltlich meistens dazu verpflichtet wurden sind Dienststellen für Betriebe, für landwirtschaftliche Betriege.
00:11:20: Für Privatpersonen, für Stadtverwaltungen zu arbeiten.
00:11:26: Das fing also an mit dass man Insassen des KZ zur Zwangsarbeit verpflichtet hat.
00:11:33: das ging dann weiter wenn ab dem Kriegsbeginn in den besetzten Gebieten, die Leute rekrutiert hat.
00:11:46: Das ging dann bis dahin, dass man die Kriegsgefangen zur Zwangsarbeit eingesetzt hat.
00:11:52: Also es hatte viele Gesichter, die Zwangssarbeiter.
00:11:56: Es gibt nicht nur das eine, sondern es gibt halt da ne große breite Palette.
00:12:02: Und auch was die Menschen dabei ertragen und erleben mussten, ist genauso breit gefächert.
00:12:07: Das macht es ja gerade für die Gedenkkultur auch so interessant weil ich glaube... Ich spreche jetzt nicht nur für mich alleine wenn ich sage, wenn ich Zwangsarbeiter höre denke ich erstmal vorwiegend an Konzentrationslager natürlich oder eben an so ausgelagerte Sachen wie das polnische Dienstmädchen dass man verschleppt hat um bei irgendeinem der Parteibonsen im Garten einzusetzen oder ähnliches.
00:12:33: Wie sahen denn die Formen in der Zwangsarbeit hier direkt in Pösnek aus?
00:12:38: Ja, genau so breit gestreut.
00:12:40: Also von Firmen... also gut muss man vielleicht anders anfangen.
00:12:45: Also Pösneck war eine alte Industriestadt, Tuchindustrie, Lederwahnindustrie und mit dem Abtrain'n-Treißig, also eigentlich schon während der Zwanzigerjahre ging es wirtschaftlicher Berg ab.
00:12:59: ... allen bekannten Weltwirtschaftskrise, also auch da hat das ein böseneck seine Spuren hinterlassen.
00:13:06: Und nachdem die Nazis an die Macht gekommen waren, mussten... Also es wurde ja eine Art Planwirtschaft betrieben und die Voraussetzungen um produzieren zu können wie Waller oder Energie wurden dann hauptsächlich auch den Parteimitgliedern zugesprochen, dass also die Firmen wirklich teilweise ums Überleben kämpfen mussten.
00:13:36: Man wünschte sich dann mit Teilverarbeiten der Industrie her, weil man gemerkt hat, damit könnten wir hier wirtschaftlich besser dastehen.
00:13:45: Zumal es ja kriegswirtschaftliche Objekt gewesen ist zumindest im Plan am Anfang?
00:13:48: Das
00:13:48: kam dann auch nachdem... Betriebe abgeschaltet wurden, wie man da gesagt hat.
00:13:54: Wurden dann aus anderen Gegenden Deutschlands Produktionen hierher verlagert.
00:14:02: Ich hatte ja gesagt hauptsächlich Textilindustrie.
00:14:06: also da wären Namen zu nennen wie Siegel und Schütze und Fischer und Seige Teilmann, Horne, Wölfe, Rosner – wie sie alle hießen hier – die bekamen keine Wolle mehr und konnten nur noch eingeschränkt produzieren Und damit entstand natürlich auch eine große Armut und Arbeitslosigkeit.
00:14:27: Viele sind dann von den Arbeitern nach Unterwellenborn gefahren, Saalfeld und Schwarzer um dort zu arbeiten und Geld zu verdienen.
00:14:37: So kam es dass es auch etliche Pösnikerbetriebe einfach leer stand oder eben artfremd genutzt wurden.
00:14:44: also der Dupon war damals Entscheidungsträger oder Bürgermeister hier von Pösnek hat alle Hebel in Gang gesetzt und seine ja seinen guten Draht zum Sauckel z.B.
00:15:00: eingesetzt, um hier mit Teilverarbeiten der Industrie herzuholen.
00:15:04: Das scheiterte aber wieder an Vorstellungen über Grundstückspreise Und man konnte sich da nicht einig werden und das sind halt so Beispiele.
00:15:14: Das kann man nur rekonstruieren, indem man diese ganzen Schriftverkehr der aber auch nicht vollständig erhalten geblieben ist.
00:15:21: Dann aufarbeitet und dann daraus diese Schlussfolgerung zieht.
00:15:25: Also das ist wie gesagt ein Geschichtsbuch was man aufschlägt und dann danach lesen kann.
00:15:31: die Altenburger Spielkartenfabrik hat ihre Produktion hier her verlegt.
00:15:37: Das war damals Kriegs wichtig.
00:15:39: also auch da staunen manche die das hören.
00:15:42: Warum war das Kriegs wichtig?
00:15:44: Brot
00:15:44: und Spiele.
00:15:45: Genau, Brot-und-Spieler ja an der Front wenn es gerade keinen Angriff gab.
00:15:50: die Soldaten mussten sich ablenken können und da war im Kartenspiel sehr wichtig.
00:15:56: Der Sauckel war ja auch mehrfach in Pösnick gewesen.
00:15:58: also das weiß ich ja.
00:16:00: als das Archiv umgezogen ist habe ich einige Fotos gefunden genau und auch daher.
00:16:03: ernst hat ja betont dass es ich glaube sein Ansinnen sogar gewesen ist, also das ansinnen Saugitz-Pösnek zu einer wirtschaftlichen Musterstadt zu etablieren.
00:16:15: Ja,
00:16:15: ja.
00:16:16: Das hat auch Karl Ernst so geschrieben.
00:16:20: Also es war dann folgendermaßen warum sind die alle hierher oder viele hergekommen oder verlagert wurden?
00:16:26: Es ging los mit zum Beispiel die Meihack AG aus Hamburg, die Messinstrumente zum Beispiel für die Luftfahrt und Torpedo-Teile für U-Boote hergestellt, die sind in den Tuchfabrik Siegel und Schützer verlagert worden.
00:16:42: Und das hing damit zusammen, dass im Norden und Westen Deutschlands dann die Bombarde mans losgingen und man ja die Kriegsproduktion sicherstellen wollte.
00:16:51: Hier hatte man leerstehende Fabrikgebäude und wünschte sich eh die Metallverarbeitende Industrie.
00:16:57: also wurden diese... ganzen Firmen hierher umgelagert.
00:17:01: Also man muss sich das also einen ganz gewaltigen Kraftakt vorstellen der organisatorischen Art, weil man hat ja nicht nur Maschinenumlagern müssen, man hat ganze Mitarbeiter von Führungskräften angefangen bis hin zum Facharbeiter mussten nach Pösnek kommen und sich hinterher, dass man also Wohnraum brauchte und leidende Mitarbeiter wollten natürlich nicht irgendwo in der Massenunterkunft untergebracht werden.
00:17:33: Also es war eine große logistische Herausforderung und das ging dann weiter als man aus den... Damals so genannten besetzten Ostgebieten, die Leute rekrutiert hat.
00:17:47: Die Menschen verschleppt hat.
00:17:49: Als sie hier ankamen, mussten alle untergebracht werden und dann hat man versucht das in Gasthäusern zu machen, insbesondere auch Kriegsgefangene dort unterzubringen.
00:18:00: In Gasthausern war dann auch die Verpflegung sichergestellt.
00:18:03: Die mussten ja nicht nur schlafen, brauchte nicht nur ein Bett sondern die mussten versorgt werden.
00:18:09: Natürlich Hygiene essen usw..
00:18:13: Man hat den privaten Wohnungen, Leute einquartiert zur Untermiete aber eben auch solche kassanierten Unterkünfte geschaffen.
00:18:20: Zum Beispiel in der Erholung oder in der Warte.
00:18:24: dann eine Baracke am Gürzenberg Felsenkeller im Rosengarten Bergschlösschen in leer stehenden Fabrikgebäuden im sogenannten Lutschken-Lager.
00:18:36: Das waren Barakken die dort in das Flurstück im Lutschten gestellt worden sind Und das waren ganz, ganz schlimme Zustände.
00:18:46: Dort hekianische Bedingungen.
00:18:48: Es gab dort hundertzwanzig Gefangene und die hatten ein Einmeter zwanzig langes Waschbecken mit drei Wasserhähnen.
00:18:55: also es war unhaltbar ne?
00:18:57: Ja!
00:18:58: Es gab auch Unternehmen wie Bergner Onweiser den damaligen Inhaber Brückner Die haben versucht, menschenwürdige Behandlungen durchzusetzen.
00:19:09: Das heißt Menschenwürdig, dass man also eine zusätzliche Decke den Arbeit dann noch zur Verfügung stellen konnte oder zusätzliches Essen weil er gesagt hat also ich will ja ne Leistung haben und wenn die Leute völlig ausgehungert sind ... krank werden, kommt ja nichts rüber.
00:19:32: Ist bekannt irgendwie wie Dupont oder beziehungsweise das Regime darauf reagiert hat hier in der Region?
00:19:37: Oder ist es eher nicht bekannt auf diese Forderung zu sagen ich möchte dass die Leute etwas besser behandelt wären als bisher oder wie auch immer?
00:19:44: Ja ja, es gab Vorschriften wie sie zu behandeln seien und was nicht sein durfte... Das gab es.
00:19:55: Es wurde aber nicht überall eingehalten, also... Hans Walter Enkelmann schreibt zum Beispiel in seinem Heimatblättern, während die Gefangenen in den meisten Betrieben nur als billige Arbeitskräfte angesehen wurden.
00:20:07: Die man bis zur Entkräftung ausbeuten konnte, wurden sie in der Firma Bergner und Weiser besser behandelt.
00:20:14: Zwar wurde auch hier straff gearbeitet durch.
00:20:17: der Firmeninhaber Herbert Brückner sorgte durch wiederholte Kontrollen dafür dass die Essenration dem Bedarf entsprachen.
00:20:24: Er kümmert sich um menschenwürdige Unterbringungen Die auch den Ansprüchen der Hygiene genügten.
00:20:30: So kam es, dass die Beteiligten nach dem Kriegsende nicht mit Hass und Verbitterung auseinander gingen.
00:20:36: Im Gegenteil wurde ein Foto angefertigt.
00:20:38: Das ist dann enthalten in diesem Heimatblätter.
00:20:43: Es wurden Foto angefertigt welche die fünfzehn französischen Zivilarbeiter so wie zwei Küchenfrauen zeigt.
00:20:50: Auf der Rückseite steht geschrieben heute am zehnten Meinen zu forty-five alle Franzosen von Firma Bergner und Weiser zurück nach Frankreich, da ich keine Zeit habe spreche.
00:21:01: Ich nahm meiner Kameraden ein herzliches Leben sie wohl.
00:21:05: Das hat sicherlich gegeben es hat aber auch Tote gegeben.
00:21:14: diese Geschichte also.
00:21:16: vom Hans-Walter Engelmann weiß ich dass er sich vor zehn Jahren das Heft herausgegeben hat im Vorfeld bei seinen Recherchen mit noch Zeitzeugen unterhalten konnte und jetzt eine Gewichtung herzustellen, das war ja alles nicht so schlimm.
00:21:34: Sie sind auch gut behandelt worden.
00:21:36: Es steht natürlich solchen Tatsachen gegenüber wie ich gerade gesagt habe mit dem Lutschenlager.
00:21:42: Und sicherlich wird keiner der aus Dingen ... aus seiner Familie weiß oder aus eigenem Erleben noch weiß sagen Wir haben die schlecht behandelt oder sie sind von uns geschlagen worden.
00:21:53: Oder wir haben sie verhungern lassen und so was, und dadurch entsteht auch die gefahrene Verzerrung des Geschichtsbildes.
00:22:02: Das sehe ich.
00:22:04: Die andere Seite ist das man auch bedenken muss dass ein gewisser Rest an Menschlichkeit ja in jedem da war geologische Gehirnwäsche, da schon gelaufen war und man wirklich auf solche Menschen als Untermenschen herab gesehen hat.
00:22:23: Und es gibt Beispiele das halt die junge Frau aus Polen dann mit am Essendstisch sitzen durfte und mit der Familie zusammen gegessen hat was Strafbar gewesen wäre, wenn es rausgekommen wäre.
00:22:38: Also das muss man auch wieder ins Verhältnis setzen.
00:22:40: Also
00:22:40: Menschlichkeit war strafbar?
00:22:42: Ja, Menschlichkeit was strafba...eine junge Ukrainerin wars glaube ich ist eingesetzt worden als Kindermädchen die sich also ganz herzlich, also ein achtzendjähriges junge Frau, die sich ganz herzlich um die Kinder gekümmert hat einer pösennecker Bürgerin.
00:23:02: Es gibt sehr viele Einzel-Schicksale, die meisten Einzelschicksale eben wie ich jetzt gerade gesagt habe sind positiver Art.
00:23:11: Ja.
00:23:12: Weil eben so berichtet weil die Quellen das so hergeben, ne?
00:23:18: Da stillen!
00:23:19: Verstehst du wie ich das meine.
00:23:20: also...
00:23:21: Man weiß am Ende nicht, ob es tatsächlich so gewesen ist.
00:23:23: Wenn was weiß ich?
00:23:25: Günter Müller, Nixen und Sechsundvierzig gegenüber den Amis gesagt hat, aber ich habe die doch gut behandelt!
00:23:29: Ja ja... Es ist für mich genauso mit dieser Sache wir haben das alle nicht gewusst.
00:23:36: Also diese jungen Ukrainerinnen jetzt habt ihr gerade gefunden im Heft.
00:23:40: Die Ukrainarin Natja, die bei der Familie ... Punkt ist der Name nicht genannt als Kindermädchen arbeitete.
00:23:50: Punkt hat also Fotos von einem Fotografen anfertigen lassen, wo sie ihre drei Kinder mit dem Kindermädchen fotografieren lassen.
00:23:59: Also da ist eine emotionale Bindung dar gewesen zweifelsohne und sicher auch Dankbarkeit dieser Ukrainerinnen gegenüber.
00:24:08: Und die sehen auch auf diesem Bild sehr glücklich und gelassen aus.
00:24:14: Immer zwei Seiten.
00:24:15: Ich wollte gerade sagen, man muss es sich auch vergegenwärtigen.
00:24:19: Es gibt zum Beispiel und das ist nicht nur aus Theresien statt bekannt Bilder- und Filmaufnahmen wo man zeigen wollte wie gut die Leute da behandelt werden mit diesem Fußballturnier insassen gegen aufsichtspersonal usw.
00:24:34: Und dass Menschen an der Tafel sitzen und essen bla bla bla.
00:24:37: Das ist aber nicht... die Regel und auch nicht die Normalität gewesen ist in diesen Lagern, wissen wir hinterher alle.
00:24:45: Und ich weiß es halt nicht, da kann man schon noch sagen gut der Fotografer war da um mit irgendwas dazu darzustellen.
00:24:51: aber auf der anderen Seite frage ich mich natürlich auch warum hätte er ...
00:25:01: ja, da kann ich mich noch gut erinnern.
00:25:06: Obwohl es über vierzig Jahre hier ist wie gesagt... Also wenn meine Diplomarbeit recherchiert habe bin ich auf einen... das war auch ein Zeitungsartikel gestoßen.
00:25:16: der Gauleiter hat in Weimar gewohnt und war zu Besuch im KZ Buchenwald und da wurde ihm gezeigt, wie viel getan wurde für die Innensassen.
00:25:30: Wie viele Decken sie bekamen und wo sie untergebracht waren.
00:25:36: toll in Anführungsstriche, dass doch alles sei.
00:25:40: Und da entstand dann auch so irgendwie der Eindruck, ja mein Gott!
00:25:44: Der Armer Mann hat das eigentlich gar nicht gewusst was da abgelaufen ist?
00:25:48: Also es ist eine Abmitleidsreaktion im ersten Anflug, dass man sagt, er konnte es ja nicht wissen, dem haben sie das nicht gezeigt.
00:25:56: Sonst hätte der bestimmt etwas gemacht.
00:25:59: und ja also verstehst du diese...
00:26:04: Es ist schon ein bisschen eine Art Schizophrenie.
00:26:06: Schizophrenia ist ein gutes Wort, genau so ist es und meine Mutter hat ja damals auch schon in Weimar gelebt erst mal in der Nähe von Weimar dann in Weimer gelebt.
00:26:16: Und ich habe sie natürlich als junge Frau gefragt, Mensch habt ihr das nicht gemerkt?
00:26:23: Die Krimatorien haben da geraucht am Ettersberg und
00:26:26: Es muss ja auch
00:26:28: Gerochen haben ... Transporte am Bahnhof und gut, das lief dann alles dann dort weiter direkt nach Buchenwald.
00:26:39: Aber ihr müsst es doch gemerkt haben?
00:26:42: Ja.
00:26:43: Sie hat mir dann immer gesagt ja eigentlich habe ich nicht gemerkt sie hätte sich mal mit jemanden getroffen.
00:26:49: Gut, sie war eine junge Frau mit einem jungen Mann getroffen.
00:26:51: der war wachhabender im KZ... Und er hätte ihr nur gesagt das kannst du dir nicht vorstellen wie schrecklich das ist.
00:27:01: gar nicht so richtig glauben wollen.
00:27:03: Und er hat ihr gesagt, ja wenn das jemand wüsste dass ich dir das erzähle wäre das sehr gefährlich für mich.
00:27:10: und dann hat sie gesagt also wie du verabredet waren ist er nicht gekommen.
00:27:13: und da hat es zum ersten mal angefangen drüber nachzudenken ob das damit zusammenhängen könnte.
00:27:18: und ja... So das sind die persönlichen Sachen.
00:27:23: mein Großvater ist äh ähm... Achtzehnundsechsundneinzig geboren der hat an zwei Weltkriegenteil genommen.
00:27:30: Auch ihn habe ich als Jugendliche gefragt.
00:27:33: Ja, sag mal... Habt ihr das nicht gemerkt?
00:27:37: Ihr müsst es doch gewusst haben!
00:27:38: Du hast im Krieg teilgenommen.
00:27:39: Hast du jemanden umgefragt?
00:27:41: Nein.
00:27:42: Er hätte in Gefechtssituation immer über die Köpfe drüber werden weggeschossen und ich glaube alle, die ihre Vorfahren gefragt haben, haben die gleiche Antwort gekriegt.
00:27:52: Und das ist so dieses ... Ich glaube auch dass er das geglaubt hat.
00:27:56: irgendwann
00:27:59: Und es ist vielleicht auch in diesem speziellen Fall oder allgemein im Falle des Soldaten, sage ich jetzt meinen Anführungsstrichen.
00:28:05: Auch so ein Schutzmechanismus für die eigene Psyche fürs eigene Gewissen.
00:28:09: aber auch sich das solange einzureden also das notorisch zu machen quasi bist du selber frei von schlechten gewissen und beklemmenden gefühlen rückblickend bist glaube ich zumindest Ich war nie Soldat und ich werde hoffentlich auch nicht sein müssen dass genau das ein ganz normaler Mensch, eine ganz normale menschliche Reaktion auch ist vielleicht.
00:28:31: Dieses Herabschauen auf andere Völker... Das war ja Gang und Gebe und das habe ich als Kind auch noch irgendwie nicht, also ich bin eigentlich sehr weltoffen erzogen worden.
00:28:46: von meiner Mutter denke ich schon aber irgendwo war das in ... in meinem Umfeld, im weitesten Sinne immer noch drin.
00:28:55: Also ich bin Jahrgang, neunzehnzechs und fünfzig, ich werde jetzt siebzig... ...und als ich Kind und Jugendliche war,... ...das kann ja jetzt nicht spezielle Sätze sagen oder so was aber es war immer irgendwo raus
00:29:10: zu spüren
00:29:11: und rauszuhören.
00:29:11: Natürlich!
00:29:11: Im Grunde können wir das ja so ein... Indirekt, also natürlich nicht direkt vergleichen.
00:29:16: Zumindest die Propaganda und das Aufwachsen und das Implizieren von Gedanken- und Verhaltensmustern.
00:29:23: wenn ich jetzt jugendlicher Jugendliche bin im Dritten Reich und wirklich von den Pimpfen über die Hitlerjugend laufe ist es nichts anderes als das Laufen eines Jungpioniers zum Themenpionier zur FDJ und immer die politische Doktrien dazu.
00:29:38: Die ganze Zeit!
00:29:39: Es ist doch klar dass man Wenn man als Jugendlicher in den Dreißigerjahren aufgewachsen ist, dass das nicht einfach so mit dem Fingerschnip.
00:29:47: So sind die Russen, die Amis, die Franzosen und die Briten da.
00:29:50: Jetzt weiß ich, dass sich alles falsch gedacht hat.
00:29:52: Das ist ja klar, dass es nicht funktionieren kann!
00:29:54: Es ist schon ein guter Vergleich wie du das jetzt mit DDR und Nazis... Es war doch nicht alles schlecht, wird auch heute ganz oft gesagt.
00:30:06: Das haben meine Großeltern gesagt, dieser Klassiker hat die Autobahn gebaut und der Arbeitsdienst das war doch toll was wir damals für tolle Sachen gemacht haben und da haben sie am Lagerfeuer gesessen.
00:30:21: genauso könnte ich mich jetzt zurück erinnern was weiß ich?
00:30:24: manöver Schneeflocker sind durch den Wald getobt und haben irgendwelche Schnitzeljagden gemacht.
00:30:31: Das war doch alles toll, ne?
00:30:34: Als Kind und als Jugendlicher hinterfragt man das nicht weil es normal ist, dass Leben in dem ich lebe ist normal.
00:30:43: Und wenn jetzt gerade so diese Denke und das was in den Köpfen drin waren sprechen Da gibt es aus der pösniger Zeitung vom neunten September, in Artikel der heißt Begegnung mit dem Grauen.
00:31:01: Den lese ich jetzt mal vor.
00:31:02: Durch die Carl-Guster Vogelstraße klingt ... Dumpftappender Marschschritt, eine Gruppe Sowjetgefangener kommt von der Arbeit.
00:31:12: Der Tritt hat etwas Schleichendes – die Haltung der Gefangenen etwas artgebunden Tückisches!
00:31:19: Ein stumpfer seelloser Haufen, der dahintrottet.
00:31:23: Die Augen in den starren Gesichtern zeigen keine Regungen von Schmerz oder Freude.
00:31:29: Massen an Glitze, wie sie der Bolschewismus geformt hat, stehen leer und kalt vor dem Wunder einer deutschen Abendstunde.
00:31:40: So trotten Sie dahin die Blicke lauernd scheu blitzschnell dahin und dorthin werfend – was sie treffen muss ich beleidigt fühlen muss brennen vor Scham.
00:31:53: Weiter unten heißt dann hinter ihnen marschiert straff aufgerichtet ein Landesschütze, was bedeutet es für ihn den deutschen Menschen diese Bewachung für eine Seelenprobe?
00:32:06: Zwischen ihm und diesen Menschentieren liegen Welten unüberputbar!
00:32:12: Und noch weiter unten heißt man denkt an unsere Soldaten die gegen diese seelenlosen Hortenkämpfen und denkt im Anblick dieses dahin marschierenden Grauens, was wäre wohl aus Deutschland seinen Söhnen und Töchtern geworden.
00:32:27: Hätten Millionen dieser Menschentiere den Weg in unser Land freigefunden?
00:32:33: Deutschland wäre heute eine einzige Grabeskruft!
00:32:38: Hast du da noch Worte?
00:32:39: Ich war ganz klar ich habe tausend Adjektive gerade in meinem Kopf Tausend Sachen, die ich jetzt gerne sagen würde.
00:32:45: Ich sage es nicht weil ich glaube wir sollten das auch ein bisschen unseren Hörerinnen und Hörern überlassen dazu gedankliche Stellung zu nehmen.
00:32:53: Es will aus mir raus platzen das wird ekelhaft aber Ich will versuchen nicht weiter auszuführen.
00:33:01: Als er mich jetzt tief brüht, muss ich wirklich sagen.
00:33:02: Fakt!
00:33:03: Also dass man da nicht in diesen Blicken... Er beschreibt ja oder er oder sie wie auch immer... ...er beschreibt die Blicke und das man da aber nicht Angst sieht,... ...das man dann nicht Todesangst zieht sondern... Dass
00:33:12: es grauen ist?
00:33:13: Ja genau.
00:33:17: Eine junge Frau im Wagen ein blondes, lachendes, jubelndes sauberes Kind mit blitzblanken Augen.
00:33:24: Ein wunderbarer Seelenspiegel geht vorüber!
00:33:28: Man atmet froh auf.
00:33:29: bei diesem Anblick in der Ferne klingt der Gesang der Pimpfe hell und klar.
00:33:34: zielbewusst und freudig wird dem dann nochmal gegenübergestellt ja
00:33:39: Puh, das ist schwere,
00:33:42: schwere
00:33:43: Kosten.
00:33:43: Absolut!
00:33:45: Wo hast du dieses Dokument her?
00:33:47: Kann man das irgendwo nachvollziehen?
00:33:49: Das ist aus dem Buch schon ein schweres Buch.
00:33:55: Es sind sehr große Sonderhäfte.
00:33:59: für seine Geheimheitblätter leben im Gleichschnitt Schritt von Karl Ernst.
00:34:04: Also da ist es abgedruckt auf jeden
00:34:06: Fall.
00:34:06: Genau, und ansonsten ist das eben aus der Pürsnäger Zeitung vom neunten September, twohundzehnvierzig wenn man's im Archiv suchen möchte.
00:34:17: Dokumentierte Zeitzeugenberichte, es gibt dokumentierte Einzelschicksale in dem eben von dir genannten Buchen.
00:34:24: Wie heißt das andere Buch noch mal von Herrn Enkelmann?
00:34:26: Von Herrn Enkelemann heißt also Pösnicker Heimatblätter und Sonderheft Kriegsproduktion Zwangsarbeit und gefangenen Lager in Pösnik während des Zweiten Weltkrieges.
00:34:37: Das ist ein Sonderhäft von zwei Tausendsechzehn Und vom Karl Ernst.
00:34:41: Es sind Sonderhöfte Heimat Blätter von zwanzig dreinzwanzig.
00:34:44: Wir reichen Das sage ich an dieser Stelle mal in den Credits auf der Webseite der Volkshochschule beziehungsweise auf der Website des Podcasts.
00:34:53: Reichen wir mal die ESPN-Nummer nach, falls ihr euch die Bücher bestellen wollt.
00:34:57: Ansonsten gibt es die mit Sicherheit das weiß ich ganz genau und dass es zumindest ganz viele Ausgaben verschiedene Ausgabe in der Buchhandlung am Markt gibt, die wir auch schon im Podcast hatten.
00:35:07: Da könnt ihr ja auch mal vorbeischauen und im Zweifelsfall euch da das bestellen oder im Stadtarchiv Pösnik bei der Frau Moore.
00:35:18: Lass uns mal noch ein bisschen, ich sage jetzt mal ein bisschen allgemeiner noch reden über die Zwangsarbeit.
00:35:23: Was mich natürlich interessieren würde ist irgendwie bekannt wie viele Zwangstarbeiterinnen und Zwangarbeiter hier in Pürsnett gewesen sind?
00:35:29: Da kann ich ein klares Nein sagen weil es gab zwar immer wieder Anforderungen.
00:35:35: muss ich wieder auf diese Quellenlage zurückgehen.
00:35:37: Das war im Jahr zwei tausend zweieinundzeix neunzig Blätter hatte der Hans Walter Enkelmann durchforstet.
00:35:44: Es gibt keine Übersicht.
00:35:45: Es gibt keinen Betriebsakten, es ist ja vielfach Brandworten muss man wissen.
00:35:49: zum Kriegsende.
00:35:50: Absichtlich
00:35:51: oder durch die Bombardierung?
00:35:52: Wahrscheinlich beides aber absichtlich auch als absehbar war das der das Ende doch nicht abzuwenden ist, ist sehr viel vernichtet worden.
00:36:03: Ist ja auch zum Stasiakten passiert und Ähnliches.
00:36:06: Also es ist ziemlich schwierig das zu rekonstruieren.
00:36:10: Man weiß in welchen Firmen die eingesetzt wurden sind...
00:36:17: Hat der Fall schon mal einige genannt?
00:36:18: Genau.
00:36:18: also ich will mal noch was nennen.
00:36:21: Das ist die Philips Walbo-Werke aus Aachen.
00:36:24: Die sind ins Wölfische Fabrikgebäude Einquartiert wurden, die haben tragbare Wehrmachtsfunkgeräte hergestellt.
00:36:33: Felspfunksprecher und Tunnisterfunk-Geräte.
00:36:37: Dann die Helminwerke aus Mönchengladbach.
00:36:40: Die sind in den Tuchfabrikorn gezogen.
00:36:44: Die ist dann auch zerbombt worden.
00:36:48: Sie haben Flugzeugteile hergestellt.
00:36:52: Auch was interessant ist, die Schokoladenfabrik von Robert Berger war auch Kriegsproduktion und also wichtig für die Kriegsproduktion.
00:37:03: Weil sie haben Fliegerschokolade dieses Pervitin hergestellt und
00:37:11: wichtig.
00:37:11: Mit einem Vitamine im der Schokolade?
00:37:13: Genau.
00:37:14: Enden in two forty ist dann auch BMW mit in die Fabrikgebäude eingezogen.
00:37:20: Die stellten Teile von Flugzeugmotoren her, ist naheliegend.
00:37:25: Aber auch da gibt es keinen Nachweis in diesem Sinne.
00:37:29: Also das ist dann alles so von Zeitzeugen später berichtet worden.
00:37:33: die Zeißwerke von Jena haben sich eingquartiert gehabt im Vogelverlag.
00:37:38: Die haben Linzen für Ferngläser und optische Geräte hergestellt, auch wieder kriegswichtig.
00:37:43: Und die Maihak, das hatte ich glaube schon gesagt aus Hamburg, die haben Messinstrumente für die Luftfahrt-und-Torpedo-Teile hergestellt.
00:37:51: So ein Instrument gibt es übrigens noch im Besitz eines privaten Menschen hier in Pösnek.
00:38:00: Das sieht so aus, dass ist etwa ein Teil was einen Durchschnitt vielleicht zehn, fünfzehn Zentimeter groß ist.
00:38:06: Handteller
00:38:07: groß würde ich jetzt fast mal schätzen?
00:38:08: Ja
00:38:09: ja so Handteler groß ist und ansonsten man kommt nicht... Man kommt nicht dahin da also wie gesagt lückenlos gleich gar nicht und dann weiß man dadurch auch nicht wie viele Leute tatsächlich hier waren.
00:38:23: das hat sich auch ständig geändert.
00:38:24: die sind dann wieder verlegt worden.
00:38:29: Man kann nachvollziehen, dass es wurde welche angefordert von Bau- also auch von der Stadtverwaltung beispielsweise nicht Bauamtbauhof zu Aufräumungsarbeiten.
00:38:40: Zu Straßenbefestigungsarbeiten zu Allmöglichen was auch wieder da interessant ist.
00:38:50: zum Beispiel wurden insbesondere aus Osteuropa Frauen zur Schwerstarbeit eingesetzt.
00:38:59: Zehnjährige Mädchen wurden zum Beispiel als Erdarbeiterin eingesetzt, ein zwölfjähriger Junge im Steinbruch in Pfaffengarten, also schwerste, schwerste Arbeit und zwölftjahriger Junger als Straßenkehrer.
00:39:13: Straßenkärer.
00:39:14: deshalb, das war also im Krieg, Quatsch im Kriegswinter musste die Straßen von Schnee beräumt werden.
00:39:22: man muss sich dazu vorstellen dass sie dann auch weiß nicht, zwölf Stunden gearbeitet haben.
00:39:27: Als Kinder?
00:39:28: Nicht als Kinder verpflegt worden sind, die kriegten früh was zu essen und abends wenn sie heimkam eine warme Mahlzeit aus dünnem Suppe bestand.
00:39:37: also das muss grauen haft gewesen sein.
00:39:42: Wenn ich mir das alles so anhöre, was hier alles stattgefunden hat hinsichtlich der Produktion kann man sagen dass Pürsnek ein durchaus Kriegs wirtschaftlich wichtiger Standort gewesen ist?
00:39:56: Würde ich schon so sehen, ja.
00:39:58: Ja.
00:40:01: Ich denke auch diese Bombardierung vom achtem bis zehnten April zum Kriegsende hat damit zu tun also dass man das schon durch die Geheimdienste herausgekriegt hat wo wer in welcher Fabrik gebohntet sei und man hat versucht es zu vernichten als er auf der Bahnhof getroffen oder gezielt bombardiert worden.
00:40:26: Das sind alles Knotenpunkte gewesen.
00:40:30: Noch eine andere Frage, die sich mir aufdrängt ist... Du hattest vorhin von der etwas besseren Behandlung.
00:40:37: Ich sage das extra in Anführungsstrichen in der Firma Bergen und Weiser gesprochen war.
00:40:42: er ist bekannt in irgendeiner Form.
00:40:44: oder weißt du was darüber ob es andere Formen des Widerstands oder Solidarisierung gegeben hat?
00:40:52: mit den Zwangsarbeitern, meinst du jetzt von der Bevölkerung.
00:40:56: Ja naja da gibt es halt diese diese Einzelschicksale die auch beim Hans-Walter Enkelmann hier angeführt werden.
00:41:05: Gartenreizildarius zum Beispiel ja war ein junger Mann der ganz schnell Deutsch gelernt hat und wohl auch aus der Ukraine kam dann auch mal ein Fahrrad geliehen wurde, das ist also ein großes Verbrechen gewesen.
00:41:22: Also es hätte sehr viel Ärger hin nach sich ziehen können der weil er Sonntags mal in die Stadt gehen wollte dann auch entsprechende Kleidung mal bekamen also alle solche Sachen die denn auch teilweise Angst hatten als der Krieg zu Ende war dass sie zurück mussten.
00:41:42: also auch das gab's weil nämlich Die Ukraine war ja dann russisch besetzt und man hat dann gesagt, das waren
00:41:50: Kohlaborateure
00:41:51: mit den Deutschen.
00:41:54: Da hatten die Angst bestraft zu werden oder Nachteile zu haben.
00:41:57: Also auch das gab es.
00:41:59: Man muss sich... Das ist ein Mosaik von ganz vielen Dingen, Nur schwarz und weiß sind Vorstellen.
00:42:09: Das ist halt das Schwierige, also da gibt es ja noch tausend verschiedene Fälle, dass Leute hier im KZ gesessen haben gerade aus den Osteuropäischen Ländern beziehungsweise aus der ehemaligen Sowjetunion die hier im kz gesessen habe, die dann zurückgegangen sind und dort im Gefängnis gesessen oder im Gulag gewesen sind.
00:42:28: Also wie du vorhin schon mal gesagt hast, die Sache hatte nur zwei Seiten, die Medaille hat immer zwei Seiten krasse tragische Schicksale, wo man gar nicht weiter intensiv darüber nachdenken muss was in diesen Menschen eigentlich hat vorgehen müssen.
00:42:42: Du bist froh befreit zu sein gehst zurück in deine Heimat und wirst da eingebuchtet und gehst da drauf.
00:42:47: also unglaublich unglaublich.
00:42:51: Wir sind fast schon ein bisschen zum Ende kommen.
00:42:54: Gibt es denn heute noch... Du hattest gerade dieses Beispiel, dass es dieses Teil noch gibt, das hier hergestellt worden ist?
00:42:59: Wo ich gerade sagte, das scheint so Handsteller groß zu sein.
00:43:02: Sieht man das z.B.
00:43:03: im Stadtmuseum oder kann man sich das irgendwo im Original angucken?
00:43:05: Das konnte man sich nur im original angucken weil ich's mir ausleihen durfte zur meiner Stadtführung.
00:43:11: Es ist also Ein Bauteil aus einem Torpedo Aus einer Werkhalle der Mayhak.
00:43:19: Es handelt sich um die gesamte Vorrichtung zur Steuerung der gerade Ausfahrt, also um den Kreisel mit der kardanischen Aufhängung und weiteren Teilen.
00:43:29: Es ist erstaunlich was für ein Präzisionsinstrument das gewesen ist, schreibt Hans Walter Enkelmann.
00:43:37: Der auf spitzen gelagerte Kreisel hatte die Form einer abgeflachten Kugel und die Größe eines Apfels.
00:43:42: Er war so schwer dass man ihn kaum in der Hand halten könnte.
00:43:45: Die Drehbewegungen wurde durch einen Luftstrahl erzeugt und aufrecht erhalten.
00:43:52: Ja, es ist ein sehr interessantes Teil kann man sich aber so ohne weiteres nicht anschauen.
00:43:58: Gibt es andere Spuren im Stadtbild anhand derer man Zwangsarbeit zwischen Dreiunddreißig und Vierundvierzig hier in der Region noch nachvollziehen kann?
00:44:08: Also konkret Zwangserbeit.
00:44:10: nein Es gibt die Gedenk Den Gedenkstein an der Schosseehauskreuzung.
00:44:18: Da handelt es sich um den Heftlingszug, also einen Gedenken an den Heftig-Zug.
00:44:26: Anfang April hat er auch Pösnek...
00:44:30: Du hättest jetzt von dem Todesmärsch?
00:44:31: Von dem Todsmärsch und genau diesen Häftlingszug aus dem Konzentrationslager Buchenwald.
00:44:38: Und ansonsten ist mir Also in der ja Oberfreithof.
00:44:43: Da gibt es noch eine Sache, das ist aber auch nicht unbedingt mit Zwangsarbeit in Verbindung zu bringen die Geschichte von den fünf Italienern.
00:44:50: kennst du die?
00:44:53: Ich weiß jetzt nicht mehr ob wir uns drüber unterhalten haben im Vorgespräch oder ob das mit Herrn Ernst war.
00:44:57: Deswegen würde ich dich bitten einfach nochmal kurz darauf
00:44:59: anzugehen.
00:44:59: Ja, das waren die sogenannten Fünf Toten vom Lämmerberg.
00:45:03: also das handelte sich um vermutlich Kriegsgefangene aus welchen aus den Würren der Kriegsumstände vermutlich geflohen war, die sicher auch zur Zwangsarbeit eingesetzt waren.
00:45:20: Das war im März fünfundvierzig und zwar hatten man ja alle verhungern und hatten in der Scheune in Schlettwein zwölf rohe Kartoffeln gefunden und zwei Rüben und die haben sie miteinander gegessen Und sind dabei beobachtet worden und angezeigt wurden.
00:45:39: Vermutlich sagt man kam sie aus Erfurt, haben dort bei der Eisenbahn gearbeitet und sind von dort vor dem Bomben auch auf die Bahnhöfe vielen geflohen.
00:45:54: Sie wurden angezeigt und da sind SS-Offiziere dorthin, haben die festgenommen und haben sie wegen Räuberns ... hingerichtet.
00:46:06: An
00:46:06: Ort und Stelle?
00:46:07: Ein
00:46:07: Ort und Stelle auf dem Lämmerberg, dann sind sie dort auch verscharrt worden... ...und ihre Papiere sind verbrannt worden.
00:46:14: also die Eltern, die Mütter, Väter von diesen jungen Kerlen, also die waren alle Anfang zwanzig haben nie erfahren
00:46:23: was
00:46:24: mit dem passiert ist.
00:46:25: Und das weiß man durch Zeitzeugen oder durch Zeugen, die das beobachtet
00:46:28: haben?
00:46:28: Das weiß man von Zeugen die es beobachtet haben.
00:46:30: und als dann die Amerikaner hier waren drauf getrunken, dass die summiert werden und haben diese fünf Toten umgebettet und mitten in der Stadt beigesetzt.
00:46:41: Und zwar an der Quatschau etwa da wo jetzt der Quadschau-Tempel ist.
00:46:45: Und es war um halt die deutsche Bevölkerung ständig an dieser Schandtart zu erinnern.
00:46:52: Später sind sie von dort wieder verlegt worden dann auf den oberen Friedhof.
00:46:56: Ja.
00:46:57: Das sind halt so Sachen ja aber es gibt keinen... Denkmal oder kein Gedenkstein an die Zeit der Zwangsarbeit konkret.
00:47:05: Also wie gesagt, die Zwangseite hat ja viele Gesichter.
00:47:08: Was vielleicht auch daran liegt und das ist eine Frage, dass das Thema oder dieser Teil der NS-Geschichte gerade auch regional wenig bis gar nicht thematisiert wird?
00:47:19: Auch nicht in den Schulen oder in der historischen Befassung mit dem Ort?
00:47:24: Ich habe mal mit mir bekannten Jahren mich unterhalten und gefragt, ist das ein Thema wieder konkret Zwangsarbeit?
00:47:33: Nein.
00:47:35: Da sehe ich ein großes Potenzial dass da was gemacht werden könnte und müsste um einfach das nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
00:47:44: also das was ich schon gesagt habe diese Palette von guten bis ganz schrecklichen Dingen in dem Köpfen erhalten bleiben, was es für Auswirkungen hatte.
00:48:04: Dieser menschenverachtende Umgang wenn jemand kein Deutscher ist dann ist ja nichts wert.
00:48:11: dieses Herabblicken auf andere Völker und das ist auch das was mich heute bewegt was ich jetzt verstärkt feststelle und deswegen halte ich es für wichtig dass das in Schulen beginnt in irgendwelchen Vereinen fortgesetzt wird, dass man sich mit diesem Thema auch befasst.
00:48:32: Ja
00:48:33: absolut!
00:48:34: Das heißt das Gedenk und ich glaube nämlich nicht, dass es nur eine spezielle oder ein spezielles Fehlen innerhalb der Gedenkkultur ist hier in die Region sondern das ist allgemein noch kein so deutlich beleuchtetes Thema ist in der Aufarbeitung der NS-Zeit allgemeine Deutschland?
00:48:53: Allgemein ja... Glaube in Weimar ist jetzt was eingerichtet worden.
00:48:58: War ich aber selber auch
00:48:59: noch
00:49:00: nicht angeschaut, welche wir noch machen?
00:49:02: Gibt es dahingehend etwas das du dir... Du hast gerade gesagt, das will ich mir noch angucken in Weimer.
00:49:06: Gibt da hingehenden irgendwas, was du dir wünschst, grade auch für die Region und den Sahler-Ollerkreis, was die Gedenkkultur angeht, dass es vielleicht irgendwie oder hast du selber vielleicht sogar schon mal mit dem Gedanken gespielt ein Verein zu gründen, eine Initiative zu grunden, die sich mit Gedenkkulturen irgendeiner Formen beschäftigt?
00:49:23: Oder wäre das sinnvoll für den Ort?
00:49:25: Das wäre sicherlich sinnvoll.
00:49:29: Wir haben ja einen Verein für Heimatgeschichte Pösnek, dass wir dort mal drüber nachdenken so was zu initiieren wäre eine Idee.
00:49:43: ansonsten habe ich mich und das muss ich auch ehrlich zugeben noch nicht mit dem Thema also mit der Aufarbeitung dieses Themas konkret befasst.
00:49:54: nehmen Hast du eine idee wie die Leute, die jetzt vielleicht gerade zuhören oder allgemein.
00:50:00: Die Bevölkerung einen höheren größeren Beitrag leisten könnte um dieses Thema nicht in Vergessenheit geraten zu lassen?
00:50:10: also ich weiß Ich denke so an wir hatten ganz am Anfang darüber gesprochen bei den Stadtführungen die Du hier machst das leute unter anderem auch teilnehmen die Die Verwandtschaft irgendwie von weiter weg zu Besuch haben, dass man zum Beispiel sagt das wäre jetzt eine meiner Ideen.
00:50:25: Lass uns doch mal gemeinsam ins Stadtmuseum gehen zum Beispiel oder eben an solchen Stadtführungen teilnehmen.
00:50:31: Also im Stadtmuseum ist es auch überhaupt kein Thema?
00:50:36: Ich war das letzte Mal vor zehn Jahren im Stadtmusikium.
00:50:38: Dann
00:50:38: rad ich dich ein!
00:50:40: Komm mal in unser Stadtmusikum und ich mach dir ne Führung mit dir.
00:50:43: Das kann man gerne machen.
00:50:44: Aber das ist ja jetzt nur am Rande... Ich muss jetzt wirklich sagen, ich bin jetzt ein bisschen überfragt.
00:50:53: Aber ich kann mich jetzt aktiv an nichts erinnern wo das ein Thema wäre.
00:50:59: und nochmal wie gesagt so dass in Stadtführung zu integrieren ja aber an was macht man das fest?
00:51:09: weißt du also wenn ich jetzt mein wegen durch die Neustädter Straße laufe dann kann ich sagen okay hier ist damals der Zug der Todesmarsch durchgelaufen und kann mal so ein bisschen so einen Szenario aufleben lassen, dass es eben ganz still war.
00:51:23: Und plötzlich kam dann so ein Schlürfen wie so ein Rauschen ging durch die Stadt.
00:51:30: Zwischendrin mal ein Hundegebell oder ein Puller von diesen Wächtern davon den Machpersonal.
00:51:39: Das muss also was ganz Unheimliches gewesen sein ja?
00:51:42: Das kann ich mal aufleben lassen aber ich habe ja sonst keinen keine konkreten... Keine Ankerpunkte.
00:51:49: Es ist eh schon schwierig, über die Industriegeschichte nachzuvollziehen bei den wenigen Bauten, die wir nur noch haben.
00:52:00: Ich brauche Anker Punkte um was zu erzählen bei der Stadtführung, ansonsten kann man Vorträge machen das kann man machen.
00:52:06: okay im Museum habe ich auch keinen Ankerpunkt zu diesem Thema.
00:52:11: es ist also schwierig dass so nebenbei mal mit einfließen zu lassen.
00:52:17: Manchmal werde ich gefragt bei Stadtführung, wie waren denn große Bombenschäden hier in der Stadt?
00:52:23: Ja das ja aber diese Geschichte wirklich zwangsarbeit schwierig ist echt schwierig.
00:52:31: Gibt es irgendwas anderes dass du dir persönlich vielleicht wünscht hinsichtlich Gedenkkultur für die Region?
00:52:39: Also wenn ich Fragen stelle, kannst du dir grundsätzlich mit Nein beantworten?
00:52:42: Ja muss man drüber nachdenken.
00:52:44: Gedenkkultur, nee weiß ich jetzt nicht.
00:52:48: Weiß ich nicht, fällt mir gerade nichts ein dazu.
00:52:52: Sind wir am Ende?
00:52:53: Ich bedanke mich, dass du da gewesen bist.
00:52:55: Wie gesagt, ich fotografiere jetzt gleich nochmal die Bücher und die ISB Endnummern ab.
00:52:58: Ja gerne!
00:52:59: Für euch auf jeden Fall noch mal der Hinweis hört gern all die anderen Folgen von auswärts einen Spaziergang durch den Saal der Ola Kreis.
00:53:07: Und wenn ihr mitdiskussieren wollt, wenn ihr Fragen oder Anregungen habt dann schreibt uns gerne E-Mail an podcastatvhs-,sok.de Und damit danke ich dir, wie gesagt, dass du da gewesen bist.
00:53:19: Es war ein angenehmes Gespräch!
00:53:21: Ich hoffe nicht das Letzte.
00:53:22: Vielen Dank Beate Sickl!
00:53:24: Gerne doch!
00:53:25: Danke auch dir!
00:53:26: Und ich danke natürlich euch fürs Zuhören und sage bis zum nächsten Mal... von Thüringer Ministerium
00:53:53: für Bildung,
00:53:53: Wissenschaft und Kultur.
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