Marsch des Lebens oder: Antwort auf die Todesmärsche bei Saalburg

Shownotes

Die Episode ist Teil einer 2025 produzierten Reihe aus Sonderfolgen, die das Thema NS-Unrecht in der Region Saale-Orla-Kreis thematisiert und kontextualisiert. Ziel der Reihe ist es, historisch-politische Bildung zu fördern und daran zu erinnern, dass nationalsozialistisches Unrecht nicht abstrakt war, sondern überall geschah – auch in unserer Region.

Welche Gedanken haben die geschilderten Erfahrungen und Positionen bei Ihnen ausgelöst? Wo stimmen Sie zu, wo sehen Sie Dinge anders? Welche Themen möchten Sie vertiefen?

Schreiben Sie uns gern per Kommentar oder E-Mail an podcast@vhs-sok.de. Ihre Rückmeldungen sind Teil des Dialogs, den wir mit diesem Podcast anstoßen möchten.

Die Episoden werden gefördert durch das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur.

Allgemeiner Hinweis: Die Interviews spiegeln die persönlichen Meinungen und Einschätzungen unserer Gäste wider. Sie erklären regionale Entwicklungen und Zusammenhänge aus ihrer Perspektive und können mitunter von der Position der Förderstelle, dem aktuellen Forschungsstand und der Linie dieses Podcasts abweichen. Klar ist: Gedenkkultur lebt vom Erinnern – aber auch vom Gespräch darüber.

Transkript anzeigen

00:00:00: Die Details und unsere Positionen zu dieser Folge und allgemein finden Sie in unseren Shownotes.

00:00:17: Ostwärts, ein Spaziergang durch den Saale-Orla-Kreis.

00:00:22: Ein Podcast der Volkshochschule Saale Orla Kreis gefördert vom Thüringer Ministerium für Bildung Wissenschaft und Kutu.

00:00:36: Und damit sage ich herzlich willkommen zu einer weiteren Sonderfolge Ostwärtseinspatziergang durch den Saale-Orla-Kreis.

00:00:43: eine Sonderfolge, die in Anlehnung an das Projekt Erinnerungsbrücken es geschah überall entstanden ist.

00:00:50: Ausgangspunkt des Projektes war die Tatsache dass Nationalsozialistisches Unrecht überall geschah auf dem Land in kleinen und größeren Städten direkt vor unseren Haustüren und damit auch an Orten in unserer Region.

00:01:04: Orte die oft unscheinbar sind aber Spuren einer Geschichte tragen die nicht vergessen werden darf.

00:01:13: Gemeinsam mit Regionalforscherinnen und Regionalforschern wollen wir nun, in einzelnen Sonderepisoden Brücken zwischen damals und heute schlagen!

00:01:23: Wir erzählen von Menschen Schicksalen- und Ereignissen zwischen nineteenhundertdreiund dreißig und neunzehnhundertvierzig Und fragen was sie uns heute noch zu sagen haben Denn Geschichte geschieht nicht irgendwo Sie geschieht überall.

00:01:40: Ich bin heute zu Gast bei der Familie Fischer in Saalburg, um mich mit Susanna und Thomas Fischer über den Marsch des Lebens zu unterhalten.

00:01:48: Außerdem haben die beiden den Bürgermeister der Gemeinde Saalborg Ebersdorf den Herrn Kasten Hahn eingeladen, der uns zunächst einen kleinen Einblick auf diese großartige Initiative-Marsch des Ledens und die Bedeutung derer für die Region geben wird – in diesem Sinne sage ich Bevor wir uns gleich mit den beiden Initiatoren vom Marsch des Lebens unterhalten, herzlich willkommen Herr Hahn.

00:02:10: Schön dass Sie sich die Zeit genommen haben!

00:02:13: Ja

00:02:13: hallo grüße.

00:02:14: ich freue mich das sie als Vertreter der Gemeinde da sind.

00:02:18: wie ist denn die Kooperation zwischen ihnen und der Familie Fischer der Frau Fischer entstanden?

00:02:23: ja also ich als Bürgermeister meinerseits bin ja nun dritten Jahr am Amt und wir sind schon vor zwei Jahren dann sehr nah zusammengerückt, was die Kooperation anbetrifft.

00:02:35: Weil wir haben ja in Saarburg dieses Ehrenheim, welches ja ich sage es mal vorsichtig auch einer Überarbeitung ansteht und wir haben uns jetzt dazu besprochen wann wir das tun wollen wie wir das tun wollen.

00:02:53: Wir haben ja dort zwei aller Sachen, wir haben hier einmal die Grabstelle und einmal sicherlich die Denkmalgeschichte.

00:03:00: also spielt ja Die Denkmalbehörde auch eine große Rolle.

00:03:03: Wir waren da schon mit Vertretern der Denk mal Behörde, mit Familie Fischer und Frau Berner vom Denk Mal vor Ort und haben dort schon einiges vorbereitet was wir in den nächsten Jahren dort gerne Sanieren herrichten ändern möchten.

00:03:18: und ja wir sind da im stetigen Austausch zu allen Themen die so anstehen und versuchen das ... einen gewissen Rahmen, einem gewissen Zeitrahmen so ist es eigentlich rechtlich dann auch mal umzusetzen.

00:03:33: Das heißt also quasi dass sagen wir mal Erinnerungskultur im weitesten Sinne schon auch ein Anliegen der Gemeinde ist?

00:03:39: Kann man das so verstehen?

00:03:41: Ja natürlich weil ich hole mal ein kleines bisschen aus... Ich selber wohne ja oder bin ja unweit dieses Ehrenheins aufgewachsen.

00:03:51: dort steht mein Elternhaus und ich bin ja auch als Kind dort Sehr sehr oft durchgelaufen.

00:03:57: Wir haben in Saarburg an der Schule dort unseren Crosslauf getätigt, also dieses Mahnmal, diese Grabstelle dort.

00:04:06: Die schwingt ja immer mit egal in jedem Tag.

00:04:09: und wenn ich mal von der Stadt wo ich jetzt wohne, in die Siedlung hochlaufe, wo lauf' ich?

00:04:13: Wo lang?

00:04:13: Ja natürlich aus Ernhain oder solche Dinge... Also mir persönlich, ich kenne das täglich und ich kenn's auch noch aus DDR-Zeiten, wo eben der Pflegegrad dieser Zustand dieser ganzen Sache natürlich ein ganz anderer war.

00:04:31: Dort wollen wir wieder ein bisschen hin mit Sanierung und mit allen drum und dran ja in der Stadt auch bei meiner Stadt reden gibt es sehr viel Zuspruch zu diesem Thema einfach sagt okay wir müssen das dann mal in Ordnung bringen ist jetzt ja mal soweit dass man anlegen müssen.

00:04:49: wir stellen auch dieses Jahr habe ich von sozusagen gerade besprochen in unseren Haushalt wieder Geld dafür ein dass man auch dann mal Großflächiger angreifen kann.

00:04:57: Wir haben ja die Zusagen vom Denkmal, die Zusage von der Kriegsgräber das da auch Mittel fließen und es ist ja auch Teil beplant schon und da setzt man halt so ein bisschen auf.

00:05:09: Das schwingt halt so mit.

00:05:10: Das ist schön.

00:05:10: Ich freue mich immer wenn auch eine Gemeinde dahinter steht und man kann schon sagen was habe ich jetzt gerade so ein bissel rausgehört?

00:05:15: Das wäre nämlich einer meiner Fragen gewesen, dass die Gemeinde auch geschlossen dahintersteht.

00:05:21: Ja, natürlich.

00:05:22: Gibt es Resonanzen aus der Bevölkerung dahingehend schon?

00:05:26: Es wird halt verschieden gesehen.

00:05:30: die einen laufen durch weil sie's halt schon immer so gemacht haben andere achten das ja genau drauf wie auch dort die Pflege ist weil wir mähen über unseren Bauhofer das alles mit betan Und da gibt es dann auch schon mal ein Dulu, wenn's heißt ja.

00:05:46: Da habt ihr wieder mal keinen Gras gemäht.

00:05:49: Ja wir sehen dann schon dass man dahin kommt und es stehen noch einige Bäume dort die mal gemacht werden müssten und auch schon angefangen worden zu machen usw.

00:05:56: und sofort...ja natürlich also auch aus der Bevölkerung heraus.

00:06:02: Es ist halt ganz verschieden jeder, wie er das halt für sich verwertet und wir halt dazu steht zu dieser ganzen Sache.

00:06:08: Aber im großen Ganzen ja schon

00:06:10: Ja ich muss trotzdem immer explizit danach halten auch wenn sie es bei der Beantwortung der ersten Frage schon beinahe beantwortet haben Der Marsch des Lebens.

00:06:18: Wie haben Sie persönlich davon erfahren?

00:06:20: Ja wie habe ich persönlich davon erfahren?

00:06:22: also in dem Haus wo ich aufgewachsen bin hat ja auch meine Oma gewohnt Meine Oma Und mein Opa.

00:06:29: Er hat ja früher mal, wo er geboren wurde, in den Altsaburg gewohnt.

00:06:34: Also dort, wo jetzt Wasser ist und dieses

00:06:39: Haus,

00:06:40: mein älteren Haus steht dann wie gesagt unweit von dieser ganzen Geschichte.

00:06:44: Und natürlich haben wir da auch gefragt was war denn da?

00:06:48: Wie ist das?

00:06:50: Natürlich auch durch die Schule.

00:06:51: Ich habe nur eine komplette DDR-Schulausbildung.

00:06:55: Da wurden sehr viel Wert darauf gelegt auf solche Dinge.

00:06:59: Es gab da auch genug Unterricht dazu und ja, auch Begehung und Pflege.

00:07:03: Und alles was dazugehört also mich begleitet es eigentlich von klein an natürlich mit verschiedenen Geschichten mit verschiedenen Möglichkeiten.

00:07:13: mein Vater hat dann mal angefangen mit Kraben.

00:07:16: der hat in den USA die Bilder bestellt von dieser auch sowas als CD zu haben.

00:07:22: das gibt es alles.

00:07:25: Wo kann man die, wo kann man sie herkriegen?

00:07:26: Oh das müsste ich ihnen raussuchen.

00:07:30: Ich habe die bei mir.

00:07:31: also wenn da Interesse besteht könnte ich gerne raus suchen.

00:07:34: ja natürlich auch da ist sich befasst worden.

00:07:37: jetzt darum Ja wer waren denn die Leute auf der einen Seite?

00:07:40: Wer waren dann die Leute Auf der anderen Seite?

00:07:43: Wie ist es denn?

00:07:45: wie ist es passiert?

00:07:46: was ist dort?

00:07:48: Ist es der einzige Platz wo Menschen beerdigt wurden?

00:07:52: oder gibt's noch andere Wie zum Beispiel bei uns?

00:07:55: auf dem Friedhof ist ja auch noch ein Grab.

00:07:58: Und in anderen Regionen natürlich... Ja, da kommt das so ein bisschen her.

00:08:03: Man ist nicht untätig!

00:08:04: Das ist schön.

00:08:04: Jetzt haben wir gerade schon über die Schulzeit gesprochen und heute ist ja Gedenkkultur etwas anderes als zu DDR-Zeiten.

00:08:10: Wir sind wahrscheinlich fast dieselbe Generation, würde ich sagen.

00:08:13: Klammer auf, er hat ein Siebziger-Baurier, klammer zu.

00:08:17: Etwas älterer?

00:08:20: Na dann hab ich's dir jetzt jünger gemacht,

00:08:21: da gibt es auch keine gute Tat.

00:08:25: Gibt es irgendwie Bestrebungen seitens der Gemeinde?

00:08:28: Auch mit Schulen vielleicht oder Kindergärten irgendwie gemeinsam hinsichtlich der Gesangarbeit hier in Saalfels-Ebersdorf zu arbeiten?

00:08:37: Saalbrug meine ich natürlich.

00:08:41: Thema Schule muss ich ganz ehrlich sagen.

00:08:43: Schule ist bei uns ein Thema vom Landkreis und wir haben natürlich Kindergarten.

00:08:49: Ja,

00:08:50: es steht ja unweit des Ehrenheins in Saarburg ein Spielplatz.

00:08:57: Und neben dem Spielplatz steht ein bunt angemalter DDR-Bauwagen zum Großer der ja für den Kindergarten dient um dort auch zu spielen und zu machen und zu tun.

00:09:10: also die spielen natürlich direkt nebenan.

00:09:13: Ja, so ist ja der Bezug.

00:09:15: und ja Frau Kraner was ist denn da eigentlich gar nicht so sehr weit?

00:09:22: Das würde ich unterschreiben dass die sich da drum kümmern.

00:09:27: Auf Ebersdorferseite müsste ich jetzt fragen kann ich jetzt nicht sagen weil da steht der Gedenkstellen ja vom Burgerhaus weiß ich es nicht.

00:09:36: Okay

00:09:37: dann vielleicht eine letzte Frage an Sie Wird Ihre Meinung nach genug getan für Gedenkkultur oder könnte das mehr sein?

00:09:45: Oder ist es vielleicht sogar zu viel, wie ist Ihre Sicht gerade hier in Saalburg?

00:09:50: Ja.

00:09:51: Es ist halt immer eine Frage was man... Man kann nie genug tun für irgendeine Dinge, sei ich jetzt diese spezielle Sache oder auch andere.

00:10:02: Es is halt immer nur die Frage der Leistbarkeit.

00:10:04: Das ist ein ganz großes Thema.

00:10:07: Wir in der Verwaltung selbst sind ... ja, siebzehn Mann.

00:10:12: Die ... ... die seventy Quadratkilometer Fläche beackern.

00:10:15: Ländliche Fläche nicht städtische Fläche?

00:10:17: Ja!

00:10:18: Und es ist halt wirklich schwer dann diese ... ... ähm...die Zeit dafür zu haben also ... ... sich richtig viele Zeit um Sachen zu kümmern, die um den ... ... wie solche Sachen städttischen Auftrag hinausgehen.

00:10:36: Das ist eben so ein großes Thema und wenn dann Zeit bedeutet auch gleichzeitig Geld.

00:10:42: Naja, muss man uns nix vormachen.

00:10:45: Es könnte sicherlich mehr getan werden aber uns fehlt einfach die Zeit schlicht weg um das vielleicht in den Rahmen zu bringen wo es hin müsste.

00:10:56: Deswegen bin ich sehr froh dass ich Fischers habe, dass ich noch ganz viele... Na ja, kümmert euch da!

00:11:05: andere Leute noch gibt, die das auch schieben.

00:11:07: Die auch mal zu mir kommen und sagen Mensch dann guckt doch mal und wir sollten da und ja natürlich sehr gerne.

00:11:16: Ich danke Ihnen dass Sie sich die Zeit genommen haben mit dabei zu sein auf jeden Fall.

00:11:20: Auf

00:11:20: jeden Fall noch alles Gute.

00:11:21: Danke

00:11:21: schön!

00:11:23: Schön dass ich da sein darf auf jeden fall.

00:11:25: Ich bin sehr gespannt wie wir die stundliche nutzen und versuchen die grundlegenden Informationen reinzukriegen.

00:11:32: Wir hatten schon ein sehr, sehr langes Vorgespräch gerade was durchaus gut gewesen ist bei der Fülle und der Komplexität des Themas auf jeden Fall.

00:11:41: Wir werden uns heute ein wenig über den Marsch des Lebens unterhalten.

00:11:46: wir werden uns über die Todesmärsche unterhalten und eben die Initiative Marsch das Lebens.

00:11:52: deswegen bin ich froh hier sein zu dürfen da sein zu durfen und sage herzlich willkommen Familie Fischer.

00:11:56: Hallo Ich würde trotzdem erst mal versuchen ganz, ganz vorn einzusteigen.

00:12:03: Nämlich da Frau Fischer vielleicht erstmal an sie oder aus die beide vielleicht auch wie Sie ursprünglich auf das Thema NS-Unrecht und vor allen Dingen auf die Todesmärsche hier in der Region im Saale Ollerkreis aufmerksam geworden sind.

00:12:16: Wie sieht denn Sie darauf gekommen sich damit zu beschäftigen?

00:12:19: Ja es gab da einen Tag, einen schönen Sonnentag.

00:12:25: im Zeitigen Frühjahr ging mein Mann und ich, wir gingen spazieren am Strandweg in Saalburg.

00:12:38: Und mein Mann erzählte mir das ist die Todesmarschstrecke.

00:12:43: da sind am zwölften April nineteenhundertfünfenvierzig Die Häftlinge entlang gelaufen.

00:12:50: und ja sie gingen nach Künstorf also den Künstorfer Berg hoch.

00:12:55: und Das hat mich beschäftigt und Ich sagte spontan zu meinem Mann Das wird kein Sonntag wieder andere für uns sein.

00:13:05: Wir sind beide Christen arrangiert in der Kirschgemeinde gewesen und aber das hat mich getroffen, ja nun kann man sagen warum?

00:13:14: Weil es gibt eine Vorgeschichte so wie von den Eltern her aber auch wie wir mein Mann und ich.

00:13:22: seit.

00:13:26: Da gibt es zu Berichten von einer Versöhnungsreise in Polen mit Holocaust-Überlebenden und vielen aus Österreich und der Schweiz.

00:13:36: Mit dem Nachfahren, mit einem Enkel von Holocaust Überlebenden die jetzt den Israel leben.

00:13:42: Ja und dann gibt es Gespräche im älteren Häusern aber dann gibt das auch eine Konferenz in Reichenbach wo wir die erste Holocaust... Im

00:13:51: Vogtland des Reichenbach?

00:13:52: Ja, im Vogt Land in dem Park der Generationen Das sind die sächsischen Israel-Freunde aktiv.

00:14:02: Sie hatten eine Israel-Konferenz und da war unsere erste Begegnung, also das war dann im Jahr zwölf mit Sarah Atsmann.

00:14:11: Und sie hat uns ihre Bilder gezeigt, präsentiert.

00:14:15: Das heißt Sarah stammt aus Ungarn ist eine ungarische Juden, die die Deportationen überlebt hat und wir waren da wirklich richtig erschrocken.

00:14:27: Da wurde auch viel mit Musik gemacht und viel einfach um dieses manches Szene nachzustellen.

00:14:34: zu den Bildern, wie sie gemalt hat.

00:14:38: Aber wir waren auch aufgewühlt aber wir waren eigentlich ein Stück hilflos.

00:14:45: Und macht vielleicht auch?

00:14:48: Ja was uns da gut getan hat dass viele Menschen da waren So hatte man auch Bekannte und so konnte man einfach auch drüber erzählen.

00:15:00: Aber dann sind wir nach Hause gefahren, und dann waren wir mit dieser Sache allein?

00:15:03: Ja ja!

00:15:05: Wie haben Sie das zuhause denn verarbeitet?

00:15:08: oder wie haben sie miteinander das Wirken lassen?

00:15:12: würde ich jetzt vielleicht mal ganz oberflächlich sagen...

00:15:15: Wir haben gemerkt irgendwie fehlt uns in unserem Alltag etwas.

00:15:26: Ja, wie soll ich es beschreiben?

00:15:27: Es war irgendwie eine Lehre da.

00:15:30: Weil ich selber muss sagen warum war die Lehre dann da?

00:15:33: weil ich dann gemerkt habe Geschichte ist mehr Wie das was sich in der Schule gelernt hat und das war für mich immer nicht schön.

00:15:40: Ich hab Geschichte nicht gemacht Könnte mir keine Zahlen merken.

00:15:46: aber wenn ich dann diese Verbindung zu Ereignissen habe Dann geht das ganz gut zu erinnern oder erst mal einzuordnen.

00:15:58: Erinnern, ich bin neunzehntundsechzig geboren das geht nicht.

00:16:02: aber doch erinnern.

00:16:05: auch meine Mutter nahm mich viel mit zum Einkaufen nach Plauen und in Plauen gab es ja einen riesen großes Kaufhaus und wir haben ja da immer viel gekauft und sie hatte mir immer gesagt Ich war bestimmt noch klein oder Schulkind.

00:16:30: Das ist das jüdische Kaufhaus und irgendwann wird man darüber berichten, also das heißt es war dann in den siebziger Jahren oder vielleicht sogar achtundsechzig neunundsechszig?

00:16:44: Und umso älter ich wäre merke ich was das für ein Schatz war, was sie mir gesagt hatte, was ich ja damals aber noch nicht ... Ja!

00:16:52: Verstand, oder?

00:16:54: Für mich aber auch nie ein Problem war.

00:16:56: Keine Last!

00:16:59: Das sind ja jetzt schon zwei Initialzündungen und zwei Schlüsselerlebnisse gewesen, die Sie gerade schon über, die sie gerade berichten.

00:17:05: Einmal das mit dem jüdischen Kaufhaus, mit dem Satz ihrer Mutter andererseits des Erlebnis-Zweißen-Zwölf wenn ich es jetzt gerade richtig erinnere... Ich würde trotzdem gerne mal noch ein bisschen allgemeiner in sofern bleiben, als dass ich es jetzt gerade ja schon angeteasert habe und gesagt habe.

00:17:23: Marsch des Lebens!

00:17:24: Vielleicht können Sie ganz kurz mal erzählen was das eigentlich ist der Marsch Des Lebens?

00:17:30: Also Marschdes Lebens ist eine Bewegung wo es um Versöhnung geht aber zuallererst Mal dass man die Geschichte anschaut

00:17:40: Und

00:17:41: das Ergebnis darf und ist dann Versöhnung.

00:17:45: Man nimmt nicht nur die Geschichte, macht da eine Gedenk-Kultur draus und nennt sie Marsch des Lebens, sondern man sucht nach Menschen, die den Holocaust die Shoah überstanden haben.

00:18:00: Jetzt kommen wir zu den Zeitzeugen.

00:18:02: Wir haben ja zwei Zeitzeuge einmal unsere.

00:18:06: Zeitzeugen hochbetagt aber auch eben die Shoahaupfer.

00:18:13: Und ja, wie bringt man die zusammen?

00:18:16: Indem man selber in sein Leben schaut und ein Stück mal die Familiengeschichte anschaut.

00:18:24: Auch wenn es da erst einmal noch gar nichts gibt.

00:18:27: aber man kann Informationen bekommen oder die Großeltern oder die Eltern erzählen und bei dem Erzählen merkt man Ja dann müsste doch mehr kommen.

00:18:40: Das heißt, manche erzählen viel aus den Kriegsjahren und manche erzählen gar nichts.

00:18:46: Und beides kann Schweigen sein... ...und Marsch des Lebens hat die Grundlage auch in dem man das Schweigen bricht.

00:19:00: Aber das kann man ja erst wenn man Informationen hat.

00:19:03: so ist es klingt auch ein bisschen kompliziert und ist auch ein ganzes Stück Arbeit.

00:19:08: aber das heißt Mit Herz und Verstand, aber mit den Herzen zu arbeiten vor allen Dingen.

00:19:15: Und die Hände zur Öffnung in die Wertschätzung zu gehen... ...und nicht unsere Vorgenerationen also unsere Mütter- und Väter oder die Großeltern zu verurteilen Das ist nichts Sinn dieser Aufarbeitung.

00:19:34: Ist das auch ein Teil oder ein Aspekt dessen was sie versöhnungen nennen?

00:19:37: Genau das was Sie gerade sagen Also die Großeltern und Eltern nicht zu verurteilen?

00:19:44: Ja.

00:19:46: Das war für uns oder ist für uns immer noch ein Problem, wir haben durch die Marsch des Lebensorganisationen gelernt.

00:19:54: es hat eigentlich jede Familie betroffen.

00:19:59: Und das ist schwierig weil man ja nicht persönlich werden will oder kann aber dann manchmal muss man's doch tun.

00:20:10: Also ich habe da auch sehr viel gelangt und zwar auch von der Geschichte her.

00:20:15: die Einzigartigkeit meines Wissens in der Geschichte ist, dass man das jüdische Volk nicht nur besiegen wollte oder gefangen machen wollte sondern man wollte es liquidieren.

00:20:31: Ja

00:20:32: also auf null bringen auslöschen quasi auslösen Und das hat man schon in der Geschichte mehrfach versucht.

00:20:40: Es ist nie gelungen, das ist ein anderes Thema oder es sind Tatsache.

00:20:45: Jedenfalls... Das hat mich erschüttert und dass wir Deutsche da dran beteiligt waren noch mehr.

00:20:52: Ja.

00:20:52: Und deshalb um ihre erste Frage nochmal von meiner Sicht her zu beantworten wo wir in Saarburg auf dem Strandweg waren deswegen hat mich das erschüttern dass hier Juden gelaufen sind, die letzten Endes ermordet wurden.

00:21:09: Und das hat mich tief berührt und wir müssten da einfach aufarbeiten!

00:21:16: Das bringt mich so ein bisschen zu einer Frage, die gar nicht so geplant gewesen ist.

00:21:20: jetzt aber das interessiert mich einfach gibt es für sie beide einen Unterschied in der In der gedanklichen Behandlung des sogenannten Todesmärsche zu DDR-Zeiten.

00:21:35: Und heute?

00:21:38: Ja, eigentlich ist das ein Thema für sich.

00:21:41: Es ist einfach dieses Unterschied wie schon ein bisschen angedeutet.

00:21:48: die Herzen dürfen hier nicht fehlen und es ist keine gestellte Aufarbeitung, sondern die fließt.

00:21:58: Wenn man einmal damit anfängt und auch die Angebote, die einen dann gemacht werden natürlich muss man selber auch suchen aber sich hineinzugeben und dann zu gucken was ist wahr?

00:22:14: Und was es nicht war?

00:22:17: Wir wissen ja... wir wissen ja jetzt nach den zehn Jahren also im April hier in der Öffentlichkeit zu gehen, dass viele Zeitzeugen die als Kinder ja die Todesmasche gesehen haben.

00:22:37: Dass sie bis heute geschwiegen haben oder bis fünfzehn geschwiegten und seit zwanzig fünfzehnt gibt es Zeitzeuge, die geredet haben.

00:22:50: Weil Sie sie angesprochen haben?

00:22:52: Oder warum?

00:22:53: Ja, hier in Saalburg ja.

00:22:56: Aber ich habe auch in der Pflege gearbeitet und da ambulanten Pfleger.

00:23:01: Und da gibt es einfach tiefgehende Episoden die... Ich glaube das war sogar ... ... zwanzig vierzehn Heiligabend als ich bevor wir den Entschluss gefasst hatten dann hier in saalburg mit den Maschen des Lebens zu beginnen Dass ich bei einer alten Dame war und wollte mit ihr ein bisschen Weihnachten feiern.

00:23:27: Ich hatte einen Adventskranz mitgenommen, wollte die Weihnachtsgeschichte lesen.

00:23:31: Schön!

00:23:32: Und da sagte sie... Sie brauchen das nicht auszupacken.

00:23:35: Ich feiere kein Weihnachten schon viele Jahre nicht.

00:23:41: Das ist das Schöne.

00:23:42: man darf dann einfach sich hinsetzen aber das macht was und es hat mit meinem Herzen etwas gemacht.

00:23:48: Ich habe sie dann gefragt, warum.

00:23:50: Und dann hat sie erzählt, dass sie als junges Mädchen ihre Geschichte mit den jüdischen Menschen hier in der Umgebung, das die auf einmal weg waren dann?

00:24:00: Dass es denen Spruch gab – hier in unserer Nähe kauft nicht bei den Juden

00:24:04: -,

00:24:06: dass sie die Todesmasche gesehen hat, die ausgemerkelten Gestalten….

00:24:12: Das wird wirklich ihr Begriff, den ich immer beibereiten habe!

00:24:18: und sie eine schlimmen, einfach eine Antwort bekommen hat von der nicht von ihrer Mutter sondern von der Frau wo sie gearbeitet hat.

00:24:30: Das heißt Sie waren sehr arm die betagte alte Zeitzeugen war sehr arm Und sie musste schon frühzeitig woanders arbeiten damit sie überleben konnten.

00:24:43: und da hat sie eben dann dort gefragt, sie war also eine Bedienstete und hat dann die Chefin gefragt.

00:24:50: Und die Antwort weiß ich nicht mehr, wird wirklich aber das hat sich so schockiert.

00:24:55: Und Sie sagt seitdem Ich kann kein Weihnachten feiern.

00:24:59: Das heißt nicht wie sie die Jahre durchgekommen ist?

00:25:02: Weiß ich nicht!

00:25:03: Aber jetzt war der Punkt da und das war eigentlich dann nochmal für mich nach all den Erfahrungen die wir sonst hatten auch in der Versöhnungsreise in Polen.

00:25:16: nochmal zurück ganz konkret auf die Frage, die sie gerade gestellt haben.

00:25:22: Sie merken schon es ist so kompliziert... Die unsere Zeitzeugen den wir freiwillig also die wir aufgesucht haben beziehungsweise die ich durch die Pflege begegnet bin, die konnten nicht reden, die haben geschwiegen und zwar nicht weil sie nicht reden wollten sondern das ging in den vierzig Jahren DDR nicht.

00:25:42: soweit bin ich jetzt gekommen, ihre persönlichen Eindrücke zu erzählen.

00:25:50: Ich habe dann vor ein paar Monaten einen Mann kennengelernt der sich bei uns gemeldet hat durch die Öffentlichkeitsarbeit, die auch durch die Presse geschieht und er hat mir erzählt... Er hatte Angst!

00:26:04: Er wollte sich niemanden anvertrauen weil das so explizit schlimm war aber auch so wertvoll, was er an seinem Herzen trug.

00:26:14: Sie trugen alle das in ihrem Herzen?

00:26:17: Ja!

00:26:17: Die Zeit zeugen... dass sie es einfach nicht irgendjemand erzählen wollten und dann vielleicht noch ausgelacht werden oder es wird verharmlost.

00:26:26: also ich habe da diese Ernsthaftigkeit gespürt.

00:26:29: wie ein Schatz haben sie es bewahrt bis sie es halt jemand erzählen konnten.

00:26:36: Das ist ein sehr, sehr deutliches Bild.

00:26:38: Ich hätte die Frage jetzt gestellt was sie meinen in Woran das liegt dass die Menschen lange nicht drüber erzählt haben.

00:26:43: Sie haben es gerade also so implizit beantwortet.

00:26:47: Also das eindrucksvolle Beantwortung ist glaube ich das bessere Wort.

00:26:50: Dass sich so eine Antwort habe ich noch nie bekommen.

00:26:52: das ist krass auch so zu vergleichen mitten im Schatz den man mit sich herum trägt bis man das öffnen kann oder bis man darüber sprechen kann.

00:27:02: Ich bin selten sprachlos.

00:27:04: Jetzt bin ich es gerade kurz ein bisschen, deswegen würde ich an dieser Stelle einfach mal ganz kurz von dem Thema weg dahingehend kommen was ja unser Kern dieses Gespräch ist.

00:27:14: Es ist nämlich der Marsch des Lebens hier auch im Saar de Oller Kreis beziehungsweise direkt.

00:27:19: wir sitzen gerade in Saalburg in Saarburg-Ebosdorf wo sie jetzt zwei Tausend Fünfzehn haben Sie zweimal schon angesprochen angefangen haben damit den Marsch das Lebens auch hier zu veranstalten.

00:27:30: wie ist es genau dazu gekommen?

00:27:33: Also, man müsste trotzdem kurz noch mal ausholen.

00:27:35: Im Jahr zwei Tausend dreizehnt habe ich in einer Zeitung eine Annonce gefunden.

00:27:42: Da hat eine Frau aus Jerusalem...

00:27:45: In der Osttüringer-Zeitung?

00:27:46: Nein!

00:27:47: Was war das?

00:27:49: Eine Illustrierte.

00:27:50: Die hat ... da war eine Annunce drin, eine Frau als Jerusalem organisiert Polenreisen.

00:27:59: Wusstest du erst gar nicht was es ist?

00:28:01: und Bei Nachfragen und Nachforschung hat sich herausgestellt, dass Reisen waren die sämtliche KZ-Gedenkstätten in Polen besucht werden sollten.

00:28:15: Das heißt eine Rundreise durch ganz Polen fast bis zur ukrainischen Grenze.

00:28:21: das haben wir mitgemacht.

00:28:22: Da haben wir uns ganz spontan angemeldet.

00:28:24: Darf ich kurz fragen wie lang ging die Reise?

00:28:26: Zehn

00:28:28: Tage.

00:28:30: Strafes Programm.

00:28:32: Es waren verschiedene Stationen, Krakau, Maidanik, Treblinka.

00:28:37: ganz furchtbar.

00:28:39: Ja.

00:28:40: Lüblin, Rosen, Großrosen.

00:28:44: Ich noch verschiedene anderen.

00:28:46: jedenfalls da haben wir das kennengelernt wie die Maschinerie funktioniert hat und wie es alles abgelaufen war.

00:28:55: aber ist das großartige daran war dass wir in Bekleidung von Holocaust überlebenden waren, die uns ihre Zeugnisse berichtet haben.

00:29:05: Und das hat uns ganz, ganz stark bewegt.

00:29:08: Ein Zeugnis nur ganz kurz.

00:29:11: eine Dame aus Tel Aviv sagte zu mir Thomas... In Krakau war es!

00:29:17: Hat mir an der Augen geschaut, sagte zu mehr Thomas Das muss wach gehalten werden und ich bitte dich, dass du dafür sorgst, dass es wachgehalten wird.

00:29:28: Ja,

00:29:30: ich sehe das schon gerade Ihnen so ein bisschen an.

00:29:33: Das ist so eine Frage die jetzt zwischen rein stellen muss zehn Tage mit Holocaust überlebenden.

00:29:37: sie arbeiten jetzt auch noch mit Holocaust lebenden im Rahmen des Marsches des Lebens zusammen.

00:29:41: oder haben das getan?

00:29:44: Gibt es sowas wie ein deutsches Verantwortungsgefühl dass Sie haben gegenüber den Überlebenden als Deutsche Als Nachfahren oder ist das auch Teil dessen was Sie vorhin schon als Versöhnung bezeichnet haben sich aus selbst ein bisschen mit dem Thema zu versöhnen, mit der Geschichte und den Aufwand zu versöhn.

00:30:04: Ja das ist so alles.

00:30:06: also die ganzen Aspekte kommen da zusammen die sie jetzt genannt haben.

00:30:11: in der Vorbereitung hat mein Mann heute früh noch mal zu mir gesagt wir können ja die Geschichte nicht triggängig machen aber wir können diese Wunden die entstanden sind verbinden.

00:30:24: Die Heilungen können wir auch nicht machen.

00:30:26: Die Verpflegung vielleicht?

00:30:30: Und was heißt das?

00:30:32: Voraussetzung auch für die Kraft, die innere Stärke, die wir dann hatten in den Jahren im Jahr war.

00:30:42: In Achtung mit jedem umzugehen und mit den öffentlichen Vertretern.

00:30:46: Aber bestimmen zu sagen, was wollen wir?

00:30:50: Was muss kommen nach dem Holocaust?

00:30:58: Eine Holocaust-Überlebenden, die wir dann auch später in Tel Aviv besuchten.

00:31:05: Judith Kriegel mit ihr Wandieren Polen auf der Reise und ich durfte ihre Tasche tragen Und sie hat sehr gepreschlich diese Reise miterlebt und das war gut so.

00:31:21: Warum sage ich das so bewusst?

00:31:23: Weil wenn ich das erzähle, die den Arm vor mir sehe wo ihre Nummer eingraviert war Und deshalb komme ich auf die Tasche.

00:31:32: Es war einfach von mich eine Ehre und diese Liebe und Wertschätzung schon für dieses Taschen tragen, dieses Zuhören und das Miteinander auch im Bus mal gucken hat sie genug zu trinken oder solche Sachen, diese Dankbarkeit in diesen Augen und diese Wertschätzungen, die ich Susanne erhalten habe.

00:31:55: Die hat uns bewegt dann zu den Maschen des Lebens auf Grundlage der Todesmasche zu beginnen.

00:32:08: Und da spielen eigentlich diese Beschreibung, Vergangenheit bewältigen Zukunftgestalten oder siebzig Jahre Friedenfreiheit Aufbau- oder Wohlstand Die untertegeordnete Rolle.

00:32:23: du gehst damit im Herzen und deshalb heißt es auch masche das lebens.

00:32:28: Man kann, so wie wir es gemacht haben von Künstdorf nach Saalburg entgegen der Todesmarschrote laufen.

00:32:35: Das geht nicht immer aber selbst wenn man die Strecke so läuft wie die Heftlinge gelaufen sind dieses Laufen, dieses Bewegen, dieses Warum ich da bin und Ich bleibe jetzt mal ganz bewusst bei den Punkten weil da gäbe es viel drumrum zu erzählen, um diese Punkte zu verstehen.

00:32:57: Warum komme ich immer wieder aufs Herz?

00:33:00: Weil Tränen nicht ausbleiben.

00:33:02: Aber das sind nicht nur Träne des Schmerzes, das sind auch Träner der Freude.

00:33:09: und wenn man sich dann überlegt und immer tiefer hineinkommt in diese Schreckensnachrichten, in die Schreckungsgeschehene oder die Schilderungen Judith Griegel hat ja auch Mängeler den Arzt erlebt und das ist jetzt noch mal ein Beispiel.

00:33:32: Und auch wie das jüdische Leben in den Katzets war, da kannst du ... bleibst du dabei dass du sagst Ja ich will mein Herz einsetzen Ich will schauen was habe ich in der Bibel gelesen?

00:33:50: von Kind auf sind wir Christen?

00:33:53: Ich habe schon als Kind einfach auch immer die Krippe zusammengestellt.

00:34:00: Wir gehen

00:34:00: gerade hier auf dem Klavier eine kleine Weihnachtskrippe stehen für alle Hörerinnen und Hörern, die es natürlich nicht sehen können.

00:34:06: aber das ist das worauf sie gerade hinverweisen ne?

00:34:09: Ja

00:34:10: ja und da wusste ich noch gar nicht so dass das so zutiefst jüdisch ist.

00:34:16: Und auch das ist jetzt sicherlich erst mal vorrangig Gegenstand davon sondern was ich unmittelbar jetzt noch sagen möchte.

00:34:26: Wir hatten nie das Gefühl, dass es bei Sahar-Azman oder bei Judith Kriegel und den vielen anderen darum ging wie ihr Juden schaut uns an was wir leiden mussten sondern es waren alle die im KZ waren mit erwähnt und das ist für mich ein wichtiger Bestandteil wenn sie das auch so dass wir das so bewerten oder diese Aufnahme jetzt auch dazu gelingt, das unters Volk zu bringen.

00:34:55: Ich müsste lügen und über dem nicht treu was wir empfangen haben.

00:35:01: Wenn ich das nicht erwähnen würde beziehungsweise zu sagen würde es ist eine Lüge wenn man sagt den Juden ging's doch nur um den JudEN.

00:35:09: Nein!

00:35:10: Das ist einfach eine Grundlage um das Jüdische zu verstehen.

00:35:18: Ja... macht das jetzt schon seit zwei Jahren für die Volkshochschule.

00:35:25: Ich mache das seit zweitausendfünfzehn, mach ich Podcast und habe das noch nie erlebt.

00:35:28: so ein intensives Gespräch ernsthaft.

00:35:34: Lassen Sie uns mal ein bisschen auf die Arbeit kommen.

00:35:37: was den Marsch des Lebens angeht Was ja nun eine Initiative ist, sie hat uns angerissen die Deutschland weit mehr oder weniger existiert.

00:35:45: Sie haben das Zwei-Tausendfünfzehn nach Saarburg geholt.

00:35:48: wie sah denn die Vorbereitung aus?

00:35:50: Wie sah dann die Durchführung und auch die Nacharbeit aus?

00:35:55: Ja also da muss man erst mal schauen.

00:35:58: oder wir schauten dann wo gibt es Mitgefährten?

00:36:03: Das heißt mit wem schließt man sich zusammen um das vorzubereiten?

00:36:11: Und ja, wir waren hier schon zum Teil eine Gruppe von Christen die auch schon private Beziehungen in die Versöhnungsarbeit Richtung Ukraine und so weiter betraut waren.

00:36:26: Selbst schon dort waren gleich nach neunundachtzig als die ersten Schiffe von den Juden aus Odessa nach Israel gingen.

00:36:36: Wir hatten alle Altersgruppen dabei Also jetzt nicht Kinder, aber wie sage ich jetzt?

00:36:47: Wir sind jetzt Anfang sechzig.

00:36:49: Damals waren wir Anfang fünfzig ja etwas jüngere und dann auch etwas ältere.

00:36:55: Wir haben gebraucht einen Träger der die Sache versteht.

00:36:58: das heißt dass wir auch rechtlich Jetzt die ganzen.

00:37:04: Das musste angemeldet werden im Landratsamt Dann gibt es Ja die sicher hat die Ordnungskräfte.

00:37:10: das musste abgesichert werden Natürlich zuerst der Bürgermeister.

00:37:18: Dann ist das eine Kettenreaktion die Kirchgemeinden, Christen wo man Verbindung hat immer zuerst über die persönliche Ebene wenn man dann das rechtliche abgecheckt hat.

00:37:30: und ja nun haben wir geredet von Versöhnung Täter Opfer.

00:37:35: und ja wo kriegen wir jetzt jemand her?

00:37:39: Der ein Schor ob für ein Überlebender eines Todesmarsches ist und da ist dann über alles Verbindung irgendwie.

00:37:51: Der eine weiß das, der nächste, wie eine Kettenreaktion... Netzwerkarbeit?

00:37:55: Oder

00:37:55: Netzwerkarbeit?

00:37:57: Ja, über ganz Deutschland verteilt.

00:38:03: Dann sind wir bis nach Potsdam gefahren und dort gab es David Rosenfeld, der Austranizien als kleiner Junge in die Ukraine nach Odessa auf einem Todesmarsch war.

00:38:15: Ich sage gleich mal, er hat fast seine Familie verloren und dieser ist von Odesa in den neunziger Jahren wieder nach Deutschland gegangen.

00:38:28: Er wurde auch von seinen Holocaust-überlebenden Odessern nicht verstanden aber er hat gesagt, ich muss nach Deutschland.

00:38:37: Und dann hat er uns erzählt... das gehört auch mit dazu zuzuhören.

00:38:42: und er hat uns erzählt und von seiner Arbeit berichtet die vielen Bücher, die er schon geschrieben hat, dass er Ehrenbürger in Potsdam ist.

00:38:49: Aber das war nicht das Haupt sondern hier kommen wir wieder an den Punkt wo es sehr ungewöhnlich ist.

00:38:57: Wir legten ihm eine Karte vor die uns geschenkt wurden, ist eine Aufnahme von dem Kreuz am Kullenberg.

00:39:07: Wo es ein Bibelwort dazu gibt wo sich der Gott Israels vorstellt, ihr sah ja vierundvierzig sechs kann man in der Bibel nachschauen.

00:39:16: das ist der Gott Israeles, Gott Abrams, Isaacs und Jacobs Und wir legten ihm die Karte in Potsdam auf den Tisch.

00:39:26: Wir waren vielleicht drei Minuten in der Wohnung.

00:39:29: sehr herzlich willkommen auch von seiner Frau.

00:39:32: Sehr herzlich willkommen geheißen.

00:39:34: und ja, wir legen die Karte mit dem Kreuz auf den Tisch.

00:39:38: Und jetzt sage ich das bewusst etwas langsamer.

00:39:42: Da kommen Christen mit einem Kreuz und wollen mit einem Holocaust-Überlebenden eine Beziehung eingehen.

00:39:50: Sie wollen ihn gerne für die Veranstaltung, die sie planen haben!

00:39:56: Und da geht er in seinen Schrank und holt Weinkläser raus, schenkt Rotwein ein und sagt Lechaim

00:40:03: zum

00:40:04: Leben.

00:40:06: Und wir sehen uns beide noch da stehen und die Herzlichkeit dieses Ausstrahlen kann man einfach nur.

00:40:18: wer will?

00:40:19: Der

00:40:19: kriegt es von uns erzählt!

00:40:20: Man sieht in Ihrem Gesicht die Seligkeit, sie strahlt mir quasi direkt entgegen immer noch ja...

00:40:26: Ja und da war das Eis gebrochen Und hinterher haben wir dann gemerkt, das war unklug, aber das hat ja keine Rolle gespielt.

00:40:36: Die Holocaust überlebenden, die wir kennengelernt haben, die haben ihr Herz geöffnet.

00:40:42: und da kommen mich jetzt zu einem ganz wichtigen Punkt der bei der Vorbereitung für die Merche des Lebens relevant ist – ganz wichtig ist!

00:40:52: Die Shoah-Überlebenden, ich will gerne die zwei Begriffe Holocaust und Shoah Überlebende.

00:41:00: Und dann unsere Zeitzeugen, unsere Nachbarn, unsere ... Ja mit der ich mal auf der Kirschenbank saß oder im Kirschenkurs gesungen habe oder noch singe... Die Zeitzeugin ist jetzt ja nicht mehr, zwanzig fünfundzwanzig aber damals, die jeder bekommt und muss die gleiche Wertigkeit bekommen Und nicht vor der erst gründig, ja wir kommen.

00:41:28: Ja sie sind nach Potsdam gefahren um ihn einzuladen.

00:41:31: Dann muss man aber sagen die Holocaust überlebend sind alle auch sehr vernetzt und die wussten von den Märchen des Lebens.

00:41:39: Aber sich stellen dann auch konkrete Fragen.

00:41:41: und jetzt komme ich zu dem einschneidenden Satz Es darf niemals rüberkommen und es darf nicht im Herzen so sein Ich brauche Sie mal für meine Zwecke.

00:41:52: Sondern Wir dienen ihnen, aber sie dienen uns.

00:41:56: Und von dem ersten Tag an schon bei der Sarah-Azman haben wir gemerkt, Sie dient uns!

00:42:02: Uns... Ich sage jetzt bewusst als Deutsche, als Ostdeutsche Frau, Mutter Jetzt Oma Sie dienen UNS und das ist eine Erfahrung die kann man nur selber machen.

00:42:20: da kann man viel drüber reden.

00:42:23: manchmal ist es gut man schweigt Lässt einfach diese Worte, die ich jetzt gesagt habe stehen.

00:42:30: Also ich unterstreis jetzt noch mal ... Die Vanessa das ist die Inessa, dass die Tochter vom David Rosenfeld sagt uns dann hinterher also wie es bei euch gelaufen ist so was haben wir denn nicht erlebt?

00:42:43: Es ist eine Herzensbeziehung entstanden und Wir kamen uns nicht vor wie wenn mein Vater und ich Wie werden wir benutzt worden sind sondern Wir sind mit hineingenommen worden.

00:42:59: Durch euch und ihr durch uns!

00:43:01: Und

00:43:02: das war für sie eine ganz neue Erfahrung, wir konnten es auch nicht machen aber mit den Weingläsern hat sich das dann halt einfach etabliert.

00:43:12: Ich habe die Frage auf meiner Liste stehen, die brauche ich jetzt gar nicht mehr zu stellen.

00:43:15: Die haben sie einfach in den letzten zwanzig Minuten schon sehr deutlich beantwortet ob es einen Unterschied zwischen den Märchen des Lebens und anderen Formen der Gedenkkultur gibt?

00:43:23: Ich glaube genau das ist der große Unterschied würde ich jetzt einfach mal als Feststellung stehen lassen.

00:43:31: Dennoch die Frage, Sie haben das ja nun bis zu zwei tausend neunzehn gemacht und sind ja weiterhin auch noch engagiert.

00:43:37: Hier liegen neben uns zwei Gedenktafeln auf die wir vielleicht gleich noch eingehen werden.

00:43:40: Wenn wir nicht darauf eingehen werde tun wir das in einem zweiten Teil den wir gerade schon erwähnt hatten?

00:43:47: Und das ist Fakt gibt es in irgendeiner Form eine Veränderungen in der Resonanz, was die Märchte des Lebens hier in der Region angeht.

00:43:56: Haben Sie da etwas festgestellt?

00:43:57: Wie ist die Resonanzen überhaupt?

00:43:59: Sollte ich ja vielleicht auch vor einem mal noch fragen...

00:44:03: Ja wir haben zum einen das wir seit twenty-fünfzehn dann ja etliche Zeitzeugen hatten vor Ort aber auch die Nachfahren.

00:44:14: ein Enkel kam und wollte die Todesmarschose sehen weil In seiner Scheune, also von seinem Opa da die Häftlinge geschlafen haben.

00:44:27: Oder der Schusterlehrling von fünftemvierzig, der immer wieder hierher gekommen ist und ermahnt hat... ...die Behörden, also Ratterstadt oder so, dann Westen wohnt?

00:44:45: Ja!

00:44:46: Ganz konkret, wie antworte ich?

00:44:50: Wir sind nicht nur die Märsche des Lebens gelaufen.

00:44:52: Sondern es ging dann ins Laufen!

00:44:56: Wie Funken sind übergesprungen und man wusste von uns in der Verwaltung der Stadt, wenn jemand Fremdenverkehrsamt kam oder so, da gehen sie mal zu den Fischers, die wissen Bescheid ... Oder da können Sie sich hinwenden.

00:45:10: Dann kamen noch die Heimatforscherin Christine Schmidt dazu und haben wir weiter vermittelt.

00:45:15: Und bei dem Schustrillerling will ich einfach noch dazu sagen, er konnte kurz vor seinem Tod.

00:45:24: Einfach dann das Ergebnis sehen dass es im Heimatjahrbuch die ganze Todesmarschrude hier beschrieben ist wunderbar beschrieben isst und all die Erlebnisse die Schüsse die er damals gehört hat.

00:45:38: er hat gesagt er hat uns das geschrieben Es waren einfach Juden gewesen und niemand will es wissen, diesen Schmerz.

00:45:46: Wir konnten ihnen Rückmeldung geben.

00:45:49: Es ist was passiert – es ist in der Öffentlichkeit!

00:45:52: Und wir glauben einfach und haben ja auch mit der Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister und einzelnen Abgeordneten aber auch den Pfarrämtern und weiteren Bürgern sind wir im Gespräch und denken dass unsere Bevölkerung hier sensibler geworden ist.

00:46:14: Es ist nicht so fremd, weil das ja überlagert worden ist durch das kommunistische System und missbraucht worden ist.

00:46:24: die ganze Gedenkkultur wieder ein Thema für sich.

00:46:28: aber dann sind halt auch eine Zeitzeugin hier und da muss ich trotzdem noch mal auf was kommen.

00:46:35: es gab einfach eine alte Zeitzeug in die zwanzig fünfzehn Und dann am Ehrenheim zu der Feuerwache, warum sage ich das?

00:46:46: Sie hat mir Tage vorher erzählt.

00:46:49: Dass sie ein Geheimnis mir jetzt erzählt, was ihr eine Frau ... ... in den Todesmarsch Häftling versteckt.

00:47:02: und diese Alde... Also diese Zeitzeugen, die neunzigjährige Frau hatte das von der Frau erfahren, die eben den Häftling versteckt hat.

00:47:13: Und sie sagt ich bin der einzigste, die das weiß.

00:47:16: Ich habe es dann gut formuliert wir haben das am zwölften April, also in der fünfenvierzig auch öffentlich bekannt gemacht.

00:47:23: Gemeint ist natürlich der zwölfte April zweitausend fünfzehn.

00:47:27: Sie hat parallel mit ihrer Familie gefeiert und Es kam nie ein.

00:47:34: Das stimmt doch nicht, oder da müssen wir noch mal fragen.

00:47:37: Und das ist jetzt ganz konkrete was ich sagen darf Es ist Was erzählt worden?

00:47:44: Was von unheimlicher Tragweide hat?

00:47:47: Was eben wie schon erwähnt hatte im Verborgenen blieb und der Enkel Von der Frau Heiner heiße Die damals den Todesmarschtheftling versteckt hat und es wusste niemand etwas davon.

00:48:06: Der Enkel hat es jetzt erfahren.

00:48:10: Also ich sag' jetzt mal, das war dann einundzwanzig wo wir mit ihm Kontakt aufgenommen haben.

00:48:14: Es ist viel Zeit vergangen aber viele Kleinarbeit steckt da drin und mit ihm dann zu reden...

00:48:23: ...und

00:48:24: das ist eine Frucht davon!

00:48:26: Und einfach auch da in das Dunkel der Familiengeschichte etwas Licht hineinzubringen beziehungsweise Warsmee ... dunkel, sondern eben ganz normal.

00:48:37: Oder?

00:48:38: Es ist jetzt auf jeden Fall heller geworden!

00:48:40: Ja!

00:48:42: So könnte man es vielleicht sagen... Aber es überrascht mich tatsächlich auch und das spricht ja ein weiteres Mal für das Projekt vor allen Dingen hier in der Region.

00:48:51: Und dass sie sagen, dass die Resonanz ... ... positiver und v.a.

00:48:55: größer geworden ist.

00:48:56: Du habe ich zumindest verstanden.

00:48:57: Ja und wir sind auch... Das ist unsere nach den zehn Jahren unsere Freude oder man muss manchmal auch Zeit abwarten können bis es so weit ist, dass wir eben anbetrachten der Lage in Israel aber auch weltweit dem jüdischen Leben.

00:49:24: Es ist ja kein Geheimnis.

00:49:25: Wissen wir alle, dass das jüdische Leben in Deutschland gefährdet ist?

00:49:29: Dass Schüler nur noch mit Polizeischutz in Berlin oder München in die Schule gehen können, jüdischen Schüler und so weiter, die Synagogen bewacht werden

00:49:39: usw.,

00:49:41: dass wir jetzt auch in unserer ländlichen Region alle Mühe anwenden sollten dürfen und Freude dabei, trotz alledemhaben dürfen aufeinander zuzugehen.

00:49:54: Und eben Gedenktafeln ... Nein, Informationstafeln zu stellen im Internet über die Stadt Saalburg zum Beispiel.

00:50:05: Saalburger Ebersdorf kann man die Todesmasche anklicken da stehen auch die Masche des Lebens mit

00:50:10: drin.".

00:50:11: Sie hat noch gerade im Vorgespräch noch gesagt das es wichtig ist zu betonen dass es kein Aufmarsch des Lebens ist, sondern ein Marsch des Leben.

00:50:21: Ich habe auf einem... Einigen Fotos die sie ja hier vorbereitet hatten, die ich sehen durfte.

00:50:26: Eine Deutschlandfahne gesehen, eine Israel-Fahne gesehn und so weiter usw.

00:50:29: Jetzt hab' ich noch ein bisschen den Faden voll.

00:50:34: Ach genau!

00:50:34: Die Wichtigkeit dieser Trennung zwischen Marsch und Aufmarch war ihnen... lag ihn am Herzen.

00:50:42: So soll ich es vielleicht sagen.

00:50:44: Warum?

00:50:45: Wir waren auf die Masche des Lebens, sie sind auch ein bisschen nach Jerusalem gegangen.

00:50:50: Da waren wir mal im Jahr two-tausend achtzehn dabei und da gab es auch Israel fahren, Deutschland fahren und auch die Länder haben sich vorgestellt mit ihren Fahrenen also aus ganz Deutschland weltweit auch Und das sind wir durch den jüdisches Viertel gegangen oder dockses Vierteln und da hat eine Frau Schofar geblasen um auf dem Balkon.

00:51:13: Man hat ja das angesehen, die Verbundenheit.

00:51:17: Ja.

00:51:19: Diese ... Aus den Nationen kommen sie zu uns und geben uns eher Erbietung oder wie man es auch immer bezeichnen will Es war auf einmal eine Gemeinschaft da, eine Verbundenkeit da

00:51:33: Und das sind wir wieder beim Wort miteinander, ne?

00:51:35: Ja, das

00:51:35: sind mir wieder dabei und das durften wir erleben.

00:51:38: Das ist nicht gespielt, das war Wirklichkeit

00:51:42: Und die Fahnen erfüllen ja eigentlich ihren Zweck, wenn wir unsere Identität in dem Land finden wo wir geboren sind.

00:51:54: Es gibt einen Augenblick in Jerusalem zu den Marsch der Nationen hat sich das dann genannt als ein alter Mann mit seiner Familie aufgereiht Kinder Enkelkinder

00:52:11: uns

00:52:12: zwingte.

00:52:13: Wir hatten die deutsche Fahne Und er kam, hat uns die Hand gegeben und hat auf Lies in dem Deutsch uns sein Herz geöffnet.

00:52:25: Also ein Aspekt!

00:52:28: Es wird in Israel viel Deutsch gesprochen.

00:52:30: Warum?

00:52:32: Oder es wird sicher abnehmen aber trotzdem das ist auch wieder wo man sagt wir dürfen uns damit mal beschäftigen.

00:52:39: was hat unsere unser Deutschland und Israel in der Staatsgründung auch nach der Schuhe, was hat es für eine tiefe Beziehung?

00:52:49: Dann haben wir das jüdisch.

00:52:50: Das ist auch wieder ein Punkt wo man viel lernen kann um zu verstehen und das Herz zu bilden dieses Feeling rauszukriegen.

00:52:59: Das sind alles ich würde nicht sagen Argumente sondern ganz wichtige Bestandteile um den Marsch des Lebens zu verstehen.

00:53:08: Und wir hatten ja dann einen Davidsstand vorgezeichnet, am Ehrenheim in Saalburg.

00:53:16: Da wo jetzt der Spielplatz auch ist oberhalb David Rosenfeld war damit da und Inessa und wir haben weiße Rosen hingelegt nicht an den Gedenkstein was geplant war erst mal diese einzelnen weißen Rosen diesen Davids Stern zu bilden.

00:53:38: ja die Bilder wenn ich heute anschaue Die sprechen für sich.

00:53:46: Und als wir dann einen Marsch hatten von Ebersdorf nach Saalburg und wir standen direkt in den Saalbruck an dem abgesteckten Rahmen, wo die Serge liegen...

00:53:59: Da müssen wir ganz kurz darauf eingehen also wo die Menschen... Sie hatten vorhin von achtundsechzig glaube ich gesprochen.

00:54:04: Zweiundsechszig oder?

00:54:06: Genau!

00:54:07: Die hier begraben sind, die bei den Todesmärzchen umgebracht wurden, sind hier in der Nähe im Wald.

00:54:14: wurden sind auf Geheiß der amerikanischen Befreier oder die amerikanische Armee und dann von, ich glaube Bürgerinnen und Bürgern hier in der Nähe beerdigt wurden.

00:54:26: Und von dieser Stelle sprechen Sie gerade?

00:54:28: Ja genau!

00:54:29: Wir haben auch einen Schreiben nachweist das damals ja direkt die Bürger aufgefordert worden alle am Ehrenheim zu erscheinen.

00:54:39: An diesem Ort als wir standen hatten Versucht so viel Fahnen mitzunehmen aus den Nationen.

00:54:48: Das heißt Ungarn, Poln, Tschechien, Frankreich – das ist nachgewiesen, dass auch französische Bürger auf dem Todesmarsch waren.

00:55:01: und da dienen die Fahne einfach um Würde zu geben.

00:55:07: Um Würde hineinzubringen.

00:55:12: Und das erfährt man jetzt, wenn man Israel ist.

00:55:14: Da sind ja aus allen Nationen des Jüdischen... ...ist da die auch aus den arabischen Nationen wieder zurück zu uns hier.

00:55:26: Wir haben ein was wir mit Sicherheit sagen können wer sich auf den Gedanken der Masche des Lebens einlässt Der wird nur beschenkt.

00:55:36: Ja der versteht die Geschichte jetzt auch nach dem siebten oktober von zwanzig dreiundzwanzig und er geht selber los.

00:55:47: Und auf die Frage, die uns gestellt wurden ist was können wir raten?

00:55:52: All denen, die gerne weiter da hineingehen wollen und sich beschenken lassen wollen, tiefer graben wollen einfach da genauer hin zu gucken oder wenn ein jetzt Bei all dem manches so suspektvorkommt, was ist denn nur eigentlich wirklich die Wahrheit?

00:56:14: Dass man dann einfach mal guckt krieg ich Zeitzeugen berichte.

00:56:17: Krieg ich noch jemand... Was is in Laura zum Beispiel gut aufgeschrieben?

00:56:23: oder in Buchenwald?

00:56:24: da geht auch manches vorwärts ausschwitzblüht auf.

00:56:29: Wir können einfach nur sagen es lohnt sich dort hin zu fahren Weil das viel geschehen den letzten zehn Jahre aber wieder zurück.

00:56:37: Es IST gibt kein Rezept, das man ausgestellt bekommt und dann irgendwo einlöst.

00:56:43: Und dann hilft es, sondern das ist eine Lebensaufgabe.

00:56:46: Und da haben wir uns bis jetzt gestellt und danken allen die uns begleitet haben oder wir sie begleiten

00:56:53: durften.".

00:56:55: Das ist eigentlich schon ein wundervolles Schlusswort.

00:56:58: Sollten Sie dennoch – das möchte ich auf jeden Fall noch sagen – zum Schluss einen Gedanken haben?

00:57:04: oder vielleicht auch so eine Art Appell, den Sie mit unseren Hörerinnen und Hörern noch teilen wollen.

00:57:09: Dann wäre jetzt auf jeden Fall noch die Gelegenheit dafür, wenn schon wie gesagt das schon als wundervolles Schlusswort empfinden oder empfunden habe aber dennoch die Gelegenszeit würde ich gerne zur Verfügung stellen.

00:57:21: Ja da möchte ich ganz kurz jetzt machen einfach das Wissen über das jüdische Leben zu sammeln oder sich aufmachen Mehr zu erfahren, das lohnt sich.

00:57:36: Und dann einfach nur eine ganz kurze Rheinweis.

00:57:41: Es gibt ein Roman die Postkarte Ein eindrucksvoll historisches Roman.

00:57:47: Hier wurden die Schrecken des Holocaust beschrieben.

00:57:51: Eine bei Rest geht im Schicksal ihrer eigenen Familie nach.

00:57:54: Wo was auch hier durch kommt Dass Auch Die Menschlichkeit derer im Holocaust in der Schuwa so schlimm behandelt worden sind, dass diese Menschlichkeit daher Vortritt zu Tagetritt beschrieben wird.

00:58:14: In den Details bis sie im KZ waren und so weiter.

00:58:19: auch das will ich jetzt einfach ein Punkt setzen.

00:58:21: es lohnt sich so viele kleine Wege zu gehen aber dieser Roman ist sehr empfehlen auch um zu erspüren die Identität, welche Identität haben wir denn?

00:58:36: und eben das jüdische Leben zu verstehen.

00:58:40: Ich danke Ihnen beiden auf jeden Fall, dass Sie mir Rede und Antwort gestanden haben.

00:58:45: Und das habe ich noch nie gesagt!

00:58:46: Ich danke für dieses sehr, sehr emotionale Gespräch, für das tiefgehende Gespräch... ...dass auch mich ein bisschen mitgenommen hat.

00:58:55: Ich musste zwei, drei Mal den kleinen Klosen in meinem Hals runterschlucken.

00:58:59: Und ich sage es ganz oft am Ende einer Folge von Ostwärts Wir werden uns nochmal wiedersehen Es wird einen zweiten Teil geben.

00:59:05: In diesem Fall ist das und ein Versprechen eine Garantie.

00:59:09: Es wird einen zweiten Teil geben, denn wir sind auf so viele Themen nicht eingegangen.

00:59:14: Wir sind nicht darauf eingeganget was nun konkret hier im Sahler-Ollerkreis in der Region Saalburg-Ebersdorf geschehen ist.

00:59:23: Wir haben nicht darauf eingegangen oder explizit darauf eingegegen ob es mehrere Zeitzeugen gegeben hat, was es für Berichte gegeben hat kurzum.

00:59:30: Es werden auf jeden Fall mindestens einen zweiten teil geben und ich denke dass dieser zweite Teil Seine Intro finden wird, wenn die beiden Infotafeln, die hier schon im Fischerischen Wohnzimmer stehen, gestellt werden.

00:59:46: Dann werde ich mit dem Mikros da sein und dann unterhalten uns vielleicht im Nachhinein noch mal ein bisschen.

00:59:51: Vielen vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, sich mit mir zu unterhalten!

00:59:55: Danke ebenso!

00:59:56: Das war auswärts einen Spaziergang durch den Sala-Orla-Kreis.

01:00:01: Vielen dank fürs Zuhören, vielen dank fürs dranbleiben... Teilt bitte gerne unbedingt diesen Teil und alle anderen Teile könnt ihr natürlich hören auf allen Formaten, auf allen Plattformen wo es Podcast zu hören geht.

01:00:12: Und falls Ihr uns schreiben wollt, Falls Sie uns Ihre Meinung zu diesem Thema mitteilen wollen dann können sie das gerne tun unter folgender E-Mail Adresse Ein Podcast der Volkshochschuleseile Ollerkreis gefördert vom Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur.

01:00:55: Die Details und unsere Positionen zu dieser Folge – und allgemein finden Sie in unseren Shownauts!

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