Als die Demokratie zerbrach oder: Das Jahr 1933 in der Orla-Region
Shownotes
Inhaltswarnung*: NS-Unrecht, Gewalt, Diskriminierung, Täterperspektiven. Für sensible Hörerinnen ggf. belastend. Empfohlen ab 14 Jahren.
In dieser Ostwärts-Sonderepisode ist der Regionalhistoriker und Kreisheimatpfleger Jürgen Klimpke aus Schleiz zu Gast. Als ehemaliger Bürgermeister der Stadt und langjähriger Autor der Schleizer Heimathefte beschäftigt er sich seit vielen Jahren intensiv mit der regionalen Zeitgeschichte.
Ausgangspunkt des Gesprächs ist sein Buch „124 Tage 1933 – Und plötzlich war Deutschland ein anderes“. Darin rekonstruiert er anhand regionaler Quellen die schrittweise Machtübernahme der Nationalsozialisten in Schleiz und Umgebung. Die Episode beleuchtet, wie politische Gleichschaltung, Ausgrenzung und Anpassung vor Ort abliefen und welche lokalen Akteure dabei eine Rolle spielten.
Allgemein gilt: Die Interviews geben dabei die Ansichten unserer Experten/ Expertinnen wider und können von denen der Förderstelle, des aktuellen Forschungsstandes und denen des Podcasts abweichen. Gegenargu-mente sind möglich. Lasst uns daher diskutieren: Stimmt das mit eurem Wissen überein? Welche Argumente fandest du überzeugend, welche nicht – und warum? Was hat Dir gefehlt? Sende uns ein Feedback!
Die Episode ist der 1. Teil unserer Sonderreihe, die das Thema NS-Unrecht in der Region Saale-Orla-Kreis thematisiert und kontextualisiert. Ziel der Reihe ist es, historisch-politische Bildung zu fördern und daran zu erinnern, dass nationalsozialistisches Unrecht nicht abstrakt war, sondern überall geschah – auch in unserer Region. Sie wurde gefördert durch das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur.
Informationen zum Projekt "Erinnerungsbrücken", auf das sich die Gesprächspartner beziehen, gibt es unter https://www.erinnerungsbruecken.de/
Die Interviews spiegeln die persönlichen Einschätzungen unserer Regionalhistoriker:innen wider. Sie erklären historische Entwicklungen und Parallelen zwischen den Diktaturen aus ihrer fachlichen Perspektive und können von der Position der Förderstelle für politische Bildung, dem aktuellen Forschungsstand und der Linie dieses Podcasts abweichen.
Transkript anzeigen
00:00:08: Und damit herzlich willkommen zu einer weiteren Folge Ostwärts, ein Spaziergang durch den Saale-Orla-Kreis.
00:00:34: Diesmal eine Sonderepisode, die in Anlehnung in das Projekt Erinnerungsbrücken.
00:00:40: Es geschah überall, entstanden ist.
00:00:43: Der Ausgangspunkt des Projektes war die Tatsache, dass nationalsozialistisches Unrecht überall geschah, auf dem Land, in kleinen und natürlich auch in größeren Städten.
00:00:54: Direkt vor unseren Haustüren also und damit also auch an Orten in unserer Region.
00:01:01: Orte, die oft unscheinbar sind, aber Spuren einer Geschichte tragen, die nicht vergessen werden darf.
00:01:08: Gemeinsam mit Regionalforscherinnen und Regionalforschern wollen wir nun in einzelnen Sonderepisonen Brückenschlagen zwischen damals und heute.
00:01:18: Wir erzählen von Menschen, Schicksalen und Ereignissen zwischen neunzehnhundertdreien dreißig und neunzehnhundertvierzig und fragen, was sie uns heute noch zu sagen haben.
00:01:28: Denn Geschichte geschieht nicht irgendwo, sie geschieht überall.
00:01:32: Heute zu Gast bei uns, der Regional Historiker und Kreis Heimatpfleger des Sala-Ola-Kreises, Jürgen Klimke.
00:01:40: Ich freue mich, dass ich da sein darf, Herr Klimke.
00:01:42: Ja,
00:01:42: herzlich willkommen.
00:01:43: Ich versuche ja immer so im Vorfeld meiner Interviews, sag ich jetzt mal, so ein bisschen was über die Person, mit der ich mich unterhalte, rauszufinden.
00:01:51: Im Sala-Ola-Kreis ist es... Ganz oft so, dass ich nicht viel finde.
00:01:56: Deswegen würde ich bitten, dass Sie sich vielleicht erst mal kurz ein bisschen selber vorstellen könnten.
00:02:01: Das wäre mir sehr schön.
00:02:03: Puh, jetzt kommst du auf wann, was Sie wissen.
00:02:05: Na
00:02:05: ja, so vielleicht, wenn Sie geboren sind, haben Sie schon immer einen Schleiz gelebt.
00:02:10: Genau.
00:02:10: Ich bin geborener Schleizer.
00:02:11: Ja.
00:02:13: Vom besten Jahrgang.
00:02:14: Also dann ist er auch dreiundsechzig.
00:02:18: Und habe nicht immer ein Schleiß gelebt.
00:02:21: Also ich habe auch das Studium und so weiter in Dresden, weil man jener gewohnt, arbeitsmäßig meine Zeit lang in Berlin.
00:02:30: Also habe auch ein bisschen was anderes kennengelernt, aber ansonsten hauptsächlich ein Schleiß.
00:02:35: Hauptsächlich ein Schleiß.
00:02:36: Und da haben Sie jetzt gerade schon das Studium angesprochen.
00:02:38: Ich habe auf Ihrem Profil auf einer dieser Social Media Plattformen, die wir jetzt gar nicht nennen wollen.
00:02:46: wo sie über sich schreiben, auf jeden Fall.
00:02:49: Sie ist ein Schleizer, Geschichtenerzähler, Historikant, Fotografiere, Musikant und Autor.
00:02:58: Da werde ich ja gleich hellhörig, wenn ich solche Worte höre, so als sprachverliebter Mensch, der ja auch Autor ist wie sie, Historikant.
00:03:07: Ja.
00:03:07: Warum nicht Historiker?
00:03:08: Wo ist der Unterschied?
00:03:10: Weil für mich ein Historiker einer ist, der das eigentlich studiert hat.
00:03:14: Also jemand, der sich richtig beruflich damit beschäftigt.
00:03:18: Der Begriff Historikant ist entstanden aus Musikant.
00:03:22: Weil auch
00:03:22: ein Musiker ist für mich einer, der das richtig beruflich macht.
00:03:27: Und ich zähle mich eher zu den Musikanten, weil ich das als Liebe zur Musik mache, autoditaktisch.
00:03:32: Ich habe zwar eine Musikschule aus Bildung und so weiter, aber trotzdem, wenn man das so mehr als Hobby sieht, ich bezeige mich als Musikant.
00:03:42: wo ich auch der Wortparte bin, beispielsweise für dieses Wort und in der Geschichte dann eben als Historikant.
00:03:48: Wortparte,
00:03:49: was heißt das denn?
00:03:50: Ja, es gibt eine Aktion Wortpartenschaft und da kann man also für bestimmte Wörter die Wortpartenschaft übernehmen
00:03:58: und
00:04:00: die, ja, wie soll ich sagen... Man ist dann dazu angehalten, halt dieses Wort auch relativ oft zu verwenden und vor dem Aussterben zu bewahren und so weiter.
00:04:10: Aber lassen Sie uns mal von dem Thema wegkommen, sonst verzetteln wir uns.
00:04:12: Sie hat nämlich jetzt schon wieder tausend Zwischenfragen.
00:04:16: Historikanz, das war so ein bisschen unser Eingang, unser Anträ quasi.
00:04:21: Jetzt haben Sie gesagt, Sie haben studiert und ich dachte, Sie haben das Fach des Historikers studiert und Sie haben jetzt aber erwähnt, dass Sie das nicht studiert haben.
00:04:30: Das heißt, was haben Sie genau studiert?
00:04:31: ... war eigentlich in Richtung Mathematik-Physik-Lehrer.
00:04:37: Ich habe aber dann abgebrochen und ... ... also ich habe auch die Stimmprüfung immer nicht ... ... bestanden.
00:04:42: Man musste damals ... ... war ja noch zu DDR-Zeiten, ... ... man musste immer regelmäßig ... ... zum Handelarzt ... ... und da wurden die Stimmbänder überprüft.
00:04:48: Und ... ... ja, da bin ich regelmäßig durchgefallen.
00:04:52: Das merke ich ja heute noch ... ... also auch als Musiker, ich singe ja gerne, ... ... aber es wird immer schwieriger.
00:04:59: Ja.
00:05:00: Und also die Stimmbänder wollen bei mir das nicht so richtig so lange reden.
00:05:06: Schade eigentlich.
00:05:07: Hier bei uns in der Gegend bin ich hauptsächlich mit Musikvogelchoron unterwegs, also mit Volksliedern.
00:05:14: Dazu gibt es dann auch einen runden Vortrag dazu.
00:05:16: Sie sind in ein Programm eingebettet und das sind Volkslieder, die eine Frau aus Möschlitz gesammelt hat.
00:05:25: Ida Chach, hieß die, ist vor längerer Zeit schon gestorben.
00:05:29: Er ist noch neunsechzig gestorben, achtzehnundachtundachtzig geboren.
00:05:32: Und sie hat wahrscheinlich also über drehundert Volksliter gesammelt, also aufgeschrieben, die Texte aufgeschrieben, die konnte sie auch alle singen.
00:05:40: Und hat dadurch auch viele Volksliter vor dem Aussterben bewahrt, auch regionale Variationen.
00:05:47: Und anfangen so... ... dreißiger Jahre, ne, so dreißiger Jahre, ... ... hat sie dann diese Lieder ... ... dem ... ... in Schleitz geborenen ... ... und dann in Gera tätigen Musiklehrer ... ... Hartenstein ... ... vorgesungen und der hat die Melodien aufgeschrieben.
00:06:05: Okay.
00:06:06: So,
00:06:06: das liegt heute alles im Volkslied erschief in Freiburg.
00:06:09: Ich habe ... ... eine komplette Kopie davon, ... ... dazu wird es auch irgendwann mal ein umfangreiches Werk geben.
00:06:14: Ja.
00:06:15: Und damit ... mach ich halt Auftritte hier und schnell das vor, kannst einfach auch an diese alten Lieder zu erinnern.
00:06:23: Sie waren, wenn ich richtig informiert bin, bis zum Jahr zwei Tausend Achtzehn, auch Bürgermeister in Schleitz.
00:06:28: Das ist richtig.
00:06:29: Das ist richtig, also habe ich mich ja doch ein bisschen informieren können.
00:06:32: Und sind jetzt Kreisheimatpfleger.
00:06:35: Seit wann betreuen Sie dieses Amt und was macht man als Kreisheimatpfleger?
00:06:40: Also das Amt betreue ich seit, ich glaube, zum
00:06:45: Jahr zwei Tausend Acht.
00:06:46: Das ist schon länger.
00:06:49: Als Kreisheimatpfleger soll eigentlich so das Bindeglied zwischen den Vereinen sein.
00:06:56: Wir hatten damals auch versucht auf der Internetseite des Landkreises eine Plattform aufzubauen, wo die Vereine selbst ihre Sachen reinstellen können, also ihr Profil darstellen können.
00:07:10: Das Hintergrund war der, dass wenn jemand etwas einen Ansprechpartner am Sahler-Orlar-Kreis sucht, der ein gewisses Thema bearbeitet, so, dann sollte der dort fündig werden.
00:07:21: Das
00:07:21: Projekt ist leider gescheitert, weil die Vereine nicht die entsprechenden Zuarbeiten gemacht haben.
00:07:29: Also das Interesse von Seiten der Vereine lag vielleicht auch daran, dass es eher ältere Herrschaften waren, kam dann leider nicht so zustande und nach drei Jahren wurde das Ganze wieder eingestampft, was ich sehr schade finde.
00:07:43: Und ich bin also hauptsächlich Ansprechpartner für Fragen, also wo kann ich mich hinwenden, wo finde ich die und welche Informationen.
00:07:53: Dann auch ganz konkrete Informationen werden dann mich weitergeleitet, wo ich dann auch Auskunft geben kann, also zu historischen Angelegenheiten.
00:08:01: Und dann bin ich, was einen großen Teil der Arbeit mit Betriffteil oder Mitglied der Redaktion des Heimatjahrbuches vom Saal Orla-Kreis.
00:08:11: wo ich einen großen Teil des Lektoras mit übernehme.
00:08:15: Und das hat man eigentlich genug zu tun.
00:08:18: Das
00:08:18: ist genau so eine Frage, die ich mir gerade stelle.
00:08:23: Kreisheimatpfleger, das ist ja schon ein wirklich zeitausfüllender Job wahrscheinlich.
00:08:27: Dann ihre historischen Bemühungen oder die Bemühungen hinsichtlich der regionalen Historie, Historie, Musiker, Musikant.
00:08:38: Sie fotografieren ja auch noch.
00:08:39: Sie haben eine Ausstellung, zum Beispiel mindestens eine, von der ich weiß, hier in Schleitz gehabt, glaube ich.
00:08:46: Der Verlag, den ich vorhin schon mal angesprochen habe, den Sie mit uns erhalten, dann haben Sie sechzehn Publikationen, wenn ich richtig gezählt habe, auch schon.
00:08:52: Das
00:08:52: sind schon ein paar mehr.
00:08:53: Das
00:08:53: sind schon ein paar mehr.
00:08:54: Wenn ich die Heimathefte einsinn zähle, sind es über sechzig.
00:08:58: Über sechzehn.
00:08:58: Ja, also,
00:08:59: es müsste mittlerweile bei achtzig Publikationen sein.
00:09:02: Schlafen Sie auch manchmal?
00:09:04: Ja.
00:09:05: Also, wie kriegt man das alles unter einen Hut?
00:09:07: Würden Sie von sich selber sagen, ein Workaholic zu sein oder so in die Richtung zu tendieren?
00:09:12: Nein, das nicht.
00:09:14: Workaholic nicht.
00:09:16: Aber, würde man sagen, ohne die Arbeit wäre für mich das Leben langweilig.
00:09:21: Aber lassen Sie uns jetzt mal davon wegkommen hin.
00:09:23: zum Kernthema der heutigen Folge.
00:09:28: Ihr Buch oder eines Ihrer Bücher, Hundert, Vierundzwanzig Tage, neunzehnt, hundertdreiunddreißig.
00:09:33: Und plötzlich war Deutschland ein anderes.
00:09:37: Da beschäftigen Sie sich mit der, ich sage mal, Nachmachtübernahme der Nationalsozialisten, neunzehnt, drein, dreißig.
00:09:43: Und vor allen Dingen die Situation im heutigen Salle Orla-Kreis, der damals noch ein bisschen größer gewesen ist, wie ich es im Buch gelesen habe, dass ich leider noch nicht bis zum Ende hab lesen können.
00:09:52: Sie haben Sich für dieses Buch vorwiegend auf Quellen damaliger Zeitungsberichte aus der Region gestützt.
00:09:59: Wie muss ich mir die Recherche genau vorstellen und wie zeitintensiv war die Arbeit an dem Buch?
00:10:04: Also die Arbeit ist sehr zeitintensiv.
00:10:06: Ich will mal kurz erklären, wie es eigentlich dazu kam.
00:10:08: Das ist eine gute Idee.
00:10:09: Weil am Anfang steht ja immer eine Idee.
00:10:11: So, in Schleitz feierte in two-neunzehntundzeigundachtzig das siebenhundertfünfzigjährige Jubiläum der urkundlichen Ersterwähnung.
00:10:21: Da gab es eine Zeittafel.
00:10:24: So, und diese Zeittafel wunderschön, also wirklich sehr akribisch herausgearbeitet von Dr.
00:10:30: Alfred Paasold, der damals unser Stadtarchiver war und Günter Wachter, ein Lehrer am Anderschleizer Oberschule war er da gewesen, der auch viel in der damaligen Volkswacht veröffentlicht hat.
00:10:43: Und in dieser Zeittafel fehlt aber fast diese Zeit.
00:10:51: was sicherlich auch daran liegt, dass die Zeitungen aus dieser Zeit im Schleizer Stadtarchiv nicht mehr vorhanden sind.
00:10:58: Die sind wahrscheinlich nach dem Krieg ausgesondert worden und dann vernichtet worden.
00:11:05: Genau können wir es nicht nachvollziehen.
00:11:06: Jedenfalls Fakt ist, die sind nicht mehr da.
00:11:08: Glücklicherweise im Staatsarchiv in Kreitz kann man die lesen.
00:11:13: Da war ich dann auch sehr oft gewesen und habe also dort recherchiert.
00:11:18: Jedenfalls diese Lücke oder anders.
00:11:22: Es ist über diese Zeit, dreiunddreißig bis fünfundvierzig, in dieser Zeittafel auch sehr einseitig berichtet worden.
00:11:30: Das ist aus Sicht der DDR, ist das verständlich, also wer in der DDR gelebt hat, wer weiß, wie DDR funktioniert hat, auch in der Informationswesen.
00:11:42: Der kann das nachvollziehen, dass man also den Teil der Arbeiterklasse betraf, der... Kommunisten, Sozialdemokraten und so weiter Betraf hervorgehoben haben.
00:11:53: Natürlich.
00:11:54: Und das andere wurde entweder mit erwähnt oder totgeschwiegen.
00:12:03: Da fiel es mir eben auf, dass also da nicht alle Seiten beleuchtet worden sind.
00:12:09: Und ich wollte das eigentlich beleuchten.
00:12:10: Schon
00:12:11: damals in den Achtzigern?
00:12:12: Nee, damals noch nicht.
00:12:13: Das war in den Achtzigern.
00:12:15: Und ich habe dann ... Das war, glaube ich, das Schleitzner Heimatheft, Nr.sechzehn oder siebzehn, genau weiß ich jetzt nicht mehr.
00:12:23: Also in den Ende, so späte, neunziger Jahre war das gewesen.
00:12:26: Habe ich einen Heft gemacht zu Schleitznern Sortdrehen dreißig und habe festgestellt, bei der Recherche dann, dass die Informationen, die also damals in der Zweiund Achtzig in der Zeittafe wiedergegeben wurden, sind wirklich doch sehr einseitig waren.
00:12:48: Weil man auch was bei Wahlergebnissen und so weiter, dass man also die Seite der Nationalsozialisten und der Deutsch-Nationalen zum Teil weggelassen hat, sodass man also, es wurde geschrieben, ja, die SPD hat ja so viel stimmen und die KPD hat ja so viel stimmen und das im Prinzip so als großen Erfolg hingestellt, wenn man aber die Relationen wirklich sieht.
00:13:11: Dann war das ganz anders.
00:13:12: Also die linken Parteien spielten hier bei uns in der Gegend absolut keine Rolle.
00:13:18: Unsere Gegend war
00:13:20: durchaus
00:13:23: oder zum großen Teil deutschnational geprägt, was dann überschwenkte zum Nationalsozialismus.
00:13:30: Das ist bei meiner Recherche rausgekommen.
00:13:32: und der zweite Hintergedanke war zu zeigen, was wussten die Leute damals?
00:13:40: Wir kennen das ja aus den Berichten nach dem Kriegtand.
00:13:42: Ja, davon haben wir nichts gewusst und so weiter.
00:13:44: Ich kann mich da erinnern, als wir mit den Jugendstunden damals in Buchenwald waren.
00:13:51: Und dann gab es ja diese Berichte, wo dann die Weimarer Bürger nach dem Krieg nach Buchenwald hochgeführt wurden, um sich das anscheinend schauen.
00:13:59: Und dann hieß es ja auch, wir haben hier nichts gewusst und so weiter.
00:14:03: Die Leute wussten sehr viel, und auch sehr vieles stand in der Zeitung.
00:14:06: Also schon, in den Jahre die Nationalsozialisten haben auch laut verkündet, wo sie eigentlich hin wollen.
00:14:14: Also die Leute hatten die entsprechenden Informationen.
00:14:19: Ich habe also bewusst diese Quellen genommen, die öffentlich waren.
00:14:23: Was also damals in der Zeitung stand.
00:14:27: Unsere Zeitungen hier waren zum großen Teil deutsch-national eingefärbt.
00:14:32: Es gab auch in Schleis eine national-sassistische Zeitung, von der habe ich aber bisher nur einmal ein Exemplar sehen können.
00:14:41: Aber wenn man das liest, merkt man sofort wo es herkommt.
00:14:44: Und während die Schleizer Zeitung beispielsweise noch so ein bisschen versucht hat, neutral zu bleiben, aber doch deutschnational eingefärbt.
00:14:54: Und diese Quellen habe ich eben genommen und darauf das eben aufgebaut.
00:14:59: Also ganz einfach zu zeigen, was es damals passiert.
00:15:02: Was stand in der Zeitung?
00:15:03: Es gibt noch ein paar ergänzende Quellen dazu, die ich noch mal reingenommen habe.
00:15:07: Es sind aber nur ganz wenige.
00:15:10: Wie lange, also können Sie das noch so nachvollziehen, wie lange Sie insgesamt mit den Recherchen... und dem Verfassen des Buches am Buch selbst gearbeitet haben?
00:15:18: Das
00:15:18: ist sehr schwer zu sagen.
00:15:21: Also es gab am Anfang dieses kleine Heft zu Schleizen, das ist auch ein Dreißig.
00:15:27: Dann habe ich mir gesagt, ok, dann schauen wir mal ein bisschen über den Tellerrand, gucken wir mal, wie es ringsrum war.
00:15:32: und habe das auf den Saale-Ola-Kreis ausgeweitet, also dann auch Pösnäcker-Zeitung, Tripteser-Zeitung, Neustädter-Zeitung, also Neustädter-Zeitung, Ziegenrücker-Zeitung und so weiter, dort recherchiert.
00:15:46: Die sind zum Teil in den Archiven noch da, also ich war in Pösnäck gewesen, ich war in Neustädt gewesen und Ziegenrücker-Kreis-Anzeiger haben wir zum Glück hier bei uns im Kreisarchiv.
00:15:56: Und sodass ich also da drauf zugreifen konnte, habe da auch festgestellt, dass diese Zeitungen auch, obwohl sie autark waren oder selbstständige Zeitungen waren, doch sehr gut miteinander zusammengearbeitet haben, also auch Artikel ausgetauscht haben.
00:16:11: Also sie finden dem Ziegenrücker Kreisanzeiger unwahrscheinlich viel auch über Pösnek, weil... war Preußen gewesen und das gehörte mit zum Siegenrückereinzugsbereich.
00:16:21: Wusste
00:16:21: ich auch nicht.
00:16:22: Und also hier bei uns ja dann gefällt auch, beispielsweise war ja Preußen gewesen und also da ist vieles übernommen worden und das finde ich sehr gut, weil wenn man da irgendwo in der Zeitung nicht da war, dann stand es eventuell in der anderen und man hat also da einen schönen Blick über das heutige Gebiet des Sahler-Ollerkreises.
00:16:44: finden können, der allerdings damals sehr zerspittert war.
00:16:46: Ja.
00:16:47: Also wir hatten, wir haben, das war alles, fast alles Thüringen, also bis auf die Gegenden, die zum Kreis Plauen gehörten, das also betrifften Schleiz, Tröswein und Langenbuch, was ja ursprünglich Sachsen war.
00:17:02: Dann der Kreis Zignurg, der Preußen war, also hauptsächlich Zignurgranis.
00:17:07: Und dann den Exklaven gefällt, Blindendorf, Arlas und, ich glaube, Blankenberg, bin ich mir jetzt nicht ganz sicher.
00:17:18: Ja, und dann war es eben aufgesplittet in die Thüringer Landkreise Schleitz, Gerra und Seifeld.
00:17:24: Also schon ein bisschen auseinander.
00:17:29: Aber wenn man das Ganze mal zusammen ... ... betrachtet, ergibt sich ein Bild, ... ... das halt doch sehr interessant ist.
00:17:35: Ja.
00:17:36: Jetzt haben Sie gerade ... ... Eingangs zu diesem Thema gesagt, ... ... dass die Ergebnisse ... ... oder anders, dass ... ... der Saale Ollerkreis weitestgehend ... ... deutsch-national ist oder war.
00:17:51: Das widerspricht dem, was ich von Pösnig weiß, aber das können natürlich auch diese propagandistisch verfärbte Informationssache aus DDR-Zeiten sein.
00:18:00: Nämlich, dass Pösnig so eine so eine Kpt Hochburg gewesen sein soll, deren Treffpunkt das Schoseehaus gewesen ist, wenn ich richtig informiert bin, also das heutige Schoseehaus.
00:18:10: Und dass es da schon noch eine große Anzahl Kommunisten gegeben haben soll.
00:18:15: Widerspricht sich das oder können Sie das bestätigen?
00:18:20: Also... Pösnik als größte Stadt auf dem Territorium war schon durch die Betriebe sehr durch die Arbeiterklasse geprägt und gab es mehr Industrie.
00:18:34: Das prägt natürlich genauso wie im Süden Hörsberg.
00:18:37: Hörsberg war also auch sehr durch die Lederfabrik als großer Arbeitgeber war auch sehr links geprägt gewesen.
00:18:47: Schleitz wiederum eine alte Beamtenstadt, ehemalige Residenz.
00:18:52: mit vielen Behörden, Kreisstadt, war sehr konservativ.
00:18:58: Also da gibt es schon große Unterschiede.
00:19:00: Aber wenn ich mir das dann trotzdem mal anschaue, wir hatten, wenn man den Stadtrat Pösnek nehmen, der KPD-Anteil war, ... größer als in Schleiz.
00:19:14: Also wir hatten in Schleiz ... ... vor der Gleichschaltung ... ... da hatten wir ... ... zwei KPD-Stadträte ... ... drei SPD-Stadträte ... ... vier waren ... ... andere gewesen ... ... und acht NSDAP.
00:19:27: Also da merkt man schon ...
00:19:29: ... die
00:19:31: Relation.
00:19:32: Ein Triptis war es so gewesen, ... ... dass es also drei NSDAP-Stadträte gab.
00:19:38: ... vier andere, zwei SPD, zwei KBD.
00:19:43: So, und in Pösnek ... ... war also KBD fünf Stadträte, SPD sechs ... ... also schon doch sehr ... ... relativ
00:19:50: groß
00:19:50: geprägt, aber keine Mehrheit.
00:19:52: Ja.
00:19:53: Vier andere und acht NSDAP.
00:19:56: Also ... Und durch die Gleichschaltung hat sich das dann natürlich dann komplett verschoben.
00:20:01: Aber also da war schon etwas mehr da, aber bezogen auf Schleiz, konnte man das eben nicht feststellen.
00:20:10: Also
00:20:10: wie das ursprünglich immer mit den Erfolgen da war, der Klasse und so weiter dargestellt worden ist.
00:20:16: Ja.
00:20:16: Deswegen, das meine ich mit propagandistisch verferbte Informationen.
00:20:19: Also das braucht man ja gar nicht schön zu reden, das war ihn und so, bis zu neunundachtzig.
00:20:26: Ich möchte mal ganz kurz aufs Buch explizit eingehen und die Frage stellen, ob es Ihnen möglich ist, diese hundertzwanzig Tage ab der Reichstagswahl, in der Art Zeitraffer zu erläutern.
00:20:39: Klar, wir können jetzt nicht über das ganze Buch reden, wir können jetzt nicht Einzelheiten und Details aus dem Buch nehmen, bestenfalls... gehen jetzt alle, die diesen Podcast hören, spätestens, wenn sie ihn zu Ende gehört haben, in die nächste Buchhandlung und kaufen sich das Buch oder bestellen sich's.
00:20:53: Aber ist es möglich, da irgendwie eine Zusammenfassung zu bringen, was geschah im Saale Ollerkreis in diesen hundert, vierundzwanzig Tagen?
00:21:03: Also es geschah eigentlich das Gleiche wie im gesamten deutschen Reich.
00:21:07: Innerhalb von diesen hundert, vierundzwanzig Tagen wurde der demokratische Staat abgeschafft.
00:21:13: Die NSTHP hat... Wobei, man muss dazu sagen, in Thüringen wurde das vorher schon betrieben.
00:21:19: Thüringen war ja schon nationalistisch regiert.
00:21:21: Das erste Land in Deutschland.
00:21:24: Und
00:21:25: daher hat also die NSDAP hier schon einige Vorarbeit geleistet gehabt.
00:21:32: Also was gab es?
00:21:35: Es gab am fünften März die Reichstagswahl.
00:21:37: So, und da beginne ich mit der Zählung der Tage.
00:21:40: Das ist also für mich der Tag eins, die Reichstagswahl.
00:21:44: Eine Wahl, bei der die NSDHP demokratisch legitimiert, nicht die absolute Mehrheit, aber doch eine große Mehrheit unter den deutschen Parteien bekommen hat.
00:22:00: Sie hatte im deutschen Reich, glaube ich, forty-three Prozent.
00:22:06: Irgendwo so unterdrehe.
00:22:07: Ja, forty-three waren es, glaube ich, und das Kampfbündnis Schwarz-Weiß-Rot.
00:22:12: Das hauptsächlich aus der deutschen internationalen Volkspartei bestand und dem Bündnis für Hindenburg, die hatten, glaube ich, so um die acht Prozent.
00:22:22: Und die sind ja dann Koalition eingegangen und dadurch kamen eben dann die rechten Parteien auf einen Fünfzig Prozent und hatten die Mehrheit im Reichstag.
00:22:31: Nur war es allerdings auch damals so, dass der Reiskanzler höhere Befugnisse hatte als heute unser Bundeskanzler.
00:22:37: Das ist ja auch eine Lehre gewesen.
00:22:39: dann nach dem Zweiten Weltkrieg, dass man unsere Gremien, die wir haben, das entsprechende Sicherungen eingebaut worden sind, dass also auch nicht be ähnlich jetzt in den USA einer durchregieren kann.
00:22:52: Ja.
00:22:53: Es wird dann sicherlich, wenn wieder sowas kommen soll, wird das sicherlich versucht werden, aber es gibt Hörden, wo das Parlament dann erst zustimmen muss und so weiter oder Bundesrat beispielsweise, also ganz so einfach.
00:23:05: Geht's nicht mehr, aber damals war das eben möglich und der große Knackung war ja dann das Ermächtigungsgesetz, wo der Reichstag Hitler im Prinzip die Allmacht gegeben hat.
00:23:18: Und das ist dann natürlich ganz straff genutzt worden.
00:23:24: Gleich nach der Reichstagswahl wurde also dann der Schlag gegen die linken Organisationen geführt.
00:23:30: Hauptsächlich erst mal gegen die KPD.
00:23:33: SPD... wurde noch geduldet, aber ihr war auch schon im Vorfeld der Reichstagswahl, der Wahlkampf sehr erschwert worden.
00:23:43: KPD war fast unmöglich überhaupt noch Wahlkampf zu machen.
00:23:48: Es war sogar in Thüringen verboten, dass KPD-Mitglieder ihr Parteierabzeichen tragen durften.
00:23:55: Kapitänmitglied war und seinen Parteihabzeichen getragen hatte und auf der Straße angetroffen wurde, wurde sofort einkassiert und wurde eingesperrt.
00:24:02: Und da gab es also, glaube ich, ein Monatgefängnis.
00:24:06: Da gehen Sie ja ganz am Anfang des Buches ja darauf ein, das habe ich zumindest schon mal lesen können.
00:24:09: Und bei der SPD war es so, dass der SPD an Wahlwerbungen lediglich erlaubt war, ein Plakat ... aufzuhängen, wo drauf stand, wählt, liste.
00:24:20: Ich glaube, zwei war das gewesen.
00:24:25: Aber auch nicht SPD oder sowas drauf.
00:24:28: Also wirklich nur diese Wahlwerbung war gestattet.
00:24:30: Also
00:24:30: auch da wurde schon von vornherein der Wahlkampf der linken Parteien sehr behindert.
00:24:36: Hinzu kommt, dass man also auch vor der Reichstagswahl
00:24:39: schon
00:24:40: eine ganze Reihe gerade von Kommunisten verhaftet hatte.
00:24:45: Die zwar dann Ob das jetzt überall gemacht wurden, das weiß ich nicht, aber ich weiß es aus manchen Städten, die zwar dann auch aus der Haft heraus, jetzt war lokal gefahren worden, ihre Stimme abgeben durften, dann wieder zurückgebracht wurden.
00:24:58: Aber ob das jetzt in jeder Stadt war, weiß ich nicht.
00:25:01: Mir ist es von ganz wenigen Fällen, ist es mir bekannt.
00:25:03: Also es gab den Schlag gegen die linken Parteien.
00:25:11: wurden die Symbole der Weimarer Republik beseitigt.
00:25:14: Das ging ganz schnell, kurz nach der Reichstagswahl schon, ist auch in den damaligen hiesigen Zeitungen zum Beispiel ein Bild veröffentlicht, wo SA-Leute in Berlin die schwarz-rot-goldne Fahne verbrennen.
00:25:28: Und dazu muss man wissen, dass zu dieser Zeit laut Verfassung die schwarz-rot-goldne Fahne die Staatsfahne war, die gültige Fahne des Deutschen Reiches.
00:25:38: Und man hat aber dann relativ schnell dann die schwarz-weiß-rote Fahne als Staatsfahne eingesetzt und dann natürlich die Hakenkreuzfahne als Parteifahne daneben.
00:25:48: Und die Parteifahne wurde ja dann letzten Endes die Staatsfahne von Deutschen Reich.
00:25:55: Es war auf das erste Mal, dass eine Parteifahne dann im Prinzip zur Staatsfahne wurde.
00:26:00: Also die Symbole der Weimarer Republik wurden beseitigt.
00:26:04: Was bei vielen konservativen Kreisen natürlich auf große Zustimmung folgt, weil die auch gerade hier bei uns in der Gegend, zumindest zu Schleitz, kann ich das sagen, wir hatten ja, es gibt ein sehr schönes Bild, das ist auch in dem Buch drin, das ist aus dem Jahr Schleitz hat damals siebenhundert Jahrfeier gefeiert.
00:26:26: Und da hängt die Stadt voll mit schwarz-weiß-roten Fahnen und mit Hakenkreuz Fahnen.
00:26:32: Dann ist es so, zweiunddreißig.
00:26:34: Krass.
00:26:36: Also das zeigt auch die überwiegende Stimmung, wie sich hier in Schleitz
00:26:39: war.
00:26:39: Ja.
00:26:40: Und die, gerade auch in Bezug auf, es gab ja zweiunddreißig noch mal eine Stadtratswahl gewesen, war eine Stadtratswahl gewesen.
00:26:49: Die KBD beispielsweise, die hatten gerade mal noch vier Leute, die sie aufstellen konnten.
00:26:53: Zwei davon sind gewählt worden dann letzten Endes.
00:26:55: Also da gab es nicht mehr viel.
00:26:57: Ja.
00:26:58: Gab es denn irgendwie in irgendeiner Form in dieser Zeit noch, ich sage mal Klammer auf, sichtbaren Klammer zu Widerstand im Saale-Orla-Kreis gegen diese ganzen massiven Veränderungen?
00:27:13: Ganz wenig.
00:27:14: Also es gab... hin und wieder mal, dass jemand eine Parole an die Wand geschrieben hat.
00:27:21: So, das ist dann natürlich auch entsprechend ausgeschlachtet worden, man hat diese Leute dann auch ermittelt.
00:27:26: Und dann wurden die unter, ja im Prinzip halt, dass sie verknackt wurden, mussten sie wieder sauber machen und so weiter, unter Bewachung und was weiß ich alles.
00:27:35: Also auch im Prinzip zur Schau gestellt dann.
00:27:39: Also da gab es relativ wenig.
00:27:41: Weil sämtliche linke Propaganda.
00:27:45: ... war eigentlich schon gesetzlich untersagt gewesen.
00:27:48: Ja,
00:27:48: ja.
00:27:49: So, und wer da sich draußen gezeigt hat, ... ... also Plakateaufhängen war eh nicht mehr ... ... und wer da sich irgendwo gezeigt hat, ... ... der lief gefahren, so wird verhaftet zu werden.
00:28:00: Also nicht einfach nur ... ... es gibt eine Ordnungswidrigkeit, ... ... sondern wirklich verhaftet und wie ... Beispielsweise beim Tragen vom KBD, Parteiabzeichen, ein Monatgefängnis, sofort.
00:28:12: Und das wurde sofort vollzogen.
00:28:14: Also da gab es nicht wie im heutigen Rechtsstaat.
00:28:16: Nachte mal, irgendwann wird es mal ein Gerichtsverfahren geben.
00:28:20: Das wurde sofort gemacht.
00:28:21: Die waren am nächsten Tag im Gefängnis.
00:28:23: Krass, und dann ein Monat halt.
00:28:24: Aber die waren in regionalen Gefängnissen, weil es ja was dann später geschah, nicht unwesentlich später, zum Beispiel das Konzentrationslacher Buchenwald, das ja vorwiegend erst mal für politische Häftlinge errichtet wurden, jetzt bin ich richtig informiert bin.
00:28:40: Ja.
00:28:42: Ich weiß gar nicht mehr genau wann, also ich glaube, es ist, kann das sein?
00:28:45: Nein, das erste Gefängnis wurde, der erste Kratzett wurde, der ist auch öffnet.
00:28:51: Ja,
00:28:52: muss ich jetzt kurz nachgucken.
00:28:54: Das war, glaube ich, ein Ohr drauf, wenn mich nicht alles täuscht.
00:28:57: Seit acht.
00:28:59: Genau.
00:28:59: Wir hatten am fünften März die Reichstagswahl.
00:29:02: Am siebten März berichtete die Zeitung der Richtung eines kommunistischen Konzentrationslagers.
00:29:09: Auf dem Truppenübungsplatz in Ortruf soll, wie verlautet, ein Konzentrationslager errichtet werden, indem die in Thüringen verhafteten kommunistischen Funktionäre untergebracht werden sollen.
00:29:19: Zwei Tage nach der Reichstagzeit.
00:29:20: Krass,
00:29:20: zwei Tage.
00:29:21: Ja.
00:29:22: Also ein Fingerschnip quasi, nicht mal, ein Zehntelfingerschnip eigentlich.
00:29:27: Können Sie irreieren, wie viele politische... Gefangene insgesamt in der Zeit, in der Zeit, in der Zeit, in der Zeit, in der Zeit, in der Zeit, in der Zeit, in der Zeit, in der Zeit, in der Zeit, in der Zeit, in der Zeit, in der Zeit, in
00:29:38: der Zeit, in der Zeit, in
00:29:39: der Zeit,
00:29:39: in der Zeit, in der Zeit, in der Zeit, in der Zeit, in der Zeit, in der Zeit, in der Zeit, in der Zeit, in der Zeit, in der Zeit, in der Zeit, in der Zeit, in der Zeit, in der Zeit, in der Zeit, in der Zeit, in der Zeit, in der Zeit, in der Zeit, in der Zeit, in der Zeit, in der Zeit, in der Zeit, in der Zeit, in der Zeit, in der Zeit, in der Zeit, in der Zeit, in der Zeit,
00:29:52: in der Zeit, in der Zeit,
00:29:53: in der Zeit, in der Zeit, in der Zeit, in der Zeit, in der Zeit, in der Zeit, in der Zeit, in der Zeit, zum Teil auch mal nur zwei Kommunisten oder vier Kommunisten verhaftet.
00:30:00: Dann wurde auch wieder berichtet, drei, vier Tage später, dass sie wieder freigelassen worden sind und sich jetzt zu nationalen Sachen bekennen und so weiter.
00:30:08: Also, ja, die wurden im Beziehung umgedreht oder so bedroht, dass sie dann lieber
00:30:14: sich angepasst haben, ruhig
00:30:15: waren und gesagt haben, okay, dann machst du
00:30:19: das.
00:30:21: Also, es gab eine ganze Reihe, wurde am Anfang, wie gesagt, in den Zeitungen veröffentlicht, aber jetzt eine Statistik darüber ist sehr mühselig zusammenzustellen.
00:30:30: Also, ich habe es versucht, aber ich muss ehrlich sagen, ich bin aufgrund des Zeitrauffands jetzt dran gescheitert.
00:30:36: Na, wir hatten, ich weiß, ich war mal mit einer Jugendgruppe von Pösnig in der Gedenkstelle Buchenwald gewesen und da haben wir explizit nach Pösnägerinnen und Pösnägerangeforscht, die in Buchenwald gewesen sind und da sind wir auf dreiundsechzig gekommen, von denen zwei auch maßgeblich an der Versteckung des sogenannten Buchenwaldkindes, beteiligt gewesen sind, zumindest zwei Kommunisten aus Pösnick.
00:30:58: Das könnte man ja vielleicht später auch noch mal aufgreifen.
00:31:00: Was mich jetzt interessiert, gibt es irgendwie Meldungen in diesen Quellen, auf die sie sich gestützt haben, wie so die Reaktion gewesen ist von der Bevölkerung im Saale-Orla-Kreis auf, die Veränderungen innerhalb dieser hundertzwanzig Tage?
00:31:14: Nein.
00:31:15: Nicht, gar
00:31:15: nicht.
00:31:16: Also die Zeitung hat darüber berichtet und wenn Leserbriefe waren, dann waren das Sachen, die er die ganze Sache unterstützt haben.
00:31:27: Also gegenteilige Äußerungen gab es keine mehr.
00:31:33: Also, wenn dann wäre das eventuell in der Räusischen Tribüne in Gerra passiert, aber die ja auch mit Verbot belegt war, also ganz schwierig.
00:31:41: Also auch SPD-Zeitungen durften nicht erscheinen beispielsweise.
00:31:44: Also es gab auch keine Sprachhohre mehr für diese Leute.
00:31:47: Und das hat sich auch nicht bis may.m.m.m.m.m.m.m.m.m.m.m.m.
00:31:50: geändert, dass es da irgendwie Informationen gibt, ob es plötzlich eine Unzufriedenheit gegeben hat oder Ähnliches.
00:31:59: Nein.
00:32:00: überhaupt nicht, also in der Presse sowieso nicht, weil die Presse genauso gleichgeschaltet war wie alle anderen.
00:32:10: Das ist auch ein besonderes Kapitel, das hat man ja auch mit der Schleizer Zeitung versucht, bis sie dann wirklich gleichgeschaltet wurde oder sich gleichschalten lassen musste.
00:32:20: Also diese noch relativ unabhängige Presseberichterstattung der Schleizer Zeitung war ja den Nationalsozialisten ... in donnem
00:32:30: Auge.
00:32:30: Ja.
00:32:31: Obwohl sie deutschnational war.
00:32:33: Und dazu muss man auch wissen, dass ... ... dieses konservative Lager, das es damals gab, ... ... die war nicht einheitlich.
00:32:41: Dass man einen Staufenberg spältestens sieht, ne?
00:32:43: Ja, das hat eher weniger was zu tun.
00:32:45: Das hat eher mit dem Krieg noch was zu tun.
00:32:47: Ja.
00:32:48: Aber schon damals zu dieser Zeit ... ... oder sagen wir es anders, ... ... die NSDAP ... ... war eine Partei, ... ... und deren Führer waren Leute ... die niemand anderes neben sich duldeten.
00:33:01: Und das hat man auch gespürt.
00:33:05: Auch wenn die Schleizer Zeitung sehr deutschnational geschrieben hat, also hauptsächlich entsprechend der deutschen Nationalen Volkspartei, die schon sehr weit rechts waren, war das der NSTHB nicht rechts genug.
00:33:21: Okay.
00:33:22: Und um mal das zu sagen, weil ja jetzt auch in der Diskussion immer wieder kommt, ja, die NSDAP wäre links gewesen.
00:33:29: Also die haben sich selbst als Rechte bezeichnet.
00:33:32: Das haben wir auch in den Quellen hier mit drin.
00:33:34: Also die haben sich tatsächlich selbst als rechte Partei bezeichnet.
00:33:39: Und jedenfalls, es gab ja dann, dass dieses große Zerwürfnis mit dem Stahlhelm, Also als die Soldatenorganisation der Frontkämpfer vom Ersten Weltkrieg.
00:33:51: Und ein ganz krasses Beispiel dazu war, es gab schon, dann die ersten Straßenumbenennungen, was ja auch in dieses ganze Reihenfeld.
00:34:02: Und da gab es in Schleitz, wurde die heutige Poststraße oder heutige alte Poststraße damals Poststraße umbenannt in Franz Selde Straße.
00:34:12: Franz Selde war der Stahlhelmführer im Deutschen Reich.
00:34:15: Und damals gab es Unstimmigkeit zwischen NSTHB und Stahlhelm.
00:34:22: Es gab ja dann auch Ratzen beim Strahlen und so weiter, wo NSDHB, also SA und so weiter dort durchsucht haben und was weiß ich alles.
00:34:30: Und sogar die Fahnen, ein kassierten Wolken und die Schleizer Strahlengruppe, die haben dann lieber ihre Fahne verbrannt, als sie da NSDHB zu geben.
00:34:37: Also im rechten Lager, die waren auch sehr gegeneinander.
00:34:43: Und in Pösnäck beispielsweise gab es ja auch Gruppen von anderen, wenn wir sagen, ... ganz rechten Parteien ... ... gegen die, ... ... die NSTP auch vorgegangen sind, ... ... die wurden ja dann sogar verboten.
00:34:58: Also ... ... fielen dann mit unter die Parteiverbote.
00:35:00: Kannst
00:35:00: du dir dein Beispiel nennen so?
00:35:01: Und
00:35:01: ... ... müsste ich nachgucken.
00:35:03: Ja, dann ...
00:35:03: ...
00:35:04: kann man sich das Buch ja auch kaufen.
00:35:05: Ja.
00:35:07: Also es gab noch andere nationale Parteien nicht unbedingt sozialistisch, die aber dann auch von der NSDAP bekämpft worden sind.
00:35:19: Also die NSDAP hat keinen Leben sich geduldet.
00:35:22: Also auch keine andere rechte Partei.
00:35:24: Und das zeigt sich zum Beispiel bei der Schleizer Zeitung.
00:35:29: Es gab also schon längere Zeit Anfeindungen gegenüber der Schleizer Zeitung und es gab in Schleitz zwei führende Nationalsozialisten, die auch im Stadtrat saßen, die hatten dann eine nationalsozialistische Zeitung gegründet und die neue Schleizer Zeitung genannt.
00:35:46: Und diese neue Schleizer Zeitung sollte eigentlich schaffen, dann die neue Zeitung hier in Schleitz zu werden.
00:35:52: Sie hat es nie geschafft, hier die große Regionalzeitung zu werden.
00:35:57: Aber was hat man dann gemacht im Stadtrat?
00:35:59: Und das war auch in dieser Zeit, in diesen hundertvierundzwanzig Tagen.
00:36:02: Man hat der Schleizerzeitung den Status als Amtsblatt aberkannt durch Beschluss des Stadtrates und hat also den Status des Amtsblattes der neuen Schleizerzeitung gegeben, per Stadtratsbeschluss.
00:36:20: So, das heißt... Die Schleizer Zeitung, als damals eigentlich größte Zeitung dies hier gab, durfte weiterhin die amtlichen Meldungen veröffentlichen, aber sie hat das Geld dafür nicht mehr bekommen.
00:36:33: Dieses Geld hat die von den NSDHP-Leuten gegründete Zeitung bekommen.
00:36:38: die nie diese Verbreitung hatte.
00:36:40: Das heißt quasi, dass die Leute bei der Schleizer Zeitung dann mehr oder weniger fast in ehrenamtlich gearbeitet haben, um weiter bestehen zu können?
00:36:46: Oder wie muss ich mir das vorstellen?
00:36:46: Also die mussten das natürlich dann kompensieren durch andere Werbeeinnahmen.
00:36:49: Also die haben die amtlichen Mitteilungen weitergebracht, ganz einfach, weil sie das größere Medium waren und das auch ihren Lesern schuldig waren und sie mussten das halt irgendwie anders kompensieren.
00:36:59: Aber dieses Geld ging dann in diese nationalsalistische Zeitung.
00:37:07: Ist noch irgendwas anderes Eklatantes, das zu erwähnen, wäre innerhalb dieser hundertzwanzig Tage im Salle-Ola-Kreis geschehen?
00:37:13: Ja, es gibt so ein paar kleine Sachen, wo man sich eigentlich sagt, was soll das?
00:37:21: Ja, es gab eine Begebenheit, die hing also mit dem einundzwanzigsten März zusammen.
00:37:27: Der einundzwanzigste März ist ein sehr symbolträchtiger Tag in der deutschen Geschichte.
00:37:33: Und also zum Beispiel, äh, achsohnundseinundseipzig trat am einundzwanzigsten März, erstmals der Deutsche Reichstag zusammen.
00:37:39: Bis Mark wurde damals zum Reichskanzler gewählt.
00:37:42: Und da, das war dann, also, neunsehrdreisig der Tag von Potsdam, das ist der Tag, wo sich Hitler, ja, Medienwirksam vor Hindenburg verneigt
00:37:51: hat.
00:37:51: Ja.
00:37:53: Und äh, dieser deutsche Tag, äh, wurde dann, also auch für den Tag zum Feiertag erklärt.
00:38:00: Ähm... im Vorfeld schon und dann wurde natürlich auch Beflaggungen angeordnet.
00:38:07: Also gefühlt, wenn man sich also das durchliest, gefühlt mussten damals an jeden zehnten Tag, die fahren rausgehängt werden, aber auch nur die, die gewollt waren, alle anderen durften nicht.
00:38:20: Und es gab um diesen einundzwanzigsten März eine Begebenheit in Kölber.
00:38:26: Also westlich von Pösneck, am Rand des heutigen Salle-Oller-Kreises.
00:38:31: Und dort gab es einen Amtsvorsteher, der hieß Otto Säuberlich.
00:38:39: Und der hatte am einen, zwanzigsten März, trotz angeordneter Beflaggung, keine Fahnen aufgehängt.
00:38:46: Okay.
00:38:47: So, Otto Säuberlich war Deutsch-National.
00:38:51: Also es war kein Linker gewesen, war deutschnational und er hat keine Fahne aufgezogen vor dem Gemeinderamt.
00:38:58: Danach passierte das, was man heute als Shitstorm bezeichnet.
00:39:02: Ja.
00:39:03: Zornig in dem Maße, also wenn es damals schon die sozialen Medien wie heute gegeben hätte, wäre das natürlich noch viel krasser gewesen.
00:39:10: Das Ganze führt letzten Endes dazu, dass Otto Säuberlich zurückgetreten ist und auch sein Kreisdachsmantat zurückgegeben hat.
00:39:18: Weil er eine Fahne nicht aufgezogen hat.
00:39:20: Das ist unglaublich.
00:39:22: Jetzt wird das Ganze kurios.
00:39:24: Er war dann zurückgetreten als Ortsvorsteher.
00:39:27: Da musste eine neue Wahl stattfinden und die haben ihn wieder gewählt.
00:39:31: Wenn man sich vorstellt, man hat eine Fahne nicht aufgezogen.
00:39:36: An einem erklärten Feiertag.
00:39:38: Und deswegen musste der zurücktreten.
00:39:41: Also kann man eigentlich fast nur mit dem Kopf schütteln.
00:39:44: Aber es gibt... Ähnliche Parallelen, bisschen anders, also ich weiß das aus DDR-Zeiten beispielsweise, wo es jetzt wahrscheinlich dann viele Sachen, oh Gott, oh Gott, wie kann er so was sagen oder das stimmt doch alles nicht?
00:39:57: und so weiter, wenn man sich das durchliest, was damals passiert ist und dann mal die eigenen Erlebnisse in der DDR daneben stellt, stellt man fest, dass ... das Dritte Reich ... ... und die DDR ... ... in gewissen Dingen ... ... sehr eng beieinander waren.
00:40:12: Ja.
00:40:13: So, und so gab es zum Beispiel ... ... eine Begebenheit ... ... wo junge Leute ... ... am dreißigsten April ... ... also am Abend vor dem ersten Mai ... ... einen zu viel getrunken hatten.
00:40:25: Mhm.
00:40:26: So, und dann ... ... sind sie mit einer DDR-Fahne ... ... laut ... ... stark durch die Stadt gezogen.
00:40:33: Hier in Schleitz?
00:40:33: Nein, das war nicht hier in Schleitz, das war irgendwo im Vogtland gewesen.
00:40:38: Und die wurden dann einkassiert und wurden mal zwei, drei Tage weggesperrt.
00:40:43: Okay, weil sie betrunken, mit einer CDR-Fahrung umgezogen?
00:40:45: Ja,
00:40:46: das wurde als Provokation gegen den Staat gewerdet.
00:40:49: Und so ähnlich kann man das auch sehen damals, also Ortsvorsteher.
00:40:55: Sieht keine Fahne auf vom Gemeinderamt und muss dann also zurücktreten.
00:40:59: Ja, wir wissen es ja alle, die, sagen wir mal, vor dem Jahr vierundachzig geboren sind, die Zwangsbeflackung, sondern ich sie jetzt mal zum Beispiel zum ersten Mai oder zum Tag der Nationalen Volksarmie, dass jeder seine Fahne am Haus hatte, die rausgehängt werden musste.
00:41:13: Und es gab, zumindest ist das so in meiner Erinnerung, dass mein Vater immer sagte, Fahne raus, nicht vergessen, sonst gibt es Ärger.
00:41:20: Genau, also allein da ist ja schon die Parallele im Grunde.
00:41:24: Und wir gehen mal noch ein bisschen weiter raus aus dem Thema.
00:41:30: nochmal ganz kurz zu Ihnen persönlich.
00:41:32: Können Sie sagen, ob die Arbeit an diesem Buch irgendwas mit Ihnen persönlich gemacht hat?
00:41:38: Sie hat auf alle Fälle meinen Blick einmal auf diese Zeit geändert und hat meinen Blick geändert auf Geschichtsschreibung.
00:41:53: auch wie Geschichte vermittelt wird und die Betrachtung, wie man Texte aus jenen Zeiten lesen sollte, auch aus DDR-Zeiten.
00:42:05: Auch DDR-Zeit, ich kenne das selber, aus eigener Erfahrung.
00:42:10: Damals wurden Texte auch entsprechend eingefärbt und manche Pressetexte hätten sonst nie erscheinen können.
00:42:18: Und ich habe ja in der Sorte achtundachtzig angefangen, über Heimatgeschichte zu publizieren.
00:42:26: Da sollte man schon irgendwo noch den Schwenk hinkriegen, wie gut wir es doch dann in der DDR haben.
00:42:32: Und es gibt ein sehr, wenn man sagen, ein Beispiel, das uns nachdenklich machen sollte, gerade auch in totalitären Systemen.
00:42:44: Und auch die DDR war ein totalitäres System.
00:42:48: Auch wenn das viele nicht so empfunden haben.
00:42:53: Es gab Ende der fünftiger bis neunsechzig im Kreis Schleitz eine Publikation.
00:43:01: Das war der Oberlandbote, wo so Heimatgeschichte und solche Sachen beschrieben worden sind.
00:43:07: Leider nur sieben Jahrgänge.
00:43:12: Werden noch heute noch sehr oft gelesen und da ist in einem dieser Hefte ist ein Beitrag drin von jemand ich glaube aus zeug grün So und er hat also Anforschung betrieben und hat festgestellt dass einer seiner Vorfahren ein Vogt auf einem Rittergut war also ein Verwalter einfach nur ein Verwalter so und er hat sich dann Öffentlich so geäußert dass er sich schämt dass sein Vorfahren eigentlich ein ... einer der Unterdrücker.
00:43:43: Ja.
00:43:44: Ja.
00:43:44: Also so weit hat das zum Teil geführt.
00:43:47: Hat er das freiwillig getan oder hat er das getan oder ...
00:43:49: ... genötigt?
00:43:50: Das weiß ich nicht.
00:43:52: Das weiß ich nicht.
00:43:53: Das ist schwer zu sagen.
00:43:55: Ja.
00:43:56: Das kann man da nicht rauslesen.
00:43:57: Ja.
00:43:58: Also
00:43:58: ich glaube eher nicht, dass er genötigt wurde.
00:44:02: Wir haben ja ... ... also manche Sachen auch ... ... die zur DDR-Zeiten zur Regionalgeschichte ... ... veröffentlicht worden sind.
00:44:09: Da muss man ... viel zwischen den Zeilen lesen.
00:44:13: Da ging es vielen Autoren auch oftmals darum, wichtige Informationen überhaupt zu veröffentlichen, damit diese da sind, damit diese vervielfältigt werden, damit man sie später recherchieren kann.
00:44:27: Und dann kommt natürlich noch diese politische Keule dazu.
00:44:32: Also viele schon im Kopf die Schere hatten, also das muss jetzt unbedingt noch mit rein, ansonsten wird es nicht veröffentlicht.
00:44:38: Das ist genauso wie unsere Rockgruppen, die wir damals hatten, von Silly beispielsweise, das bekannt, oder von City auch, wenn die eine Schallplatte gemacht haben, mussten die ja das vorher genehmigen lassen.
00:44:50: Also man braucht doch... zu DDR-Zeiten, um etwas zu drucken, braucht man eine Genehmigung, selbst eine Postkarte.
00:44:57: Das sind also diese kleinen Nummern, die da überall drauf stehen, diese Genehmigungsnummern.
00:45:02: Also ohne das ging nichts in Druck damals.
00:45:06: Das war auch bei kleinen Druckereien dann.
00:45:08: So wie das heute ist, wäre nicht möglich gewesen.
00:45:14: Die Rockgruppen damals, die haben das dann natürlich so gemacht, die haben ein Lied mit reingemacht, wo sie genau wissen, das fliegt raus und haben das im Prinzip damit, die was gefunden haben bei der Zensur oder bei dem Gremium, das darüber befunden hat, ob dann letztendlich die Platte erscheint oder nicht.
00:45:30: Und die haben das Ding rausgeschmissen und andere Sachen haben sie dann wieder reingebracht.
00:45:35: Und bei City beispielsweise, bei Casablanca, das ist so ein Lied, das sie mit reinbringen wollten, dann hatten sie einen anderen Titel.
00:45:42: ... der dann unter Garantie rausgeflogen ist, ... ... damit sie den durchgebracht haben.
00:45:47: Psychologie.
00:45:49: Krass.
00:45:50: Wir müssen auf jeden Fall auf ein Thema ... ... oder möchte ich auf jeden Fall noch zu sprechen kommen, ... ... auch wenn es wieder mal so ist, dass ich nur ... ... nicht mal ein Drittel meiner Fragen angesprochen habe, ... ... die ich aufgeschrieben habe.
00:46:00: Aber ich gehöre ja zu den Menschen, ... ... die gewisse Parallelen zwischen den ... ... neunzehntzwanziger und frühen neunzehntreißiger ... ... Jahren und heute sehen.
00:46:11: Gerade was die Entwicklung in der Politik angeht, würden Sie das bestätigen?
00:46:15: Gibt es Parallelen oder ist es einfach nur eine Paranoia, die ich und mit mir viele andere Menschen haben?
00:46:21: Jetzt kommt jetzt darauf an, was man unter Parallele bezeichnet.
00:46:24: Es war damals eine andere Zeit.
00:46:26: Also man kann nicht eins zu eins das Ganze übertragen.
00:46:29: Man kann einige Dinge eins zu eins übertragen vom Dritten Reich zur DDR.
00:46:36: Also als ich damals dieses erste Heft gemacht habe Ende der neunziger Jahre, hatte ich beim Quellenstudium oftmals das Gefühl, das hast du doch selbst erlebt.
00:46:48: Also es gab damals Dreiunddreißig hier in Schleis gefühlt jeden zweiten Tag eine Demo.
00:46:54: Also
00:46:54: ein Aufmarsch, entweder NSDAP oder Stahlhelm, also gefühlt.
00:47:00: Das könnte auch nur einmal in der Woche gewesen sein, aber unwahrscheinlich viele Aufmärsche, wo die durch die Stadt marschiert sind.
00:47:06: Und als es dann diese Demos gab zur Corona-Zeiten.
00:47:11: ... habe ich mich sehr daran erinnern.
00:47:15: Ich
00:47:15: habe mir auch gerade an die Montagsdemos gedacht, die zwei Jahre... ... habe ich
00:47:17: mir auch sehr daran erinnern, auch unter Lautstark, also mit lauten Trommelschlag und so weiter, ... ... es hat mich sehr an die Zeit, ... ... da erinnert.
00:47:25: Obwohl ich jetzt nicht der Masse der Leute dort ... ... das unterstellen möchte, ... ... aber wenn ich sehe, auch wer dort mitmarschiert ist, ... ... mit schwarz-weiß-rotem Fahren, ... ... das sind wir wieder bei, ... ... oder wenn ... Die heutige Staatsfahne, unsere Spass-Roll-Goldene-Fahne, auf den Kopf gestellt wird und getragen wird als Ablehnung des heutigen Staates.
00:47:45: dann ist das schon eine Sache, die man entsprechend bewerten sollte.
00:47:49: Aber da fühlte ich mich auch an so was erinnert.
00:47:51: So, und dann beispielsweise, dass angeordnet wurde, damals bei erster Mai, der ist die Nazis, haben ja damals den ersten Mai zum Feiertag gemacht.
00:48:01: Und wenn man sich dann mal anschaut, wie das damals zelebriert wurde, also am Anfang Kundgebung in den Betrieben, dann ging es zum zentralen Sammelplatz, dann gab es die große Demonstration, dann gab es die große Abschlusskundgebung, die Arbeiter in manchen Betrieben haben Geld von ihren Arbeitgebern bekommen, damit sie sich dann im Bier kaufen konnten.
00:48:20: Da gibt es viele Parallelen, so sieht er.
00:48:22: Ich
00:48:22: bin zum ersten Mal auch jedes Mal gelaufen.
00:48:25: Und die Schulen wurden verpflichtet, bei den Demos mitzulaufen.
00:48:29: So, das hatten wir damals alles.
00:48:31: Ja, genau.
00:48:32: Also, da gibt es eine ganze Reihe Parallelen.
00:48:34: So, dann zu den zwanziger Jahren und zur heutigen Zeit.
00:48:38: Es war damals eine andere Zeit.
00:48:40: Die Parteienlandschaft war sehr vielfältig.
00:48:43: Wir hatten im Deutschen Reich ein Parlament, das sehr zersplittert war.
00:48:47: Es gab noch keine fünf Prozenthörte.
00:48:49: Was den Erfahrungen damals, ist ja dann nach dem Krieg die fünf Prozenthörte eingebaut wurden.
00:48:55: Damit also nicht jede kleine Splitterpartei da mit drin ist, sondern dass man auch ordentliche Koalitionen bilden kann.
00:49:02: Was es damals natürlich oder was es damals noch gab, es gab eine Zeit von Krisen.
00:49:07: Es gab also in den Zwanziger und den großen Aufschwung, die sogenannten goldenen Zwanzigerjahre, die aber auch nicht das ganze Jahrzehnt gehalten haben und die hauptsächlich darauf zurückzuführen sind, dass das Deutsche Reich Kredite aus den USA bekommen hätte.
00:49:21: Und dann kam die Weltwirtschaftskrise.
00:49:23: Und die hat natürlich das Deutsche Reich massiv getroffen.
00:49:26: Wir hatten Anfang der Zwanzigerjahre die große Inflation.
00:49:29: ... also dann letzten Endes durch die Einführung der Rentenmark ... ... beendet wurde, ... ... was auch wieder letzten Endes nur ... ... durch ein Bauchgefühl beendet wurde, ... ... weil es gab, ... ... die Rentenmark war nichts anderes als die andere Reismark, ... ... denn der andere Reismark hat ja auch erst mal weitergegolden ... ... und die Leute haben dann ganz einfach ... ... der Rentenmark vertraut.
00:49:57: Ja.
00:49:57: rein aus dem Bauch raus und dadurch wurde letzten Endes die Inflation gestoppt.
00:50:02: Also es hat durch Gefühl funktioniert.
00:50:07: In Österreich war die Inflation dann ein Jahr später.
00:50:10: Also die hatten es dann später auch noch.
00:50:14: Aber das hat die Leute geprägt, so.
00:50:16: dann kam die sogenannten goldenen zwanziger Jahre, dann kam die große Wirtschaftskrise, weltweite Wirtschaftskrise.
00:50:23: ... die zu hoher Arbeitslosigkeit geführt hat.
00:50:28: Es ist ein Versuch worden, ... ... also hier ... ... Arbeitsverschaffungsmaßnahmen schon einzuführen, ... ... also so ähnlich wie wir das auch kannten ... ... aus den neunziger Jahren.
00:50:38: Es gab damals schon Pläne zum Beispiel, ... ... die Vicenter zu begradigen und so weiter, ... ... was dann aber nicht gemacht worden ist.
00:50:43: Man hat die Arbeitsdienstlage eingeführt.
00:50:46: ... die ja später dann auch dann von den Nazis ... ... instrumentalisiert wurden.
00:50:51: Es
00:50:51: gab ja auch selbst dann ... ... als der Dreiundreißig ist auch in den Buch mit drin ... ... Aktionen der Nationalsozialisten ... ... gegen den Reißarbeitsdienst, ... ... also dass auch die Arbeitsdienstlager dann ... ... gleichgeschaltet wurden und besetzt wurden ... ... und dort gab es ja dann schon eine ... ... vor militärische Ausbildung.
00:51:05: Das ist ja gekoppelt worden, ... ... also es war arbeiten ... ... und der halbe Tag war dann ... ... militärische Ausbildung.
00:51:11: Also man hat auch da schon ... ... auf den Militär hingearbeitet.
00:51:15: Was ist damals, oder anders, diese große Arbeitslosigkeit, die hielt natürlich lange Zeit an.
00:51:22: Also selbst noch ein sehr hoher Arbeitslosigkeit, das ist etwas, was wir heute nicht haben.
00:51:29: Wir haben
00:51:29: heute keine hohe Arbeitslosigkeit.
00:51:32: Im Gegenteil, wir suchen eigentlich Arbeitskräfte, zumindest die Firmensuchung Arbeitskräfte.
00:51:37: Das ist vom sozialen her eine... ganz andere Situation.
00:51:42: Also wir haben heute eine Situation, wo der Sozialstaat vieles abfedert, den Leuten vieles abnimmt.
00:51:48: Also diese Grundrahmenbedingungen, die es damals gab, die sind heute zum großen Teil nicht da.
00:51:55: Was heute natürlich ist, wir reden uns unser Land oftmals selbst schlecht.
00:52:02: Ja, also ich nehme einfach so eine massive Unzufriedenheit wahr.
00:52:08: Die kompensiert wird mit einer gewissen Staats- respektive Demokratiefeindlichkeit oder zumindest Abgeneigtheit.
00:52:15: Ich klingt immer gleich so militant.
00:52:18: Was natürlich, und das ist meine Einschätzung, der AfD in die Hände spielt und deshalb die Wählerzahlen wachsen.
00:52:27: Und das ist das, was ich meine mit der Parallelität.
00:52:30: Ich weiß, dass es vermessen ist, die AfD in Gänze mit der NSDAP von damals gleichzusetzen.
00:52:37: Das kann man nicht machen, das geht nicht.
00:52:39: Genau, das weiß ich ja gerade, aber Tendenzen sehe ich in meiner schwarzmalerischen Sicht vielleicht so ein bisschen.
00:52:45: Und deswegen die konkrete Frage, also sehen Sie eine ähnliche Gefahr wie damals jetzt, was Sie ja gerade schon ein bisschen relativiert haben, durch die Schilderung der Unterschiede im gesellschaftlichen Gefüge, aber kann sowas wieder passieren in den nächsten Jahren?
00:53:03: Das ist schwer zu sagen, weil die Väter des Grundgesetzes einige Sicherungsmechanismen eingebaut haben.
00:53:11: Deswegen ist ja auch die Bundesrepublik ein föderaler Staat und kein Zentralregierter Staat wie Frankreich beispielsweise.
00:53:22: Das kann man wirklich sehr schwer sagen.
00:53:24: Das hängt davon ab, welche Mehrheiten dann in einem Bundestag da sein werden.
00:53:33: Es gibt ja gewisse Hürden, wo beim Bundestag zum Beispiel zwei Drittel Mehrheit gebraucht wird.
00:53:39: So, das heißt also eine entsprechende Koalition, also ich glaube, dass keine Partei auf seventy-fünf Prozent kommt oder auf über sech, über sechsensechzig Prozent kommt alleine.
00:53:51: Wobei, man sollte niemals nie sagen.
00:53:54: Wir hatten auch damals hier, also, dreidreißig Wahlergebnisse, die eher sehr zum Nachdenken anregen.
00:54:08: Zum Beispiel in einem Dorf südlich von Schleitz hatten wir hundert Prozent NSDAP.
00:54:17: hundert Prozent.
00:54:18: Ja, hundert Prozent.
00:54:19: Ich dachte jetzt, die kommen so ein bisschen ähnlich wie, sagen wir mal, in Pascal, wo ja die Wählerzahl, ich glaube, über sechzig Prozent lag, was die AfD angeht bei der letzten Wahl.
00:54:27: Aber hundert Prozent ist ja noch mal ein ganz anderes Level.
00:54:29: Ja,
00:54:30: also vollkommen, also wir hatten, das ist auch eine, habe ich eine Karte in dem Buch drin, der Orte, in denen die NSDAP mehr als fünfzig Prozent der Stimmen holte.
00:54:40: Ja.
00:54:40: Und das ist ungefähr die Hälfte des heutigen Salonakreises.
00:54:44: Also schon... schon heftig.
00:54:47: Also es zeigt auch die Grundstimmung damals, wobei ich dazu sagen muss, es waren nicht alles keine eingefleischten Nazis oder nicht alle waren eingefleischte Nazis, die alles mitgetragen haben, was die NSCAP wollte.
00:55:02: Obwohl die es auch vorher gesagt haben, was sie wollen, aber die Leute haben sich damals heraus, aus Wirtschaftskrisen, aus Arbeitslosigkeit und so weiter, aus ständig wechselnden Regierungen.
00:55:15: Also es war damals sehr, es gab ständig Regierungswechsel.
00:55:20: Also so ähnlich wie wir das aus Italien kennen.
00:55:26: Die Leute wollten irgendwo wieder Ruhe haben.
00:55:28: Ja.
00:55:28: So und haben sich also dadurch auch wieder, Hindenburg war ja die große Galis, und haben sich wieder nach einem starken Mann gesehen.
00:55:39: Also so kann ich mir das nur erklären.
00:55:42: Und dadurch haben viele eben dann auch die NSDAP gewählt.
00:55:47: Und heute, es ist logisch schwer zu erklären, es ist eigentlich das Gleiche, die Nationalsozialisten haben damals sehr die Gefühle der Leute angesprochen.
00:55:59: Auch viel mit Desinformation.
00:56:02: Das haben wir heute auch.
00:56:03: Es werden sehr die gefühle der Leute angesprochen.
00:56:06: So.
00:56:06: Und wenn man mit Fakten arbeiten will, worauf man eigentlich seine Wahlentscheidung begründen sollte, es ist schwer, die Leute zu erreichen.
00:56:15: Momentan jetzt auch im Stadtrat wieder einige Diskussionen.
00:56:19: Und wenn man dann mal die Fakten auf den Tisch legt, zeigen die ein anderes Bild.
00:56:25: als das, was draußen unter den Leuten diskutiert
00:56:28: wird.
00:56:29: So, und wie gesagt, wir tun uns vieles schlechtreden.
00:56:34: Und das ist schwer zu sagen.
00:56:38: Also wie gesagt, die Väter des Grundgesetzes haben Hürden eingebaut, inwieweit diese übersprungen werden können, weil wir haben ja auch letzten Endes noch den Bundesrat, dann hängt es noch davon ab, wie viele Bundesländer werden dann entsprechend regiert.
00:56:51: Also wir werden die Bundesländer abstimmen.
00:56:52: Also ganz so einfach wie damals wird es nicht sein.
00:56:56: Auch so wie in der USA wird es nicht sein, weil die USA auch ein präsidial regiertes Land ist und der Präsident dort fast eine Allmacht hat.
00:57:06: Das gibt es bei uns nicht.
00:57:07: Deswegen ist ja auch bei uns der Bundespräsident, hat nicht diese Macht, die vorher einen Reichspräsident hatte.
00:57:17: Ja, da passt sich meine... Zukunftsvision oder mein Blick in die Zukunft ein bisschen den Wetter an.
00:57:24: Das ist gerade seit einer halben Stunde die Sonne ist rausgekommen.
00:57:27: Ich gehe mit einem besseren, mit einem etwas positiveren Gefühl aus dem Gespräch.
00:57:31: Das wir jetzt leider beendet müssen aufgrund der Zeit.
00:57:34: Eine letzte Frage habe ich auf jeden Fall noch, weil das interessiert mich extrem.
00:57:37: Wenn Sie die Möglichkeit hätten mit einem Politiker oder einer Politikerin.
00:57:40: Das kann ruhig auch eine historische Person sein.
00:57:43: Mal ein Bier zu trinken oder einen Kaffee.
00:57:45: Können Sie spontan sagen, wer das wäre?
00:57:49: Frank Walter Steinmeier.
00:57:50: Frank Walter Steinmeier.
00:57:52: Ja.
00:57:52: Hab ich sogar schon.
00:57:54: Ich hab'n zumindest schon mal die Hand geschüttelt.
00:57:56: Nee, aber mein Schleis.
00:57:58: Ja.
00:57:59: Danke für das Gespräch.
00:58:01: Wir konnten leider wieder nur so ein bisschen Oberflächen abkratzen, aber ich kann nur jedem Menschen, der jetzt zugehört hat, dieses Buch, um ... ... und plötzlich war Deutschland ein anderes.
00:58:14: Empfehlen gibt's in jedem Buchhandel oder bestellbar eben.
00:58:17: Vielen Dank fürs Gespräch.
00:58:18: Ja.
00:58:19: Ich danke auch.
00:58:21: Das war Ostwärts.
00:58:23: Ein Spaziergang durch den Saale-Orla-Kreis.
00:58:25: Wenn ihr die anderen Folgen noch nicht gehört habt, hört euch die gerne an und nicht zu vergessen, abonnieren, liken und dabei sein.
00:58:34: Vielen Dank fürs Zuhören.
00:58:36: Bis zum nächsten Mal.
00:58:43: Ostwärts.
00:58:45: Ein Spaziergang durch den Saale-Orla-Kreis.
00:58:48: Ein Podcast der Volkshochschule Saale-Orla-Kreis gefördert.
00:58:53: vom Thüringer Ministerium
00:58:54: für
00:58:54: Bildung, Wissenschaft und Kultur.
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