Ranis - Von Bagdad nach Babelsberg
Shownotes
In dieser Episode treffen wir den in Ranis aufgewachsenen Holzbildhauer Sinan Al Shakirche, der in Bagdad geboren wurde und im Alter von zwei Jahren nach Deutschland kam. Sinans Lebensweg ist geprägt von starken Brüchen, Wendepunkten und einer großen Leidenschaft für das Handwerk.
Er berichtet von einer wilden Jugendzeit mit Höhen und Tiefen, einer schweren Erkrankung, die ihn beinahe das Leben kostete – und dem daraus entstandenen Umdenken. Wer dem Tod einmal von der Schippe gesprungen ist, blickt anders auf das Leben.
Nach seiner Ausbildung zum Holzbildhauer absolvierte Sinan direkt im Anschluss die Meisterschule, die er mit Bravour bestand. Heute arbeitet er weltweit für Auftraggeber und war unter anderem an den Filmstudios Babelsberg tätig, wo er Kulissen für den vierten Teil der Hollywood-Filmreihe „Die Tribute von Panem“ entwarf und erbaute.
Neben seiner internationalen Arbeit engagierte sich Sinan lange Zeit in der Arbeit mit langzeitarbeitslosen Menschen in Zeulenroda und vermittelte ihnen handwerkliche Fähigkeiten in der Holzbearbeitung. Zudem betreibt er eine kleine Tischlerei in Pößneck.
Eine Folge über zweite Chancen, Handwerk, Kreativität – und darüber, wie ein Weg aus dem Saale-Orla-Kreis bis nach Hollywood führen kann.
Transkript anzeigen
00:00:08: Ostwärts, ein Spaziergang durch den Saale-Orla-Kreis.
00:00:13: Ein Podcast der Volkshochschule Saale-Orla-Kreis gefördert vom Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur.
00:00:26: Und damit herzlich willkommen zu einer weiteren Folge Ostwärts, ein Spaziergang durch den Saale-Orla-Kreis.
00:00:33: Heute Treffe ich einen Menschen, nicht mal im Sala-Orla-Kreis, sondern wir sitzen gemeinsam in Potsdam heute.
00:00:41: Das hat eine ganz besondere Bewandtnis, auf die wir nachher gleich eingehen werden.
00:00:45: Einen Menschen treffe ich heute, oder mit dem, so muss ich es gleich sagen, mit dem ich nicht nur eine gemeinsame Vergangenheit verbinde, sondern auch eine... Ich will fast nur sagen, langjährige Freundschaft und warum wir heute in Potsdam sind.
00:01:00: Das alles erfahren wir im Laufe der nächsten sechzig Minuten.
00:01:03: Ich kann so viel sagen, dass mein Gast nach einer bewegten Jugend eine Ausbildung zum Holzbildhauer gemacht hat und unmittelbar danach, ich bin mir nicht ganz sicher, da auch das werden wir gleich klären, gleich noch die Meisterschule hinten dran gehängt hat und heute mehr oder weniger weltweit arbeitet, vorwiegend allerdings in Babelsberg.
00:01:26: Auch darüber werden wir sprechen und er hat im Sahler-Olerkreis mit Langzeitarbeitsdosen eine ganze Weile zusammengearbeitet.
00:01:32: Darüber hinaus hat er auch noch eine Holzwerkstatt in Pösnig, ebenfalls im Sahler-Olerkreis.
00:01:37: All das werden wir heute jetzt besprechen in den nächsten sechzig Minuten.
00:01:42: Ich freue mich sehr, dass Sina, dass du da bist.
00:01:44: Herzlich Willkommen, Sina und Alja Kerci.
00:01:47: Hallo Gruppe.
00:01:48: Moin, Sinan.
00:01:49: Traditionell ist es ja so, dass die Folge startet mit so einer kleinen Selbstvorstellung, Sinan.
00:01:57: Vielleicht willst du mir kurz mal sagen, wann bist du geboren, wo bist du geboren und so weiter.
00:02:04: Ja, ich bin Sinan, bin aufgewachsen in Ranes.
00:02:11: Geboren bin ich in Bagdad, das hat den Hintergrund, dass meine Mutter Deutsche ist, mein Vater aus dem Irak kommt.
00:02:22: Und ja, geboren bin ich neunundachtzig.
00:02:27: Ninzehundertneunundachtzig.
00:02:29: Ein Kind der Achtziger quasi, Sinan.
00:02:32: Dann lassen wir uns noch mal direkt ein bisschen ins Gespräch einsteigen.
00:02:37: Du hast es gerade gesagt, du bist in Bagdad geboren.
00:02:40: Hast du da noch eine Erinnerung dran, Sinan?
00:02:41: Irgendwie?
00:02:42: Wie lange hast du da gelebt insgesamt?
00:02:44: Wann seid ihr nach Deutschland gekommen?
00:02:46: Gelebt habe ich da gar nicht so lange.
00:02:47: Ich bin da nur geboren, in den Neunzig war der zweite Golfkrieg, glaub ich.
00:02:57: Genau.
00:02:58: Das heißt, du hast zwei Jahre, als ihr angekommen seid?
00:03:02: Ja.
00:03:02: In
00:03:03: Karamani.
00:03:05: Ich glaube, ein Jahr.
00:03:06: ... und noch etwas.
00:03:07: Ja, also das heißt du hast keine Erinnerung mehr, ... ... aber hast du noch irgendwie ... ... gibt es Kontakt zum Beispiel zu deiner Familie, ... ... hast du da noch verwandt, ... ... zu denen du Kontakt hast?
00:03:16: Ja, Kontakt auf jeden Fall.
00:03:19: Ich habe dann noch ... ... eine Tante und Cousins und so was, ... ... aber meine Opa und meine Opa sind verstorben ... ... schon ein paar Jahre.
00:03:27: Und wie sieht der Kontakt aus?
00:03:28: Also telefoniert die regelmäßig ... ... oder bist du manchmal auch sogar da?
00:03:32: Wie muss ich mir das vorstellen?
00:03:34: Naja, der Kontakt ist durch WhatsApp und durch Telefonate zu bewältigen.
00:03:43: Was bedeutet dir das?
00:03:44: Also den Kontakt dahin auch zu haben?
00:03:46: Naja, das ist ja ein Teil meiner, meiner Persönlichkeit und es gehört ja zu mir auch.
00:03:51: Na, ich frag dich deshalb Sie dann.
00:03:54: Wir kennen uns ja nun schon, also ich würde fast schätzen, mindestens zwanzig Jahre, ganz locker.
00:03:58: Und wenn wir über deine Familie gesprochen haben, haben wir Entweder.
00:04:05: also deine Mutter habe ich auch kennengelernt oder ich kenne sie ja mehr oder weniger.
00:04:09: Dein Vater hatte ich auch mal kennengelernt.
00:04:10: Der ist ja irgendwie mit einer riesigen, mit dem riesigen Wirtschaftsunternehmen weltweit unterwegs gewesen.
00:04:17: Weiß ich, ist er das überhaupt noch?
00:04:19: Ja, er ist Bauingen.
00:04:21: Ja, genau.
00:04:22: Aber über deine Familie im Irak haben wir nie gesprochen.
00:04:25: Also zumindest kann ich mich daran erinnern, dass es... Dass wir da mal drüber gesprochen
00:04:28: haben.
00:04:29: Ja, mein Opa war... Also, ich komme eigentlich aus einer Juristenfamilie.
00:04:33: Mein Opa ist Richter gewesen und sein Opa war auch Richter.
00:04:41: Also, es geht immer soweit.
00:04:42: Das ist eine Dynastie.
00:04:44: Okay, okay.
00:04:47: Was ist denn so?
00:04:48: deine erste Erinnerung?
00:04:50: Wenn du sagst, du bist ein Ranes aufgewachsen, Gibt es irgend so ein prägnantes Erinnerungsding, dass du ständig mit dir rumtrickst, dass es irgendwie immer da ist oder so?
00:05:03: Die
00:05:05: Burg
00:05:05: Kranes.
00:05:06: Weil du da deine Kindheit verlebt hast, als Spielplatz.
00:05:09: oder warum die Burg?
00:05:11: Genau, ja.
00:05:12: Die Burg war ein riesengroßer Spielplatz für mich damals.
00:05:15: In neunziger Jahren haben sich da nicht so viele Leute drum geschert.
00:05:21: Diese Boxer auch damals anders aus als sie heute da stehen.
00:05:25: Wesentlich anders.
00:05:26: Ja, wesentlich anders.
00:05:27: Völlig runtergekommen, völlig im Eimer.
00:05:32: Wie sah denn sonst deine Kindheit in Ranes aus?
00:05:35: Also was hast du gemacht?
00:05:36: Also wenn du jetzt nicht gerade in der Schule gewesen bist.
00:05:40: Was habe ich gemacht?
00:05:42: Ich war eigentlich in einem ziemlicher Durchschnitt, würde ich mal sagen.
00:05:46: Ich habe Fußball gespielt und war beim deutschen Roten Kreuz als junger Saniter.
00:05:50: Nee,
00:05:51: das weiß ich gar nicht.
00:05:53: Okay.
00:05:54: Genau.
00:05:56: Aber wir reden gerade von Ranes und davor haben wir von Bagdad, vom Irak gesprochen, warum ausgerechnet Ranes, wie seid ihr nach Ranes gekommen?
00:06:05: Ja, weil meine Oma in Ranes gelebt hat, beziehungsweise in Brandenstein.
00:06:11: Okay.
00:06:12: Ich war ja auch Flüchtling, oder was heißt, ja genau, sie musste ja damals nach einem Zweiten Weltkrieg flüchten, weil sie aus Suddenen Deutschland kommen.
00:06:20: Ja.
00:06:20: Und die wollten ja vertrieben, die hatten Zuzug bis Bayern, aber meine Oma ist hier aus den Hängen geblieben.
00:06:25: Das heißt, ihr habt quasi fast so eine, wenn ich jetzt sage, Flüchtlingstradition, das würde ich ekelhaft, aber ihr teilt zumindest ähnliche Erfahrungen.
00:06:37: Mein Vater ist ja nicht, mein Vater ist ja nicht in die DDR gekommen damals, als Geflüchteter, der hier studiert, in Dresden.
00:06:47: Ja,
00:06:48: ja.
00:06:49: Na weil du aber sagtest, dass, als du anderthalb warst oder zwei Jahre warst, der im Golfkrieg losgegangen ist, dachte ich, dass das ein bisschen anders dafür gewesen ist, dann nicht wieder zurückzugehen oder dass man familiär beschließt, mir bleiben lieber in Deutschland, da ist es safe.
00:07:04: Ja, wenn du dir die Entwicklung vom Irak angeguckt hast, da waren jetzt seit dem Golfkrieg dreißig Jahre Untergang angesagt bis heute.
00:07:13: Ja.
00:07:14: Wie geht es deiner Familie da, wenn du sagst, Juristenfamilie?
00:07:22: Leben die in Frieden, leben die zufrieden dort?
00:07:26: Ich denke schon, dass sie zufrieden leben.
00:07:29: Jeder Mensch tut das auf der Welt.
00:07:34: Was heißt jeder Mensch tut das auf der Welt?
00:07:35: Aber ihm fehlt es an nichts.
00:07:39: Da gibt es mehr Sachen als hier.
00:07:43: Ich bin dann im Bagdad geboren und in Bagdad ist ja eine Handelsstadt.
00:07:46: Ich war auch früher in einer großen Handelsstadt.
00:07:49: Das ist zwischen der Asien und Europa.
00:07:51: Ja, bei Menschen, die in unserem Alter sind.
00:07:54: etwas jünger, auf jeden Fall die ältere Generationen, die wissen alle, was Krieg bedeutet.
00:07:59: Das wissen wir natürlich nicht, deswegen stelle ich die Frage so ein bisschen.
00:08:02: Zum Glück?
00:08:03: Ja, natürlich zum Glück auf jeden Fall.
00:08:07: Aber lass uns mal zurückkommen zum Sala Ola-Kreis, zum eigentlichen Thema.
00:08:12: Jetzt habe ich ja gerade schon erzählt, dass du weltweit unterwegs bist, darauf kommen wir auch gleich noch zu sprechen.
00:08:17: Gibt es irgendetwas oder hat der Sala Ola-Kreis... In deiner Existenz heute noch in irgendeiner Form eine Bedeutung?
00:08:25: Ja, natürlich.
00:08:26: Also ich bin ja dort aufgewachsen und ich mag auch die Leute dort und ich habe auch meine Werkstatt dort.
00:08:35: Auch darauf, wenn wir gleich zu sprechen kommen, wenn ich das Wort Heimat in den Raum werfe als Begriff, kannst du damit was anfangen?
00:08:46: Bedingt, also Heimat ist für mich dort, wo meine Familie ist und das ist jetzt nicht an einem festen Ort gebunden.
00:08:53: Ja.
00:08:54: Ich wollte jetzt nicht ranes oder pösnig als Männer oder bakter als mein Heimat bezeichnen oder Potsdam oder
00:09:00: wo auch immer.
00:09:01: Jena, wo du ja lebst, das habe ich ganz vergessen, haben wir ganz vergessen, Eingangs noch zu sagen oder zu betonen, dass du ja aktuell in Jena lebst, zumindest... ... wohnhaft bist.
00:09:09: Ja, seit fünf Jahren.
00:09:10: Auch wenn du, auch wenn du ja, wie gesagt, pendelt's die ganze Zeit, ne?
00:09:14: Wir sitzen jetzt, wir sitzen jetzt hier gerade in Potsdam in einer ... ... na, ich lüge, wenn ich's da gewunderschön färgen wohnen.
00:09:20: Ja.
00:09:23: Stimmt.
00:09:28: Gibt es andere Sachen, die du mit dem Sala-Oler-Kreis in Verbindung bringst, vielleicht auch mit Ranes und oder Pölsnack, wo du ja auch mehr oder weniger aufgewachsen bist, zumindest tagsüber und dann abends nach Hause nach Ranes zu fahren, die du mit dem Sala-Oler-Kreis verbindest aus deiner Kindheit oder aus deiner Jugend vor allen Dingen?
00:09:46: Naja, meine Kindheit war jetzt nicht so spannend, muss ich sagen.
00:09:54: Aber mein Jugendwort dafür, umso wilder.
00:09:58: Ja, deswegen frag ich dich.
00:09:59: Ich bin in Pösnik.
00:10:02: Habe ich ja irgendwann den Weg auch zum Punkrock gefunden oder in die Subkultur gefunden, was mich ja auch sehr geprägt hat.
00:10:13: Wie kam das?
00:10:14: Wie bist du zum Punkrock?
00:10:15: Wie bist du zur Subkultur gekommen?
00:10:17: Ich weiß es nicht.
00:10:21: Wir hatten damals ... Anfang der zweitausender Ende der Neunziger hatten wir ja auch ein massives Problem im Osten mit Rechtsextremismus.
00:10:31: Ja.
00:10:32: Und dadurch, dass ich nicht gerade Deutsch aussehe, ich auch als Kind oder als Jugendlicher auch hier und da mal Probleme bekommen
00:10:42: habe.
00:10:43: Das heißt, du bist tatsächlich und direkt auch mit Rassismus konfrontiert gewesen, weil du nicht dem typischen... Wie sagt man, volksdeutschen Bild entsprichst.
00:10:56: Kann man das so sagen?
00:10:57: Das kann man so sagen,
00:10:58: ja.
00:10:59: Ist das in der Schule schon los?
00:11:02: Das ging schon so los und das war nicht nur die Mitschülur, das waren auch die Lehrer.
00:11:07: Nein.
00:11:08: Natürlich.
00:11:10: Wie muss ich mir das vorstellen?
00:11:11: Was kam da zum Beispiel an?
00:11:12: Ja, dann kamen dann so Sprüche, wie man müsste sich doch mal ordentlich anziehen und dann würde man anders behandelt werden.
00:11:22: Ich war auf dem Gymnasium, also ich war nach der Grundschule auf dem Gymnasium gewesen, bis circa zur achten Klasse.
00:11:28: Aber was heißt ganz groß?
00:11:29: Warte mal, wir reden ja gerade da über gewisse Rassismen in der Zeit, in der du aufgewachsen bist, Kind und Jugendlich gewesen bist.
00:11:38: Jetzt sagst du, man müsste sich mal ordentlich anziehen, aber das ordentliche Anziehen leite ich jetzt eher vom Punkrock ab.
00:11:44: Was war vorher?
00:11:45: Wie bist
00:11:45: du?
00:11:46: Vorher war es so, ich war in der Grundschule und wurde auch von... Jugendlichen, die älter waren.
00:11:57: Damals hatte ich nur die Erinnerung mit grüner Bomberjacke und schwarzen Springerstiefel mit weißen Balken gegen Papierkorb getreten.
00:12:04: Also in der Grundschule.
00:12:05: Echt?
00:12:06: Ja.
00:12:08: Wie war das?
00:12:09: Kannst du dich erinnern, was da in deinem Kopf vorging?
00:12:11: Also abgesehen von Angst natürlich, ganz klar.
00:12:13: Und Schmerz und so weiter.
00:12:14: Aber hast du da später drüber nachgedacht?
00:12:18: Später am Tag, zwei Tage später und ich selber gefragt, warum machen die das oder so?
00:12:24: Kannst du dich an sowas erinnern?
00:12:26: Natürlich habe ich ständig gefragt, weil sie gegen mich haben, die kennen mich ja gar nicht.
00:12:32: Habt ihr das in der Familie besprochen auch?
00:12:33: Nein, ich war so ein Typ, der, also ich kann mir ungefähr vorstellen, was mein Vater mit denen an Veranstaltete, wenn er die in den Finger gekriegt hätte.
00:12:42: Und das wollte ich irgendwie nicht... ... provozieren.
00:12:46: Weil du Angst hattest, noch mehr aufs Maul zu kriegen?
00:12:49: Nee, weil ich eher Angst um die Leute hatte.
00:12:52: Das kaufe ich dir nicht ab.
00:12:56: Ernsthaft jetzt?
00:12:56: Ja.
00:12:57: Okay, okay.
00:12:59: War das auch eine ... ... also diese Erfahrungen, die du hast machen müssen, ... ... war das auch ein ... ... Aspekt, ein Grund dafür, ... ... dass die die subkulturelle Szene des Punkrock als solcher ... recht nahe stand.
00:13:15: relativ früh weil ich weiß ich habe dich kennengelernt ich glaube du warst drei zehn also ich dich jetzt mit zwölf.
00:13:21: mit zwölf ging es ungefähr los mit so bands wie nirvana und das hat halt irgendwie das war irgendwie mein ventil das war genau mein ding.
00:13:31: also bist du zum parken gekommen eher über die musik
00:13:35: auch über die musik und ich kann mich noch in so zähne erinnern da bin ich mit meinen eltern durch berlin gelaufen weil wir hier auch verwandt hatten ... und dann durch so ein U-Bahn ... ... Unterführung ... ... und da saß er in so Pankau ... ... und die haben so ein bisschen säuerlich ... ... gerochen und ... ... und für mich ... ... und für mich als Kind ... ... für mich als Kind war das irgendwie so ein
00:13:58: ... ...
00:13:59: so ein Geruch nach Freiheit.
00:14:01: Wie ernsthaft ihr da?
00:14:02: Hast du das so wahrgenommen als ... ... elf, zwölf Jahre ago?
00:14:04: Ja, ja.
00:14:06: Die haben säuerlich gerochen und das war für dich der Kumpel.
00:14:11: Ja, so irgendwie war es ganz kurios.
00:14:14: Sie sahen cool aus und so.
00:14:16: Es war genau irgendwie mein Ding.
00:14:18: Okay, okay.
00:14:20: Aber ich meine, guck mal.
00:14:21: Wo ich mich auch erinnere, ist ja, dass ihr wirklich viel unterwegs gewesen seid.
00:14:25: Dadurch, dass dein Vater vorwiegend ein Vater gut verdient hat.
00:14:29: Deine Mutter auch einen relativ guten Job hatte als Sozialarbeiterin in einem Heilpädagogin.
00:14:38: Seid ihr auch wirklich viel global unterwegs gewesen?
00:14:41: Ich weiß, ihr habt große Urlaub in Jakarta zum Beispiel gehabt.
00:14:44: Da erinnere ich mich daran, dass du das erzählt hast.
00:14:47: Was hatte ich dazu bewogen, nicht direkt nach der Schule zu sagen, so, ich verpiss mich jetzt nicht, guck mir jetzt die Welt an.
00:14:55: Sondern erst mal im Salah-Ola-Greis zu bleiben und irgendwie da mehr oder weniger zu versandten.
00:15:00: Naja, ich bin nach der Schule eine kurze Zeit nach Hannover gezogen.
00:15:07: Die Sache gab es ja auch noch.
00:15:10: Stimmt, ich
00:15:10: erinnere mich, du hast dann eine Ausbildung angefangen.
00:15:12: Hast du meinen Umzug noch gefahren, alter K?
00:15:14: Hab ich deinen Umzug nach Hannover gefahren?
00:15:16: Das weiß ich gar nicht mehr, verdammt.
00:15:18: Genau.
00:15:18: Da sind wir dort hochgefahren und haben irgendwelche Lampen angeschraubt und so.
00:15:25: Natürlich, das war das, wo wir bei ProSieben geklingelt haben, irgendwann nachts völlig betrunken und haben gesagt, ich bin jetzt extra hierher gekommen, ich will mitspielen.
00:15:35: Ich will doch mal mitspielen.
00:15:38: ProSieben ist ein Hannover.
00:15:40: Na, war das ProSieben oder RTL oder das hat eigentlich irgendwie so was in mir dran vorbei.
00:15:44: Ich hab das an der Klingel gesehen und da haben wir da geklingelt.
00:15:48: Der da dran gegangen ist, der war ganz cool.
00:15:51: Aber genau was weiß ich da auch nicht mehr.
00:15:53: Na gut, lass uns zurück zum Thema kommen, Sinan.
00:15:56: Dann kam der Punkrock in dein Leben.
00:16:00: Einerseits durch die Musik, das hattest du gerade gesagt.
00:16:02: Andererseits durch Erfahrungen.
00:16:05: optisch wie gerüchtlich in Berlin, hat da schon Politik, als du dich dafür entschieden hast, dir zum Beispiel ein Iro zu rasieren, zum Beispiel eine Lederhärge anzuziehen und so rumzulaufen, ganz typisch Punk eben, hat da Politik schon eine Rolle gespielt für dich?
00:16:23: Politik hat mich eigentlich fast nie interessiert, was mich interessiert hat war, gegen Nazi zu sein, Anti-Faschist zu sein, das hat mich interessiert.
00:16:30: Das ist ja schon auch Politik, nicht?
00:16:32: Ja, aber... ... so dieser ... ... diese ... ... jetzt an die Kapitalismus oder sowas, das ist ja ... ... irgendwie ... ... keine Ahnung.
00:16:45: Hat mich nur so ... ... nebenbei interessiert.
00:16:49: Ja, und aber schon, also wenn du sagst, das war ... ... der Geruch von Freiheit, ... ... also dieses olfaktorische Erlebnis gerade beschrieben hast, ... ... dann ging es ja sicherlich auch ein bisschen darum, ... ... dein Ding zu machen, frei zu sein, ... ... nicht nur Fahrschuss auf die Fresse haben, ... ... was ich durchaus nachvollziehen kann, ... ... sondern ... ... frei zu sein, dein Ding zu machen, ... ... ohne in irgendeiner Form ... ... reklementiert zu werden, oder?
00:17:12: Ja, natürlich.
00:17:13: Das kam dann auch noch dazu.
00:17:15: Das heißt, du warst in der Schule Pank, ... ... hattest diesen Freiheitsdrang.
00:17:21: Hast du mir gerade erzählt, ... ... dass Lehrer dir zum Beispiel auch gesagt haben, ... ... da musste dich halt mal ordentlich anziehen.
00:17:27: Wie empfatt dich das ... ... in deiner Existenz manifestieren?
00:17:31: Was ist damit dir passiert?
00:17:32: Hat das überhaupt eine Reaktion hervorgerufen?
00:17:37: Naja, die
00:17:39: Reaktion war einfach, sich weiterhin mehr gegen das System zu stellen.
00:17:44: Und wenn ich mir heute die Entwicklung angucke mit AfD und Co.
00:17:49: und das irgendwie dreißig Prozent die AfD will, dann denke ich, habe ich ja damals, ständig ja damals auf der richtigen Seite.
00:17:59: Ja, richtig falsch.
00:18:00: Das sind so Sachen, die man diskutieren kann.
00:18:02: Ich würde das auf jeden Fall bejahen.
00:18:06: Und hast du gerade erzählt, auch darauf kommen wir gleich noch zu sprechen, wie das genau zustande gekommen ist.
00:18:12: Es würde mich aber jetzt gerade im Zusammenhang mit dem Thema interessieren, dass du ja eine Werkstatt in Pösnick hast.
00:18:18: Das heißt, du bist ja sowieso auf jeden Fall auch regelmäßig in Pösnick im Sahler-Oler-Kreis.
00:18:22: Du bist regelmäßig auch in Ranes natürlich, logischerweise deine Familie ist ja auch noch da, zumindest Teil der Familie.
00:18:29: Wie nimmst du den Sahler-Oler-Kreis in seiner politischen Situation wahr aktuell?
00:18:37: Also ich finde, der Sahler-Ola-Kreis war ja schon immer irgendwie rechts gewesen.
00:18:44: Das war nicht nur nach der Wende, das war auch schon vor der Wende.
00:18:48: Das hat man halt bloß nicht so ausgesprochen.
00:18:53: Das
00:18:53: wurde halt hinter den Türen geklärt.
00:18:57: Du spielst auf eine gewisse Bekanntschaft an und Erfahrungsberichte Fragezeichen?
00:19:01: Nee, ich weiß zum Beispiel meinen Nachbar.
00:19:03: ... nach twenty-fünf Jahren ... ... in Schiele gerohnt ... ... und ... ... ist nach twenty-fünf Jahren wieder ... ... nach Ranes gekommen ... ... oder in die Regionsalle Ollerkreis ... ... und gesagt, die hat sich nix geändert.
00:19:18: Sind immer noch alle ... ... alle ... ... Fasches.
00:19:21: Okay.
00:19:22: Genau, und dann gesagt, die waren damals ... ... schon alle braun.
00:19:26: Okay.
00:19:27: Also ich weiß ja von einigen Menschen in Pösnick, die ... ... das eine oder andere Hakenkreuz ... ... auf dem ein oder anderen Körper ... ... tätowiert hatten, ... ... den man nicht gesehen hat.
00:19:38: Wie ist das für dich gewesen?
00:19:40: Es gab ja... Die sogenannten Baseball-Schlägerjahre, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist so, das ist im Salle-Orla-Kreis im Allgemeinen.
00:20:10: Wie hast du das wahrgenommen?
00:20:11: Wie war das für dich?
00:20:13: War erschreckend, was, wie sich, also ich habe mich immer gefragt, von allen Orten auf der Welt.
00:20:20: Warum gerade hier am braunsten Punkt?
00:20:25: Warum muss ich hier aufwachsen, wo im Umkreis von dreißig Kilometern vielleicht noch zwei andere so aussehen wie ich?
00:20:32: Na ja, kannst du, ist es nicht.
00:20:33: Zwei andere wollen es nicht.
00:20:34: Es waren schon ein paar mehr Sinan.
00:20:35: Aber hast du in der Zeit jemals zu mir nachgedacht, einfach ein für alle mal alle Leinen zu kappen und weg zu gehen aus dem Saal der Ola-Kreise und nicht wiederzukommen?
00:20:45: Durch dieses Problem?
00:20:47: Ja... Ich meine, es gibt immer diese Sachen, entweder läuft man weg oder man stellt sich tot oder man kämpft dagegen.
00:21:01: Ja, das ist schön gesagt, man stellt sich tot, damit meinst du so die Anpassung.
00:21:05: Genau, ja.
00:21:07: Und ich habe mich halt für das Letztere entschieden, beziehungsweise wenn das auch nur in meinem Rahmen war, also wenn mir dann einer blöd kam oder so, dann habe ich auch dagegen halt.
00:21:19: Das habe ich mir einfach mit erlebt, mitgekriegt, definitiv.
00:21:23: Dann warst du ja auch so ein bisschen engagiert, mehr oder weniger auch im alternativen Freiraum.
00:21:28: Zumindest gab es dann... Nee, da eher
00:21:30: nicht.
00:21:30: Nicht mehr?
00:21:31: Da eher nicht, nee.
00:21:32: Nee, das war... Da war ich eher raus.
00:21:38: Aber du warst doch mit da regelmäßig.
00:21:40: Ich war regelmäßig mit da, wo er als ein Party feiern.
00:21:43: Okay, also das war für dich mehr so ein... Rückzugsraum, wenn es heißt Party und wir sind
00:21:49: unter uns.
00:21:51: Das wird halt nicht so sein wie ein Stadtfest, wo man als auffälliger Punk definitiv eher nicht hingeht.
00:22:01: Aber findest du solche Räume, solche offenen Räume, ist das wichtig gerade für die, wie sagt man, für den ländlichen Raum, wie man so unschön sagt?
00:22:11: Ja, finde ich wichtig, aber es ist auch nicht mehr zeitgemäß irgendwie.
00:22:16: Was wäre denn zeitgemäß, um subkulturell und orientierten Menschen die Möglichkeit zu geben, unter sich zu sein und vielleicht auch ein bisschen einfach in einer gewissen freiheitlichen Situation, wenn auch noch punktuell zu leben?
00:22:34: Ich weiß nicht, im Laufe der Jahre ist irgendwie alles... Wird ja entwickelt sich ja alles Richtung mehr Freiheit und so.
00:22:45: Ich finde, ich habe jetzt irgendwie nicht das Gefühl, dass das mehr eingeschränkt wird.
00:22:50: Das sehe ich in Pösnek ein bisschen anders, muss ich ehrlich sagen.
00:22:52: Ja.
00:22:52: Also ich glaube, wenn ich mir in Pösnek... Ich beobachte das ja nun schon seit twohneunzig.
00:22:59: Es gab ja immer so Wellen, es gab so Nachwuchspunks.
00:23:03: Das war so zwei, drei Jahre, waren so die Punks, die dominierenden Leute.
00:23:07: Dann gab es wieder eher so Nachwuchsfaschus als so gegen... Bewegung, das ist ja so eine sociologische Wellenbewegung quasi.
00:23:17: Es gibt eine Bewegung, da gibt es eine Gegenbewegung, da gibt es wieder die... Gegenbewegung gegen die Gegenbewegung und so weiter und so weiter.
00:23:23: Inzwischen sehe ich aber keine Alternativen oder ganz ganz wenig Alternative.
00:23:27: Jugendliche im Sala Roller Kreise.
00:23:28: Und das muss ja ein Grund haben, glaube ich.
00:23:30: Weil wenn ich in Leipzig bin, sehe ich Kitty Punks noch und nachher.
00:23:33: Wenn ich in Berlin bin, sehe ich Kitty Punks noch und nachher.
00:23:35: Dieser ganze achtziger Jahre Elektropunkkram, so als Musikrichtung, hat gerade eine riesen riesengroße Welle.
00:23:44: Das NDW Revival ist gerade da.
00:23:47: Es gibt neue Punkrock-Bands wie Pilze aus dem Boot.
00:23:49: schießen die, nur in Pösnick sehe ich nicht die Konsequenz oder das daraus resultierende Ergebnis insofern, als dass ich neue Iros sehe, um es jetzt mal salopp zu sagen.
00:24:01: Naja, die Punkrock-Szene als solche hat sich ja auch verändert.
00:24:08: Es ist ja nicht mehr, dass vor die achtziger Jahre Punks, weiß
00:24:13: ich,
00:24:14: seit irgendwie im Jahr.
00:24:18: Aber lass uns jetzt mal das Thema ein bisschen wechseln, das geht ja jetzt ja kein Punkrock-Podcast, sondern es geht ja eigentlich immer so ein bisschen, wir können gerne noch ein bisschen weiter reden sehen dann über das Thema, aber lass uns dich vorher noch mal klären.
00:24:30: Du hast gesagt, du warst im Gymnasium, das heißt, du hast Abitur gemacht.
00:24:34: Ja, aber auf
00:24:36: dem zweiten Bildungsweg.
00:24:38: Okay, das heißt, du bist von der Schule gegangen, hast einen normalen Abschluss gemacht, in welchen, genau?
00:24:44: Zehnte Klasse Abschluss.
00:24:45: Zehnte Klasse.
00:24:47: Wie ging's?
00:24:47: Dann
00:24:47: hab ich Fachabitur im Sozialen gemacht.
00:24:50: Ja.
00:24:51: Soziales und Gesundheit.
00:24:53: Das war
00:24:53: das Ding in Hannover?
00:24:54: Nee.
00:24:55: Auch nicht.
00:24:56: Als ich von Hannover wiederkam, hab ich dann in Unterwellen gewonnen.
00:24:59: Ach stimmt, genau.
00:25:00: Ja.
00:25:01: In der FOS.
00:25:03: Fachhoverschule.
00:25:04: Fachabit nachgeholt.
00:25:05: Wie ging's dann weiter?
00:25:08: Ja, und dann hatte ich irgendwie... Dann hab ich dann nach... so was ähnliches wie zivil dienst gemacht.
00:25:18: wie ist das bundesfreie
00:25:20: liegend dienst genau?
00:25:23: und das war aber das habe ich irgendwie nur zwei monate gemacht.
00:25:26: oder wenn es einfach zu
00:25:29: zu blöd war ging die auf die kette.
00:25:30: wo hast du das gemacht?
00:25:31: im freizeitszentrum.
00:25:40: und dann habe ich gedacht Du musst irgendwie was anderes machen.
00:25:47: Und dann habe ich mich zurückerinnert, als ich in der zehnten Klasse war, hatte ich irgendwie zwei Bewerbungen da an.
00:25:52: Der eine war für Soziales und der eine war für Bildhauerei, Holzbildhauerei.
00:25:58: Und ich habe gedacht, ja gut, im Sozialen kann man vielleicht noch ein paar Kröten verdienen als Holzbildhauerei.
00:26:04: Und dann habe ich mir gedacht, ach komm, wir probierst mal den anderen Weg nochmal.
00:26:08: Hast du alles davor irgendwie in irgendeiner Form mit Holzbearbeitung schon mal zu tun?
00:26:13: Oder bist du da so quasi wie das Kind zur Bade gekommen?
00:26:17: Ja, teils, teils, ja.
00:26:21: Also schon durch meinen kumpel Florian.
00:26:26: Aber schon öfters mal was mit Holz gemacht
00:26:28: auch.
00:26:29: Ja.
00:26:30: Ja, kann man ruhig sagen.
00:26:30: Also Florian Reuschel, die Tischlerei in der Karl-Marx-Straße in Pösnek.
00:26:42: Genau.
00:26:42: Und dann habe ich da diese Ausbildung zum Alspator angefangen in der Rhine.
00:26:48: In der Empfortshause.
00:26:51: Und das ist was, was du durchgezogen hast?
00:26:54: Du hast dir nun gerade schon von zwei Abbrüchen gesprochen, einmal Hannover, nicht drei Abbrüchen, abbrüchen sogar einmal Hannover.
00:27:00: Einmal Bundesfreiwilligendienst um das Abitur.
00:27:02: Du warst
00:27:04: halt nicht abgebrochen, so habe ich durchgezogen.
00:27:07: Der erste Anlauf am Gymnasium hast du gerade gesagt, hast du
00:27:09: nicht durchgezogen.
00:27:10: Ach so, ja, auf dem Gymnasium,
00:27:12: ja.
00:27:12: Aber da
00:27:12: musste ich eher gehen, weil ich nicht so elitär bin.
00:27:15: Okay.
00:27:17: Ich wurde gegangen.
00:27:18: Du wurdest aus dem Gymnasium gegangen.
00:27:19: Was hat dich bewogen, das Ding durchzuziehen?
00:27:22: Hast du plötzlich eine Affinität zum Material entwickelt?
00:27:26: Hast du dich selber insofern entwickelt, dass du gesagt hast, das ist geil?
00:27:29: Das macht mir übel Spaß.
00:27:31: Da hab ich Bock drauf.
00:27:34: Was war der Auslöser zu sagen, das ist mein Ding?
00:27:37: Da hab ich Bock drauf.
00:27:37: Du machst das heute noch.
00:27:39: Ja.
00:27:40: Also, der Auslöser war halt, dass man da... Passt halt, wie du faust aufs Auge.
00:27:46: Also ich kann da halt das machen, was ich will und kann mich da frei entfalten.
00:27:52: Hast du während deiner Ausbildung schon darüber nachgedacht, was du als nächstes machen willst?
00:27:57: Also ich meine Holzbildhauer.
00:27:59: Du kennst es ja von gemeinsamen Bekrankten.
00:28:01: Tobias Gelscheid aus Neustadt ist Holzbildhauer gelernter.
00:28:04: Johannes Fürsch aus Pösnick ist gelernter Holzbildhauer.
00:28:08: Und du wusstest ja von beiden.
00:28:10: Okay, das kann risikoreich sein, das zu haben, das zu machen.
00:28:15: Das bedeutet ja hinterher meistens als freier Künstler zu arbeiten.
00:28:18: Warst du dir darüber im Klaren?
00:28:20: Ich glaube, wenn man das anfängt, weiß man das nicht so genau.
00:28:26: Man
00:28:28: macht es einfach.
00:28:32: Kann man, wie soll ich das beschreiben?
00:28:36: Es ist halt einfach geil irgendwie das Material zu bearbeiten und gell Sachen herzustellen.
00:28:42: Ja,
00:28:43: ja.
00:28:45: Dann hast du die Ausbildung abgeschlossen, Sinan?
00:28:47: Genau.
00:28:47: Und wie ging es dann weiter?
00:28:49: Dann war ich mal als DHL Kurio unterwegs.
00:28:57: Siehst du genau das ist das, was ich meine.
00:29:00: Weil ich irgendwie total abgebrannt war und Geld brauchte und habe Pakete ausgefahren.
00:29:07: ... bin mit dem Wagen hoch irgendwo im Schlammstecken geblieben, ... ... wo mich dann irgendeine Frau mit seinem Seil rausgezogen hat.
00:29:14: Ja.
00:29:16: So mega.
00:29:17: Und dann ... ... da habe ich mir gedacht, ... ... ach komm, jetzt bist du da immer noch so drin, ... ... jetzt kannst du auch noch ein Meister dranhängen.
00:29:25: Das war so ein fixer Gedanke quasi.
00:29:28: Der Gedanke war auch, ... ... ich wollte damals sagen, ... ... nach Carrara, weil ich ... Nach Ruhlen.
00:29:33: Nach Carrara.
00:29:34: Was ist das, wo ist das?
00:29:36: In Carrara hat es in Italien, in Lottos Carna, und da hat Michelangelo die Pietara ausgeschlagen, aus dem weißen Carrara-Mamur.
00:29:45: Okay.
00:29:46: Das hast du so während deiner Ausbildung gelernt, oh wow.
00:29:48: Genau.
00:29:50: Da habe ich nicht gelernt, da habe ich irgendwo ein Artikel gelesen, da drüber.
00:29:57: Oder ein Buch, oder irgendwo stand das in einem Kunstbuch.
00:30:00: Da habe ich mir gedacht, das muss bestimmt ein geiler Ort sein.
00:30:02: Und das wollte du dir angucken?
00:30:03: Das wollte ich mir angucken, genau.
00:30:04: Und ich wusste bis dato nicht, dass das eigentlich auch in Italien auch die Wiege der Anarchisten
00:30:13: ist.
00:30:13: Italien, Spanien erscheinen sich die Geister, ne?
00:30:16: Also
00:30:16: Moselini Attentäter kommt aus Carrara, Michelangelo hat dort die Pieta rausgeschlagen, Lutovico, Ainaudi kommt von dort und Carrara ist in Kaff so groß wie Bursnik.
00:30:31: Okay, aber das kann ja nicht der Hauptgrund sein, deswegen du die Meisterschule gemacht hast.
00:30:35: Also klar, du hattest diesen Wunsch da hinzugehen, aber das hat ja jetzt mit der Meisterschule als solcher nichts zu tun, oder?
00:30:40: Nee, aber als Meister habe ich gedacht, können wir immer noch weiter
00:30:45: als
00:30:46: und kann man noch ein paar Sachen lernen.
00:30:49: Und so eine Meisterausbildung ist ja noch nicht billig.
00:30:51: Wie hast du das finanziert?
00:30:54: Naja, erstmal muss man da ein Kredit aufnehmen über diese... Kreditinstitute über diese staatlichen Kreditinstitute.
00:31:02: Kann man machen, muss man nicht.
00:31:04: Wenn man genug Geld hat, kann man es auch so finanzieren.
00:31:07: Mich hat die ganze Show irgendwie acht Tausend Euro gekostet.
00:31:11: Aber irgendwie habe ich die nach der Messeausbildung in vier, fünf Monaten zurückgezahlt.
00:31:19: War dann im Ausland gewesen.
00:31:22: Wie kam das Ihnen?
00:31:24: Du hast diesen Meister jetzt auf einmal.
00:31:25: Du bist Holzbildhauer Meister, heißt das denn so?
00:31:28: Ja.
00:31:29: Und das habe ich ja jetzt im Eingangs schon angeteasert, dass du weltweit unterwegs bist, respektive warst und gearbeitet hast.
00:31:37: Das heißt natürlich jetzt nicht, dass du alle drei Wochen in einem anderen Land um den ganzen Klo bist.
00:31:42: Aber wie muss ich es mir vorstellen?
00:31:43: Du hast diese Meisterschule abgeschlossen, erfolgreich.
00:31:48: Und wie kam es zum ersten Job zum Beispiel?
00:31:52: Der erste Job war... Ich habe geguckt im Internet, was es so für Jobs gibt in Sachen Bildhauerei.
00:32:05: Aber guck mal im Internet, dass jemand ein Bildhauer sucht.
00:32:10: Wie die Nadel im Heu auf und so.
00:32:12: Das glaube ich nämlich auch.
00:32:13: Das wollte ich gerade fragen.
00:32:14: Das stelle ich mir sehr, sehr schwer vor.
00:32:16: Warst du zu der Zeit schon selbstständig eigentlich?
00:32:19: Nee.
00:32:20: Nee.
00:32:20: Ich war zu der Zeit noch nicht selbstständig.
00:32:24: Und habe dann tatsächlich eine Firma gefunden, die im weitesten Sinne diese Deko-Dekorationsbauten machen mit Beton.
00:32:38: Ja.
00:32:40: Und habe mich dann bei der Firma beworben.
00:32:45: konnte dann dort auch arbeiten.
00:32:47: Aber vom Holz zum Beton ist jetzt schon noch ein etwas größerer Schritt, oder?
00:32:50: Naja, wenn die Geldnot groß ist, machst du alles.
00:32:57: Aber ich versuche mir das gerade ein bisschen vorzustellen.
00:33:00: Wir sitzen hier gerade in Potsdam in einer Ferienwohnung.
00:33:05: Die ausgestattet ist mit diversen Statuen die Affen zeigen.
00:33:09: Jetzt gucke ich hier gerade auf eine Tapete voller Affen.
00:33:13: Das heißt, es gibt hier irgendwie so eine Affenaffinität.
00:33:17: Ah, haben wir gelacht.
00:33:18: Jetzt mache ich aus Holz, weil ich einen Auftrag habe, schnitt sich jetzt oder... Entwerfe ich jetzt eine Zeichnung und dann mache ich da einen Affe, weil Auftraggeber X, Y sagt, ich möchte jetzt bitte einen Affe mit einem Sektglas in der Hand.
00:33:32: Machen Sie mir das.
00:33:34: Dann kannst du das als Holtbetauermeister mit Bravour, da bin ich mir fast sicher.
00:33:38: Wenn jetzt aber einer kommt und sagt, ich brauche eine Felslandschaft, weil ich will jetzt Vinitur-Achtenzwanzig drehen, mach mir das bitte aus Beton.
00:33:45: Das ist doch eine ganz, ganz andere Arbeit.
00:33:48: Naja, in dem Sinne nicht.
00:33:50: Das Formgefühl ist ja trotzdem da.
00:33:53: Du bist einfach nur eine andere Bearbeitung von dem Material, eine andere Bearbeitungstechnik.
00:34:00: Ich habe Holz zum Beispiel.
00:34:02: Holz ist das schwierigste Material für einen Bildauer zu bearbeiten, weil du kannst von außen nicht in den Werkstoff reingucken.
00:34:09: Du weißt nicht, was dich erwartet.
00:34:12: Aber bei Stein ist es doch nicht unähnlich, oder?
00:34:14: Nee, bei Stein kann man von außen an den Mineralardern sehen.
00:34:20: So und so.
00:34:22: So und so muss ich schlagen, damit das in das Abplatz, das kann man schon gezielter machen als im Holz.
00:34:27: Okay, wusste ich zum Beispiel nicht.
00:34:29: Wieder was gelernt.
00:34:30: Sehr schön.
00:34:30: Dank, auswärts.
00:34:32: Also es sind einfach nur andere... Stein tut man behauen und Holz tut man schnitzen.
00:34:37: Das sind halt verschiedene Techniken, aber das Formgefühl muss ja da sein.
00:34:43: Das Handwerkliche oder das Können, das kann man sich auch aneignen.
00:34:47: Bist du dann an den Ort gekommen, an den Ort deiner Träume deines Wunsches, um die Sachen von Michelangelo zu sehen?
00:34:56: Ja.
00:34:57: Ja,
00:34:58: wir haben es gesehen.
00:34:59: Wie war das für dich dann?
00:35:00: Es
00:35:00: war mega.
00:35:00: Es sind nur Hürre unterwegs.
00:35:04: Die ganze Stadt ist aus Karara, Marmor, selbst die Bordsteine.
00:35:12: Aus diesem teuren Zeichen.
00:35:14: Ja, nur wer hat da kann,
00:35:18: ne?
00:35:18: Ich arbeite momentan auch mit einem Kollegen zusammen, Philipp.
00:35:24: Der kommt eigentlich aus Paris.
00:35:27: Bis zu sehr im XXV.
00:35:29: Lebensjahr in der Verliebtelung sehr.
00:35:32: Er hat in Paris aufgewachsen und dann hat er nicht genau zufolge von den Franzosen und ist nach Frankreich gegangen.
00:35:41: Und wohnt seit XXV.
00:35:43: nach Italien.
00:35:43: Kannst
00:35:44: du sagen, er ist in Paris aufgewachsen und ist nach Frankreich gegangen.
00:35:46: Genau, nach Italien gegangen und wohnt... Da jetzt in Karahan, da näher.
00:35:52: Okay, okay.
00:35:53: Interessant da.
00:35:54: Das ist genau der schöne Übergang, den du mir gerade gibst.
00:35:57: Also du hast ja in Frankreich mal gearbeitet.
00:35:59: Du hast, als wir vor ein paar Monaten telefoniert haben, hast du erzählt, du bist gerade in Neuseeland.
00:36:04: Du warst, ja, du warst dort.
00:36:06: Welche Länder hast du so als beruflich bereist inzwischen?
00:36:10: Europa habe ich schon fast durch,
00:36:12: ja.
00:36:13: Aber jetzt... Habe ich irgendwie auch Bock, außerhalb Europas,
00:36:19: mal zu arbeiten?
00:36:19: Na, das ist zum Beispiel so eine Frage.
00:36:21: Das habe ich davon schon angeteasert.
00:36:24: Aktuell.
00:36:25: Und das ist ja der Grund, weswegen wir uns heute in Potsdam treffen.
00:36:28: Arbeitest du ja in Babelsberg?
00:36:31: Machst da an, arbeitest da oder hast einen großen Projekt mitgearbeitet?
00:36:35: Ich weiß nicht, darf man sagen?
00:36:37: Darf man nicht sagen?
00:36:38: Schneide ich raus.
00:36:39: ... hast an großen Projekten gearbeitet, ... ... für große Hollywood-Produktionen, ... ... das darf man wahrscheinlich sagen, ... ... was genau darf man nicht sagen.
00:36:49: Wie bist du nach fucking Babelsberg gekommen?
00:36:52: Naja, dadurch, dass ich ... ... diese Kunst-Phasen-Geschichten gemacht habe, ... ... im Auslandwort, dass natürlich ... ... die Eintrittskarte für mich nach Babelsberg.
00:37:03: Ja.
00:37:04: Hast du dich beworben oder haben die sich um dich beworben?
00:37:08: Ich habe ... ... hab dort einfach angerufen.
00:37:11: Habe ich noch, ich bin der Siedler ... ... des Rheums, ich wollte immer fragen, ... ... habt ihr was?
00:37:14: Tatsächlich so,
00:37:17: ja.
00:37:17: Ernsthaft so so?
00:37:18: Finger und Schnittmäßig ... ... geht das oder was?
00:37:20: Ja.
00:37:20: Okay.
00:37:21: Und dann tatsächlich ... ... bin ich dann da reingerutscht so.
00:37:24: Und dann hatte ich dann ... ... damals habe ich noch ... ... für die andere Firma gearbeitet ... ... und ... ... bin dann ... ... der und so ... sozusagen unser Bildhauer-Chef, der das so leite, der es fest angestellt hat in Babelsberg, der dann immer die freien Mitarbeiter holt für die Projekte, der gesagt, hey, wenn du mal Zeit hast, komm mal hoch, dann können wir mal ein bisschen quatschen.
00:37:52: Wir haben eigentlich nicht über die Arbeit gesprochen, sondern die ganze Zeit darüber gesprochen, wie scheiße doch Nazis sind.
00:37:58: Wie scheiße es auch Brandenburg
00:38:00: ist.
00:38:00: Hast
00:38:01: du dich doch nicht
00:38:02: voll gefühlt?
00:38:05: Ja.
00:38:06: Also man wird dort nicht reinkommen, wenn man irgendwie eine braunen Gesinnung hat.
00:38:10: Ja, das ist doch ein Lichtblick eigentlich.
00:38:15: Aber das heißt, du arbeitest da als... Freier für eine für ein Subunternehmen das wiederum für Babelsberg arbeitet.
00:38:23: oder wie genau muss ich mir das jetzt vorstellen.
00:38:25: Wir reden ja schon von den Filmstudios Babelsberg.
00:38:28: Genau.
00:38:29: Um das nochmal betont zu wissen.
00:38:31: Ja ich arbeite
00:38:33: für
00:38:34: also ich werde gebucht von unter anderem auch vom Art Department.
00:38:39: Wie genau und so, darüber kann ich jetzt nicht sprechen.
00:38:44: Das darfst du nicht, glaube ich.
00:38:46: Art-Departments, das ist dann quasi so eine Art Sammelbecken, wo man sich als freier Bildhauer-Modemacher wie auch immer Designer eintragen lassen kann.
00:38:55: oder wie sieht es aus?
00:38:57: Ja, das Art-Departement ist eine separate... Firma von, also Studio Babelsberg besteht ja nicht nur aus, ist ja nicht nur eine Firma, es hat ja mehrere Abteilungen.
00:39:11: Ja.
00:39:12: Du sagst das so selbstverständlich, wir wissen das doch alle nicht.
00:39:15: Wir kennen doch nur Babelsberg vom Namen und wissen, dass da der eine und andere Film gedreht wurde, sieh'n an.
00:39:21: Und das haben wir uns immer froh.
00:39:23: Hollywood-Schauspieler.
00:39:25: Ja, deswegen guckst du mich so an, als sei das, das muss man auch wissen, dass das mehrere Firmen
00:39:31: sind.
00:39:32: Man kann sich da auch einbieten und die haben da auch Kapazitäten und so, aber es ist auch teuer.
00:39:38: Ja.
00:39:40: Also das sind dann irgendwie, hast du dann so Schneiderabteilung und Requisite und dies und das.
00:39:46: Ich weiß jetzt gar nicht, ob das überhaupt mit zum Art Department dazu zählt, aber... Viele Sachen haben sich dann auch abgekapselt vom Art Department und so, weil... ...die auch keinen Lust haben, die Leute
00:40:03: zu bezahlen.
00:40:04: Ja, ja.
00:40:08: Ich versuche immer ja so ein bisschen auch auf die menschliche Schiene noch zu kommen, jetzt versuche ich gerade eine Überleitung zu bringen.
00:40:14: Also du hast zumindest für die eine oder andere große, weltweit große... ...Produktion gearbeitet.
00:40:21: Ja.
00:40:21: Man kann sagen, hast du für Hollywood gearbeitet, Fragezeichen?
00:40:25: Ja.
00:40:26: Ähm, was geht da emotional in dir vor?
00:40:29: Also ich meine, guckst du dann irgendwann manchmal in den Spiegel und senkst so, guck mal Alter.
00:40:34: Wenn ich zwanzig Jahre zurückdenke, der kleine beschissene dreizehn Jahre gepankt, der im Park in Pösnek steht, mit der Zahnbürste im Mund, weil er aus dem Kinderheim abgehauen ist, in das er kurzzeitig verfrachtet wurde.
00:40:48: Das ist heute aus dem geworden.
00:40:49: Was reflektierst du dich manchmal?
00:40:51: Was ist in deinem Kopf, wenn du dich heute in Wabelsberg arbeitest bei Hollywood Produktionen siehst oder wahrnimmst?
00:40:58: Ja, alles richtig gemacht, oder?
00:41:01: Natürlich, natürlich.
00:41:03: Ich rede aber eher vom emotionalen Sinn an.
00:41:06: Ja, ich fühle mich auf jeden Fall total gut.
00:41:09: Also, ich bin total entspannt.
00:41:12: Spielt.
00:41:12: Deutsch bei dir eine Rolle in deiner Ecke?
00:41:15: Natürlich bin ich stolz darauf, aber das ist noch lange nicht das Ende für mich.
00:41:20: Babelsberg ist für mich auch nur eine Zwischenstattion.
00:41:23: Es geht noch viel weiter.
00:41:24: Quobades, wie wir Lateiner sagen.
00:41:28: Also, wohin soll's gehen?
00:41:30: Ja, das weiß ich nicht, Gruppe.
00:41:31: Weißt du nicht.
00:41:32: Also, das ist nur erstmal so ein Gedanke und du lässt es laufen.
00:41:35: Ja.
00:41:35: Ja.
00:41:36: Ja.
00:41:37: Dann haben wir aber Freunde auch darüber gesprochen, abgesehen davon, dass du... nebenbei mal ein bisschen für Hollywood was machst, dass du im Hösendegg auch noch eine Holzbergstadt hast.
00:41:47: Oder ist das eine Schreinerei oder ist es eine Tischlerei?
00:41:49: oder was ist das eigentlich genau?
00:41:50: Ach so genau weiß ich das selber auch nicht.
00:41:55: Wir machen irgendwas mit Holz.
00:41:59: Für mich ist das jetzt so ein Projekt, was ich mir halt leist.
00:42:09: Du gönnst dir... Durch die Arbeit, die du machst, noch mehr Arbeit, finde ich gut.
00:42:16: Was genau machst du da?
00:42:19: Manchmal lieg ich in meiner Hängematte und guck einfach an die Decke.
00:42:23: Kann man ja auch mal machen.
00:42:28: Aber ich denke, ich krasse coole Möbel eher oder mache eine geile Skulptur oder wie auch.
00:42:34: Aber ist das jetzt so ein Auftragswerkstatt?
00:42:36: Also wenn ich jetzt höre, wollen wir da sieh'n dann, da ist mir irgendwie ein bisschen sympathisch und Pülsenick ist eigentlich fast gleich um der Ecke.
00:42:44: Und irgendwer müsste mal den Kleiderschrank von Omar Mathilde reparieren.
00:42:48: Da gehe ich mal bei denen.
00:42:49: Ja, dann.
00:42:50: Bitte nicht zu mir.
00:42:51: Okay.
00:42:52: Was genau?
00:42:53: Das meine ich.
00:42:54: Also du bist jetzt keine Auftragstischerei, sondern es ist eher so, dass du sagst, was aufwächst.
00:42:59: Ich habe das in das Projekt, das setze ich jetzt um, dann hole ich mir Holz und mach das für mich.
00:43:03: Ich glaube so, ich habe ja noch einen Freund, der mitwirkt in der Werkstatt.
00:43:11: Norman, der ist auch Tischler.
00:43:14: In diesem Sinne Grüße an Norman.
00:43:16: Hallo Domen.
00:43:17: Hallo Domen.
00:43:19: Und der kümmert sich meist um solche Sachen, um Kleiderschränke zu reparieren.
00:43:28: Aufträge.
00:43:29: Also das ist doch das worauf ich hinaus will.
00:43:31: Es ist schon so, dass man sagen kann, ich möchte jetzt das und das haben, die und die Reparatur oder die und die Herstellung.
00:43:38: so soll es aussehen, dann komme ich dahin.
00:43:42: Genau, ich mache halt eher so spezielle Sachen.
00:43:46: Wie zum Beispiel, als ich die Gemeinde oder die Stadt Ranes ein Spielplatz für Häuschen gewünschte in Hexenhäuschen.
00:43:55: Ja.
00:43:56: Von mir, was ich mit Nomen in Handarbeit hergestellt habe und zwischen zwei Bürgengesetzten.
00:44:03: Wo steht das genau?
00:44:04: Das steht am Marktzentrum in Ranes.
00:44:08: Und wie ist Ranes auf dich und die Werkstatt und die Möglichkeit bei dir solche Aufträge in Auftrag zu geben.
00:44:16: Wie sind die draufgekommen?
00:44:18: Ja, die ist da draufgekommen, weil ich mal, ich habe mal einen Schnitzkurs, ich wollte mal gefragt, ob ich meinen Schnitzkurs für Grundschüler anbieten kann.
00:44:30: Aber das sagt ja jetzt auch nicht so.
00:44:32: Jetzt gucken wir mal, was aus der Generation geworden ist.
00:44:35: Sagen wir mal, geboren in der Schule.
00:44:40: Ach guck mal, da ist doch der Sinan Al-Chakirchi.
00:44:42: Der hat doch, das sehen wir doch hier im Eintracht, Holzbildtauer gelernt.
00:44:46: Also ich meine, wie sind die auf dich gekommen?
00:44:48: Ganz genau weiß ich das nicht, aber die haben mich auf jeden Fall über das Handy angeschrieben.
00:44:55: Wie sie genau auf mich kommen oder ob sie da... Wie sind Sie auf uns gekommen?
00:45:04: über Google LinkedIn?
00:45:05: Ich habe es gehofft, dass du das sagst, dass du selber sagst, dass ich es nicht ansprechen muss.
00:45:11: Das ist ja schon auch den einen oder anderen Zeitungsartikel in der ausdürrigen Zeitung von dir gegeben hat, mit dem einen oder anderen Stück, dass du irgendwo mal präsentiert hast im Sader-Orlar-Kreis hergestellt hast, ausgestellt hast, wie dem auch sei.
00:45:25: Was war zuerst da?
00:45:26: Diese Werkstatt in Pösnik?
00:45:29: Oder deine Zusammenarbeit mit Langzeitarbeitslosen in ... ... was, Zollenroda oder Lobenstein?
00:45:33: Ich weiß es nicht mehr genau.
00:45:36: In Zollenroda.
00:45:36: In Zollenroda.
00:45:37: Wie bist du dazu gekommen und was hast du genau da gemacht?
00:45:40: Ja, das war die Corona-Zeit und ... ... damals war ich ja ... ... es war ja für diese Kunstfelsenfirma gearbeitet.
00:45:53: Und zu Corona hat man uns alle ausgeschmissen, weil es keine Aufträge gab.
00:45:59: Weil jeder Auftrag jeweils das Geld zurückgehalten, alles wurde gecancelt.
00:46:05: Gerade für diese Sachen.
00:46:07: Und ich habe dann irgendwie einen jahr arbeitslosen Geld bekommen, aber irgendwann nach einem Jahr sind auch das Geld alle.
00:46:15: Ja.
00:46:16: Und dann stand ich mal wieder davor, wenn du hast keine Kohle mehr, dann musst du irgendwas machen.
00:46:20: Ja.
00:46:21: Und dann habe ich tatsächlich im Internet diese Stelle gefunden.
00:46:27: Also das war eine offizielle Stellenausschreibung.
00:46:29: Das war öffentlicher Dienst sogar.
00:46:32: Wer hat die Stelle ausgeschrieben?
00:46:34: Die Stiftung, Bildung und Handwerk.
00:46:38: Wie sah die Stellenschreibung aus?
00:46:42: Wurde konkret nach jemandem gesucht, der sich mit Langzeitarbeitslosen hinsetzt, um irgendwie mit Holz zu arbeiten.
00:46:48: Das ist meine Frage eigentlich.
00:46:50: Nein, es wurde nicht konkret gesucht, um mit Holz zu arbeiten, aber es wurde
00:46:54: gesucht
00:46:55: nach einem Meister, der einen Ausbilderschein hat, der mit solchen Menschen arbeiten kann.
00:47:06: Dann hast du dich beworben und haben dir gesagt, klingt gut.
00:47:08: Genau, dann habe ich meine Bedingungen genannt und dann hat das alles geklappt.
00:47:14: War das vorwiegend des Geldes wegen?
00:47:17: Das hast du ja gerade schon gesagt.
00:47:18: Es war Corona-Zeit, Kohle wird knapp, gerade in unserem Business, also Kunst, Kultur, wissen wir alle, war jetzt nicht so geil.
00:47:25: Aber du warst ja einer von denen offensichtlich, das ist vielleicht auch dieser Satz mit einem Fragezeichen versehen.
00:47:31: der sich dann den Kopf gemacht hat und der geguckt hat, was kann ich machen und nicht in den Reigen des Jammons eingestiegen ist und sagt, jetzt können wir alle nix mehr machen.
00:47:39: Scheiße.
00:47:41: Jetzt sind wir alle arm.
00:47:42: Naja, ich hätte auch noch ein Jahr trinken können, aber das hätte, glaube ich, mein Erlebnis ausgehalten.
00:47:49: Ne, ich finde das schon ganz gut, also einige haben gejammert.
00:47:54: Viele haben aber auch sich einfach einen Kopf gemacht und gesagt, okay, da muss ich jetzt irgendwie was anderes machen.
00:47:58: Bestenfalls bleibe ich irgendwie so ein bisschen meinen Interessen treu, meinem Business, meinem Job treu.
00:48:03: Hast du ja in dem Fall auch gemacht.
00:48:05: Also, war das der Hauptausschlag, gebende Punkt oder hast du dir gedacht, das finde ich eigentlich ganz cool, mit Menschen zusammenzuarbeiten, die lange nicht mehr gearbeitet haben?
00:48:14: und wenn ja, warum?
00:48:17: Also für mich, ich habe ja erst bei dem Bewerbungsgespräch gehört, worum es eigentlich geht, was für Menschen mich da erwarten bei diesem Job und habe ich da mit einem Problem ab und da habe ich das gehört, aber ich gedacht, geil.
00:48:30: Okay.
00:48:31: Wenn ich mache.
00:48:32: Warum?
00:48:33: Warum ausgerechnet da?
00:48:34: Geil.
00:48:35: Ja, weil ich mit solchen Leuten ganz gut kann, denke ich, durch meine Punkrock-Auffahrung.
00:48:43: Ja, also ein bisschen, weil du glaub ich auch nicht so aus dieser akademischen Höhe kommst, obwohl du dir eigentlich auch so zumindest ein Stück weit ja erreicht hast, durch Ausbildung, Meisterausbildung und Erfahrung, die du ja dann die Jahre übergemacht hast, sondern weil du halt einfach der Typ geblieben bist, der an Rahn es aufgewachsen ist, ne?
00:49:05: Ja, es war eine coole Zeit, ich hatte da in Sonroda auf dem Markt eine eigene Werkstatt und konnte da mit den Leuten... Holzwerken, also wir haben die eigentlich die ganze Zeit Kunst hergestellt.
00:49:19: Wie sah der Job genau aus?
00:49:21: Wie lange hast du den gemacht?
00:49:22: Anderthalb Jahre.
00:49:23: Anderthalb Jahre.
00:49:25: Anderthalb Jahre mit immer denselben Menschen?
00:49:27: Ja, es waren verschiedene.
00:49:29: Bei manchen ist dann diese Maßnahmen auch ausgelaufen.
00:49:32: Ja, durften dann nicht mehr kommen.
00:49:33: Aber wir sind trotzdem gekommen.
00:49:36: Das spricht doch auch für dich oder für das, was du getan hast mit diesen Menschen.
00:49:41: Gab es da in irgendeiner Form ein Ziel, das er hätte erreicht werden müssen?
00:49:45: Oder wie muss ich mir das genau vorstellen?
00:49:48: Das Ziel
00:49:49: war, die Menschen einen gewissen Prozentsatz in den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln.
00:49:57: Da habe ich natürlich innerlich laut gelacht.
00:50:00: Über Stechbeitel und Holzhammer.
00:50:03: Genau,
00:50:03: ja.
00:50:04: Anderlärche, Arbeitens, Klicklack, bis die plötzlich Kfz-Mechanik war.
00:50:11: Anstatt die Leute Vogeläuschen bauen zu lassen, habe ich mir den Kunst gemacht.
00:50:17: Irgendwas.
00:50:18: Irgendwas hergestellt aus Holz.
00:50:21: Irgendwas geschnitzt.
00:50:22: Hättest du oder hast du ein Konzept schreiben müssen über oder wie du diese Menschen auf den ersten Arbeitsmarkt vermitteln willst, respektive Kannsten mit deinem Know-how?
00:50:37: Tatsächlich ja.
00:50:39: Das würde mich interessieren.
00:50:40: Was hast du da geschrieben?
00:50:41: Was hast du da gesagt?
00:50:42: Durchgekommen,
00:50:42: ja.
00:50:43: Was hast du da gesagt?
00:50:44: Ach,
00:50:44: Gruppe, das weiß ich nicht mehr.
00:50:45: Das weiß ich nicht mehr.
00:50:46: Das war irgendwie eine A-Vierseite.
00:50:49: Ich habe ewig gebraucht, diese A-Vierseite da zusammenzuschreiben, damit die das auch kapieren oder so.
00:50:57: Aber hast du, hast du, also hast du es geklappt bei ein, zwei, drei, fünf Leuten?
00:51:03: Ich habe auf jeden Fall, denke ich, für die Leute war ich auf jeden Fall eine Bereicherung seit Jahrzehnten.
00:51:08: ...
00:51:10: vielleicht auch so ein bisschen das ... ... ich klinge es ganz schnicklich scheehaft.
00:51:14: Ich setze das mal in Anführungsstrichen ... ... vielleicht die ... ... Wiederentdeckung an der Lust zu ... ... etwas zu tun, zu machen,
00:51:23: ... ...
00:51:24: mit Werkstoff und den Werkzeugen ... ... am Werkstoff selbst zu arbeiten.
00:51:29: Die Leute sind die ganze Zeit fremdbestimmt ... ... durch das Arbeitsamt und durch ... ... dieses Hartz-IV-System damals noch ... Und die seit Jahrzehnten läuft das schon so und die wissen gar nicht mehr, wie das eigentlich ist, wenn man... Also es ist auch möglich außerhalb von diesem... ... System zu leben,
00:51:50: ... ...
00:51:50: ohne dass jemand sagt, ... ... irgendwie viel Essen auf dem Konto, ... ... zwei Euro in der Zahl, ... ... mal ist ein ganz Monat zurück.
00:51:57: Worüber ich persönlich sehr, sehr dankbar bin, ... ... und du sicherlich auch, ... ... also wir kennen das ja beide auch ... ... aus eigener Erfahrung, ... ... wie das auch andersrum laufen kann.
00:52:04: Das finde ich schön, das finde ich schön.
00:52:05: Also das heißt, du hast dich schon auch ein bisschen ... ... gemein gemacht mit den Menschen, die dir ... ... da wie die Werkstatt gestellt wurden, ... ... könnte man das so sagen oder ist das doof?
00:52:15: Na ja, die Werkstatt wurde mir gestellt,
00:52:17: ja.
00:52:18: Ich meine, die Menschen, die dahin gebracht wurden, das war ja am Anfang erst mal zwang.
00:52:21: Sicherlich waren ja doch einige dabei.
00:52:23: Ich kenne es ja selber.
00:52:23: Solche Maßnahmen hatte ich ja auch das eine oder andere Mal, wo du am ersten Tag erst mal wieder will ich hingehen gehst und denkst, ja, muss ich ja wieder so eine scheiß Maßnahme machen.
00:52:31: Gehe ich halt hin, sonst kürzen sie mir die Kohle.
00:52:33: Ja.
00:52:34: Ja.
00:52:34: Oder auch, aber hattest du solche auch?
00:52:37: oder war am Ende, hattest du die alle für dich?
00:52:39: Nee, ich hatte auch solche Leute, aber das ist auch eigentlich, wenn man so ein bisschen Menschen verstanden hat, eigentlich auch relativ einfach da durchzubrechen.
00:52:50: Ja.
00:52:52: Wenn du...
00:52:53: Wenn man Empathie hat.
00:52:56: Wenn jetzt der Träger nochmal käme aus, Zollenroder, und würde sagen, Siehnern, wir bräuchten dich nochmal für eineinhalb Jahre.
00:53:02: Wirst du das nochmal machen?
00:53:03: Nee.
00:53:03: Warum nicht?
00:53:04: Weil ich es ja schon gemacht habe.
00:53:06: Achso, du brauchst auch immer wieder Neues.
00:53:08: Ich brauch neue Sachen.
00:53:09: Ja.
00:53:10: Ich hab's jetzt gemacht und ich hab, denke ich, mein Sollender Gesellschaft dafür.
00:53:15: Ich glaube, das schneide ich raus.
00:53:18: Das wollen wir hier nicht hören.
00:53:20: Ich zensiere.
00:53:25: Sinan, dennoch, um jetzt nochmal zurück zum Salah-Orla-Greis zu kommen, nun hast du, haben wir beide... darüber gesprochen, dass du weltweit unterwegs gewesen bist, dass du jetzt aktuell unter anderem in Babelsberg arbeitest, unter anderem für große internationalen Produktionen, wo du selbst auch schon gesagt hast, das ist jetzt nicht das Ende der Fahnenstange, ich möchte weiter, ich möchte noch ein bisschen weiter weg.
00:53:52: Das denkst du ja nicht erst seit vorgestern.
00:53:54: Und trotzdem machst du diese Werkstatt in Pösnick auf.
00:53:57: Trotzdem gehst du nach Zollenroh oder gut, das war Corona-Zeiten, das hat vielleicht noch ein bisschen einen anderen Grund.
00:54:02: Warum trotzdem Pösnick?
00:54:04: Warum trotzdem der Saale-Orla-Kreis?
00:54:07: Warum gerade Pösnick?
00:54:09: Weil es in Pösnick ja nicht nur Nazis gibt und böse Leute, es gibt auch in Pösnick auch sehr gute Leute, wo man auch... viel lachen kann.
00:54:19: Ja, aber
00:54:19: sehr gute Leute gibt es auch in Malaga, sehr gute Leute gibt es auch in San Francisco, sehr gute Leute gibt es auch irgendwo in Vietnam oder so, weißt du?
00:54:26: Ja.
00:54:27: Warum ausgerechnet Pürsnek?
00:54:29: Ja, weil die Leute einen verstehen, wie man...
00:54:32: Okay, es ist ein alleine entsprachliches
00:54:34: Problem.
00:54:35: Allein entsprachliches ist schon.
00:54:38: Die sind genuschel.
00:54:39: Worauf ich ein bisschen raus will, ist die dann, gibt es etwas, das dich einfach im Saar der Orla-Kreis hält oder das dich einfach nicht so richtig loslassen?
00:54:47: Will, oder dass du vielleicht auch nicht richtig loslassen willst?
00:54:50: Nee, ich hab da auch darüber nachgedacht, warum ich die Werkstatt eigentlich im Pürsling mache und es hat eigentlich wirklich nur den Aspekt, also den finanzelleren Aspekt.
00:55:00: Ich hab eine ganze Scheune irgendwie für ein Able und ein Ei und...
00:55:04: Kaufen können.
00:55:05: Nicht kaufen, ich hab die gemietet, weil ich die gut von Betriebskursen absetzen kann.
00:55:12: Das schneide ich auch aus,
00:55:13: das schneide ich auch aus.
00:55:16: Aber da du ja nun, da du ja nun durchaus durch dieses Projekt regelmäßig auch im Salle-Orla-Kreis zu tun hast, weil du natürlich auch wie gesagt in Rahn das noch Familie die hast, hast du manchmal drüber nachgedacht, wie du dir den Salle-Orla-Kreis in zwei bis fünf Jahren vorstellst?
00:55:35: Also gibt es da irgendwie eine Vorstellung in deinem Kopf?
00:55:39: Wo ich den Saal-Ola-Kreisen zwei bis fünf Jahren sehe, das kann ich dir echt nicht beantworten.
00:55:43: Ich glaube, der Saal-Ola-Kreis ist so widerstandsfähig, dass ich da auch in zwei bis fünf Jahren nichts verändern.
00:55:52: Also nicht großartig verändern.
00:55:53: Dein Wort in aller Götter Ohren.
00:55:57: Gerade kulturell bist du ja auch ein bisschen unterwegs.
00:55:59: Du weißt, was Kultur bedeutet, du weißt, was Kunst bedeutet.
00:56:01: Gibt es irgendetwas, das du dir wünschst von... Leuten, die schalten und walten im Kreis.
00:56:10: Ich denke, das Potenzial ist ausgeschöpft im Bösen.
00:56:13: Okay.
00:56:14: Allgemein im Sahler-Oler-Greis, also vielleicht mal, dass irgendjemand kommt und eine große Ausstellung organisiert oder dass jemand sagt, pass auf, ich stelle es hier einfach mal, zwanzig, fünfzig, sechzigtausend Euro zur Verfügung, damit ihr eine große Ausstellung oder bei irgendwas, ein großes Kultur-Event organisiert oder sowas.
00:56:32: Ja, weißt du, es ist halt schwierig im Sahler-Oler-Kreis, weil das Sahler-Oler-Kreis ist halt ein Arbeiterkreis.
00:56:41: Es gab viel Industrie dort auch, diese Vib-Konzanne.
00:56:47: Wenn du da mit Kultur anfängst und so, dann gucken sie sich die Leute an, es gibt Bratwurst und Bio.
00:56:53: Aber du hast ja auch mit Langzeitarbeitslosen zusammengearbeitet, die wahrscheinlich auch unter anderem aus solchen Richtungen kommen und hast die ja aufgekriegt.
00:57:00: Ja, die waren ja auch im Vib-Zollenrohr da, im Holz.
00:57:04: Was müsste man machen, um Kultur in genau solchen Kreisen zu etablieren?
00:57:07: Gibt es da irgendwie eine Möglichkeit in deinem Kopf?
00:57:11: Siehst du da irgendwas?
00:57:15: Ja, man muss halt das in so Interesse weg.
00:57:19: Man braucht mehr Angebote, glaube ich.
00:57:24: Die wie aussehen müssen.
00:57:25: Also die Leute müssen mehr... Man muss ihnen das anbieten und sie müssen das auch machen.
00:57:32: Man darf sie nicht bestimmen, das zu machen.
00:57:35: Also weißt du, was ich meine?
00:57:36: Ja.
00:57:36: Integrieren quasi.
00:57:38: Integrieren,
00:57:39: ja.
00:57:41: Okay, sieh'n dann.
00:57:42: So sehe ich, so denke ich, kann man die Leute abholen, aber ihnen das jetzt aufzudrücken und dann zu sagen, okay, jetzt ist es siebzehn Uhr alle aus, ja.
00:57:51: Das geht nicht.
00:57:52: Das funktioniert
00:57:53: nicht.
00:57:53: Ja.
00:57:53: Wenn dir die Möglichkeit hättest mit irgendjemandem aus der Historie, Künstler, Politiker, Musiker, weißt der Greia, ein Bier zu trinken, wer wäre das?
00:58:07: Wer wäre Jim Morrison?
00:58:09: Da gehe ich mit.
00:58:11: Das machen wir zusammen.
00:58:13: Gibt es abschließende Frage?
00:58:14: Gibt es irgendwas, was du dir persönlich für deine Zukunft wünschst?
00:58:17: Vielleicht auch ein bisschen Inhintblick auf den Zahler-Order-Kreis?
00:58:21: Billigore Mieten.
00:58:22: Das finde ich gut.
00:58:24: Das finde ich gut.
00:58:26: So, wenn sie in der Wohnraum.
00:58:27: Ja.
00:58:29: Genau.
00:58:30: Sinan, ich danke dir, dass du hier gewesen bist.
00:58:34: Ich danke dir fürs Gespräch.
00:58:35: Ja, vielen Dank, dass ich hier sein durfte.
00:58:38: Wir gehen jetzt noch ein bisschen los und du zeigst mir noch ein bisschen Babelsberg.
00:58:44: Illegal.
00:58:45: Ihr gucken uns auf jeden Fall noch ein bisschen Potsdammern heute.
00:58:48: Das war Ostwärts.
00:58:49: Einen Spaziergang durch den Saal-Olerkreis.
00:58:52: Vielen Dank fürs Zuhören.
00:58:54: Vielen Dank fürs dabei sein.
00:58:56: Wie gesagt, Freunde und Freundinnen, wenn ihr das noch nicht getan habt, folgt diesen Podcast auf eurem Lieblings-Podcast-Format.
00:59:05: Und wenn ihr mit uns diskutieren wollt, dann schreibt uns gerne unter folgender E-Mail-Adresse.
00:59:10: Podcast at vhs-sok.de.
00:59:16: Bis zum nächsten Mal.
00:59:18: Tschüss.
00:59:18: Danke Sinan.
00:59:20: Vielen Dank.
00:59:26: Ostwärts.
00:59:28: Ein Spaziergang durch den Saale-Orla-Kreis.
00:59:32: Ein Podcast der Volkshochschule Saale-Orla-Kreis gefördert vom Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur.
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