Bad Lobenstein - Literatur im ländlichen Raum
Shownotes
In dieser Folge trifft M.Kruppe die Inhaberin der Buchhandlung am Markt in Bad Lobenstein und kommt mit Frau A. Rühle-Ehrhardt ins Gespräch, die seit 22 Jahren in der Buchhandlung arbeitet, die ehemals 1991 von der Volksbuchhandlung gekauft wurde. Sie berichtet darüber, wie sich das Berufsfeld geändert hat, wie sich die Zeiten für Bücher verändert haben und was Literatur heute noch bewirken kann. Zudem stellen wir die Frage, was den ländlichen Raum ausmacht, wie die zunehmende Digitalisierung für Veränderungen sorgt und wie sich der Standort Bad Lobenstein im ländlichen Raum behaupten kann.
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00:00:08: Ostwärts.
00:00:10: Ein Spaziergang durch den Saale-Orla-Kreis.
00:00:13: Ein Podcast der Volkshochschule Saale-Orla-Kreis gefördert von Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur.
00:00:25: Buchhandlungen sind für mich persönlicher stets so eine Art kleines Paradies.
00:00:30: Schon beim Betreten eines Buchladens verlasse ich die, ich würde mal sagen, normale Welt.
00:00:35: Und wenn ich die Schwelle übertrete, dann ist die Schwelle immer so ein bisschen wie Scotty, der mich hineinwiegt in ein anderes Universum.
00:00:42: Und das geschieht vor allen Dingen dann, wenn die Buchhandlungen kleine, inhabergeführte Buchhandlungen sind.
00:00:48: Und deshalb freue ich mich heute ganz besonders, dass mich unser Spaziergang durch den Saale Ollerkreis heute in die Buchhandlung am Markt in Bad Lobenstein geführt hat.
00:00:58: Über uns liegt so ein bisschen so ein Kauer.
00:01:00: Ekelhaft abstosender Oktober Samstag, aber wie schon gesagt, als ich hier reingekommen bin, allein der Geruch einer kleinen Buchhandlung, sofort bin ich im Paradies auf jeden Fall.
00:01:10: In diesem Sinne freue ich mich, dass ich da sein darf.
00:01:12: Hallo, willkommen, herzlich willkommen, schön, dass du da bist, dass ich da sein darf.
00:01:16: Herzlich willkommen.
00:01:18: Da ich ja noch nicht so viel recherchieren konnte, aufgrund der Kurzfristigkeit, wir hatten ja erst vor drei Tagen telefoniert, wäre es vielleicht ganz cool, wenn du dich kurz mal selber ein bisschen vorstellst.
00:01:29: Okay, also ich bin Anja Rühle, eher hart, seit mittlerweile dreiunddreißig Jahren hier in dieser Buchhandlung und seit zwei tausendachzehn Teilinhaberin.
00:01:42: Die Buchhandlung hat früher Frau Borchert und meine Mutter, der Frau Erd gehört.
00:01:48: Die haben die von der Volksbuchhandlung quasi gekauft und dann über dreißig Jahre quasi geführt oder knapp dreißig Jahre.
00:02:00: Und ja, wie gesagt, im Jahr zwei tausend achtzehn habe ich den Teil meiner Mutter übernommen und zwei tausend neunsten die Tochter von Frau Borja, den Teil ihrer Mutter.
00:02:08: Aufgrund der Tatsache, dass die beiden
00:02:10: in Rente gegangen sind.
00:02:11: Genau, also einem Altersbedingte quasi.
00:02:13: Also Familienbetrieb.
00:02:15: Das ist schön.
00:02:16: Hast du mir ja schon meine erste Frage beantwortet, quasi, den?
00:02:19: ich hätte dich jetzt gefragt, seit wann du hier schon im Laden bist?
00:02:21: Du sagst gerade seit dreiunddreißig Jahren.
00:02:23: Wie kamst du dazu?
00:02:24: Jetzt kann ich ja vielleicht sogar schon herleiten, ist es so ein bisschen Familienbedingte?
00:02:27: oder wie kam es dazu, dass du Buchhändlerin?
00:02:29: geworden ist.
00:02:30: Hatte tatsächlich diesen Hintergrund, dass ich meine Lehre abbrechen musste durch die Wendezeit.
00:02:37: Was hast du gelernt?
00:02:38: Schneiderin, Master Schneiderin.
00:02:41: Und es war eine Übergangslösung eigentlich.
00:02:44: Komm doch erst mal mit hier rein und dann schauen wir mal wie es weitergeht.
00:02:51: Daraus sind dann halt drei und dreißig Jahre geworden.
00:02:53: So ist es weitergegangen.
00:02:54: Also war das nicht so eine Traumjob?
00:02:56: Oder ist es das geworden vielleicht?
00:02:58: Es ist
00:02:58: es geworden.
00:02:59: Ja.
00:02:59: Ja.
00:03:00: Also gelesen habe ich tatsächlich ja immer schon viel, weil Mutti ja auch zu DDR-Zeiten schon in der Buchhandlung hier in Lohmstein war.
00:03:06: Und deswegen war das jetzt auch nicht so eine Notlösung für mich, sondern das war so okay.
00:03:15: Wie gesagt, ich hatte nie dann das Gefühl, ich muss was anderes machen.
00:03:19: Auch die Frage wäre jetzt nicht über das Gekommen.
00:03:22: Nämlich, ob du dir schon mal irgendwie gedacht hast oder erträumt hast oder ob das vielleicht schon mal eine Rolle gespielt hat, irgendwie was anderes zu machen.
00:03:28: Es kam dir nie einen Sinn.
00:03:29: Nein.
00:03:30: Okay.
00:03:31: Weil das von Anfang an Spaß gemacht
00:03:33: hat.
00:03:33: Ja.
00:03:34: Ja.
00:03:36: Ich meine, die Zeiten haben sich ein bisschen geändert.
00:03:38: Es ist ein bisschen härter geworden.
00:03:42: Ja.
00:03:43: Man muss ein bisschen mehr tun jetzt dafür Bücher zu verkaufen.
00:03:47: Zum
00:03:47: Beispiel?
00:03:47: Was muss man mehr machen?
00:03:50: Ja, es sind weniger Kunden.
00:03:51: Also man muss sich breiter aufstellen auch.
00:03:55: Also habe ich so das Gefühl, das... Es ist nicht nur mit Büchern noch zu machen.
00:04:04: Das meine ich damit.
00:04:05: Man muss halt sein Sortiment ein bisschen erweitern.
00:04:08: Wir haben halt Zeitschriften mit drin.
00:04:11: Wir haben einen ganz kleinen Teil so Spielwaren, Non-Book-Artikel.
00:04:16: Und ich harre damit so ein bisschen halt, weil ich ganz gerne nur Bücher hätte.
00:04:22: Und das funktioniert leider dann doch nicht mehr so.
00:04:25: Also
00:04:26: das ist ja tatsächlich so, dass... egal in welche Buchhandlung man geht.
00:04:30: Also ob das jetzt diese Kleinen sind, ich bin ja wie gesagt in Pösnek aufgewachsen, hatten wir im Vorgespräch gerade und war Stammkunde in der Buchhandlung am Markt in Pösnek, die ja jetzt auch seit drei Jahren eine neue Besitzerin hat, die Caro, die jetzt auch ihre Geschäft erweitert hat, umgezogen ist und auf drei Etagen inzwischen mit einem kleinen Kaffee noch funktioniert.
00:04:50: Oder ob man eben in die großen Buchhandlungen geht, der es viele gibt, deren Namen wir gar nicht nennen wollen, denn die Menschen sollen ja bitte in den Orts gebunden.
00:04:57: in Buchleiden gehen, um sich da zu versorgen.
00:05:00: Aber überall findet man, und ich sage es mal nur in Anführungsstrichen, Nippis, Klimbim, der irgendwie mit angeboten wird, ist das genau die Tatsache oder der Tatsache geschuldet, dass Bücher nicht mehr nur gehen, sondern dass man sich auch im Sortiment erweitern muss?
00:05:17: Ja, ich denke schon, Bücher sind natürlich auch teuer geworden.
00:05:23: Das muss man ganz klar sagen.
00:05:26: Ich finde den Preis tatsächlich gerechtfertigt.
00:05:29: Aber ich verstehe natürlich gerade, wenn ich Kunden habe, die fast jede Woche oder alle zwei Wochen kommen, dass die nicht jedes Mal für für Monsmannsig Euro einen Buch kaufen
00:05:38: können.
00:05:39: Das ist auch für mich eigentlich nicht möglich.
00:05:44: Und deswegen kann ich auch nachvollziehen, wenn die Leute sagen, oh, ich nehme mir mal da ein Menge Exemplar mit oder bestelle mal gebrauchte und...
00:05:52: Ach, das gibt es auch, dass man hier eine Buchhandlung gebraucht
00:05:54: hat.
00:05:54: Nein, nicht bei uns.
00:05:55: Also, ne?
00:05:56: Aber
00:05:56: im Netz halt.
00:05:57: Oder halt ja in großen Kaufhäusern oder Supermärkten stehen ja immer diese Kisten.
00:06:03: Die Wühlkisten.
00:06:04: Die Wühlkisten.
00:06:05: Und dafür habe ich natürlich Verständnis.
00:06:08: Und genau aus dem Grund muss man halt schauen, wo man sein Sortiment ergänzen kann, dass die Leute trotzdem kommen, auch wenn sie mal gerade keinen Buch kaufen.
00:06:17: Was heißt, dass die Leute trotzdem kommen?
00:06:19: Dass sie halt eben eine Zeitschrift holen.
00:06:22: Oder eben, ich brauche was für ein Kindergeburtstag.
00:06:25: Ihr habt doch immer so schöne Kleinigkeiten.
00:06:28: Da geht es ja auch darum, gerade Kinder geworzt, dass das nicht Sachen für zwanzig, dreißig Euro sein sollen, sondern einfach Kleinigkeiten, die aber trotzdem halt kein Nippes sind.
00:06:39: Also deswegen habe ich extra Nippes in Anführungsstrichen gesagt, weil man ja, das habe ich auch gerade hier gesehen, beziehungsweise sehe ich das in der Buchhandlung am Markt, ich sehe das bei anderen Buchhändlern, wie gesagt, man kommt rein und ist erst mal überfordert von einem riesigen Bunden.
00:06:57: Alles quasi.
00:06:59: Also irgendwie liegt ja ganz viel buntes Zeug und dann muss man im Detail erst mal gucken, was ist denn das und warum ist das in der Buchhandlung so?
00:07:04: Wann habt ihr euch entschieden, das mit ins Sortiment zu nehmen oder das Sortiment zu erweitern, um so Kleinigkeiten?
00:07:11: Ihr habt ja auch Gesellschaftsspiele, glaube ich, wie ich ein Netz gesehen habe.
00:07:14: Ja,
00:07:15: das war keine bewusste Entscheidung.
00:07:17: Das ging so schleichend über mehrere Jahre.
00:07:19: Irgendwann hat man halt aber gemerkt, man muss es vielleicht ein bisschen ausbauen.
00:07:22: Weil so als Zusatzsortiment war es ja immer schon da.
00:07:25: Es gibt ja auch Dinge, die tatsächlich dann sehr gut zur Buchhandlung passen.
00:07:30: Das geht bei Lesezeichen los und viele andere kleine Sachen, die man damit machen kann.
00:07:37: Aber die Nachfrage war dann halt da.
00:07:39: Das war es eigentlich, dass die Kunden dann auch gesagt haben, ihr habt doch, ihr habt doch dies, ihr habt doch jenes, habt ihr vielleicht auch... noch das andere dazu.
00:07:50: Und so wurde
00:07:51: das genau.
00:07:55: Ich spiele so ein bisschen auf diese Frage an, die ich mir auch aufgeschrieben habe, weil ich mich tatsächlich frage im sogenannten ländlichen Raum in Thüringen.
00:08:04: Eine Buchhandlung.
00:08:06: Ist es wirtschaftlich überhaupt rentabel, aber offensichtlich ja schon, wenn es diesen Laden hier seit deinerneunzig schon gibt, oder gab es auch schon mal Zeiten, wo ihr ein bisschen hadern musstet, Wo die Zukunft ein bisschen unsicher gewesen ist?
00:08:22: Nein, nicht so extrem.
00:08:23: Dass man schlechte Jahre hat oder dass man einfach auch mal sagt, wird es denn irgendwie gehen?
00:08:28: Ja.
00:08:29: Aber ich hatte noch nie Angst.
00:08:31: Und habe auch jetzt noch keine Angst, dass in der Zukunft da was passiert.
00:08:38: Weil ich eigentlich sehe, dass wir wirklich viel Stammkundschaft haben, die uns sehr die Treue hält.
00:08:45: Ja, klar, allein davon funktioniert das natürlich nicht.
00:08:49: Aber ich glaube, die Leute lesen tatsächlich gerne und viel und kommen auch gerne in die kleinen Buchläden.
00:08:58: Und ja, ich mache mir nicht wirklich Gedanken, dass das mit einem Schlag mal aufhört.
00:09:05: Es wird einfach schwanken.
00:09:06: Es wird das eine Jahr mal so sein, dann muss man halt ein bisschen durchhalten und dann kommt man ein besseres Jahr.
00:09:12: Ja, ich bin eigentlich immer optimistisch.
00:09:14: Das
00:09:14: ist sowieso gut, das ist sowieso gut.
00:09:17: Optimistisch zu sein.
00:09:18: Habt ihr hier in Bad Loben, also in Pösnick ist es ja zum Beispiel so, es gibt jetzt zwei Buchhandlungen, die gar nicht soweit voneinander entfernt sind.
00:09:23: Und beide leben, beide existieren.
00:09:25: Gibt es hier in Bad Lobenstein eine Konkurrenz in Anführungsstrichen?
00:09:28: Nein, nein.
00:09:29: In der näheren Umgebung eigentlich nicht.
00:09:32: Also habt ihr quasi so ein Vorteil.
00:09:38: Wir sind gerade im Thema, dann bleiben wir doch auch gleich beim Thema.
00:09:41: Was hat denn hier so am meisten gekauft?
00:09:43: Kann man das, kannst du das Pauschal sagen, was hier so am besten geht und was am schlechtesten geht?
00:09:48: Was am schlechtesten geht, kann ich nicht sagen, aber am besten Krimis und Kinderbuch.
00:09:54: Das freut mich immer sehr, dass wir wirklich sehr viel Kinderbuch verkaufen und auch die Kinder selber mit reinkommen.
00:10:01: Das wollte
00:10:02: ich gerade fragen, warum kommen die Kinder dann auch selbst und suchen selbst aus?
00:10:04: Ja.
00:10:05: Das finde ich auch eine sehr gute Voraussetzung eigentlich immer.
00:10:10: Natürlich will auch mal jemanden ein Geschenk kaufen.
00:10:12: Oma will für das Enkelkind oder so.
00:10:15: Aber grundsätzlich ist es sehr häufig so, dass die Kinder mit dabei sind.
00:10:19: Und das finde ich auch wichtig, dass die Kinder selber schauen, was interessiert mich.
00:10:24: Die sollen gerne auch sich was rausnehmen aus dem Regal, sondern da mal reingucken und auch selber entscheiden.
00:10:30: Das Buch möchte ich lesen, weil ich glaube, dass schon der erste Schritt dazu ist, dass es wirklich gelesen wird.
00:10:36: statt einfach nur eins hingelegt zu bekommen und musst jetzt.
00:10:39: Ja,
00:10:40: aber das widerspricht ja so ein bisschen der landläufigen Meinung, dass immer weniger gelesen wird, oder?
00:10:44: Ich weiß,
00:10:45: ich weiß, deswegen sage ich das auch immer wieder, dass ich das nicht so empfinde.
00:10:49: Ja, krass.
00:10:49: Aber gab es mal eine Zeit, wo das, wo das, also es muss, das muss es ja herkommen, dass man sagt, es wird immer weniger gelesen?
00:10:56: Oder also die Frage anders zu formulieren, ist es in den letzten Jahren, letzten fünf oder zehn Jahren mehr geworden, dass Kinder wieder in Anführungsstrichen Bücher kaufen und lesen.
00:11:08: Kann jetzt eine subjektive Einschätzung sein, ich denke ja.
00:11:11: Ja.
00:11:11: Es war sicher mal so ein Knick dazwischen, als natürlich Internet-Bestellungen aufkamen, auch als E-Book-Rider aufkamen.
00:11:23: Das wird ja natürlich alles ausprobiert.
00:11:25: Verstehe ich auch, nimmt man sich selber ja auch nicht aus.
00:11:29: Man probiert ja auch dann neue Sachen aus.
00:11:32: Aber ich... denke schon, dass es wieder mehr geworden ist, was allerdings auch mit Social Media meiner Meinung nach zu tun hat, jetzt gerade im Jugendbuchbereich auch, weil die sich halt da vernetzen, die haben ihre Influencer, die was empfehlen und auch wenn... Manche drauf schimpfen, ich denke, dass es auch seine guten Seiten
00:11:54: hat.
00:11:54: Die sogenannten Booktocker zum Beispiel.
00:11:57: Ich denke auch, dass das durchaus Vorteile hat.
00:12:00: Natürlich.
00:12:00: Das bringe ich gleich zu einer anderen Frage, um mal ganz kurz vom Thema wegzukommen.
00:12:03: Vielleicht greif ich es gleich nochmal auf.
00:12:05: Ich habe gesehen, dass ihr eine fantastische Webseite habt, die wunderbar aufgebaut ist.
00:12:10: Man kann Dinge bestellen.
00:12:11: Ich habe auch eine UDZ-Artikel dazu gelesen.
00:12:13: Aber vielleicht kannst du kurz erzählen, seit wann es die Webseite gibt und wer die betreut und wie es entstanden ist.
00:12:20: Diese Webseite, die jetzt aktuell da ist, diese Shopseite, geht über unseren aktuellen Großhändler.
00:12:27: Wir sind beim Großhändler Libri.
00:12:29: Es gibt mehrere Großhändler in Deutschland für Buchhandlungen.
00:12:33: Libri ist einer davon.
00:12:35: Und die haben diese Webseite erstellt.
00:12:38: Die kann man dort praktisch in einem Paket kaufen und dann betreuen die auch.
00:12:44: Also ihr müsst nur sagen, dass das müsst ihr jetzt mal mit drauf, Termine oder ähnliches?
00:12:49: Die kann man selber einstellen.
00:12:51: Die Webseite können wir selber auch pflegen, aber grundsätzlich voreingestellt sind wirklich die Titel, die drin sind.
00:13:00: Das wird alles vom Großhändler gemacht.
00:13:02: Und vorher hatten wir die Webseite über den damaligen Großhändler Zeitfracht.
00:13:07: Und das lief genauso.
00:13:09: Das war eine ähnliche Optik auch.
00:13:13: Der Grund, warum wir sie hatten, das war tatsächlich der erste Lockdown, in dem haben wir das dann eröffnet.
00:13:21: Der Plan war sowieso da, es mal zu machen.
00:13:25: Und ja, dann haben wir das halt da schnell gemacht und konnten damit die Kunden halt weiter mit Büchern versorgen.
00:13:33: Und ich finde es auch eigentlich ganz wichtig, heutzutage, dass man einen Webshop mit hat.
00:13:38: Da kann man geteilte Meinungen darüber sein.
00:13:42: Aber den Kunden ist es teilweise ja egal, wo sie bestellen.
00:13:47: Wenn sie nur Zeit haben nach der Arbeit oder dann wollen sie bestellen oder sie müssen bestellen, weil sie nicht reinkommen, weil ja viele auch außerhalb arbeiten.
00:13:56: Und dann passt das ja ganz gut, dass man das selber mit anbietet.
00:14:01: Warum sollte man das anderen überlassen?
00:14:02: Die Konkurrenz zum großen A zum Beispiel herzustellen, haben kleine Händler, finde ich, lange, lange, lange verpasst.
00:14:08: Genau.
00:14:09: Ja.
00:14:11: Wie gut wird das angenommen?
00:14:12: So habt ihr wirklich über den Shop auch viele Verkäufe?
00:14:16: Es ist eine sehr gute Zusatzoption.
00:14:18: Definitiv.
00:14:19: Die meisten Leute nutzen es ja so, dass sie bestellen und es hier abholen.
00:14:24: Und so war das ja eigentlich auch gedacht, dass die Leute ja trotzdem nochmal reinkommen in den Laden.
00:14:30: Das wird tatsächlich sehr, sehr gerne genutzt, weil manche sagen wirklich, ach, ich habe Sonntag ersten Zeit da zu schauen.
00:14:36: Und dann stöbe ich da mal durch, bestelle.
00:14:38: Das ist ja auch dieses Ding.
00:14:40: Online geht ja rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, bis an keine Ladenschlusszeiten gekoppelt.
00:14:46: Man kann ja jederzeit da bestellen.
00:14:48: Und wie gesagt, sie kommen ja trotzdem rein.
00:14:51: Und dann vielleicht findet sich noch das ein oder andere, was sie dann mitnehmen.
00:14:56: Und deswegen geht das Konzept eigentlich ganz gut auf.
00:15:00: Es gibt auch welche, die lassen sich schicken.
00:15:02: Die Möglichkeit ist auch da.
00:15:04: Und das freut uns besonders immer, weil das oft Leute sind, die mal hier gewohnt haben und sagen, sie möchten uns weiter unterstützen und lassen sich jetzt dahin schicken, wo sie jetzt sind.
00:15:13: Das ist jetzt nicht so ein großer Teil, aber es wird genutzt.
00:15:16: Ist das logistisch dann so, dass wenn Leute sich die Sachen schicken lassen, dass ihr das hier verpackt und es schickt oder läuft es dann auch über den Großhändler?
00:15:22: Läuft über den Großhändler.
00:15:24: Kommt uns aber trotzdem zu Gute, weil die Frage tatsächlich sehr oft kommt, dass Leute fragen, habt ihr denn dann was davon?
00:15:30: wenn wir da bestellen.
00:15:32: Natürlich haben wir da was davon.
00:15:34: Genau deswegen bieten wir den Service an.
00:15:40: Man kann nicht alles vorredig haben.
00:15:43: Deswegen haben wir halt die Möglichkeit über Nacht, wenn bis zu sechszehn Uhr bestellt ist und der Titel ist lieferbar, ist der am nächsten Tag frühes da.
00:15:50: Und dann kann es hier abgeholt werden.
00:15:51: So wie ich es auch gelesen habe, tatsächlich.
00:15:54: Klar.
00:15:54: Und das finde ich großartig.
00:15:55: Was ich aber eben auch großartig finde und da würde mich interessieren, wie das zustande gekommen ist.
00:15:59: Gleich ganz oben auf der Webseite habe ich also einen Second-Header gesehen, dass ihr Teil oder zumindest das Netzwerk schöne Bücher mitbewerbt.
00:16:09: Ist das über euch gekommen oder kam das über den Großhändler?
00:16:11: Das ist
00:16:11: über den Großhändler auch.
00:16:12: Ja, genau.
00:16:13: Weil
00:16:13: das ja eine Initiative von Freunden von mir ist.
00:16:16: Also von einem Verleger, Edition Wannenbuch aus Chemnitz oder Dresden, ich verwechsel Chemnitz und Dresden immer, als Leipziger und von einem Freund und Verleger Tristan Rosenkranz von der Edition Outbuild.
00:16:29: Und da habe ich gedacht, okay, da gab es vielleicht eine Verbindung, aber dann ist es über den Großhändler.
00:16:32: Das ist über den Großhändler.
00:16:34: Cool, freut mich.
00:16:36: Lass uns mal noch mal zurück in den Laden selbst gehen und trotzdem auch so ein bisschen bei dem Webshop bleiben.
00:16:43: Gibt es irgendwie so Feedback?
00:16:45: auch persönlich ist, dass Leute hierher kommen und sagen, ich habe noch nicht mal auf der Webseite geguckt, schön und das freut mich und dass die Möglichkeit da ist beziehungsweise, wenn man hier in den Laden kommt, dass auch so Gespräche entstehen.
00:16:54: Wie muss ich mir das vorstellen?
00:16:58: Nicht in Zusammenhang jetzt direkt mit dem Webshop, also aber Gespräche entstehen grundsätzlich.
00:17:04: Ich rede gern und viel.
00:17:06: Und es ist also vor allen Dingen gern über Bücher.
00:17:10: Und ja, deswegen finde ich das trotzdem auch wieder toll, dass wir hier so eine private kleine Buchhandlung sind, wo man sich die Zeit auch nehmen kann und keiner dahinter steht und sagt nach zehn Minuten jetzt aber mal bitte was anderes machen, sondern ich kann halt auch mal zwanzig Minuten mit einem Kunden kunden über Bücher quatschen und muss da nicht schauen.
00:17:33: Ja, was ist jetzt noch etwas wichtig?
00:17:36: Auch ist jetzt gerade, nein, der Kunde ist gerade wichtig.
00:17:38: Ja,
00:17:39: Gast.
00:17:40: Ja, ja, schön.
00:17:44: Und ja, ich glaube, das wird halt tatsächlich auch sehr geschätzt, dass man auch... Ja, die Kunden klar natürlich kennt, dass man schon weiß beim Bestellen auch, das wäre was für denjenigen, für diejenige und wenn man es dann anbietet, freuen sie sich.
00:17:59: Bestell ich ja so ein bisschen auch mit dem Kunden-Auge, um es man anbietet, ja?
00:18:03: Ja, weil das finde ich ja eigentlich auch so ein bisschen eine Grundlage in der Kundenpflege.
00:18:11: dann, wenn ich meine Kunden kenne, dass ich dann nicht... Außer Achtlasse, was die kaufen wollen und dann halt anfangen über ein Großendler zu bestellen, sondern dass ich eigentlich schon bei den Verlagsbestellungen darauf achte, für wen könnte das was sein.
00:18:27: Wie muss ich mir das überhaupt mit solchen Bestellungen?
00:18:30: Wie muss ich mir das vorstellen?
00:18:31: Also ich schreibe gerade einen neuen Buch und im Zuge dessen gibt es einen Text, in dem ich oder für den ich recherchiert habe und gelesen habe, dass pro Tag im Schnitt elf tausend Bücher weltweit veröffentlicht werden.
00:18:42: Pro Tag.
00:18:44: Wie läuft es, wenn ich jetzt Buchhändlerin der Buchhandlung am Markt in Bad Lobenstein bin, wie regelmäßig bestelle ich, worbestelle ich, wie wie wie läuft das?
00:18:53: Das würde mich interessieren.
00:18:56: Es gibt zwei Reisen für die Verlagsvertreter.
00:18:59: Die großen Verlage, die meisten haben noch Verlagsvertreter, die unterwegs sind und in die Buchhandlungen kommen.
00:19:05: Und ja, dann macht man im Frühjahr einen Termin und im Herbst einen Termin.
00:19:10: Und dann stellen die das Programm für, sag ich mal, die nächsten
00:19:12: sechs.
00:19:14: So ungefähr, ja, genau.
00:19:16: Und dann stellen die das Programm vor.
00:19:18: Man bekommt ja die Kataloge bzw.
00:19:21: mittlerweile gibt es auch im Internet eine Webseite für Buchhändler, wo man die Kataloge online anschauen kann.
00:19:28: Papiersparen ist das Stichwort.
00:19:31: Und dann wird halt drüber gesprochen.
00:19:34: Ich treffe eine Vorauswahl und der Vertreter sagt dann, okay, ja.
00:19:39: Bin ich einverstanden?
00:19:40: Oder hier haben sie einen Titel übersehen, den finde ich ganz wichtig.
00:19:43: Schauen Sie da mal drauf.
00:19:46: Und dafür kommt der Vertreter.
00:19:48: Ansonsten kann ich es alleine machen.
00:19:49: Man sollte schon drüber reden.
00:19:52: Und man hat allerdings schon auch eine Vorauswahl, sag ich mal, an Verlagen, die man anbietet.
00:19:58: Es sind halt... Jetzt gerade hier bei uns eher so die großen bekannten Verlage.
00:20:04: Die kleinen, das tut mir dann auch immer ein bisschen leid, die fallen da tatsächlich immer ein bisschen hinten runter, weil die halt keine Vertreter haben, die mal in die Buchanleum kommen und ihre Programme vorstellen, wobei halt die Möglichkeit ja immer besteht, meine E-Mail zu schicken und anzufragen, wollte euch das mal mit hinlegen.
00:20:22: Viele Bücher aus den kleinen Verlagen sind ja trotzdem beim Großhändler gelistet, sodass man sie bestellen kann und kann sie sich hinlegen.
00:20:29: Ja, die rutschen einem tatsächlich dann immer mal ein bisschen durch, wenn man nicht draufgebracht
00:20:34: wird.
00:20:34: Zumal ist ja viele, viele, viele bei einer unzählige kleine Verlage, der aber auch gerade in den letzten fünf Jahren viele auch schon abgestorben sind, aufgeben mussten.
00:20:45: Ich merke das bei meinem Verleger-Edition Outbird aus Guerra, dass er immer und immer wieder harder, dass er immer und immer, wenn er dieses Herzblut nicht hätte, wirtschaftlich tragbar Weiß ich nicht, soweit reden wir nicht, aber ich höre mal so ein bisschen zwischen den Zeilen.
00:21:00: Na, ich weiß nicht, ob es nächstes Jahr überhaupt noch die Edition Outbird gibt.
00:21:05: Aber selbst wenn, ich kann mir nicht vorstellen, also wenn du jetzt halt hier die ganzen Regale hast, du musst dir selber auch ein bisschen gucken, was du wie sortierst und wie präsentierst.
00:21:13: Und dann hast du so eine kleine Ecke.
00:21:15: Ich bleibe einfach mal so ein bisschen egoistisch oder egocentriert bei der Edition Outbird.
00:21:19: Dann kommt einer und sagt, ich hätte jetzt hier die drei Neuveröffentlichungen im Herbst, fünf und zwanzig und stellt, du stellst dir irgendwie, das geht doch unter, oder?
00:21:29: Das kommt ein bisschen aufs Thema an.
00:21:30: Also wir haben ja ein Regal für regionale.
00:21:34: Sachen.
00:21:35: Und oft stellen wir solche Sachen tatsächlich in die Regionalecke, egal ob das dann im Krimi ist oder eine Reisebeschreibung oder was auch immer, weil es bei uns und regional läuft und kleine Autoren, also... oder unbekanntere Autoren und kleine Verlage da mit sichtbar zu machen.
00:21:57: Im normalen Sortiment, glaube ich, gehen die wirklich unter.
00:22:00: Also die müssen schon ein bisschen extra stehen.
00:22:02: Kannst du sagen, wie dieses Regal flokturiert wird, also ob da regelmäßig Leute auch gezielt zu diesem Regal gehen und gucken, ob es da was Neues gibt?
00:22:10: Ja,
00:22:10: definitiv.
00:22:11: Wie regelmäßig gibt es was Neues?
00:22:13: In größeren
00:22:14: Abständen.
00:22:15: Das
00:22:15: sind schon größere Abstände.
00:22:17: So viel regionales gibt es dann tatsächlich auch nicht.
00:22:19: Gibt
00:22:20: es hier eigentlich Domenschlein so?
00:22:21: Schreibende, Autorinnen, Autoren, Heimatdichterinnen oder sowas?
00:22:28: Es gibt im Umkreis welche.
00:22:30: Es gibt, ja, denke ich mehrere auch, ob sie alle dann auch verlegt werden.
00:22:35: Das
00:22:35: weiß ich nicht.
00:22:37: Aber ich weiß, dass einige schreiben und ich weiß auch, dass zwei, drei jüngere Mädels Sachen veröffentlicht haben, dann in so Eigenverlagen oder beziehungsweise so Book und Demand Geschichten.
00:22:50: Das kriegt man dann schon mal mit.
00:22:52: Die kommen dann aber nicht hierher und sagen, wollte das mal ins Regal stehen.
00:22:56: Unterschiedlich.
00:22:57: Also, manche machen das, manche klingt jetzt viel, zwei haben das gemacht.
00:23:03: Und bei den anderen kriegt man es einfach mal dann so mit, dass dann mal jemand das bestellt und sagt, das ist eine Freundin und die hat das und das veröffentlicht, könnt ihr das besorgen.
00:23:13: Meistens geht das schon, natürlich.
00:23:17: Das klingt gut.
00:23:18: Ich muss mal ein bisschen vom Thema abkommen.
00:23:19: Ganz kurz weinen mir die Frau Lischka von der Volkshochschule gesteckt hat, dass ihr auch sehr aktiv seid oder euch auch bemüht, was politische Bildung angeht hier im Laden mit dem Laden.
00:23:30: Was genau meint das?
00:23:33: Ich glaube, sie meint diese Lesung, die wir mal hier hatten, über die Landeszentrale für politische Bildung.
00:23:39: Da war der Herr Ulrich da, ein Autor, der sich mit der Geschichte beschäftigt.
00:23:47: Und zum Beispiel, das Buch damals, was er vorgestellt hat, war neunzeintreiundzwanzig.
00:23:52: Da ging es halt wirklich um Weimarer Republik und so die Sachen.
00:23:57: Und das wollten wir ganz gerne eigentlich ein bisschen weiter machen.
00:24:02: Allerdings hat sich dann mit der Landeszentrale leider nichts mehr ergeben.
00:24:07: Wann war denn das?
00:24:08: Das muss ich mal so nebenbei fragen.
00:24:09: Ich glaube,
00:24:09: zwei Jahre ist das jetzt schon
00:24:10: her.
00:24:10: Da war der Wieland Koch noch da gewesen, der sich ja um diese Sachen kulturell gekümmert hat, der leider ja nicht mehr da ist.
00:24:17: Ja, habe ich schon gehört.
00:24:18: Und wie gesagt, wir haben, ich habe ein paar Mal noch versucht, dort jemand zu erreichen und es war dann ein bisschen schade, dass das so im Sande verlaufen ist.
00:24:27: Aber
00:24:27: jetzt habe ich euren Laden ja schon gesehen, als ich reinkam und du sagst, ich habe dir eine Lesung gemacht, wie viele Leute waren denn dann da?
00:24:34: Sechs und dreißig.
00:24:35: Sechs und wo habt ihr die alle hingepackt?
00:24:38: Wir haben in der Mitte alles frei gerollt, die Tische an die Seite geschoben.
00:24:43: Und aus einem Nachbarort hat uns die Familie Frieden, Stühle, gebracht und hat uns damit unterstützt.
00:24:53: Und so lief das.
00:24:55: Und haben die dann auch gleich wieder abgeholt.
00:24:57: Wir hatten ein paar Leute, die mit angepasst haben und war ein schöner Abend.
00:25:01: Und es wurde gut angenehm.
00:25:02: Also ich meine, mit dreißig Leuten.
00:25:03: Was war das für ein Wochentag?
00:25:05: oder was war das für ein Tag?
00:25:07: Mittwoch, also mitten in der Woche quasi auch noch, wo Leute ja eigentlich auch von der Arbeit kommen und jetzt noch nicht so eine Lesung.
00:25:13: Ich kenne das ja gut, aber bei thirty-six Leuten ist doch das ist doch fantastisch.
00:25:18: Ja,
00:25:18: waren viele Stammkunden dabei natürlich, die man angesprochen hat, weil die Lesungen über die Landeszentrale sind ja immer kostenfrei und wir haben es halt dann mit Voranmeldung gemacht, dass war ja irgendwo Platz begrenzt.
00:25:31: Ja, natürlich,
00:25:32: man muss ein bisschen kalkulieren können.
00:25:34: Und unsere Bibliothek macht da jetzt aber sehr viel.
00:25:39: Und da hatte ich eben auch schon mal mit ihr gesprochen, dass sie auch sagt, es ist ein bisschen schwierig geworden mit der Landeszentrale.
00:25:46: Aber wir hoffen, dass das sich mal wieder... Entspannt.
00:25:49: Vielleicht
00:25:49: hört ja zufällig jetzt jemand zu von der Landeszentrale für politische Bildung in Thüringen.
00:25:53: Man denkt sich, na verdammt noch mal, da werde ich doch mich mal jetzt ans Telefon hängen sofort auf der Stelle und werde da mal anrufen.
00:26:00: Aber könnt ihr euch vorstellen, auch in Zukunft, das hat es dir schon ein bisschen angeteasert, Lesungen zu machen, jetzt vielleicht auch unabhängig von politischer Bildung?
00:26:09: Ja, auf jeden Fall.
00:26:10: Also hat jetzt tatsächlich eigentlich nur den Hintergrund gehabt.
00:26:15: dass uns das so ein bisschen zugefallen ist.
00:26:17: Wir haben uns da ja nicht selber darum bemüht, sondern es wurde uns ja so ein bisschen angetragen und deswegen haben wir das damals gemacht.
00:26:24: Das würde natürlich voraussetzen, dass man dann wahrscheinlich Eintritt nehmen müsste, um den Autoren, die Autorinnen auch finanzieren zu können.
00:26:36: Aber lass uns mal in Kontakt bleiben.
00:26:37: Ich habe ja so ein paar literarische
00:26:39: Programme.
00:26:40: Ich hätte da Lust drauf, auf jeden Fall.
00:26:42: Lebst du eigentlich bei Lobenschlein?
00:26:43: Ja.
00:26:44: Ja.
00:26:45: Schon immer?
00:26:45: Seit
00:26:45: ... ... seit ... ... seit ... ... seit ... ... seit ... ... seit ... ... seit ... ... seit ... ...
00:26:48: seit ... ... seit ... ... seit ... ... seit
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00:26:56: seit ... ... seit ... ... seit ... ... seit ... ... seit ... ... seit ... ... seit ... ... seit ... ... seit ... ... seit ... ... seit ... ... seit ... ... seit ... ... seit ... ... seit ... ... seit ... ... seit ... ... seit ... ... seit ... ... seit ... ... seit ... ... seit ... ... seit ... ... seit ... ... seit
00:27:03: ... ... seit ... ... seit ... ... seit ... ... seit ... ... seit ... ... seit ... ... seit ... ... seit ... ... Es ist allein die Buchhandlung, die dich hier im Saale-Orla-Kreis hält.
00:27:09: oder gibt es so Sachen hier im Kreis, weil es heißt ja Ostwärts, eigentlich Spaziergang durch den Saale-Orla-Kreis und so ein bisschen den Bezug zum Kreis, das stelle ich schon immer gerne her in meinen Gesprächen.
00:27:22: Gibt es noch andere Dinge am Saale-Orla-Kreis, wo du sagst, das ist hier so wunderbar, das ist so einzigartig oder das hält mich so sehr hier, dass ich auch deshalb und deshalb und deshalb nicht weggehen will?
00:27:32: Da habe ich mir nie Gedanken gemacht.
00:27:34: Das muss ich so sagen, weil die Buchhandlung tatsächlich immer so ein bisschen der Mittelpunkt dann war.
00:27:42: Auch vor allen Dingen, weil jetzt einem selber gehört.
00:27:45: Dann denkt man da auch anders drüber nach.
00:27:48: Das gibt man nicht so schnell auf.
00:27:49: Und wenn du Urlaub hast, wo fährst du dann hin?
00:27:51: An die Ostsee.
00:27:53: Das kann ja seine Urlaubreise nur bedingt ersetzen mit dem Thüringer mehr vielleicht.
00:27:56: Genau.
00:28:02: Wenn wir uns mal noch ein bisschen auf den Sahler-Orla-Kreis konzentrieren und vielleicht auch noch mal die Brückgeschlage zur politischen Bildung, denkst du manchmal drüber nach, könntest du einschätzen, wie du den Sahler-Orla-Kreis so in drei bis fünf Jahren vor allen Dingen auch einen Hinblick auf die politische Situation siehst?
00:28:20: Oder spielt das sogar kein Thema, keine Rolle für dich?
00:28:24: Doch natürlich, das spielt eine Rolle.
00:28:26: Aber manchmal versuche ich so ein bisschen von mir fernzuhalten.
00:28:29: Ja.
00:28:30: Aus Selbstschutzkunden.
00:28:32: Ja.
00:28:33: Das sagt ja viel aus, dass du die Dinge ein bisschen schwerzer siehst, als sie vielleicht sind.
00:28:40: Nicht unbedingt, aber manchmal kam es dann einfach anders, als ich das gerne gesehen hätte.
00:28:46: Ja.
00:28:46: Und ja, deswegen.
00:28:51: Dann frage ich gleich mal noch ganz anders.
00:28:52: Gibt es irgendwas, was du dir wünschst für den Saale Rollerkreis oder allgemein für die Entwicklung?
00:28:58: Das Land der Republik, der Welt.
00:29:04: Da gibt es bestimmt so einiges.
00:29:05: Aber erst mal, um für hier würde ich mir wünschen, dass es einfach noch weniger Leute weggehen würden natürlich, dass vor allen Dingen auch für die jungen Leute Perspektiven hier sind.
00:29:19: Da gibt es bestimmt einige Perspektiven schon.
00:29:22: Garantiert.
00:29:23: Es sind ja auch sehr viele noch hier.
00:29:25: Und ich weiß auch von vielen, die wieder zurückkommen.
00:29:27: Aber ich glaube, dass da noch ein bisschen was geht.
00:29:29: Ja.
00:29:30: Gibt es hier so ein Jugendclub oder irgendwie selbstverwaltetes Haus oder irgendetwas Ähnliches?
00:29:34: Ich glaube im Moment nicht.
00:29:35: Nein.
00:29:36: Und das ist ja immer so ein bisschen das Problem, glaube ich.
00:29:38: Und das ist ja nicht nur das Problem in Bad Loganstein oder in Pösnek oder in Schleitz oder in, weißte Geier, allgemein in Thüringen.
00:29:46: Sondern ich glaube so ein bisschen auch das Problem im ländlichen Raum im sogenannten im Osten, dass die Leute, die jungen Leute weggehen, weil es keine Jugendkultur, keine unterstützte Subkultur gibt oder nur bedingt gibt.
00:30:02: Also wir haben hier einen Verein, der heißt Marktlücke e.V Das sind zwei junge Frauen, die eben wieder hierher gekommen sind und die da wirklich viel schon auf die Beine stellen, um was zu bieten.
00:30:16: Was genau machen
00:30:17: wir?
00:30:18: Die organisieren verschiedene Veranstaltungen, also Veranstaltungen im Sinne von mal einen Flohmarkt oder sind auf Märkten mit unterwegsem Instand zum Beispiel machen Cocktailwürfeln oder ganz, ganz viele verschiedene Sachen.
00:30:36: Für die würde ich nämlich ganz gerne so ein bisschen Wärmungen machen gerade, weil die sind super engagiert.
00:30:44: Und da denke ich immer, ja, Leute, die noch so viel Elan in irgendwas reinstecken und mit so viel Herzblut irgendwas machen, die gehören auf jeden Fall erwähnt.
00:30:58: Ja, ich denke mal, dass es da noch viel kommt in Zukunft.
00:31:02: Wenn du jetzt dir so am Herzen liegt, diese Werbung gerade, dass die beiden da sind, hast du einen Kontakt zu denen?
00:31:07: Ja.
00:31:07: Vielleicht magst du die einfach mal fragen, ob die Lust hätten, sich mit mir im Rahmen des Podcasts zu unterhalten.
00:31:12: Habe ich nämlich gerade auch dran gedacht.
00:31:14: Ich hätte
00:31:14: auf jeden Fall, das klingt sehr, sehr interessant.
00:31:16: Ich habe ja sowieso immer Lust, interessierte Menschen oder meine Menschen kennenzulernen.
00:31:20: Und tatsächlich, auch es ist ja so, dass hier so diese Gegend Bad Lomstein, das sogenannte Oberland, so gar nicht.
00:31:27: abgegrasst ist, von mir persönlich.
00:31:30: Was nicht daran liegt, dass ich keine Interesse habe, sondern einfach, dass ich so den... Irgendwie ist mir der Einblick verwährt, was gäbe es denn?
00:31:38: Also man müsste eigentlich mal hier Urlaub machen, glaube ich, mal eins, zwei Wochen
00:31:41: und
00:31:41: sich mal ein bisschen umgucken.
00:31:42: Ich meine, das ist ein Kurort.
00:31:44: Und wir so aus dem Saal-Onerkreis, keiner kommt auf die Idee, wir fahren lieber an die Ostsee oder in die Alpen oder nach Italien oder weiß der Geier, wohin statt auch mal in der heimischen Region einfach Urlaub zu
00:31:54: machen.
00:31:56: Ich habe zum Beispiel einen Vertreterpaar, die ganz gerne dann mit dem Wohnmobil kamen und unten an der Terme dann standen und dann am nächsten Tag halt über einen Termin hier wahrgenommen haben und dann noch ein bisschen hier rumgefahren sind zum Beispiel.
00:32:10: Ein Wohnmobil
00:32:11: müsste man haben.
00:32:15: Lass mich noch mal ein bisschen persönlich werden.
00:32:16: Insofern, es gab in einem der dritten Programme Ich glaube, das gibt es gar nicht mehr.
00:32:21: Und es lief auch leider immer nur nachts eine fantastische Sendung oder moderiert von Jürgen van der Lippe, die da hieß, was liest du?
00:32:30: Habe ich davon gehört?
00:32:31: Ja.
00:32:32: Man kann bei YouTube einiges davon angucken.
00:32:34: Das ist sehr, sehr amüsant und lustig.
00:32:36: Aber das ist so eine Frage, die ich auch gerne stelle, was liest du?
00:32:39: Und das ist jetzt die Frage, die ich dir stelle.
00:32:40: Was ist so dein Lieblingsgenre?
00:32:42: Oder hast du vielleicht ein Lieblingsautor oder Autorin oder Ähnliches?
00:32:47: Ich lese sehr gemischt.
00:32:50: Und am liebsten eigentlich Romane oder auch Sachbücher, die sich mit den zwanziger, dreißiger Jahren beschäftigen.
00:32:59: Nicht unbedingt das Politische immer, sondern auch einfach mich als diese Zeit.
00:33:04: Ich finde die... Ja, das
00:33:05: teile ich wohl.
00:33:08: Ja, das finde ich sehr interessant.
00:33:10: Und wenn irgendwas da erscheint, was ich noch nicht kenne, dann muss ich das auf jeden Fall lesen.
00:33:19: Ich habe keinen direkten Lieblingsschriftsteller.
00:33:22: Ich mag Scott Fitzgerald.
00:33:25: Der große Gatsby ist so ein Buch, was so ein Lieblingsbuch näher kommt.
00:33:31: Dann mag ich Klaus Mann.
00:33:34: Ja, lieber als Thomas Mann.
00:33:37: Ich finde Klaus Mann leichter zu lesen.
00:33:39: Die
00:33:39: Wendepunkte von Klaus Mann gelesen, die Autobiografie.
00:33:41: Die
00:33:42: habe ich noch stehen, die muss ich noch lesen.
00:33:44: Der Anfang
00:33:44: ist ein bisschen mehr, muss ich ein bisschen durchkämpfen, durch Kindheitsgeschichte und so ein bisschen Geplänkel.
00:33:49: Aber ab so Seite achtzig.
00:33:51: Ich liebe es, weil da bist du nämlich genau in den zwanzig Jahren.
00:33:54: Genau das.
00:33:55: Und das sind so Bücher, die ich liebe, weil immer irgendein Name auftaucht oder irgendeine kleine Begebenheit, wo man weiß, man muss noch weiterlesen.
00:34:04: Ich habe dann immer ein Zettel da liegen und schreibe mir das dann auf und schaue dann, was gibt es da noch, was gibt es zu diesem, was gibt es von diesem Schriftstall?
00:34:12: und auch, weil Klaus Mann ja auch eine Riesen, ja wie soll man sagen, so eine, heute würde man sagen, Connection hatte in alle möglichen Richtungen, sehr vernetzt, genau, und dann finde ich das halt tatsächlich schön, wenn ich solche Bücher lese wie zum Beispiel... über Sylvia Beach, die dieses Shakespeare & Company in Paris hatte, die ja quasi die Verlegerin von Ulysses war.
00:34:43: Und da tauchen dann wieder andere Namen auf und dann denke ich, okay, dann musst du halt da auch noch, manchmal gibt es das ja gar nicht mehr, dann gehe ich halt ins Aniquiat und das holen wir dann da noch was.
00:34:55: Und ja, das sind so die Sachen, die ich privat sehr, sehr gerne mag, die ich aber nicht zwingend hier verkaufe dann.
00:35:03: Weil
00:35:04: Sie wahrscheinlich Ladenhüter sein werden?
00:35:06: Ja, es gibt nach wie vor Interesse dran auch, sag ich mal, Klassiker zu lesen.
00:35:14: Und da bin ich auch ganz froh, dass ich da immer ein paar Kenne und auch selber gelesen habe.
00:35:19: Aber... Jetzt bei den neueren Sachen, zum Beispiel bei Krimis.
00:35:22: Ich bin nicht so die Krimiläserin, mag aber ganz gerne mal Krimis.
00:35:26: Habe ich eine Reihe von Linda Castillo.
00:35:29: Ist eine Krimi-Reihe, die bei den Amelspiebel in Amerika, in Ohio spielt.
00:35:33: Und die mag ich wegen des Settings.
00:35:35: Ja, so
00:35:36: Flex City und so, ne?
00:35:38: Ich bin mir gar nicht sicher, ob so Flex City damit vorkommt.
00:35:42: Aber so diese, auf jeden Fall ist es eine sehr, sehr tolle Krimi-Reihe.
00:35:49: Weil nach wie vor, auch nach vierzehn Bänden, immer noch total spannend kann nicht jeder Autor von sich behaupten, dass er sich da immer noch was Neues einfeinern kann.
00:35:57: Die Klassiker ein, Raymond Schentler, Michelle Hammett, Patricia Heisele.
00:36:00: Ja, genau.
00:36:01: Die ich halt sehr, wenn ich Chemies lese, dann eher das.
00:36:04: Maxi Mann noch, Jakob Arjoni, und dann hört es bei mir aber auf.
00:36:06: Also die ganzen neuen Sachen, da hab ich vielleicht auch ein bisschen das eine oder andere Vorurteil.
00:36:11: Das mag sein.
00:36:12: Das kann sein, ja.
00:36:13: Aber wir teilen auf jeden Fall dieses große Interesse, was die zwanziger Jahre angeht.
00:36:18: bisschen ortsgebunden oder?
00:36:19: Also mein Ding ist auf jeden Fall, du hast Fitzgerald erwähnt, Paris, der zehnundzwanziger Jahre, also Henry Miller, Hemingway.
00:36:28: Genau die.
00:36:29: Pitti
00:36:30: Creely.
00:36:31: Ja, also ortsgebunden in dem Sinne eher nicht, aber eigentlich kommt man immer wieder auf Paris zurück.
00:36:38: bei diesen Romanen oder bei diesen Biografien.
00:36:45: Also da gibt es auch auch in die andere Richtung, auch in die Kunstrichtung natürlich noch viel Namen.
00:36:51: Die Millerfotografen, da kommt mittlerweile sehr viel bei uns raus.
00:36:55: Jetzt, das fand ich immer sehr schade vor ein paar Jahren noch, dass man da nichts dazu gefunden hat.
00:37:00: Aber jetzt habe ich mittlerweile auch drei, vier oder fünf Sachen, die sich mit ihr oder auch mit ihrer Arbeit
00:37:07: Die Wurbsfeder-Damen, die Frau Modersohn zum Beispiel, die sie ja immer wieder nach Paris gezogen hat, um noch mal eine weitere Frau zu nehmen.
00:37:16: Stimmt, das ist schon ein bisschen auch so Männerdominiert.
00:37:19: Würdest du das bestätigen, dass die Kunst-Literaturwelt so männlich dominiert ist?
00:37:23: Ja, das ist jeden Fall.
00:37:24: Das
00:37:26: ist der Zeitgeschuldet.
00:37:28: Das ist einfach, denke ich, der Zeitgeschuldet.
00:37:30: Es gab ja früher schon auch Schriftstellerinnen, die dann mit einem männlichen Pseudonym geschrieben haben, weil es einfach niemanden interessiert hat, was Frauen schreiben.
00:37:41: Oder du musst es halt eine Persönlichkeit sein, wie Anais Nien zum Beispiel, um noch eine weitere aus der Zeit zu nehmen, die ja schon in den zwanziger, dreißig Jahren die Fahne des Feminismus extrem hochgehalten hat, ne?
00:37:51: O-kant hochgehalten
00:37:53: hat.
00:37:53: Und da denke ich, die waren tatsächlich in Teilen weiter, als es heute wieder ist.
00:37:57: Ist das so?
00:37:58: Ja, ja.
00:37:59: Also, wenn man die Biografien zum Teil liest, die haben sich dann schon Freiheiten genommen.
00:38:04: Also, sie haben sich aber genommen.
00:38:06: Sie haben sich nicht gewartet, dass sie ihnen jemand gibt.
00:38:09: Und das ist irgendwo wieder so ein bisschen... glaube ich, im Sande verlaufen, weil man kennt ja dann auch nur diese Namen.
00:38:16: Und ich denke schon, dass sie da ein bisschen weiter waren.
00:38:20: Das bringt mich so ein bisschen zur nächsten Frage.
00:38:23: Nämlich der, ob du findest und offensichtlich war das ja zumindest zu dieser Zeit ein bisschen so, dass Kunst und Literatur vielleicht sogar speziell im Allgemeinen Einfluss auch auf die Gesellschaft und auf die Politik hat.
00:38:36: Ja, ich könnte aber jetzt kein spezielles Beispiel nennen, aber auf jeden Fall.
00:38:42: Zum Beispiel, also um jetzt mal ein bisschen weiter vor in der Zeit zu gehen, Bitterfelder Weg, auch wenn es ein Diktat gewesen ist, so ein Regierungstiktat.
00:38:51: Das sagt mir jetzt auch an ihm gar nichts.
00:38:55: Schreibende in die Produktion und so was.
00:38:57: Und dann sollen halt Autorinnen und Autoren in die Werkshallen gehen, auf die Baustellen gehen und darüber halt schreiben.
00:39:02: Und das war so diese Bitterfelderbestimmung, Bitterfelderweg.
00:39:05: Okay,
00:39:06: ja gut.
00:39:07: Findest du, dass das vielleicht mehr passieren sollte, dass Künstlerinnen, Literaten sich mehr, wieder mehr trauen sollten, deutlicher werden sollten?
00:39:18: Weiß ich nicht.
00:39:19: Also bin ich ein bisschen hin und hergerissen.
00:39:21: Gerade jetzt in der heutigen Zeit weiß ich nicht, ob ich das wirklich möchte.
00:39:26: Ich kann es aber nicht erklären, warum.
00:39:28: Da spaltet sich halt auch die Welt.
00:39:30: Wo einige Freunde von mir sagen, ein großartiger Auto zum Beispiel, der leider völlig unbekannt ist.
00:39:35: Also wie ich finde, eine der wichtigsten Autoren unserer Zeit, das mich als Schwesinger, sagt zum Beispiel doch natürlich, wir müssen uns wieder mehr trauen.
00:39:43: Wir müssen auf jeden Fall wieder die größere Klappe haben und ein bisschen provozieren.
00:39:48: Ich sage dann halt immer, ja, aber was soll denn die Politik in der Kunst?
00:39:51: Ich meine, ob sich das gegenseitig bedingt, ich bin mir dann nicht so sicher.
00:39:55: Ne, ja, das ist eben genau das,
00:39:59: ja,
00:40:00: so Zwischbald.
00:40:01: Es sind ja zum Teil sehr, sehr bekannte Leute, die viel Einfluss trotz allem haben, wo ich dann denke, sie könnten ihren Einfluss ja nutzen.
00:40:10: Aber... vielleicht dann nur, wenn es auch in meine Richtung geht.
00:40:17: Ja, natürlich.
00:40:18: Und das darf dann eigentlich nicht sein.
00:40:20: Also
00:40:20: sind Sie lieber still, dass es nicht kippt?
00:40:22: Vielleicht liegt es da dann.
00:40:23: Möglich,
00:40:23: möglich.
00:40:24: In einer Zeit, die halt irgendwie immer so ein bisschen in der Schwebe steht, wo es ganz schnell kippen kann.
00:40:29: Und zwar war es wahrscheinlich eher in die falsche Richtung, nur mit dummer Weise.
00:40:35: Ja, krass, krass.
00:40:37: Lass uns aber noch mal zurück ein bisschen.
00:40:39: Es ist jetzt so ein ernstes Thema, ne?
00:40:41: In einem brauen Samstag nachmittag, im Oktober.
00:40:45: Gibt es irgendwas, was du dir für dich, für die Buchhandlung irgendwie so ein bisschen wünschst, für die Zukunft?
00:40:51: Gibt es da irgendwas, wo du sagst, ach man, das wäre schon cool, wenn das und das und das mehr stattfinden würde, wenn es aus der oder der Richtung mehr Unterstützung geben würde oder Ähnliches?
00:41:02: Also mein erster Wunsch ist eigentlich, dass man wieder mehr Kundschaft hat, dass die Innenstädte nicht so leer sind.
00:41:10: Das ist, glaube ich, aber jetzt nicht nur mein Wunsch, sondern so insgesamt.
00:41:15: Das ist ja auch nur kein Bad-Logen-Steiner-Problem, sondern in allen kleinen Städten oder auch selbst die Großstädte mittlerweile zu Menschen leer sind.
00:41:25: Denn meine Beobachtung ist natürlich auch, dass die Leute, die hier reinkommen, fast alle auch immer was kaufen.
00:41:33: Das bestätigt einen ja dann auch, dass das, was im Laden steht, ankommt.
00:41:37: Dass das Sortiment passt, dass man aber halt tatsächlich mal noch ein paar Leute mehr am Tag bräuchte oder zumindest ja so ein bisschen aufsprungen.
00:41:48: Und das wäre so mein Wunsch, dass da ein bisschen was dafür getan wird.
00:41:52: Ich kann jetzt nicht sagen, von welcher Stelle, wer ist zuständig dafür?
00:41:54: Aber das ist einfach in den Innenstädten mal wieder ein bisschen was passiert.
00:41:59: Es kann ja nicht nur immer daran liegen, dass es heißt, da muss sich wieder jemand trauen, ein Geschäft aufzumachen oder dies oder das oder jenes.
00:42:06: Da bedingt sich ja so vieles miteinander, ob das dann auch die Voraussetzungen sind, die von den Rathäusern gegeben werden oder was auch immer.
00:42:18: Denn wir haben hier engagierte Leute.
00:42:21: Und ich glaube, da muss einfach noch ein bisschen mehr unterstützt werden.
00:42:28: Ich sehe das nicht unendlich.
00:42:29: Ich war auch nicht mit meiner Freundin, wie gesagt, wir sind jetzt eine Woche im Pösnick gewesen.
00:42:34: Wir sind an einem Donnerstag, Nachmittag um fünfzehn Uhr über den Pösnickermarkplatz gelaufen.
00:42:38: keine Menschensehle.
00:42:40: Und ich habe mich schon gerade, als ich jetzt hier auf dem Lobenstein am Hauptplatz geparkt habe, ich habe hier Leute gesehen.
00:42:45: Das hat mich ja überrascht positiv, weil ich dachte, das hier ist es wahrscheinlich ähnlich, dass die Straßen so leer gekehrt sind.
00:42:51: Und vielleicht natürlich wird jetzt nicht, wenn ein neuer Laden aufmacht, wird jetzt nicht sofort ein halb Lobenstein plötzlich dastehen in der Innenstadt und sagen, ja, geil, jetzt machen wir was, hier gibt es gerade den Döner für zehn Cent oder sowas.
00:43:01: Obwohl, dann vielleicht schon.
00:43:04: Aber so kleinere Aktionen vielleicht, die die regelmäßig stattfinden.
00:43:08: vielleicht aus privaten Initiativen, wie eben zum Beispiel Marklücker e.V.
00:43:12: heraus entstehen, die Leute vielleicht auch so ein bisschen zum Mitmachen animieren.
00:43:16: Plötzlich wird die Stadt oder die Kommune aufmerksam.
00:43:20: und das ist dann irgendwie, weil ich glaube nämlich, und das ist noch so eine Frage an dich vielleicht, dass es auch so eine so einen Rückgang dessen gibt, was zu Zonezeiten uns noch beigebracht wurden, dass nämlich Solidarität und Zusammenhalt, dass jeder so seinen eigenen Stiefel macht.
00:43:34: Und dass es vielleicht auch daran liegt, dass auch Innenstädte leer sind.
00:43:38: Natürlich ist die große Mall XY mit Sicherheit mit Schuld und der Kleinhandel geht vor die Hunde.
00:43:44: Aber dass zum Gemeinschaftsgefühl fehlt, würdest du das bestätigen?
00:43:49: Das kann ich nicht bestätigen.
00:43:51: Da habe ich mich noch nie damit auseinandergesetzt.
00:43:57: Nein, nee, da hab ich tatsächlich noch nie so drüber nachgedacht, ob das eventuell der Grund sein könne.
00:44:03: Das kam ja auch noch so spontan gerade in den Sinn.
00:44:05: Ja,
00:44:06: weil ich hatte ja vorhin schon angedeutet, dass ich eher ein Mensch bin, der immer alleine zu Hause sitzt.
00:44:11: Und deswegen, glaube ich, kann ich da nichts dazu sagen.
00:44:15: Also
00:44:15: bist du eine von denen, die irgendwie wird entlehnt?
00:44:18: Wahrscheinlich.
00:44:23: Okay.
00:44:25: Also ich bin mit meinen Fragen eigentlich durch, soweit.
00:44:29: Und ich will euch jetzt auch nicht um deinen wohlverdienten Feierabend bringen.
00:44:32: Das ist jetzt, ähm, dreizehn Uhr, sieben und zwanzig.
00:44:35: Eigentlich hast du die Laden ja schon seit anderthalb Stunden zu.
00:44:38: Ich will natürlich, dass du das Wochenende, den Samstag, Nachmittag lesend genießen kannst.
00:44:43: Und bedanke mich bei dir, dass ich da sein durfte.
00:44:46: Sehr gerne.
00:44:46: Es war
00:44:47: mir eine große Freude und vielleicht sehen wir uns bei der einen oder anderen Lesung, die entweder ich hier mache oder ich habe hier auch eine riesen Netzwerke.
00:44:54: Ich könnte dir tausend Leute auch vermitteln.
00:44:56: Das müssen wir auf jeden Fall im Hinterkopf verhalten.
00:44:57: Dann
00:44:58: bleiben wir in Kontakt.
00:44:58: Und
00:44:59: du vermittelst mir mal den Kontakt zum Marktlücke, EV.
00:45:02: Jawoll.
00:45:04: Vielen Dank nochmal.
00:45:06: Ja, hat mich sehr gefreut.
00:45:07: Ja, mich auch, genau.
00:45:09: Das war eine weitere Folge von Ostwärts Einspaziergang durch den Saale-Orla-Kreis.
00:45:14: Vielen Dank, ein weiteres Mal fürs Zuhören.
00:45:16: Vielen Dank fürs Dranbleiben.
00:45:17: Hört euch auch all die anderen Folgen an.
00:45:19: Ihr findet sie überall, wo es Podcasts gibt.
00:45:21: Und ich verbleibe mit einem fantastischen Auf Wiedersehen.
00:45:24: Bis zum nächsten Mal.
00:45:25: Tschüss.
00:45:32: Ostwärts.
00:45:33: Ein Spaziergang durch den Saale-Orla-Kreis.
00:45:37: Ein Podcast, der Volkshochschule Saale-Orla-Kreis gefördert.
00:45:41: von Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kutu.
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