Pößneck - Initiative für alternative Freiräume und das AktionBündnis Courage
Shownotes
Unser Gast: Alexander Born (Alternativer Freiraum Pößneck)
Themen in diesem Beitrag: – Alternative Jugendkulturen im SOK – Außenseitersein & Mobbing – Neonazi-Aufmarsch Pößneck 2005 und das AktionsBündnis Courage – Selbstverwaltete Jugendräume – Galerie der Jugendkulturen
⚠️ Tonstörung ab Minute 32.
🔗 Spiegel TV: https://www.youtube.com/watch?v=61H1FShPowg
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00:00:08: Ostwärts,
00:00:10: ein Spaziergang durch den Saale-Orla-Kreis.
00:00:13: Ein Podcast der Volkshochschule Saale-Orla-Kreis gefördert vom Thüringer Ministerium
00:00:19: für Bildung,
00:00:20: Wissenschaft
00:00:20: und Kultur.
00:00:27: Und damit herzlich willkommen zu einer weiteren Folge.
00:00:30: Ostwärts, ein Spaziergang durch den Saale-Orla-Kreis, die Abschlussfolge zweitausendsfünfundzwanzig und dafür habe ich mir einen ganz besonderen Gast eingeladen.
00:00:41: Denn wir kennen uns schon sehr, sehr lange.
00:00:43: Wie lange weiß ich gerade gar nicht mehr.
00:00:44: Finden wir vielleicht im Laufe der nächsten Stunde heraus.
00:00:48: Ein Mensch, der verdammt agil ist, agil gewesen ist in den letzten zwanzig, fünfundzwanzig, vielleicht sogar schon dreißig Jahren in Pösnick, ohne den Subkultur, ohne den Kultur in Pösnick so, wie sie stattfindet, zumindest im alternativen Spektrum, nicht stattfinden würde und nicht stattfinden könnte.
00:01:04: In diesem Sinne sage ich moin, Bonny, Alexander Bonnes bei mir.
00:01:07: Servus.
00:01:08: Hallo, Gruppe.
00:01:10: Alexander Borne, ich habe das gerade gesagt, du bist noch im Vorstand des alternativen Freiraum Pösnek.
00:01:15: Tatsächlich wieder.
00:01:17: Wieder.
00:01:18: Ja, ich hatte ein bisschen Auszeit genommen vom Vorstand.
00:01:21: Aber geht nicht ohne.
00:01:24: Warum nicht?
00:01:26: Naja, weil es da tatsächlich die aktiven Leute, sag ich mal, relativ dünn gesät sind.
00:01:32: Inzwischen.
00:01:33: Inzwischen war auch mal anders, ja, aber so für die Vorstandsarbeit ist da nicht so, äh, das...
00:01:42: Es ist noch nicht, es ist nicht mehr so gut besetzt, was die Mitgliederzahl angeht, liegt es daran.
00:01:47: Die Mitgliederzahl ist konstant, die sich den Hut aufsetzen wollen, diese Verantwortung im Vorstand sozusagen.
00:01:54: Jetzt
00:01:55: sind wir aber schon fünf Schritte vorm eigentlichen, denn darauf werden wir auf jeden Fall zu sprechen kommen.
00:02:00: Das war so ein bisschen mein Hauptgrund, auch mich mit dir zu treffen, einfach um mich auch selber mal so ein bisschen auf den aktuellen Stand zu bringen, denn ich habe überhaupt keine Ahnung mehr, was da unten im Freiraum los ist, aber wir fangen wir beim Urschleim an, denn alles fängt ja immer vorne an.
00:02:17: Wir sind glaube ich im selben Alter.
00:02:19: Was bist du für ein Bauer?
00:02:20: Einen Achtzig?
00:02:21: Einen Achtzig, dann sind wir nicht ganz im selben Bauer, nicht ganz im selben Alter sind.
00:02:24: Du bist drei Jahre jünger als ich, sogar krass wusste ich gar nicht, aber du siehst auf jeden Fall wesentlich jünger aus.
00:02:30: Die Schleimphase am Anfang, ganz wichtig, haben wir bei Harry Robert gelernt.
00:02:35: Einenundachtzig, das heißt du bist noch in der DDR geboren oder zu Zeiten der DDR noch geboren.
00:02:40: Hast du da noch irgendwie Erinnerung dran?
00:02:42: Tatsächlich nur die eine sozusagen, weil wir haben direkt gegenüber von unserer Schule gewohnt und solche Sachen wie Samstag früh ist noch in die Schule und so was kann ich mir lernen, weil das immer so auf dem letzten Drücker war.
00:02:54: Welche Schule warst du, wenn du sagst, die habt genau gegenüber gewohnt?
00:02:57: Na was jetzt, Gymnasium ist ein bisschen.
00:02:58: Ach
00:02:58: ne, ein Zettelmann.
00:03:00: Ernst Zettelmann
00:03:03: über Schule, ja.
00:03:04: Okay, aber samstags, hast du gerade gesagt, samstags in die Schule gehen, gibt es noch irgendwie... Also
00:03:09: dieser Fahnappel halt immer auf dem Riesenschule, oder so was, das ist halt das, was ich mich erinnern kann.
00:03:15: Ja, viele Leute auch in deinem Alter tatsächlich haben ja immer mal so ein bisschen so eine oder manchmal so so nostalgische Gedanken, so verromantisierte Gedanken an die DDR, damals war alles besser, die Kindheit war viel schöner, ich konnte viel freier leben, es gab nicht so viele Autos, bla bla bla, da gibt es ja tausende Argumente.
00:03:33: Hast du sowas, dass du manchmal solche Gedanken hattest?
00:03:37: Nee, also das, das hätt ich nicht.
00:03:40: Wie ist das?
00:03:40: Ein paar Erinnerungen für Südfrüchte anstehen und so was.
00:03:45: So was kann ich mir erinnern.
00:03:46: Aber jetzt nicht, dass ich das irgendwie besonders cool fand oder das war halt so eine Erinnerung.
00:03:53: Aber ich habe jetzt nicht so diesen Austaldie-Fable eher auf das Design und die Strukturen und so was.
00:04:03: Das ist auch schon mal das DDR-Sachen und so was halt.
00:04:06: ... die Robustheit dieser Produkte zu der Zeit.
00:04:12: Also nicht auf Wegwerf produziert?
00:04:14: Ja, das habe ich
00:04:15: natürlich auch wieder was darüber gelesen, ... ... dass es da wirklich auf dem Plan stand, sozusagen, ... ... dass die Waschmaschine in dreißig Jahre halten muss.
00:04:22: Ja, ja.
00:04:24: Und wir haben tatsächlich den RG-Achtundzwanzig zu Hause, ... ... das ist ein Mixer.
00:04:28: Ja.
00:04:28: Und der ist unkabutbar.
00:04:30: Ich glaube, ich sehe in vielen Augen unsere Hörerinnen und Hörer.
00:04:35: Ab mit einem gewissen Alter ein Leuchten in den Augen, wenn du sagst, RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-RG-R.
00:05:00: Also
00:05:04: tatsächlich nicht.
00:05:06: Ich kann mich da eigentlich in diese Wendezeit sehr schwer erinnern und so sagen.
00:05:11: Das ist da so an mir vorbeigegangen, sag ich mal, an der Schule und so halt.
00:05:16: Ja, ja.
00:05:19: Also ich kann mich noch erinnern, wie ich in der Schule gefragt worden bin.
00:05:21: Ich mach das jetzt nicht ausführlich, weil ich das jetzt schon in zwei Folgen ausführlich gemacht habe.
00:05:26: Im Jahr nineteenhundertneunzig nach den Sommerferien bin ich gefragt worden im Treppenhaus von einem Ex-Klassen-Kameraten, der sitzen geblieben ist, wir sagen, Gruppe, bist du links oder rechts?
00:05:38: Und dann habe ich gesagt, ich bin im Raum, ich weiß nicht, ob der jetzt links oder rechts ist.
00:05:43: Nein, nein, nee, bist du Führenkohl oder Gegenkohl?
00:05:46: Und dann habe ich gesagt, ganz klar, Gegenkohl.
00:05:48: Da bist du ja links, dann habe ich mit dir nichts mehr zu tun.
00:05:51: Bist du mit solchen Sachen konfrontiert worden?
00:05:55: Erst später, würde ich das sagen.
00:05:56: Das war dann erst, wir sind ein paar Jahre auseinander.
00:05:59: Das war dann für mich die Zeit... Da war ich dann eher der Panker sozusagen zu der Zeit.
00:06:16: Du warst in der dritten Klasse zu der Zeit, wenn ich richtig rechne jetzt, ne?
00:06:19: Ich bin tatsächlich, so wie meine Erinnerung ist, in die, bin ich sozusagen in die fünfte Klasse gekommen und das war dann schon... B.A.D.
00:06:27: sozusagen.
00:06:28: Ja, ja, ja.
00:06:29: Du sagst, das Punkrock-Ding kam später.
00:06:31: Kannst du dich daran erinnern, wie das in dein Leben kam?
00:06:34: Das sehe ich durch.
00:06:35: ... die Jungs, mit denen ich rumhängen und so halt.
00:06:38: Aus der
00:06:38: Schule?
00:06:38: Aus der Schule?
00:06:39: Nee, aus der Schule auch, aber ... ... ja, tatsächlich ... ... ja, aus der Schulzeit.
00:06:44: und den Jungs, mit denen ich abhängen.
00:06:47: Gab's so was, wie du sagst, du hast gegenüber des heutigen Gymnasiums gelebt.
00:06:52: Das ist ja schon sehr innenstadtnah, wenn nicht sogar innenstadt, von Pösnick eigentlich noch.
00:06:56: Ja, ja.
00:06:57: Gab's da so eine Innenstadt-Gang oder so, aus Kittys oder so?
00:07:01: Das gab's natürlich, ja.
00:07:02: Da war ich ... ... war da eigentlich immer der, der ... Zu der Zeit noch der Außenseiter.
00:07:09: Und man hat das natürlich immer mitgekriegt.
00:07:11: Das besetzte Haus an der
00:07:13: Tuchmacher Straße.
00:07:15: Nicht meine Molkerei.
00:07:17: Wann war das?
00:07:18: Na, Tuchmacher Straße, das war so, zwei, neunzig bis vier, neunzig, fünf, neunzig.
00:07:22: Dann ging es ja zum Markt schon.
00:07:23: Dann war der Markt schon her.
00:07:25: Genau, aber das war alles sozusagen.
00:07:27: Da das Schleswig in der Stadt war, dann hast du immer mit den Leuten Kontakt gehabt.
00:07:31: Und damals mit Alex.
00:07:33: da mein bester sozusagen zu der Zeit und auch heute noch.
00:07:38: Dass man so der Input, den ich da hatte.
00:07:41: Der ja nach Weimar gegangen ist, um zu studieren, wenn ich mich richtig erinnere.
00:07:44: Weimar Bauhaus, Design hat er studiert und der dann auch zurück nach Pösnäck gekommen ist und wieder in Pösnäck lebt.
00:07:50: Ja, die haben ein Haus gekauft und eine Familie mit zwei Kindern.
00:07:53: und ja, das läuft auch bei dem.
00:07:56: Ja, auf jeden Fall.
00:07:57: Hast du schon mal so den Gedanken gehabt zu sagen, ich habe kein Bock mehr auf Salah-Olerkreis, ich gehe einfach irgendwo anders hin?
00:08:02: Ähm,
00:08:04: nee, tatsächlich nicht.
00:08:05: Nicht?
00:08:06: Okay.
00:08:07: Nee, ich hab immer mal über den Teller angeschaut und es war mal so ein paar Sachen auch.
00:08:11: Damals in Dresden, so mit Bettina.
00:08:14: Also mit deiner Frau?
00:08:15: Ja.
00:08:15: Ähm, aber tatsächlich war der Lebensmittelpunkt immer ein Pösnäck
00:08:22: halt, ne?
00:08:22: Okay.
00:08:24: Was,
00:08:25: irgendwann mal ist ... ... Wineout.
00:08:28: Aber also, du hättest es ja quasi offen.
00:08:29: Ja.
00:08:29: Weiß
00:08:31: ich nicht, ob ich das so sagen kann, aber ... Ja,
00:08:34: jetzt hast du Pankrock Zeit gesagt, das ist was, was ich zum Beispiel noch gar nicht wusste.
00:08:37: Ich habe dich eher wahrgenommen als einer der so Skater hip-hop-hörend.
00:08:43: Oder vielleicht diesen Skate-Punk-Cup-Set damals eigentlich noch gar nicht.
00:08:47: Nee, du kannst
00:08:48: das nicht so vorstellen.
00:08:49: Ich war da eher der Mitläufer, sag ich mal.
00:08:52: Ich war jetzt nicht der... Ich
00:08:54: hab dich das erste
00:08:55: Mal gesehen
00:08:55: mit einem Deck in der Hand, auf jeden Fall.
00:08:57: Ja, das war dann so der fließende Übergang sozusagen.
00:09:00: Ein anderer Mugga gehört hier, der Horizont ist immer weiter geworden.
00:09:04: Und ich hab heute alles, was mir gefällt.
00:09:07: So zu sagen, egal, welchen Musikrichtung das ist, am Ende.
00:09:09: Das nennt man Altersweisheit.
00:09:12: Ja.
00:09:13: Und tatsächlich war ich... dann bin ich erst wieder auf Punkrockkonzern, dann immer slime
00:09:21: im
00:09:22: Clubhouse.
00:09:22: Mit neuem Sänger,
00:09:23: als dir gefallen?
00:09:24: Mit neuem Sänger, die ... nein.
00:09:27: Ging mir nämlich nicht unähnig, als ich die in der Leipzig
00:09:29: gesehen habe.
00:09:29: Aber die dadurch, dass sie im Clubhouse gespielt haben, kam auch viel alte Sachen und so was.
00:09:33: Das zieht dann schon.
00:09:35: Das
00:09:35: fantastische Clubhaus in Saalfeld, immer wieder eine geile Location, definitiv.
00:09:38: Und jedenfalls, und dann, das war der Burner eigentlich, Toxoplasma.
00:09:42: Oh, in Jena, oder?
00:09:43: Nein, nein, nein.
00:09:44: im Schlossberg.
00:09:45: Das war dir.
00:09:46: Im
00:09:47: Schlossberg, im SB-Eins.
00:09:48: Ja, ja,
00:09:48: ja.
00:09:49: War richtig geil.
00:09:50: Toxin Blass war auch so eine Band aus meinen neunzigern Jahren.
00:09:53: Also ohne die und viele andere auf den Wachtrufe-Semplern, wenn es mich, glaube ich, nicht geben.
00:09:57: Dieser
00:09:57: Sänger, dieser... dieser alte Mann, da auf der Bühne, da ab, meine Hände, kannst du nicht vorstellen, richtig hart.
00:10:06: Schade, das hätte ich gerne gesehen.
00:10:09: Aber das ist jetzt nicht unser Thema heute.
00:10:11: Wenn diese Zeit gewesen ist, du sagst, du warst ein bisschen Mitläufer, hast du das Deck in der Hand gehabt, warst Punk, warst du da schon politisiert, um es jetzt mal ganz hochtraben zu sagen?
00:10:23: Oder war das eher so ein... Na, ich hab die Klamotte, ich hab so ein bisschen ... ... ich häng mit den Jungs rum, mit den Mädels.
00:10:29: Aber so richtig Politik hab ich gar keinen Bock drauf.
00:10:31: Nee, tatsächlich so diese ... ... sag ich mal, humanistische Einstellung, die ich habe, ... ... die war schon immer da.
00:10:38: Und dieser Gerechtigkeitssinn ... ... in den Anfangsstrichen.
00:10:45: Gegen Binderheiten fand ich immer scheiße.
00:10:50: Ja, deswegen war es schon immer so ein ... ... so ein Ding.
00:10:54: weil das hat jetzt nichts damit zu tun gehabt, ob ich jetzt nur eine Krawobombe hergeahnen hatte und mit einem Offener auf der Schulter und ja, das war dann ein fließender Übergang, also das war schon immer, sag ich mal, Thema.
00:11:09: Ja, ja.
00:11:10: Woran liegt das?
00:11:11: Weil du so erzogen wurdest oder kam das irgendwie durch eigene Erfahrungen?
00:11:15: Ganz kurz, lass mich mal bei den Gedanken ausführen.
00:11:18: Du hast vorhin gesagt, du warst immer mal so ein bisschen Außenseiter.
00:11:21: Ich will nicht in diese Kerbe schlagen, auf gar keinen Fall.
00:11:24: Es sei denn, du sagst, können wir drüber reden, dann machen wir das auch.
00:11:26: Aber kam das vielleicht auch daher so ein bisschen?
00:11:29: Das würde ich beherren.
00:11:31: Gänzlich wird das, dass man weiß, wo vielleicht ... wie es jemanden geht, der unterdrückt wird oder diskriminiert wird oder so was.
00:11:41: Darf ich dir die Frage stellen, ob das Thema Mobbing,
00:11:45: so wie
00:11:45: wir es heute nennen, dein mit eine Rolle gespielt
00:11:47: hat?
00:11:47: Das war halt ein Schulalltag.
00:11:50: Ich war damals noch ein bisschen stämmiger, sag ich mal.
00:11:56: Es war nur Schule.
00:11:57: Das war nicht so ein Schul-Mobbing-Alltag, sag ich mal.
00:12:05: Aber es, sag ich mal, hat mir geholfen, am Ende.
00:12:09: Nee, ich meine nicht, will nicht sagen, geholfen, dass mich das halt dann geprägt hat.
00:12:14: Klar.
00:12:14: Und auch die, die... Das hat dir ja schon geholfen, das kann man
00:12:16: schon.
00:12:17: Diese Gerechtigkeit sind oder diese, wissen, wie es anderen Leuten geht und so was, ne?
00:12:23: Ja.
00:12:25: Ja, ich wiederhole das gerade nochmal.
00:12:27: Deswegen kann man schon sagen, geholfen.
00:12:28: Natürlich ist es ein schräges Wort in diesem Kontext.
00:12:31: Wenn man sagt, ich bin gemobbt worden, aber am Ende hat es mir ja geholfen.
00:12:35: Deswegen
00:12:35: bin ich nämlich heute so cool, wie ich bin, politisch oder wie auch immer.
00:12:40: Aber lass uns davon weggehen.
00:12:41: Wir waren ja schon fast da, wo ich auch ein bisschen hin will.
00:12:44: Oder wolltest du noch was sagen?
00:12:45: Nee, ganz redweilig.
00:12:48: Zu der Zeit, deswegen habe ich mich auch absichtlich gefragt, gab es so etwas wie eine Stadtgang.
00:12:51: Also wir wissen ja, oder viele von uns wissen ja, es gibt diese zwei, oder diesen Film von Elf-Nin-Nin-Ninzig, auf dem Busbahnhof in Pörseneck, die Gang, die da rumhängen, und das waren ja alles Leute, da waren ja sowohl rechtsgesinnte als auch linksgesinnte dabei, da waren Mettler, da waren Punks, das war irgendwie alles bunt durchgewürfelt und die hingen aber als Gang rum.
00:13:10: Da hat Politik noch keine große Rolle gespielt.
00:13:14: Gab es so einen Ort für euch auch?
00:13:16: Warst du Teil dieser Gang?
00:13:17: Nein, nein, nein.
00:13:18: Da warst du noch zu jung.
00:13:19: Genau, da war ich einfach zu jung.
00:13:20: Und ja, das war dann nicht so das Thema bei uns.
00:13:23: Ja,
00:13:24: ja.
00:13:24: Aber habt ihr euch irgendwo, habt ihr euch getroffen?
00:13:27: Zu der Zeit war Huli, sag ich mal.
00:13:28: Hier, Gemeindezentrum, Kirchgeschichte.
00:13:30: Das war Geschichte und auch Achtzehn A. Aber der
00:13:34: Jugendclub?
00:13:35: Stimmt, in der Rheimgasse.
00:13:36: Ich war vielleicht zwei, drei Mal.
00:13:39: Das war jetzt nicht so das, was mein Club war.
00:13:41: Da hängen die Harten rum.
00:13:42: Da hängen
00:13:42: die Harten
00:13:44: rum.
00:13:44: In der doppendeutigsten Sinne des Wortes.
00:13:46: Da
00:13:46: hatten sie sich dann, so als Killio oder als Jugendlicher, da nicht so eng getraut.
00:13:51: Das ist was, was ich mir auf jeden Fall, wir versuchen uns das mal zu merken.
00:13:54: Ich habe mich mit meiner Nichte unterhalten.
00:13:56: Eine Schalotte, die ist sechszehn vor drei, vier Wochen.
00:13:59: Und die meint, die traut sich nicht ins Paff so richtig.
00:14:03: Ich habe gesagt, ich nehme das mal mit, wenn ich mit einem Borny treffe.
00:14:06: Wir versuchen uns das mal zu merken, dass wir dann, wenn wir beim Puff sind, den Haken da so ein bisschen in die Öse kriegen.
00:14:14: Aber gab es da eurerseits schon so ein bisschen diesen Wunsch in den Neunzigern zu sagen, ey, Leute, das wäre so cool, wenn wir was hätten, wo wir hingehen könnten.
00:14:22: Irgendwas, wo wir gesagt haben, das nehmen wir uns jetzt und dafür streiten wir.
00:14:26: Also ich muss auf jeden Fall immer sagen, dass wir jetzt mal, wenn wir von den Neunzigern reden, von den Späten Neunzigern reden, also das ist jetzt nicht so... Wie gesagt, ich bin siebenneinzig aus der Schule.
00:14:37: Ja, es ist später neunzig.
00:14:39: Ja.
00:14:40: So, und dann, wie gesagt, war das Thema halt Gemeindezentrum, Holy und so, mit dem Jugendfacher und solche Sachen.
00:14:48: Damals noch der Herr Schaller.
00:14:50: Nee, da war es sogar noch davor.
00:14:51: Der Herr von Schamm.
00:14:52: Ja,
00:14:52: genau.
00:14:53: Ja, bei dem hingen wir auch mal zu Hause ab und so.
00:14:59: Der war cool.
00:14:59: Ja.
00:15:00: Ja, tatsächlich war dann immer schon auch diese Sachen, dass wir mit an den Jugendrägern dran hingen, sag ich mal.
00:15:08: Wenn ich jetzt schon weitergehe, das war damals auch mit dem ABC, das war damals auch die Jugendräger geholfen.
00:15:15: Das spricht du das ABC an und für alle, die es nicht wissen, das Aktionsbind ist Courage, dass sich ja gegründet wird aufgrund eines durchaus erwähnenswerten Vorfalls, der bundesweit für Furore gesorgt hat.
00:15:29: Ja,
00:15:30: tatsächlich.
00:15:32: Willst du kurz darauf eingehen?
00:15:36: Also es war tatsächlich so, dass das Schützenhaus an Pösnäck, das wurde von einem Herrn Rieger, das war Rechtsanwalt aus Hamburg, der hat es gekauft über irgendwie dritte, das war wahrscheinlich nicht mehr am Stadtbesitz sozusagen, der hat es nicht von der Stadt gekauft, sondern von irgendeinem Mann anders.
00:15:55: Alles so weit ganz cool, da das irgendwann gehabt, da hat er auch bis er umgewirkt gewirkt und irgendwann sind halt die Bombe geplatzt.
00:16:02: Und damals MPD noch ein großes Partei-Tag gemacht im Pösnick, da an dem Schützenhaus.
00:16:09: Und als Band ...
00:16:12: Die Looni-Koffer-Schwerung.
00:16:14: Also quasi so ein Side-Projekt von Lanza.
00:16:18: Ja.
00:16:18: Genau.
00:16:20: Und ich weiß nicht, es waren drei.
00:16:21: Fünftausend.
00:16:23: Fünftausend.
00:16:24: Fünftausend.
00:16:24: Fünftausend.
00:16:25: Oder wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa,
00:16:29: wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa,
00:16:30: wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa,
00:16:33: wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa,
00:16:36: wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa,
00:16:38: wa,
00:16:39: wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa,
00:16:43: wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa, wa.
00:16:50: an dem tag.
00:16:53: Ich sozusagen in meinem Laden war und die Nachricht bekommen, dass wieder so viele Bullen in der Stadt sind.
00:16:58: Entschuldigung,
00:17:00: Polizei.
00:17:02: Die Damen und Herren, Kollegen.
00:17:04: So war der Slang früher.
00:17:05: Ja,
00:17:06: das hast du aber schön die Kurve gekriegt.
00:17:12: Ja, und ich habe zu dem Zeitpunkt dieses Haus in der Opern-Gramm-Straße zwei, das hat mich auch im Jahrzehnte begleitet sozusagen.
00:17:22: Ich habe mit meinen Eltern dort gewohnt, und irgendwann sind wir zwei Etagen höher gezogen, hatten da sozusagen eine WGE mit meinem damaligen Mitbewohner, Basti.
00:17:33: Und da standen wir vor unserer Tür, und vor unserer Tür konnte man nicht rausgucken, weil da zehn Wannen standen, oder Six Packs.
00:17:42: da wirklich auch so viel Polizei am Start war, das hast du ein bisschen lange nicht gesehen.
00:17:46: Aber
00:17:46: das muss ja dann schon in den Abendstunden gewesen sein.
00:17:48: Das war ja
00:17:48: schon in den Abendstunden und ich bin ja noch mal so rund um den Block gelaufen, weil ich es einfach sehen wollte.
00:17:54: Ja.
00:17:55: Und ich bin echt mit zitternden Knien wieder zurück gelaufen.
00:17:59: Weil es war dann schon, ich hab dann schon so richtig geschluckt, so.
00:18:03: Das war richtig dieser Weg, den ich jeden Tag gehe, an diesem Schützen auch so bei damals.
00:18:09: Ja.
00:18:11: Das war wirklich, sag ich mal, beängstigend.
00:18:13: Also ich kann ja sagen, wie ich diesen Tag erlebt habe.
00:18:15: Ich bin am Mittags, Nachmittag, in frühen Nachmittagstunden, um eins und zwei vielleicht, bin ich mit meiner damaligen Freundin.
00:18:23: Die hatte rumänische, also ihre Mutter ist Rumänin.
00:18:27: Und man hat ihr das ein bisschen auch angesehen, also ohne dass ich jetzt irgendwie so ein Marketing machen will.
00:18:32: Aber man hat ja angesehen, sie ist keine Volksdeutsche im Sinne von.
00:18:36: Und wir sind es bei mir, ich habe in der Tuchmacherstraße gewohnt, wir sind zum Hauptbahnhof, also zum Oberen Bahnhof gegangen.
00:18:43: Und die ganze Tuchmacherstraße, alle zwei oder fünf oder sechs oder zehn Meter, stand ein aufgepumpter Fascho mit einer Funke nach dem anderen.
00:18:51: Und je näher wir Richtung damals noch mal luka also die ecke schützten haus ja beim gymnasium gekommen sind dass du mehr nazis waren da und das ganze der ganze biergarten in maluka saß
00:19:03: voller
00:19:04: voller krasser nazis die ich noch nie in meinem leben vorher gesehen habe also wirklich aufgepumpte
00:19:09: hünen
00:19:11: und wir sind da dran vorbeigelaufen.
00:19:12: die haben uns glücklicherweise mehr oder weniger in ruhe gelassen sind zum Bahnhof und da hatte ich ein Club-Handy, ein Triumph hatte ich damals.
00:19:19: Und da habe ich, ich weiß gar nicht mehr wie, ich glaube Martin Klitter habe ich angerufen und gesagt, ey, Jungs, irgendwas geht heute.
00:19:24: Hier, Martin ruft die anderen Leute an, schreibt denen irgendwelche SMS oder so, aber geht heute nicht raus.
00:19:28: Irgendwas ist heute hier gar nicht geil.
00:19:31: Und wir sind in Leipzig gewesen und dann habe ich abends die Nachricht gekriegt, Lanza-Konzert beziehungsweise Loonikov-Verschwörung, NPD-Barteitag und plötzlich sind tausend Bullen da.
00:19:39: Und dann war eine Woche später bei Spiegel TV.
00:19:43: der Bericht gewesen, den man heute auf YouTube auch noch angucken kann.
00:19:48: Und wir haben uns dann getroffen am Montag danach, das weiß ich, ich habe den Philipp dann angerufen, Philipp Gleasing und ich glaube, du warst dann noch mit im Boot und dann sind wir ins Holy gegangen und haben gesagt, jetzt müssen wir was machen.
00:19:58: Und das war quasi die Geburtsstunde des Aktionsbindens Courage.
00:20:03: Ja.
00:20:05: An dem Abend, da war richtig krass, da wollte ich noch noch erzählen, wir hatten da oben so auf dem Haus so ein Flachdach.
00:20:13: Mit einer Klappe und dann konntest du raus und dann haben wir auch mal ab und zu mal gechillt und so.
00:20:17: Und von dort aus hattest du dann sozusagen direkt Blick aus Schützenhaus.
00:20:21: Ja.
00:20:22: Wir haben das sozusagen dann da die ganze Zeit verfolgt.
00:20:25: Aus sichere Einpernung.
00:20:26: Ja,
00:20:27: aber erstmal informiert sein.
00:20:29: Ja.
00:20:29: Ja.
00:20:31: Was hast du?
00:20:32: Was habt ihr da gefühlt?
00:20:33: Also das war ja was, was, was, was, was mein Vorjahr Musik nie erlebt hat.
00:20:36: Ja,
00:20:37: als es tatsächlich war, war es irgendwo in Bengstigen und aber dann trotzdem war ja die Vernetzung dann auch wieder da von vielen, vielen Leuten so, die dann unabhängig voneinander mir geschrieben haben oder was die angerufen haben oder dass man halt so sich schon da so... bündet hat
00:20:58: sozusagen.
00:20:59: Also so habe ich ganz, ganz viele Menschen kennengelernt.
00:21:00: So haben wir uns auch richtig kennengelernt.
00:21:02: Ich kannte dich natürlich mit dem Laden, ich war immer mal mit da mit irgendwelchen Leuten.
00:21:06: Also du hattest, hast du gerade schon gesagt, in der oberen Grabenstraße so ein...
00:21:09: Nee, Steinweg.
00:21:10: Steinweg.
00:21:11: Natürlich im Steinweg.
00:21:12: Du hattest im Steinweg so ein Laden für Hip-Hop und Skate-Stuff.
00:21:18: Wie lange hattest du den gehabt?
00:21:19: Von... ...-... ...-... ...-... ...-... ...-... ...-... ...-... ...-... ...-... ...-... ...-... ...-... ...-...
00:21:23: ...-... ...-... ...-... ... hatte ich
00:21:25: schon immer die Idee gehabt, ... ... diese Ladenfläche irgendwie zu ... ... zu nutzen so.
00:21:46: Und mein Opa hat nur damals gesagt, ... ... eine solide Ausbildung ... ... und dann kriegst du.
00:21:53: Nun, was hast du gelernt?
00:21:54: Maler, glaube ich, ne?
00:21:54: Nee, Mauer.
00:21:55: Mauer, okay.
00:21:56: Genau.
00:21:57: Und dann habe ich dann halt eine Ausbildung gemacht ... ... und dann habe ich den Laden aufgemacht.
00:22:02: Krass, also so quasi, ne?
00:22:03: Du musst es keine Miete zahlen.
00:22:04: Was ja schon mal ein großer Vorteil ist.
00:22:07: Aber du warst verdammt jung und dich dann direkt in so ein Business zu begeben.
00:22:12: Das stelle ich mir verdammt anstrengend vor.
00:22:14: Nein, also jung war ich jetzt nicht.
00:22:15: Das war im Jahr ... ... das war im Jahr ... ... Jahr ... ... Jahr ... ...
00:22:17: Jahr ... ... Jahr ... ... Jahr ... ... Jahr ... ... Jahr ... ... Jahr ... ... Jahr ... ... Jahr ... ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr
00:22:22: ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr ... Jahr.
00:22:32: Ja, aber du musst dir auch die ganze Scheißverdammte Buchhaltung machen.
00:22:35: Du hast, du stehst da acht Stunden, zehn Stunden in dem Laden.
00:22:38: Dann kommen immer noch Leute vorbei, die dich manchmal auch ein bisschen angacken.
00:22:41: Weil du herausst, ich will Feierabend machen.
00:22:44: Oder
00:22:44: einfach auf dem Sofa rumlungern.
00:22:45: Genau, genau.
00:22:46: Und dann sitzen die einfach da und keiner geht.
00:22:48: Dann musst du die Scheißbuchhaltung machen.
00:22:49: Nee,
00:22:49: aber das war damals einfach ... Das war mein Leben sozusagen.
00:22:54: Ja.
00:22:54: Das war mein Alltag.
00:22:55: Den hab ich einfach so gelebt und ... ... in der WG waren auch mal Leute da.
00:23:02: Ja, aber für die musstest du keine Buchhaltung machen, für die hast du keine Verantwortung gehabt.
00:23:06: Du hattest für dich eine grasse Verantwortung, die du erfüllen musstest.
00:23:09: Und ich glaube, das war auch nicht immer leicht, oder?
00:23:11: Nein,
00:23:11: tatsächlich nicht.
00:23:13: Deswegen ... ... war halt immer so dieser Analogetyp so ein bisschen ... ... und hat das damals halt einfach ... ... dieses ganze Internetding.
00:23:23: Das war halt irgendwie ... ... ja, das hab ich verpasst.
00:23:28: Ja.
00:23:28: Und das war dann quasi... Und
00:23:29: das hatte ich auch nie auf dem Schirm gehabt.
00:23:31: Das wollte ich nie machen.
00:23:32: Irgendwie noch extra noch nebenbei noch einen Online-Shop laufen lassen.
00:23:35: Das ist
00:23:35: eine Vollzeitstelle.
00:23:36: Das kannst du nicht beides machen.
00:23:38: Deswegen... Es gibt Shops, so wie das Konzept, wie im Birnsbothek war sozusagen.
00:23:45: Aber die haben alle noch einen Online-Shop nebenbei.
00:23:50: Sonst würde das nicht laufen.
00:23:52: Und die haben auch Missicherheit noch jemanden, der sich darum kümmert.
00:23:55: Missicherheit, ja.
00:23:55: Klar.
00:23:57: Das braucht's einfach, weil das Geschäft ein Pösnäck und das reicht dann nicht, um dann vielleicht noch eine Familie zu ernähren oder so was.
00:24:07: Für eine alleine geht das immer und auf einem gewissen Level.
00:24:10: Aber eine Familie zu ernähren oder so was, das funktioniert da
00:24:12: nicht.
00:24:13: Und das war dann der Genickbruch, also deswegen hast du den Laden dann zugemacht, weil die Konkurrenz gerade auch durch oder über Online-Shops zu groß geworden ist, weil keiner mehr zu dir gekommen ist, sondern noch wenige.
00:24:25: Was war... Der Grund.
00:24:27: Nee, tatsächlich war einfach das, was am Ende rumgekommen ist, zu wenig.
00:24:31: Ja.
00:24:32: Ja, für Miete, Wohnung und Lebensunterhalt und so was.
00:24:38: Und ja, was soll ich sagen?
00:24:41: Ich habe dann gesagt, lieber jetzt, das wieder beenden sozusagen war eine schöne Zeit.
00:24:47: Ja.
00:24:47: Sehr vernünftige, danke.
00:24:49: Und nicht sich noch irgendwo verschulden.
00:24:51: Ja.
00:24:53: Und deswegen war, wie gesagt, war eine schöne Zeit, weil ich auf keinen Fall missen.
00:24:59: Und lieber...
00:25:02: Ein Ende mit Schrecken, also ein Schreck ohne Ende.
00:25:04: Ich wollte den Spruch nicht nehmen, aber...
00:25:07: Dafür hast du ja die dumm Gruppe, der macht, dass das dann
00:25:09: so ist.
00:25:10: So ist es am Ende.
00:25:12: Wann hast du zugemacht?
00:25:13: Zwei tausend sieben.
00:25:14: Zwei tausend sieben.
00:25:16: Wie ging es denn weiter für dich?
00:25:18: Na ja, dann muss ich irgendwie sehen... ... dass ich irgendwas arbeite halt, ... ... aber ich tatsächlich, ... ... bevor er auch schon informiert, ... ... ich habe das nicht einmal so.
00:25:27: ein Bild ... ... auf dem ich so unten ins Blaue ... ... und habe gesagt
00:25:30: ... ... hast du nicht zugeschlossen und gesagt, ... ... du, jetzt?
00:25:32: So jetzt muss man jetzt, nein.
00:25:33: Tatsächlich habe ich noch eine Ausbildung gemacht ... ... mit ... ... neun und zwanzig, ... ... die ich dann war sozusagen ... ... mittlerweile ... ... und habe noch mal bei ... ... einem dänischen Wettenlager ... ... eine kaufmännliche Ausbildung gemacht.
00:25:49: Ach, im Bettenlager war sogar deine Ausbildung.
00:25:52: Das waren meine zweite Ausbildung.
00:25:53: Okay, das wusste ich gar nicht.
00:25:54: Ich hab nur Bonny und Baumarkt irgendwie im Kopf.
00:25:59: Und dass du jetzt bei Jusk arbeitest.
00:26:03: Nee,
00:26:04: das ist sicherlich, da hab ich bei denen noch mal eine Ausbildung gemacht.
00:26:06: Okay, okay.
00:26:09: Weil ich das mit Kaufmann nicht in das Sachen weitermachen wollte einfach.
00:26:12: Ja.
00:26:13: Ja.
00:26:14: Also, das Werk hat meine Frage gewesen, warum nicht noch mal Maurer?
00:26:18: Nee.
00:26:18: ... mache ich gerne so privat und ... ... ja, aber als Beruf will ich das nicht machen.
00:26:24: Ja.
00:26:25: Und ... ...
00:26:25: privat meint, du warst ja auch zu Hause, ... ... du hast ja ein Haus, ... ... oder ihr habt ein Haus als Familie, ... ... ihr habt ja auch einiges zu machen.
00:26:31: Genau.
00:26:31: Genau, ja so.
00:26:33: Und ... ... ja, tatsächlich war das dieses ... ... zwischenmenschliche Ding, ... ... so was ich hatte ... ... zu dieser Zeit mit Brunsbothek halt, ... ... hat mir Spaß gemacht sozusagen, ... ... das ist interagieren mit den Leuten und den ... ... was verkaufen.
00:26:48: Ja.
00:26:49: Ja.
00:26:49: Positiven Sinne, ja?
00:26:50: Also ich warte ja nicht mit irgendwelchen Scheiß auf und so was.
00:26:53: Mache ich doch jetzt nicht.
00:26:55: Ja, ich bin immer ehrlich.
00:26:55: Ja.
00:26:56: Ja.
00:26:57: Es ist doch was, es ist doch was, was ich so, also ich wollte dich gerade noch mal komplementieren, ... ... weil in dem Alter, mit neunzwanzig war echt ein Typ, der immer noch irgendwie rumhängt, ... ... der sich von irgendwie von einem ... Job zum anderen, von einer ABM zur anderen, von einem Mini-Job zum anderen, irgendwie immer mal ein bisschen was zwischendrin machen, aber eigentlich hab ich geasselt.
00:27:14: Ich hab geasselt, ich war ein kleiner Wichser, der auf Staatsnacken existiert hat, bis ich gemerkt hab, warte mal, warte mal, warte mal, Literatur ist da was, womit du was machen kannst.
00:27:23: Bis ich gemerkt hab, warte mal, Literatur, damit kannst du doch gar kein Geld verdienen, aber da war ich schon selbstständig, da musste ich mir dann plötzlich einen Kopf machen.
00:27:29: Aber das Kratz bei mir erst angefangen, als ich sechsunddreißig war, ne?
00:27:32: Oder, naja, so, vierunddreißig, fünfunddreißig, hab ich dann schon die ersten Lesungen, ist ja auch egal, jeden.
00:27:37: Du hast irgendwie immer irgendwas gemacht.
00:27:40: Und das fand ich ja schon krass.
00:27:41: Du warst nie derjenige.
00:27:43: Du warst ja umgeben von Leuten wie mir, eigentlich.
00:27:46: So, saufen, rumhängen, große Schnauze haben, schnornen.
00:27:51: Ach ja, warte mal, der hat bald Feierabend.
00:27:53: Da kommt dann auch noch.
00:27:56: Ja, krass, krass.
00:27:57: Weil du das nie wolltest, weil du nie dich treiben lassen wollen?
00:28:04: Nee, das liegt wahrscheinlich eher daran, dass ich schon immer irgendwo eine gewisse Selbstständigkeit haben musste.
00:28:11: Aus meiner Jugendzeit, Kinderzeit.
00:28:17: Das war nie schnell langweilig geworden.
00:28:21: Das kann man so sagen.
00:28:22: Wenn man dann jeden Tag immer nur auf dem Markt rum sitzt, dann wird es halt irgendwann langweilig.
00:28:27: Das stimmt.
00:28:32: Schäm ich mich ein bisschen, dass ich das angesprochen habe.
00:28:34: Deswegen wechsle ich jetzt ganz schnell das Thema.
00:28:39: Das war ja auch nochmal in doppeldeutiger Hinsicht eine prägende Zeit für Pösnik.
00:28:45: Insofern, als das ich meine, mich zu erinnern, erstens gab es die ersten Anfänge eines Skate Parks auf dem ehemaligen Landesgartenschau-Gelände.
00:28:55: Oder war das schon früher?
00:28:56: Also da kann ich hier gerne erzählen.
00:29:00: Bitte, deswegen frage ich dich.
00:29:01: Das war tatsächlich, wenn du weißt, ob das noch vor der Ladenzeit war.
00:29:05: Jedenfalls die ersten Skatepark-Initiativen gab es auf dem Altenburg-Parkplatz.
00:29:11: Weiß nicht, ob du das kennst?
00:29:12: Ach, natürlich.
00:29:13: Da, wo der Kindergarten ist.
00:29:15: Wo der Kindergarten ist, auf diesem Parkplatz, genau.
00:29:16: Ach, das
00:29:17: weiß ich gar nicht.
00:29:18: Da gab es die erste Rampe.
00:29:19: Also das war so eine Box halt mit einer Seite hochfahren und einer Seite wieder runterfahren.
00:29:24: Ja.
00:29:26: Das war das ist die ersten Sachen so und da hat sich dann sozusagen auch die... dass du rauskristallisiert wer da hat sich sozusagen da einen Hut aufsetzen will und so.
00:29:36: Und da ist dann halt auch schnell andere Sachen daraus gekommen.
00:29:39: Eins mehr kommen, einen Rail dazu oder wie auch immer.
00:29:42: Und dann gab es natürlich die Diskussion oder die Verhandlung mit der Stadt.
00:29:48: Zwecks des Skateparks.
00:29:50: Ach nee, das war dann, war das nicht ein
00:29:53: Landeskartenschau.
00:29:55: Ich
00:29:57: dachte, dass wir da, dass es da dann schon den Skatepark gab.
00:30:00: Im Heizhaus.
00:30:02: Im Heizhaus.
00:30:04: Weiß ich nicht.
00:30:07: Ich bin mir gerade total unsicher.
00:30:08: Egal.
00:30:09: Jedenfalls waren da oben sozusagen die Anfänger sozusagen auf dem Altenburg-Papelitz.
00:30:16: Von dort aus gab es dann die Initiativengruppe Skatepark.
00:30:22: ... dass ich da ... ... dafür eingesetzt habe, dass da ... ... in den portenlichen Elemente kommen, so.
00:30:28: Wer
00:30:28: war das auch so, also ... ... du warst da auf jeden Fall auch mit dabei, ne?
00:30:32: Anpänglich, ja, auf jeden Fall.
00:30:33: Ich habe mich dann nicht so da ... ... mit dem Skatepark nicht so ... ...
00:30:37: identifizieren
00:30:38: können, weil ich dann immer ... ... auf dem Skateboard eher da schisser war, so ein bisschen.
00:30:42: Deswegen habe ich nie eins besessen.
00:30:45: Rumrollen, cool ... ... ein paar Tricks machen, so, ja, alles cool, aber ... ... ich ... ... hier irgendwo von ... Hauffpapier, Brunner, Fahnen oder so, um Gottes Willen.
00:30:56: Sehr geil.
00:30:57: Ein sicherheitsbedürftiger Mensch, so wie ich eigentlich auch so ein bisschen.
00:31:01: Und den Deck habe ich immer noch zu Hause liegen.
00:31:04: Wie gesagt, ich habe nie eins besessen.
00:31:06: Und ich werde auch nie eins besitzen, jetzt sowieso nicht.
00:31:08: Jetzt ist der Zug abgefahren, jetzt bin ich froh, wenn ich irgendwie halbwegs sicher ins Grab komme.
00:31:15: Ich bin so ein bisschen deshalb drauf an, weil ich zumindest diese Skateparkzeiten so ab Mitte der zwei Nuller erlebt habe.
00:31:22: Es gab... Das Aktionsbündnis-Courage, wir haben geguckt, dass wir irgendwie sehen, dass wir mit vielen Leuten zusammen irgendwas machen.
00:31:29: Wir haben viele Aufklärungsarbeit auch gemacht.
00:31:31: Wir hatten Bettina Wegener und Pösnek.
00:31:33: Wir hatten unter anderem Konstantin Wecker und laut gegen Nazis in Neustadt an der Aula, weil das eine Pösnicherheit stattfinden dürfen.
00:31:40: Wir haben irgendwann noch den Tats-Panther-Preis gekriegt, nicht zuletzt durch die Arbeit von Philipp Glesing und Sebastian Klauder, die ja so ein bisschen die Koordinatoren gewesen sind.
00:31:49: Wir waren das ein oder andere Mal tatsächlich auch im Fernsehen deswegen.
00:31:53: Und
00:31:54: ich
00:31:56: maße mir jetzt mal an, zu sagen, dass durch die Arbeit des Aktionsbündnisses Courage, das ja am Ende auch aus, weiß ich nicht, dreißigvierzig Mitgliedern bestand, mit der Hilfe des Bildungswerk BlitzEV, mit der Unterstützung der Sparkasse, wo wir unser Büro haben durften, wir zumindest dazu beigetragen haben, dass die Stadt am Ende wiederher des Schützenhauses geworden ist.
00:32:23: weil sie sich auch ein bisschen gekümmert haben da drum, aufgrund des Drucks.
00:32:28: Genau, das wollte ich gerade noch, was sie zuletzt gesagt hat, dass sie halt gemerkt haben, dass da ein gewisser Druck aus der Bevölkerung da ist und sie sich irgendwie kümmern müssen und nicht einfach nur das im Sande verlaufen lassen.
00:32:42: Und da natürlich auch überregionaler Druck.
00:32:44: Das heißt man, es war ja nicht nur das Vier als ABC, sondern da gab es ja auch aus anderen Ebenen sicherlich
00:32:56: Bei der Druck, man kann das schon so sagen, auf jeden Fall.
00:32:58: Zumindest hat man das wahrgenommen, dass man das überregional wahrnimmt, dass plötzlich das Fest der Völker und Pösnick stattfindet.
00:33:06: Ebenfalls wieder mit einem riesen Andrang, einem Nazis, aber auch mit einer riesen, riesen großen Welle, einem
00:33:11: Giedenprotest von überall her.
00:33:14: Und das ist ein Wort von den Leuten, die außerhalb der Stelle irgendwie wurden.
00:33:20: Da muss man einfach mal so sagen, wir sitzen immer mit dem Boot, haben welche Koordinationsgespräche gab oder sowas.
00:33:25: Warte mal ganz kurz bitte.
00:33:26: Jetzt können wir weitermachen.
00:33:31: Es wurde von anderen organisiert, hast du gerade gesagt.
00:33:34: Und ihr waren immer so ein bisschen mit im Boot.
00:33:36: Ja, weil hier sage ich mal die Struktur noch nicht so gegeben, aber wir als Initiativ waren ja kein Verein oder irgendwas.
00:33:46: Wir hatten ja immer noch die BlitzTV im Hinterhinterhand sozusagen.
00:33:54: ... als Träger oder
00:33:57: wie so ein ... ... Dachverband.
00:33:58: Dachverband.
00:33:59: Ja, kann man so sagen.
00:34:01: Oder Dachverein könnte man vielleicht auch sagen.
00:34:03: Nee, es gab da verschiedene Gruppen aus Weimar, ... ... aus Saalfeld, aus Gera, die sozusagen ... ... da auch ... ... ihr Know-how eingebracht haben ... ... in Organisationen von ... ... solchen Großdemos oder ... ... so Kundgebung halt.
00:34:16: Ja.
00:34:17: Na die jener Leute auf jeden Fall, die HD-Leute.
00:34:19: Dann gab es Sitzblockade-Training im Vorfeld ... ... und solche Sachen, also da ... Wenn ich da die Bilder im Kopf habe, die nicht die Postkreuzung, sondern die Polizeikreuzung oben von der Schlüssel-Scholl-Straße, diese ganze Kreuzung da im Gericht voll war mit sitzenden Leuten,
00:34:38: das habe ich,
00:34:39: gab es einen Pösnick nicht und wird es auch nicht wieder so schnell geben.
00:34:42: Ja, das ist vorherlich und wird es auch hinterherlich mehr geben.
00:34:48: Wir haben jetzt schon über die Hälfte weg und wir müssen auf jeden Fall noch über ein Thema sprechen, Bonnie.
00:34:52: Wir reden jetzt von, wie gesagt, von Mitte der Nuller Jahre und da gab es ja nochmal so einen krassen Schub von Nazis vielleicht auch durch dieses oder Nazi Nachwuchs, durch dieses Schützenhaus.
00:35:02: Ist das an dir vorbeigegangen?
00:35:03: Hast du das auch bewusst mitgekriegt?
00:35:05: Das hört sich wie das eine Zeit war, wie für uns Mitte der neunziger Jahre, dass man nicht mehr zu hundertprozentig sicher sich fühlen konnte, wenn man nachts auf der Straße gewesen ist.
00:35:15: Ich rede für eine Zeit zwischen zwei tausend vier und zwei tausend neun, zehn vielleicht.
00:35:19: ... kann ich nicht so sagen, weil das sozusagen ein bisschen ... ... ist, wenn man dann so in seiner ... ... Plase so mit dem Laden und so da ... ... ein Fokus drauf hat und so ... ... und auch nicht so mehr draußen rumrennt, ... ... wie man vielleicht früher als ... ... Kitty oder als Jugendlicher da ... ... nicht draußen auf der Straße war oder so was.
00:35:39: Das merke ich auch jetzt, ... ... ich krieg da kaum was mit, so sage ich mal, ... ... wenn man in seiner ... ... Homebase aktiv ist und ... ... ja, aber man hat immer mal was gehört halt, ... Und ja, ich weiß nicht, wann das war mit Schlettwein.
00:35:56: Wir hatten dann ein guter Freund.
00:36:00: Wir hatten ein Haus sozusagen in Schlettwein von seiner Familie, wo wir sozusagen sein durften, weil wir ja nichts hatten.
00:36:08: Ja.
00:36:08: Und dann gab es da Hip-Hop-Sachen, wir haben da ein bisschen aufgenommen, wir haben da ein bisschen Mucke gemacht und haben das Haus sozusagen entstand gehalten.
00:36:19: Und irgendwann gab es da Nazi-Überfall.
00:36:20: ... mit ... ... Verletzten, mit ... ... ja, richtig krasser Geschichte und ... ...
00:36:30: das war sozusagen ... Die sind da gekommen, irgendwie ... ... in das Nacht sind ... ... eingedrungen illegal ... ... und haben euch auf die Fresse geraten.
00:36:36: So kann man das mal ganz klar sagen.
00:36:38: Nee, es gab in der Nähe eine Veranstaltung ... ... und dort ist es sozusagen ... ... ausgegangen, dass dann ... ... die sozusagen ... ... mit Basebarschläger ... ... also so richtig einen Überfall ... ... also diesen reinen Tür aufgetreten ... Die Fenster von innen nach außen zerschlagen.
00:36:54: Lampen.
00:36:55: Alles Mögliche.
00:36:56: Und euch mit.
00:36:57: Und uns mit.
00:36:58: Ja.
00:36:58: Ich hab damals einen Stuhl, sozusagen, übergezogen bekommen.
00:37:03: Der ist auf meinem Rücken zerschmärzt.
00:37:04: Alter.
00:37:06: Und ich bin dann einfach nur liegen geblieben.
00:37:08: Ja.
00:37:11: Es war ... Das ...
00:37:15: Grenzwertig.
00:37:16: Grenzwertig.
00:37:17: Und ...
00:37:18: Also, kurzum, die haben in Kauf genommen, jemanden zu töten.
00:37:20: Das kann man ... Kann man das so sagen?
00:37:21: Haben
00:37:22: die an dem Tag einen Kauf genommen.
00:37:23: Ja.
00:37:25: Nicht nur einmal sozusagen.
00:37:27: Ja.
00:37:29: Und ja, das war, das war dann so dieses, wie kann man da, da hat man dann auch wieder, es war vor schonmal so, dass ich dann meine Meinung hatte halt, ja, aber da hat man dann auch gemerkt, wir müssen irgendwie was, vielleicht irgendwas tun.
00:37:49: Ja.
00:37:50: Aber was tut man?
00:37:51: So, jetzt schlagen wir den Bogen.
00:37:53: Was tut man?
00:37:54: Was soll man tun gegen irgendwie ein eingeschränktes Weltbild?
00:38:01: Denken.
00:38:02: Das kann man nur damit bekämpfen, mit dem man über den Teller anschaut.
00:38:08: Angebotischhaft.
00:38:09: Irgendwo.
00:38:10: Das war immer so ein... Wir haben immer schon daran gedacht, wir müssen die Gruppe, wir müssen irgendwas machen, um... Ja, wie soll ich sagen?
00:38:20: Selber aktiv zu werden.
00:38:22: War ja auch schon sozusagen aus der Zeit bei uns boutique und so, dass ich da Hippo-Protis veranstaltet habe.
00:38:30: Ja.
00:38:30: In verschiedenen Clubs, wo es da geht.
00:38:31: Wir haben da Graffiti-Veranstaltung gemacht und abends noch eine Hippo-Proti.
00:38:35: So.
00:38:36: Ansonsten kein Hippo-Protis gelaufen pöselig, wenn wir die nicht veranstaltet haben.
00:38:40: Na wer,
00:38:40: wenn nicht ihr, ne?
00:38:41: Ja, so.
00:38:42: Und das war schon immer, dass man halt immer irgendwo war, immer mal hat, musste immer irgendwo hin, musste irgendwann fragen.
00:38:51: Und dann ist immer mal wieder aus dem Punkt hinausgekommen, wir brauchen eine eigene Location.
00:38:58: Ja.
00:38:59: So, wo wir machen können, in Anführungsstrichen, was wir wollen.
00:39:04: Dann saßen wir zusammen, die Leute von den Skatern, die Graffiti-Leute, die Panko.
00:39:11: ... alle möglichen Subkulturen sozusagen, ... ... die sind pös nicht so, ... ... die man so aufrufen konnte.
00:39:17: So, jetzt haben wir aktiviert, ... ... vor so zu aktivieren ... ... und dann haben wir überlegt, ... ... wie wir müssen in den Verein gründen ... ... und auch da, bei der Ideenfindung ... ... ist alles steht und fällt mit eigenen Räumlichkeiten.
00:39:28: Ja, immer, immer.
00:39:30: Also das kenne ich ja von Leipzig auch, ... ... das kenne ich von Zeits von Leipzig über alles, ... ... das ja so, du brauchst das eigenes, ... ... um deine eigene Sachen machen zu können.
00:39:37: Und
00:39:38: wir haben uns jetzt, ... ... wir haben es vielleicht vier, ... ... fünf mal getroffen, ... ... scheiß nicht, wie oft ... ran ist mein Pösnick egal.
00:39:44: Und dann hat uns ein großer Zufall in die Hände gespielt.
00:39:51: Und zwar habe ich gelesen in der Zeitung, dass eine Künstlergruppe in Pösnick eine sogenannte Kunstwerkstatt veranstalten will.
00:40:01: Internationale Künstler, die in verschiedenen Objekten in Pösnick ihre Kunstwerke ausstellen.
00:40:08: Und die Pösnicker sind dazu aufgerufen, sich zu beteiligen.
00:40:14: Ah, das war das Projekt, ich glaube, in
00:40:17: den Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr- und Jahr-.
00:40:42: Und da habe ich gesagt, wir haben ein Objekt, wir haben ein
00:40:50: Name, wir
00:40:50: sind die Ansprechpartner.
00:40:53: Und das war auch schon so ein Ding, da bin ich schon öfters dran vorbeigelaufen, diese Kaufhalle an der Prostkreuzung.
00:40:58: Die sind
00:40:59: inzwischen nicht mehr ergibt.
00:40:59: Die
00:41:00: sind inzwischen abgerissen, alles genau.
00:41:03: Und da habe ich gesagt, wir brauchen, wir nehmen die Kaufhalle und wir haben das, haben die Idee, wir machen einen.
00:41:10: Wie haben wir es genannt?
00:41:15: Ich weiß es auch nicht mehr.
00:41:17: Galerie der Jugendkultur.
00:41:19: Ach
00:41:19: genau,
00:41:20: eine Galerie der Jugendkulturen, machen wir sozusagen eine Ausstellung zu den Galerien der Jugend, eine Galerie der Jugendkulturen und plötzlich durch diese, durch diese Connections zu diesen Studenten, weil die freie Hand hatten, irgendwie.
00:41:35: die haben gesagt, die haben wahrscheinlich die Ansage gehabt, ihr könnt alles machen, was ihr wollt, weil plötzlich hatten wir den Schlüssel.
00:41:41: für diese Koffhalle.
00:41:42: Plötzlich kamen die Leute an.
00:41:44: Irgendjemand hat hier so eine Wischmaschine besorgt.
00:41:49: Weißt du, irgendwoher... Eine
00:41:51: Poliermaschine.
00:41:55: Du hast gesehen, wo die Regale standen in dieser Koffhalle.
00:41:57: Dieser Steinfliesenbrot oder
00:42:00: was?
00:42:00: Du hast noch alles gesehen, wo die Regale standen, weil sie da versüfft waren, wo sie langgebischt haben.
00:42:07: Plötzlich waren plötzlich viele Leute da.
00:42:09: Wir hatten zwei Wochen bis zu der Eröffnung von dieser Kunstwerkstatt.
00:42:12: Und da haben wir dann, ja, die Skater haben eine Skulptur gemacht mit zerbrochenen Decks, dann gab es eine Ecke von den Pankern, die hatten lauter so Sufbilder, lauter so nur besoffene Leute auf den Foto drauf, so oder schlafend.
00:42:31: Und das nennt man dann Fotoausstellungen.
00:42:34: Das war so eine Wand und auf dem Boden davor waren ganz viele Bierdeckel.
00:42:38: Das war so eine Installation mit Dosen und Bierdeckeln.
00:42:42: Da
00:42:42: kommt mir schon eine geile Idee.
00:42:44: Ja,
00:42:45: freilich.
00:42:46: War richtig, richtig, richtig gut.
00:42:47: So, draußen dran, Graffiti.
00:42:51: Es war richtig cool.
00:42:52: Wir haben dann jeden Tag gekocht, haben da Vorküge gemacht und so.
00:42:57: Es war dann richtig cool.
00:43:00: Zwei Konzerte haben wir gemacht.
00:43:01: Einmal mit Hip-Hop-Geschichte.
00:43:04: Er hat die Rinder vom Süderhof, die gibt es leider auch nicht mehr.
00:43:07: Schade
00:43:07: eigentlich, nur ein Album.
00:43:08: Nur ein Album.
00:43:09: Ein großartiges
00:43:10: Album.
00:43:10: Ein großartiges Album.
00:43:14: Ja.
00:43:15: Die Rinder vom Süderhof haben in der Fleischthege gespielt.
00:43:19: Phänomenal.
00:43:20: Besser geht es nicht.
00:43:22: Besser geht es nicht, ja.
00:43:23: Nee, tatsächlich.
00:43:25: Ja.
00:43:26: Und ja, dann hieß es, ja.
00:43:29: Kunstverstätte ist vorbei, wir müssen jetzt hier raus.
00:43:32: Ich
00:43:32: habe zu der Zeit ja in Leipzig gelebt und habe das so am Rande mitgekriegt, weil ich weiß gar nicht einer von euch, einer von denen, die das mit organisiert haben, haben mich dann gefragt, hast du Bock, dann eine Lesung zu machen.
00:43:43: Und dann hatte ich ja die Lesung und einen Vortrag über den Grupp, die ist in der DDR gemacht, bloß anschließend noch mal ein bisschen aufgelegt.
00:43:49: Und dann bin ich extra noch drei Tage länger geblieben, weil für mich war das so ein bisschen wie Summer of Freedom, der Summer der Freiheit in Persönlich, weil die ganze ehemalige Kauffeile war sowohl innen als auch außen belagert von jungen vorwiegend jungen Leuten.
00:44:05: Es war immer irgendwie was zu essen da, es war immer irgendwie was zu trinken da, es waren immer geile Gespräche und irgendwie war das so ein bisschen so, du läufst da dran vorbei, kannst nicht vorbei laufen, bleibst da und so ein bisschen Anarchy ist da.
00:44:18: Also so ein leichter Hauch von Anarchie.
00:44:20: Hab
00:44:21: ich tatsächlich auch so erlebt.
00:44:24: Na Freiheit halt einfach, wir könnten da sein und das Wetter war geil, das ist cool.
00:44:29: Und ich war einer von denen oder ich glaube ich habe mitgeführte Wurde-Entschuld zurück in Leitz nicht gewesen bin, so muss ich es wahrscheinlich sagen.
00:44:38: Als es erst hieß, geil wir kriegen diese Kaufhalle, wir können hier weiter machen und ein paar Wochen später plötzlich die Bagger da waren.
00:44:47: Ja es ging ja ziemlich schnell, aber das war dann ein Politikum sag ich mal.
00:44:53: Die Entscheidung wurde getroffen und dann wurde die Entscheidung getroffen.
00:44:55: Da gab es keinen Veto mehr.
00:44:58: Und nach dieser Entscheidung sozusagen und dem Beräumungstermin gab es dann auch noch mal eine große Demo.
00:45:08: Die habe ich tatsächlich gar nicht so miterlebt, weil ich arbeiten musste.
00:45:14: Aber da waren es richtig viele Leute gewesen, die dann auch so sagen, auf dem Markt und auf dem Rathaus standen und
00:45:21: da
00:45:22: Druck gemacht haben.
00:45:23: Und dann gab es eine Abschlussveranstaltung, wo auch dann auch der Bürgermeister und Vertreter von der Stadt da waren.
00:45:29: Und da waren bestimmt über hundert Leute in der Kaufhalte drin gewesen, da gibt es ein Foto, da sind massen an Leuten und da hat es auch so ein kleines Mädchen da unter Tränen auf der Bühne.
00:45:40: von ihren Erfahrungen in diesen zwei Wochen Kunstwerkstatt geredet und so weiter.
00:45:42: Also es war richtig emotional auf jeden Fall.
00:45:45: Okay, krass.
00:45:46: Und da haben dann halt auch die Vertreter da statt sozusagen ihre Unterstützung sozusagen in dem Fall zugesichert.
00:45:58: Ja.
00:45:59: Und das ist ein Grunde der Grundstein zum alternativen Freiraum, Pösnig, an der Ernst-Themenstraße, wo es heute noch ist.
00:46:08: Könnte man ja eigentlich so sagen.
00:46:10: Ja, tatsächlich ist das so.
00:46:11: Ging es ja relativ zügig.
00:46:13: Es war ein halbes, vielleicht ein Jahr, bis dann jemand gesagt hat, so, wir haben da was für euch.
00:46:18: Na, den Verein haben wir noch, äh, zweitausend und elf gegründet.
00:46:23: Und dann ging es relativ schnell mit dem Haus.
00:46:25: Also, wir wollten das auch nicht so auf die lange Bank schieben, weil wir haben da auch dann gesagt, wir müssen, wenn wir jetzt noch ein Jahr warten, dann verläuft sich das vielleicht.
00:46:34: Ja, ja, ja.
00:46:35: Und auch die, die Energie, die du so vorhin so gesagt hast, das... die zu nutzen sozusagen.
00:46:40: Genau, also die Energie zu nutzen, obwohl ich Energie gemeint habe und nicht Energie, aber das ist was anderes.
00:46:48: Ihr habt, oder ich, doch in dem Fall muss ich noch sagen, ihr habt dann dieses Haus bekommen, Taemannstrasse drei bis fünf.
00:46:53: Fünfunddreiunddreißig,
00:46:56: fünfunddreißig.
00:46:57: Dreiunddreißig bis fünfunddreißig, genau, sorry.
00:47:00: Ohne Strom, ohne Wasser, mit Blumsglow, also völlig runtergekommen und eigentlich So würde ich das jetzt bezeichnen, eine Fars seitens der Stadt.
00:47:12: Damit die ihre Fresse halten länger als ein Jahr machen, die das eh nicht.
00:47:16: Und das nehme ich gerne auf meine Schulter.
00:47:19: Das, davon bin ich überzeugt, war der Gedanke derjenigen mit Ausnahme weniger, die das zu entscheiden hatten.
00:47:28: In dem Augenblick habe ich nicht daran gedacht, sondern wir waren ja froh, überhaupt was zu haben.
00:47:31: Natürlich, ja, natürlich.
00:47:33: Also
00:47:33: ich bin ja dann nach Pösnick zurückgezogen.
00:47:35: Aufgrund dieser Euphorie, die mich hier angesteckt hat.
00:47:38: Wo ich dann, in dem ich dann in dem Jahr zwölf gesagt habe, geil, es gab diese Öffnungsveranstaltung.
00:47:42: Der Hof war voll.
00:47:43: Es waren locker hundertfünfzig Leute da, wenn nicht mehr.
00:47:46: Mit Kapelle vorwärts, mit Lesung, Benjamin, Gehbauer und M-Gruppe, mit Vorträgen, mit Hausführungen.
00:47:56: Und dann gab es die Sommerwerkstätten in folgenden Jahren.
00:47:59: Und die Leute haben plötzlich bei der Stadt gemerkt, scheiße.
00:48:03: Jetzt sitzen die sich hier fest, wie so ein kleiner Parasit.
00:48:05: Und jetzt wollen die auch noch richtige Toiletten.
00:48:08: Und jetzt bauen die auch noch richtige Toiletten.
00:48:10: Jetzt wollen die plötzlich stromen, haben die plötzlich stromen.
00:48:14: So ein bisschen habe ich das auch lächelnd begleitet.
00:48:17: Und ich glaube auch das war, ich glaube, auch das war, ich glaube, auch das war, ich glaube, auch das war, ich glaube, auch das war, ich glaube, auch das war, ich glaube, auch das war, ich glaube, auch das war, ich glaube, auch das war, ich glaube, auch das war, ich glaube, auch das war, ich glaube, auch das war, ich glaube, auch das war, ich glaube, auch das war, ich glaube, auch das war, ich glaube, auch das war, ich glaube, auch das war, ich glaube, auch das war, ich glaube, auch das war, ich glaube, auch das war, ich glaube, auch das war, ich glaube, auch das war, ich glaube, auch das.
00:48:31: und plötzlich steht die komplette städtische entourage und sagt so freunde schluss brandschutz fehlende fluchttüren und so weiter und so weiter.
00:48:40: warum ist die ganze jahre?
00:48:43: naja aber das ist das das ist auf jeden fall der beginnendest des alternativen freiraums gewesen bei dem du ja eigentlich von anfangen an mit dabei gewesen wirst von anfangen an auch der kassenwort auf jeden fall oder am anfangen der kassenwort gewesen
00:48:57: ist ja ist richtig
00:48:59: und immer auch Die Züge so ein bisschen in der Hand.
00:49:02: halt ist, wenn es darum ging, Leute, lasst uns irgendwas machen, lasst uns eine Veranstaltung machen, lasst uns das im Konzert machen, lasst uns die in die Lesung machen.
00:49:09: Für dich war, so habe ich das zumindest wahrgenommen, immer auch die Sommerwerkstatt wichtig, eine oder zwei Wochen im Hof mit verschiedenen Angeboten.
00:49:18: Ja, tatsächlich will ich mir den Hut jetzt nicht so sehr aufsetzen, dass ich da im großen Teil der Veranstaltung sind.
00:49:25: Und ich habe immer den Fokus darauf gelegt, dass, wenn jemand kommt mit einer Idee, oder dass der hundertprozentige Unterstützung hat sozusagen.
00:49:35: Ja.
00:49:37: Und ich habe das auch schon oft gesagt, dass der Verein natürlich durch die aktiven Mitglieder gestaltet wird.
00:49:46: Das heißt, du hast zweiter Vorstand, ja?
00:49:52: Warst du mal zweiter Vorstand?
00:49:52: Ich
00:49:53: war mal zweiter
00:49:53: Vorstand, ja.
00:49:54: Genau, warst du.
00:49:55: Ich dachte, weil du gerade nicht reagiert hast.
00:49:58: Ich habe gerade ... Auf meine Regler geguckt hab gemerkt, ich klinge irgendwie so von so weit weg.
00:50:05: Jedenfalls, dass die Leute sozusagen die aktiven, die im Vorstand sitzen oder die generell aktiv sind, die immer den Verein prägen.
00:50:15: Zu der Zeit, wo du im Vorstand warst, lag der Fokus halt auf Lesungen.
00:50:21: Das stimmt ja nicht ganz.
00:50:21: Ich hab das Booking ja auch musikalisch gemacht.
00:50:24: Nee, aber tatsächlich kann man das so... ... betrachtet von Mio, der sozusagen den Gesamtüberblick hat.
00:50:32: Ja, ja, ja.
00:50:33: Ist ja ganz einfach so.
00:50:34: Kann man das schon so sagen, ja?
00:50:37: Und... Ja, deswegen würde ich nicht sagen, dass ich da Initiatur von... ... von den Veranstaltungen war oder so was, sondern es waren schon... ... die Initiative war schon auch immer auch von den Mitgliedern da, ja?
00:50:50: Das
00:50:50: würde ich nicht sagen, dass du der Initiatur gewesen bist, aber du warst auch immer einer der, der gesagt hat, wir müssen mal wieder was machen.
00:50:55: Es muss mal wieder was passieren.
00:50:57: Ja,
00:50:57: natürlich.
00:50:58: Weil ich auch will, dass die Basis bestehen bleibt.
00:51:02: Ganz getreu deinem Lebensmotto, das du mir vorhin schon gesagt hast.
00:51:06: Aber auch genau so kenne ich Alexander Born.
00:51:08: Man muss es selber machen, selber aktiv werden, damit die Stadt lebenswerter wird.
00:51:13: Ja, tatsächlich.
00:51:14: Das sage ich immer wieder, wenn wir am Gesprächen irgendwo sind, dass eine Glänzung wie Pösnäck für einen subkulturell interessierten Mitbürger, da nicht viel macht oder nicht viel macht, sondern keine Angebote da sind oder es muss ja nicht von der Stadt ausgehen, sondern auch von anderen Leuten ausgehen.
00:51:41: Und tatsächlich hat sich das ja die letzten Jahre auf jeden Fall geändert, sag ich mal.
00:51:50: Was hat sich wie geändert, was meinst
00:51:52: du?
00:51:53: Naja, das ist jetzt nicht nur, sag ich mal, eine bestimmte Gruppe ist, die irgendwas organisiert, sondern es gibt viele private Leute, die unter dem Jahr, sag ich mal, Veranstaltungen machen.
00:52:08: Also so private, private OBE-Konzerte gibt es, habe ich jetzt schon öfters mal was so... kriegt man dann auch nur so mit.
00:52:16: Aber du meinst jetzt nicht die base alternative Fallraum, sondern
00:52:19: allgemein?
00:52:20: Nein, allgemein ist sozusagen in der Stadt oder im Gebiet, dass die Eigeninitiative halt, dass die Leute das vielleicht auch irgendwo gecheckt haben oder sowas, dass man einfach aktiv sein muss, um sich seine Stadt irgendwie schön zu machen.
00:52:40: In welche Richtung auch?
00:52:41: Das ist so
00:52:42: ein schöner Satz.
00:52:42: Du musst halt selber was machen, wenn du willst, dass es da, wo du lebst, cool ist.
00:52:48: Weil anders habe ich es ja auch nicht kennengelernt.
00:52:51: Und das war ja wirklich auch erfolgreich im Haft.
00:52:54: Nur es ist dann halt durch das Verbot und durch die, sagen wir mal, die gesetzlichen Gegebenheiten, dass eben ein Fluchtweg fehlt, dass eben... Brandschutz mangelhaft ist und so weiter und so fort.
00:53:09: Es ist klar, dass die Stadt irgendwann reagieren muss und muss sagen, Leute, das könnt ihr so nicht mehr machen.
00:53:13: Es wird hier immer größer.
00:53:15: Deswegen ist es
00:53:17: still
00:53:17: geworden ums Paff.
00:53:19: Zumindest kriege ich das so von außen mit.
00:53:21: Also natürlich ist die öffentliche Wahrnehmigung stiller geworden, weil wir, sag ich mal, nicht öffentlich bewerben dürfen für Voranstaltungen oder für.
00:53:35: Ich will nicht sagen, wir dürfen nicht öffentlich bewerben, sondern die Öffentlichkeit ist nicht so da, weil die Räumlichkeiten nicht öffentlich genutzt werden können.
00:53:46: Wenn wir im Sommer Veranstaltungen draußen im Hof machen, dann werden die natürlich beworben.
00:53:55: Aber wenn man das Rest des Jahres aus der internen Plase raus ist und dann vielleicht nicht mehr so ... ...durch die Interaktion auf dem Schirm ist oder so was.
00:54:04: Das ist immer
00:54:07: eigentlich der Dolchestoß.
00:54:08: Geht es irgendwo runter.
00:54:09: Und ein Grund ist halt auch, was ich auf jeden Fall sehe, dass die ganze Corona-Zeit, die auch wenn das vielleicht wieder auftaucht, dieses Thema.
00:54:19: Aber es ist einfach so, dass da viele aktive sozusagen sich zurückgezogen haben.
00:54:26: vielleicht auch abgetrifftet sind.
00:54:28: oder
00:54:29: eine Riesenschlucht, gerade für die Kultur, eine Riesenschlucht diese drei Jahre und es wird natürlich immer wieder auftauchen.
00:54:35: Es muss auch immer wieder auftauchen.
00:54:37: Und genau das heißt sozusagen, dass auch die aktiven auf einem relativ niedrigen Stand, also wie gesagt, ich habe es vorhin schon mal gesagt, Mitglieder eigentlich Konstanz, es ist eher die aktiven sozusagen, die die Tagesgeschäfte treiben oder so.
00:54:56: gucken, was los ist oder wie ich sagte.
00:55:01: Lass mich abkürzen, weil wir haben ohnehin, wir sind ja schon drüber eigentlich über die Zeit.
00:55:05: Also wir haben so ein bisschen, wir haben so ein bisschen für eine hochaktiven Zeit gesprochen, davon das, oder um das jetzt nochmal ganz kurz, so ein bisschen zu umreißen, das zum Mittwochspläne um damals, also zwischen Fünf, zehn, zwanzig Leute da waren.
00:55:25: Ganz, ganz viele, die aktiv gewesen sind.
00:55:28: Ganz, ganz viele, die auch wollten, dass mit dem Haus was passiert.
00:55:31: Es kamen dann irgendwie so ein bisschen Nachwuchs auch, junge Leute, die was machen wollten.
00:55:36: Gerade auch während und unmittelbar nach der Corona-Zeit sind Leute dazu gekommen im jüngeren Alter, wo ich dann immer mal bei Veranstaltungen da gewesen bin und dachte, ja cool, cool, es gibt Nachwuchs, sehr, sehr geil.
00:55:49: Für mich nach außen, wie gesagt, wirkt es halt so, als ob das alles nachlässt, alles nachlässt.
00:55:54: Deswegen meine abschließende Frage leider schon, Bonnie.
00:55:57: Wo war das Puff?
00:55:59: Wo geht's hinten mit
00:56:00: dem Puff?
00:56:00: Tatsächlich haben wir jetzt Mitgliederversammlung gehabt, erst neulich wieder.
00:56:05: Und ein neuer Vorstand gewählt, mit neuen Beisitzer und so was.
00:56:08: Und wir waren knapp zehn Leute, also wir waren gerade so beschlussfähig sozusagen.
00:56:12: Und da hat man auch wieder gesehen, wir haben Privo verschickt, wir haben E-Mails verschickt, wir haben... bei WhatsApp eingeladen, wie auch immer, über alle Kanäle sozusagen.
00:56:23: Die Ideen sind da, aber es steht und fällt halt in den aktiven Leuten.
00:56:32: Es fehlen die Leute, weil die
00:56:32: Lungen Leute weggehen.
00:56:34: oder woran meinst du, das weiß keine Subkulturen im Pörsnick mehr geht, woran liegt
00:56:37: es?
00:56:39: Also die Subkulturen gibt's.
00:56:43: Weiß nicht, die jungen Leute wollen dann vielleicht, gingen vielleicht uns ja auch früher auch so, dass man nicht unbedingt Verantwortung übernehmen will im Vorstand oder sowas.
00:56:50: Das will ich auch keinem absprechen oder sowas.
00:56:55: Aber wie gesagt, die Sache, dass wir sozusagen das nicht öffentlich machen können, dass wir keine öffentlichen Veranstaltungen, wir können ja nicht mal irgendwelche Workshops machen, weil wir dann ja mit so vielen Leuten in das Haus rein müssten.
00:57:09: Und deswegen... uns halt immer noch auf den Sommer sozusagen, was draußen sein soll.
00:57:19: So natürlich Konzerte geben.
00:57:20: Und das ist immer auch wieder bei dem Punkt, die aktiven Leute, die jetzt sozusagen im Vorstand sind, wo der Fokus eher auf Elektromusik liegt, wo dann schon dann auch Leute gesagt, dann macht er mal wieder ein Punkkonzert oder so was.
00:57:38: Da liegt es daran, dass die Leute, die früher die Punkkonzerte organisiert haben oder nicht mehr da sind.
00:57:47: Ja, dass der, dass der Fokus von den aktiven Leuten halt anders gelegt ist.
00:57:51: Aber
00:57:51: das ist ja bei so einem, bei so einem Haus.
00:57:53: Das steht und fällt ja grundsätzlich mit den Leuten, die es betreiben.
00:57:56: Natürlich habe ich ja vorhin gesagt.
00:57:57: Und das ist ja genau das, was, was ich halt auch so geil an diesem, an diesem, ich will es fast schon lebendmorto nennen.
00:58:03: Man muss es selber machen, selber aktiv werden, um die Stadt, in der man lebt, attraktiver zu machen.
00:58:09: Und das ist leider fast schon so ein bisschen so eine Art Schlusswort.
00:58:12: Man kann ja zu euch kommen, ins Haus kommen oder zumindest mal irgendwie Kontakt suchen.
00:58:17: Wie kann man denn Kontakt suchen?
00:58:19: Als?
00:58:19: man kann Kontakt suchen über die verschiedenen Social Media Kanäle.
00:58:23: Wir sind bei Facebook, wir sind bei Instagram.
00:58:27: Da stehen auch Telefonnummern, wo man eine WhatsApp-Narrung schreiben könnte oder so was.
00:58:32: Und ansonsten ... regelmäßig treffen sind zurzeit nicht sozusagen im plan weil es vor allem jetzt im winter eh nicht nichts läuft sozusagen im haus oder halt uns ansprechen Auf der Straße.
00:58:48: Wenn man
00:58:50: die Vögel sieht.
00:58:53: Man hat immer seine Gesichter, die man dann zuordnen kann.
00:58:57: Aber
00:58:57: genau das ist das worauf ich hinaus wollte.
00:58:58: Du hast es gerade gesagt.
00:58:59: Es gibt die Social Media Kanäle, es gibt Insta, es gibt Facebook, für all die Boomer unter uns.
00:59:06: Wenn ich was machen will.
00:59:08: Was jetzt nicht gerade undemokratisch oder außerdemokratisch ist, dann kann ich mich, glaube ich, ans Puff wenden und kann sagen, Leute, das würde ich gern machen, finden wir da irgendwie einen Weg und dann gibt es diese Möglichkeit sicherlich.
00:59:18: Die Möglichkeit besteht immer, genau.
00:59:22: Und wie gesagt, wir haben auch schon eine gute Infrastruktur sozusagen im Haus.
00:59:27: Wir haben einen Sportraum, wir haben eine Siebdruckwerkstatt.
00:59:30: Es fehlt halt immer nur daran an den Leuten, die es bespielen, sag ich mal.
00:59:35: Und wir sind jetzt gerade bei Big Big Take aufzubauen und so ein Musikzimmer geben so zum Sachen, zum Podcast aufnehmen oder sowas.
00:59:45: Also ein Art Studio?
00:59:46: Studio, ja.
00:59:47: Okay, sehr cool.
00:59:47: Ja.
00:59:48: Und das sind auch schon Instrumente sozusagen da und also das zu bespielen.
00:59:53: Also die Möglichkeiten sind groß.
00:59:55: Wie gesagt, es steht und fällt mit den Leuten, die
00:59:58: diesen
00:59:59: Anspruch nehmen und aktiv werden.
01:00:01: Und genau.
01:00:01: Und genau, weil es vielleicht noch dahin losläuft, dass man vielleicht den einen Raum mal noch streichen muss oder so, oder Frauen reinbringen, oder die.
01:00:10: mitzumachen halt.
01:00:11: Fahre bereinbringen,
01:00:12: ich glaube so werden wir die Folge nennen.
01:00:15: Bonne, ich danke dir, dass du da gewesen bist, dass du die an diesem, die sind, die sind, die sind zwölften um sechzehn Uhr, die noch Zeit genommen hast, dich mit mir zu treffen auf kurzfristigste Art und Weise.
01:00:25: Ich wünsch dir, deiner Familie und überhaupt ein frohes Weihnachtsfest.
01:00:29: Das wünsche ich übrigens allen Hörerinnen und Hören auch an dieser Stelle.
01:00:32: Und denke, wir werden uns vielleicht noch mal wiedersehen.
01:00:36: Mit Sicherheit,
01:00:36: Gruppe.
01:00:37: Mit Sicherheit.
01:00:38: Vor den Mikros meine
01:00:40: ich.
01:00:41: Das war Ostwärts, ein Spaziergang durch den Sahler-Orla-Kreis.
01:00:45: Die letzte Folge in twenty-fünfundzwanzig.
01:00:48: Ich hoffe, ihr, sie bleibt uns gewogen, bleibt uns dem Podcast gewogen.
01:00:53: Bitte folgen, bitte abonnieren, was auch immer ihr wisst, Bescheid.
01:00:58: Und mit uns mitdiskutieren unter Podcasts.
01:01:06: könnt ihr eure Meinung uns schreiben.
01:01:08: Wie hat euch die Folge gefallen?
01:01:10: Wie hättet ihr die Folge gefallen?
01:01:11: Lasst uns einen kleinen Kommentar da.
01:01:14: Lasst uns wissen, was geschehen ist, wie ihr über diese Folge denkt, wie ihr vielleicht die neunziger Jahre erlebt habt, wie ihr vielleicht die nulle Jahre erlebt habt, vielleicht auch die Wände, wie ihr Weihnachten feierte.
01:01:25: Auch das ist mal sauinteressant.
01:01:27: Ich bedanke mich im Namen der Volkshochschule dass ihr uns dieses Jahr treu geblieben seid, dass ihr dran geblieben seid und wünsche euch, wie gesagt, frohe Weihnachten, einen wundervollen Übergang in... ... in ... ... ...
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